Die Fährmannstochter - Andrea Schacht

  • Weltbild 2014



    Kurzbeschreibung:
    Brandstiftung in der Domstadt? Bei einem mysteriösen Feuer im Kloster der Machabäerinnen kommt die Oberin zu Tode. Verdächtigt wird eine kranke Pilgerin, die vor einigen Tagen von Myntha, der Tochter des Mülheimer Fährmanns, aus den Fluten des Rheins gerettet wurde. Myntha glaubt nicht an die Schuld der Pilgerin, zumal bekannt wird, dass die Oberin unmittelbar vor ihrem Tod mit einem Mann über die Qualität von Weihrauch gestritten haben soll. Steckt womöglich der düstere Fremde dahinter, der sich vor Kurzem mit einer Schar Kolkraben in der Nähe des Fährhauses einquartiert hat?


    Über die Autorin:
    Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit »Die elfte Jungfrau« kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.


    Mein Eindruck:
    Der Beginn einer neuen Serie, die Andrea Schacht geschickt mit ihren alten Reihen verbindet und so den Einstieg besonders leicht macht. Ihre Geschmeidige Art zu schreiben behält sie bei und benutzt auch ihre bewährten Mittel. Trotzdem entsteht durch die neuen Charaktere eine belebende Frische.


    Die neuen Figuren sind vielschichtig. Da ist zum einen der Falkner Frederic, genannt der Rabenmeister, dem seit dem Tod seiner Frau und seiner 2jährigen Tochter, ein finsteres Gemüt umgibt. Er hat aber noch einen 10jährigen Sohn, für den er ein Zuhause schaffen will und einen Neuanfang wagt
    Myntha ist die titelgebende Fährmannstochter, eine intelligente und lebensfrohe Person, der das Schicksal auch hart mitgespielt hat. Ihr Verlobter ist ertrunken, sie überlebte nur knapp und ist seitdem mondsüchtig. Sie wird als Widergängerin betrachtet und ist gesellschaftlich benachteiligt


    Die Autorin wirft zusätzlich noch einige Figuren ins Geschehen, die ein Geheimnis mit sich herumtragen. Langweilig wird der Roman nie. Zudem haben die neuen Helden auch ein Gespür zur Aufdeckung kriminalistischer Machenschaften.


    Hinweis: Ich habe die Weltbild-Ausgabe gelesen. Die Taschenbuchversion erscheint erst 2015.

    Fans von Andrea Schacht können bei Die Fährmannstochter ohne Bedenken zugreifen, für eine neue Leserschaft ist dieser Roman der richtige Einstieg.

  • Danke für die Rezi. Was hat die WB-Ausgabe den gekostet?


    Wobei ich sagen muss, das Cover vom TB sieht schon ganz schön aus, aber das dauert noch so lange. Hatte ja auf Dezember 14 gehofft.


    Ich bin jetzt ganz neugierig; kann es die neue Serie von der Stimmung und Atmosphäre her mit den Vorgängern aufnehmen?

  • Es war wie - Nach Hause kommen, und sich wohlfühlen.


    Auch ich habe gleich zugegriffen, als ich vom neuen Schacht-Roman las. Am Mittwoch lag es schon in der Weltbild-Filiale, und auch wenn ich mittlerweile viel lieber digital lese, konnte ich es nicht abwarten.


    Alles was Herr Palomar schreibt möchte ich unterstreichen - Ich bin gerade fertig geworden und frage mich schon, wie es weitergeht. Wie schön wieder auf die alten Freunde aus Köln zu treffen.


    Cathrine - mir gefällt das TB - Cover auch hübscher, aber ich wollte einfach nicht warten ...

    Binchen
    :write
    Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält. (William Somerset Maugham) ;-)

  • Die neue Reihe um die Fährmannstochter Myntha mit vielen alten Bekannten ist von den Fans sehnlichst erwartet worden. So beglückt Andrea Schacht ihre Fangemeinde mit einer altbewährten Mischung: historisches Köln, Humor und Witz, sowie ein kleiner Kriminalfall. Leider hat mich der Roman in einigen Dingen etwas enttäuscht, zum einen kann Myntha meiner Meinung nach nicht mit dem Witz und Humor der Almut-Romane mithalten. Auch der Kriminalfall war in meinen Augen nicht sonderlich spannend, mir war sehr schnell klar, wer als Täter in Frage kommen könnte.


    Sehr gut gelungen ist meiner Meinung nach wieder das Flair im mittelalterlichen Köln, wer diese Stadt kennt, der genießt es mit den Figuren durch die Stadt zu laufen und eine Gasse nach der Nächsten zu betreten. Auch die Figuren sind liebevoll gezeichnet und bestechen durch ihre Intensität und Facettierung. Besonders die Familie um Myntha herum ist sympathisch und man gewinnt diese Figuren sehr schnell lieb. Die obligatorische Katze ist natürlich auch wieder mit von der Partie ;-) Aber auch genug alte Bekannte treten wieder in diesem Roman auf, sodass er zum einen etwas Neues bietet, aber auch die beliebten Figuren wieder ihren Auftritt haben. Wer also vielleicht noch nicht alle Almut- und/oder Alysses- Romane gelesen hat, sollte vielleicht bedenken, dass diese Figuren auch in diesem Roman auftreten und so vielleicht etwas über die anderen „älteren“ Bücher verraten.


    Der Roman lässt sich wieder sehr gut lesen, die Seiten fliegen wieder nur so dahin. Langweilig wird es eigentlich nie richtig, dennoch hätte in meinen Augen der bereits angesprochene Kriminalfall etwas spannender sein können. Ich hatte von Anfang an den „richtigen“ Täter in Verdacht, sodass die Auflösung für mich nicht wirklich eine Überraschung war. Die Handlungstränge sind gut im Roman eingebaut und zeigen, dass die Autorin ihr Handwerk versteht.


    Ein kurzweiliger historischer Roman der auf die altbewährte Mischung setzt und seine Leser nicht allzu sehr überrascht. Für eingefleischte Fans sicherlich ein Muss, für alle anderen Leser, man kann den Roman lesen, muss es aber nicht unbedingt.


    Von mir gibt es 7 Eulenpunkte.

  • Dieses Buch aus der Feder der bekannten Autorin Andrea Schacht liegt mir als Rezensionsexemplar vor und erscheint im April 2015 bei blanvalet


    Wie meine Vorrezensenten erwähnten gibt es das bereits seit geraumer Zeit bei Weltbild als HC


    Anknüpfend an die Bände um die Begine Almut und den streithaften Mönch Ivo von Spiegel erzählt sie hier die Erlebnisse der Fährmansstochter Myntha und ihrer Familie,
    Die Geschichte spielt im späten Mittelalter in Mülheim in der Nähe von Köln wo Mynthas Vater Reemt zusammen mit ihren etwas mundfaulen Brüdern Witold und Haro ein Fährhaus betreibt. Die Mutter starb bei Mynthas Geburt aber die Großmutter Enna und ihr Vater lassen sie das nicht vermissen.


    Myntha ist eine aufgeweckte, kluge Frau, die allerdings einen Makel hat, sie wandelt im Schlaf. Das ist für die Bevölkerung und vor allem für den von Dämonen zerfressenen Priester Volmarus ein Zeichen, dass sie vom Teufel besessen ist und den bösen Blick hat.
    Durch Intrigen versucht Volmarus Mynthas habhaft zu werden um an ihr ein Exempel zu statuieren und die Dämonen auszutreiben.


    Ebenfalls ein Dorn im Auge ist ihm der Rabenmeister, der in der Nähe des Fährhauses eine kleine Kate bewohnt und seine eigenen Dämonen der Vergangenheit zu bewältigen versucht. Mynthas und Frederic Bowmans, so der Name, Wege führen immer wieder zusammen, was natürlich zu Spekulationen führt.
    Hauptsächlich versuchen aber beide, dem Feuerteufel auf die Spur zu kommen, der für mehrere Todesfälle verantwortlich ist. Auslöser ist jedes Mal ein Weihrauchfass.


    Wie der Fall sich klärt und was Myntha und ihre Familie erleben und auch zusammenschweißt, das wird hier humorvoll aber auch spannend geschildert.
    Die lebendige Beschreibung der Personen, ihre Art zu reden und zu handeln lassen das Gefühl entstehen, man kenne sie persönlich.
    Andrea Schacht hat eine ruhige und bedachtsame Erzählweise, was mir von den Almut - romanen her nicht mehr so in Erinnerung war. Trotzdem kann man hier ganz in der Geschichte versinken und begleitet Almut, Frederic und die Fährmannsfamilie bei ihren Abenteuern in die sie ungewollt gestürzt werden.


    Leider ist das Buch auf Fortsetzung aufgebaut und der nächste Band soll erst im Januar 2016 erscheinen. Viel zu lange, denn man möchte ja wissen ob Myntha den einäugigen Mühlenbesitzer mit seiner herrschsüchtigen Schwester nun heiratet oder ob sie und Frederic doch noch ihr Herz füreinander entdecken.


    Was das Cover der TB -ausgabe betrifft: hatte Myntha nicht blonde Haare???? Aber sonst passt es wunderbar.


    Ich gebe 8 Punkte

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

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  • Habe ja gar nichts dazu geschrieben. Natürlich habe ich das Buch mittlerweile auch gelesen.


    War ich sonst immer restlos begeistert von den Köln-Serien, bin ich diesmal noch nicht ganz so hin und weg. Zwar sind die Figuren wieder ganz liebenswert und wir treffen viele alte Bekannte, so fehlt mir trotzdem irgendwie ein bisschen der Witz.
    Ich habe nicht ganz so mit gefiebert und mir fehlten ganz eindeutig Ivo und Almut, die ja leider leider ganz zu Beginn schon von uns gehen. Und auch Marius und Alyss mit ihrem John fehlen mir. Auch die lebendige Art die Tiere zu beschreiben. Der Roman ist ruhiger und nicht ganz so lebendig und farbenprächtig.


    Im Grunde fand ich die erste Serie um Almut und Ivo wirklich am besten und die Bände um Alyss kamen für mich nicht so richtig daran. Und diese Serie reicht wiederum nicht an die zweite heran. Ist blöd ausgedrückt, ich hoffe ihr versteht was ich meine.


    Trotzdem bekommt der Roman von mir 8 Punkte.

  • Ich habe das Buch als Wanderbuch lesen dürfen und möchte mich hiermit nochmal für dessen Bereitstellung bedanken.


    Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Myntha, die Protagonistin mochte ich recht gerne und vor allem hat mir das Detail gefallen, dass sie ''mondsüchtig'' ist, also eigentlich einfach nur schlafwandelt. Zu der Zeit, in der das Buch spielt, hat Myntha es mit dieser Eigenschaft also so gar nicht einfach und ich fand es sehr interessant zu lesen, wie ihre Mitmenschen darauf reagieren und was ihr alles Böses nachgesagt wird. Gerade der Priester Volmarus hat mich mit seiner Engstirnigkeit und seinem Handeln sowie seiner Meinung über die ''vom Teufel besessene'' Myntha oft den Kopf schütteln, wenn nicht gar schmunzeln lassen. Diese beiden Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet, ebenso wie den etwas mysteriös anmutenden Rabenmeister Frederic und seinen Gehilfen. Andere Charaktere hingegen blieben für mich eher blass, aber so sehr gestört hat es mich nicht.
    Auch das Ambiente im Köln des 15. Jahrhunderts fand ich gut getroffen.
    Einzig mit dem Schreibstil hatte ich anfangs etwas meine Probleme. Nicht weil er zeitgemäß angepasst war, denn das gefällt mir durchaus, sondern weil ich ihn als recht distanziert und nüchtern empfand. Große Emotionen hat er bei mir nicht hervorgerufen.
    Und obwohl ich mich gut unterhalten gefühlt habe, hätte ich mir von dem eigentlichen Kriminalfall im Buch mehr Spannung erhofft. Ab und an plätscherte die Handlung nur so vor sich hin, ohne dass etwas Markantes passierte.
    Alles in allem ein netter historischer Roman, dessen Charaktere ich interessant fand und dessen Fortsetzung ich definitiv lesen werde.
    Ich vergebe 7 Punkte.


    Übrigens war dies mein erstes Buch von Andrea Schacht, somit habe ich also auch keine Ahnung gehabt, dass diese Serie mehr oder weniger an vorherige anknüpft.

  • Ich habe dieses Buch gleich im Anschluß an die Bände von Almut und Ivo gelesen.


    Die Autorin führt in einem gewohnt unterhaltsamen und flüssig lesbaren Schreibstil die Geschichte um Myntha und ihre Brüder weiter. Ich hatte diese schüchternen Burschen bildlich vor mir. Ebenso gut gefallen haben mir Hendric, seine Vögel, sein Sohn und der neue Gehilfe.


    Den nächsten Band habe ich schon hier liegen und ich bin gespannt, ob Myntha heiraten wird und wie es mit Hendric und den Seinen weitergeht.


    Von mir zufriedene 8 Punkte