'Krieg und Frieden' - Band 3, Teil 2 - Kapitel 10 - 24

  • Ich staunte auch über Julias Sätze, “sie würde doch nun nicht extra russisch lernen“ und später “kann man das überhaupt auf russisch formulieren“. Französisch war wohl oftmals deren Hauptsprache.

    Im russischen Adel nach meiner Kenntnis (ohne Gewähr! ;-) ) ja.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Die Bauern waren nicht aufständig, sondern hatten einfach nur Angst. Mit wollten sie nicht, da sie dort mittlerweile freie Bauern waren und bei Moskau dachten sie, wären sie wieder Sklaven.

    Da habe ich mich so dunkel erinnert, dass Andrej Maßnahmen zur Bauernbefreiung vorgenommen hat. Was ja bei Pierre so kläglich gescheitert ist.

  • Den stillen Don habe ich auch schon in einer lesbaren, nicht zerfletterten Gebrauchtversion gesucht, bin leider aber auch noch nicht fündig geworden. Die Angaben dazu in den Angeboten sind aber auch sehr verwirrend. Ich würde wohl eine alte DDR-Ausgabe bevorzugen.

  • Wenn ich das bei booklooker eingebe, kommen 492 Treffer. Man muß bei den einzelnen Exemplaren halt schauen, ob es der gesamte Roman oder ein Teil davon ist. (Bei einer Gewichtsangabe von unter etwa 1000 Gramm würde ich nicht davon ausgehen, daß der Roman vollständig ist, sondern nur einer von zwei Bänden). Das wäre eine Gesamtausgabe:

    Booklooker: eine Scholochow Ausgabe


    Bei Amazon wird sogar die Ausgabe angeboten, die ich besitze und gelesen habe:

    http://www.amazon.de/exec/obid…0AFDIGAI/wwwmorgaind09-21

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Uups, jetzt habe ich viel mehr Abschnitte gelesen, als gedacht ... Ich schreibe jetzt für die letzten paar Abschnitte hier, damit ich nicht versehentlich irgendwo spoilere, Leider war es für mich etwas schwierig, die Abschnitte richtig zu markieren.


    Immer wieder gibt es sehr absurde Szenen, wie z. B. die Ulanen, die sich überschlagen, es Napoleon recht zu machen und dafür lieber ertrinken, als als feige zu gelten oder es sich auch einfach nur einfach zu machen ... Und Napoleon "blickte zuweilen gemütlich nach den ertrinkenden Ulanen"


    Die Russen haben es derweil nicht eilig, sich auf den Krieg vorzubereiten, nein Alexander ist eher beleidigt. Man ist sich eh nicht einig, wer denn nun den Krieg begonnen hat ...


    Es gibt eine Reihe neuer Namen, ich habe mir aber die Mühe erspart, sie mir zu merken. Meist kann man ja aus dem Kontext erschließen, wer wer ist.


    Andrees Charakterisierung der einzelnen Nationalitäten brachte mich zum Schmunzeln. Der Franzose hat Selbstvertrauen, weil "er sich als Körper und Geist für unwiderstehlich hält", der Russe deshalb, weil "er nichts weiß und nichts wissen will, weil er nicht glaubt, dass man etwas sicher wissen könne", und der Deutsche, weil "er sich einbildet, er wisse die Wahrheit, die Wissenschaft, die er sich selbst erdacht hat, aber für absolute Wahrheit hält" - herrlich und Vorurteile, die es heute zum Teil noch gibt.


    Welche Krankheit hatte Nathalie nun? So richtig nachvollziehen konnte ich das nicht.


    Diese Spielerei mit dem Alphabet, naja, irgendwie kann man sich alles zurechtbiegen, wie man es braucht.


    Petja spielte bisher keine Rolle, er ist ja auch noch recht jung, würde aber gerne in den Kriegsdienst eintreten.


    Die Adelsversammlung und die Versammlung der Kaufleute war auch wieder recht skurril.


    Napoleons Russlandfeldzug, man weiß ja, wie er endete, noch macht er aber viel Boden gut. Andrees Vater weigert sich, seinen Besitz zu verlassen, stur war der Alte ja schon immer. Einen Schlaganfall überlebt er nicht, und Maria weiß nicht so recht, ob sie sich freuen oder trauern soll. Man kann das nachvollziehen, leicht hat es ihr Vater ihr nicht gemacht. Dann trifft sie Nikolai, der sie "rettet" und sich in sie zu verlieben scheint, trotz Sonja. Bin gespannt, wie sich das Liebeskarussell nun weiterdreht.

  • Ich fürchte nicht. Ich besitze ein Ebook und ein Print und beide sind komplett unterschiedlich. Ich habe versucht mein Ebook nach dem Print einzuteilen, aber gerade in diesem hinteren Bereich ist es mir nur schwer gelungen, und wie sich herausstellte, habe ich die Abschnitte tatsächlich falsch gekennzeichnet. Ich persönlich finde das nicht so schlimm, poste aber halt jeweils in dem Abschnitt, den ich zuletzt gelesen habe, um Spoiler in den anderen zu vermeiden.

  • Ich fürchte nicht. Ich besitze ein Ebook und ein Print und beide sind komplett unterschiedlich. Ich habe versucht mein Ebook nach dem Print einzuteilen, aber gerade in diesem hinteren Bereich ist es mir nur schwer gelungen, und wie sich herausstellte, habe ich die Abschnitte tatsächlich falsch gekennzeichnet. Ich persönlich finde das nicht so schlimm, poste aber halt jeweils in dem Abschnitt, den ich zuletzt gelesen habe, um Spoiler in den anderen zu vermeiden.

    Nagut. ?(


    Ok :wave

    Sasaornifee :eiskristall



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    "Wer seid ihr und was wollt ihr?" - Die unendliche Geschichte - Michael Ende

  • Hallo PMelittaM, schön, dass du wieder geschrieben hast! Wie schon mal gesagt, habe ich ein paar Kapitel im Voraus gelesen, kenne also manche Stellen, von denen du geschrieben hast.


    Zu der Krankheit Nataschas kann ich nicht viel sagen, weil ich kein Mediziner bin, aber sie leidet wohl an den Auswirkungen davon, dass sie kaum isst und schläft und in großer innerer Anspannung ist. Ihre psychische Situation bewirkt also wohl Erkältungssymptome ("dass sie … viel hustete"), vielleicht auch Kreislaufschwäche etc. Die Schilderung, wie die Ärzte und Angehörigen sich um sie kümmern, ist jedenfalls mal wieder sehr humorvoll:


    "Und was hätten wohl Sonja und der Graf und die Gräfin angefangen, und wie elend würden sie ausgesehen haben, wenn sie nichts für die Kranke zu tun gehabt hätten, wenn nicht diese nach der Uhr einzugebenden Pillen (…) gewesen wären und all die übrigen vom Arzt vorgeschriebenen Einzelheiten der Lebensweise, deren Beobachtung allen Familienmitgliedern Beschäftigung und Trost gewährte? Wie hätte der Graf die Krankheit seiner Lieblingstochter ertragen können, wenn er sich nicht gesagt hätte, dass ihn diese Krankheit schon Tausende von Rubeln gekostet habe (…). Was hätte die Gräfin angefangen, wenn sie nicht hätte die kranke Natascha manchmal ausschelten können, weil diese die Anordnungen des Arztes nicht genau befolgte?

    "Auf die Art wirst du nie gesund werden", sagte sie und vergaß über dem Ärger ihren Kummer, "wenn du dem Arzt nicht gehorchst und nicht pünktlich die Arznei einnimmst! Damit ist nicht zu spaßen; denn es kann sich bei dir eine Pneumonie herausbilden", sagte die Gräfin, und schon im Aussprechen dieses ihr (und nicht allein ihr) unverständlichen Wortes fand sie einen großen Trost. (…)

    Ja sogar Natascha selbst sagte zwar, ihr könne keine Arznei helfen und das seien lauter Torheiten; aber auch ihr machte es Freude, dass sie immer zu bestimmter Zeit ihre Arznei einnehmen musste, und es machte ihr Freude, zu sehen, dass die anderen um ihretwillen solche Opfer brachten. Und auch das machte ihr Freude, dass sie mitunter durch Vernachlässigung der ärztlichen Vorschriften zeigen konnte, sie glaube an keine Heilung und lege auf ihr Leben keinen Wert."


    L'Russe Besuhof; Le empereur: :lache

    (Le empereur Napoleon geht ja noch, finde ich, sprachlich gesehen gerade so. Aber L'russe?


    Der Kriegsrat ist tatsächlich kurios, z.B. hier:


    "Pfuel aber, wie ein bei einer Rauferei hitzig Gewordener schließlich auf seine eigenen Freunde losschlägt, schrie ärgerlich seinen Parteigänger Wolzogen an"