"Ein plötzlicher Todesfall" - Joanne K. Rowling


  • Ich finde den Einblick in die Mittelschicht fast noch erschreckender.



    Nach ziemlichen Startschwierigkeiten aber ermunternden Worten von Sayia und Susannah habe ich das Buch jetzt beendet.


    Und ich bin froh darum, froh, dass ich es gelesen habe und froh, dass es zu Ende ist. Denn länger kann man sich dieses Sittenbild nicht antun ohne depressiv zu werden.
    Die Schilderung der "besseren" Kreise Pagfords erinnert mich sehr an Botho Strauß, der ebenso scharf sein Skalpell an die Verlogenheit der menschlichen Gesellschaft wie Rowling in diesem Buch, das um Jahre besser ist als alle Harry Potter. Wobei man das einfach nicht vergleichen kann.


    Es ist bissig, entlarvend, erschütternd, zeigt, wie Menschen mit Verachtung, Zurückweisung, Hass, Missgunst und Neid umgehen und endet in einer Katastrophe, die aber doch Hoffnung macht, zumindest für manche Beteiligten.


    Wegen des doch recht zähen Anfangs, wobei ich nicht weiß, wie man es hätte anders schildern können, denn es ist einfach notwendig zu wissen, wer da alles mit drin hängt und welche Motive hinter den folgenden Handlungen stehen, gebe ich dem Buch 8 Punkte.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Ich höre das Buch gerade und es gefällt mir total gut.
    Zu den Personen konnte ich tatsächlich ausnahmslos eine Beziehung aufbauen, obwohl ich manchmal denke, dass ich von dem oder der gerade jetzt nichts hören will.
    Manche mag ich sehr gern. Krystal und ihr Bruder Robbie tun mir z. B. total leid.
    Drei Stunden habe ich jetzt noch zu hören, dann werde ich mal versuchen eine Rezi zu schreiben. Gar nicht so einfach...

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Nach sieben Harry-Potter- und drei Comoran-Strike-Romanen, die mir alle recht gut gefallen haben, glaubte ich, auf "Ein plötzlicher Todesfall" gefasst zu sein. Weil ich im Vorfeld gelesen hatte, dass das Buch nicht ganz so spannend sein soll, hatte ich es bewusst längere Zeit vor mir hergeschoben. Schließlich nahm ich es aber doch in Angriff - und bis mindestens der Hälfte der Geschichte musste ich hart mit mir ringen, ob ich mir den Mist tatsächlich weiter antun sollte.


    Das Kleinstadt-Drama um ein plötzlich verstorbenes Gemeinderatsmitglied und die dadurch entstehenden Komplikationen kommt dermaßen weitläufig und unspannend daher, dass ich die meiste Zeit weder die zahlreichen Figuren auseinanderhalten konnte noch mich deren Schicksal und Werdegang interessierte. Gut die Hälfte der Protagonisten hätte man getrost weglassen können. Bis zum letzten Drittel steuert die Geschichte auf keinen erkennbaren Höhepunkt zu. Dann plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und es kommt zu der schon lange vorher befürchteten Tragödie. Manches davon ist bitter, anderes davon hätte durchaus tragischer ausfallen können.


    Kurz zusammengefasst ist "Ein plötzlicher Todesfall" eine lahmarschige Version von Stephen Kings "Needful Things - In einer kleinen Stadt" - und nicht wirklich empfehlenswert.