'Romeo und Romy' - Seiten 387 - Ende

  • Zitat

    Original von Elbereth
    Ich finde, es wird ganz schön viel gestorben auf den letzten Seiten :-(


    Ja das finde ich auch. Ich war auch sehr traurig, als es Emil so schlecht geht und er dann sterben musste. Emil mochte ich von den Personen in dem Buch mit am liebsten.
    Zum Glück schaffen die Dorfbewohner es dann doch noch das Stück aufzuführen, auch mit kranken Schauspielern.


    Ich muss gestehen, dass mir Ben bis zum Schluss unsympathisch geblieben ist. Aber irgendwie war es schon klar, dass er und Romy dann doch noch zusammen kommen.


    Ich fand das Buch nett und lustig zu lesen. Leider konnte es mich aber nicht so berühren wie "Der Club der Traumtänzer". Vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe Erwartungen an das Buch.


    Ich danke aber natürlich dem Autor für die engagierte Begleitung der Leserunde.

  • Das Ende des Buches gefällt mir sehr gut.


    Elisabeth tut mir sehr leid, Roman ist so ein A.... Leider kenne solche undankbaren Menschen auch. Ich finde es sehr schön wie die Alten zu Elisabeth halten und Roman am Ende austricksen.


    Mit weiteren Todesfällen hatte ich schon gerechnet. Emil und Antons Krankheiten haben mich sehr betroffen gemacht. Wunderbar wie Alle zusammenhalten und die Aufführung trotz Allem ein großer Erfolg wird.


    Artjoms Verschwinden hat mich zu wilden Fantasien angeregt. Mein Favorit war, dass er von der russischen Mafia erwischt wurde.....Na ja, das wurde am Ende ja noch aufgelöst.


    Am Ende sind Alle zufrieden. Romy und Ben, Bella und Karl haben sich und Emil hat ein Zuhause gefunden. Die Alten haben neue Aufgaben und wieder Spaß am Leben gefunden. Der letzte Platz auf dem Friedhof ist vergeben und Romy hat vorerst keine Geldsorgen mehr. Was will man mehr?

  • Also irgendwie kann ich das mit Artjom nicht verknusen.
    Er ist also wirklich der treulose, unverantwortliche Typ, den man ihm unterstellt hat. Jemand, der sich nur treiben lässt, sobald das sporadische Interesse an einem "Projekt" vergangen ist.


    Er ist quasi der Ben der älteren Generation.
    Wie traurig für Romy. Mir fällt da: "wie gewonnen, so zeronnen ein". Ein Vertrauensvorsprung der enttäuscht wurde, tut weh.


    Frage an Andreas: war es Dir zu happy End-mäßig, wenn Artjom sich als geläutert herausgestellt hätte und bei Romy geblieben wäre?

  • Der letzte Abschnitt ist sehr traurig und zugleich werden die vielen losen Fäden verknüpft, die die Geschichte um den Theaterbau erzeugt hat.


    Das Stück wird trotz aller Widrigkeiten tatsächlich aufgeführt. Auch Emil mobilisiert noch einmal die letzten Kräfte. Da musste ich doch ein paar Tränchen verdrücken, bei dem Gedanken daran. Er findet seine letzte Ruhestätte. Das empfinde ich als gut und richtig. Ich glaube jeder hat im Leben die ein oder andere Person, die immer da ist, dafür aber nicht ausreichend Wert geschätzt wird.


    Romys russischer Vater ist doch der unzuverlässige Mistkerl, den man nicht trauen kann. Trotzdem hat er was für seine Tochter übrig und "sorgt" im Rahmen seiner Möglichkeiten für sie.


    Hilde und Bella räumen ihr jahrzehntelanges Trauma aus. Erst war ich Romy böse, dass sie diese alte Geschichte in meinen Augen selbstsüchtigerweise nicht ruhen lies, aber das Ergebnis rechtfertigt in diesem Fall die Mittel. Was für ein Drama damals stattgefunden hat. Das wäre ja eine eigene Geschichte wert.


    Anton ist todkrank. Der Theaterbau ist sein Todesurteil. Auch wenn er sich freiwillig dafür entschieden hat, war es doch eigentlich hauptsächlich Romy zuliebe. Oder ist das zu einfach? Hat er es nicht in seiner Funktion als inoffizieller Bürgermeister für alle getan, weil er gesehen hat, dass dieses Projekt die Alten und Hoffnungslosen wieder zum Leben erweckt hat?


    Ob sich der Hallodri Ben für seine Beziehung mit Romy bessern wird? Wir verstehen ihn zwar jetzt um einiges besser, aber ein Traumpartner ist er immer noch nicht. Aber ich denke Romy ist stark genug für ihn. Wäre toll, wenn sie zusammen dem Theater weiteres Leben einhauchen würden.


    Elisabeth ist echt mit einem tollen Sohn "gesegnet" und die Schwiegertochter passt dazu. So geldgierig und kaltherzig. Da kommt einem echt die Galle hoch. Wenn ich solchen Leuten im echten Leben begegne, wünsche ich mir immer inständig, dass sie mal das gleiche mitmachen müssen, was sie ihren Mitmenschen antun und Läuse, die Krätze und Fußpliz.


    Mir gefällt das Endbild der Geschichte, das Potpourrie an positiven und traurigen Zuständen ist realistisch und nicht gewaltsam in rosa Zucker getaucht.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Zitat

    Original von Elbereth



    Frage an Andreas: war es Dir zu happy End-mäßig, wenn Artjom sich als geläutert herausgestellt hätte und bei Romy geblieben wäre?



    Ja, tatsächlich. Tragödie und Komödie geben sich bei mir immer die Hand und da ich wusste, wie er gestrickt ist, konnte es kein Happy End geben. Allerdings sehe ich ihn nicht als wirklich böse. Er hat gelitten und träumte von Freiheit. Dass er die mit einem Menschen erreichen kann statt mit Geld - DAS hat er nie verstanden.

  • Dass Emil es doch noch gepackt hat und bei der Premiere dabei zu sein hat mir gut gefallen. Auch die Ideen, die Romy weiterhin mit dem Theater hat und umsetzen möchte finde ich gut.


    Artjom hat sich immerhin nochmal gemeldet und vielleicht kehrt er ja auch eines Tages nochmal zurück.


    Das Schicksal von Anton ist traurig und ich hätte mir für ihn einen besseren Ausgang gewünscht, er ist doch sowas wie die Seele des Dorfes gewesen.

  • Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit zu Ende gelesen, aber mich nicht mehr an der Leserunde beteiligen können, denn entweder hatte schon jemand genau meine Gedanken geschrieben - meistens Suzann :-) oder ich war zu müde, um alles in Worte zu fassen, was mich während des Lesens eines Abschnittes bewegt und beschäftigt hatte oder es fehlte mir gerade die Zeit.


    Darum nur mein Gesamteindruck: Mir hat der Roman gefallen - stilistisch gesehen etwas Besonderes - inhaltlich eine quirlige Geschichte mit vielen schönen Details, Höhen und Tiefen, einer manchmal ein wenig ins Märchenhafte gehenden Atmosphäre... mit einer gehörigen Portion Romantik. Das Ende des Romans empfand ich als gelungen, weil es eine Wende zum Guten gab, aber eben nicht alles, alles gut wurde wie im Märchen.


    Allerdings muss ich sagen, dass mir dieser Roman etwas zu vollgepackt war mit mehr oder weniger schicksalhaften Wendungen. Für mich hätten es ein paar Umdrehungen weniger sein dürfen, die Wirkung wäre dann größer gewesen.
    Die Protagonistin Romy fand ich sympathisch, sie konnte (für mich) aber nicht so richtig an Tiefe gewinnen. Da fehlte etwas... schwer zu sagen, was genau.

  • Zitat

    Original von ginger ale



    Allerdings muss ich sagen, dass mir dieser Roman etwas zu vollgepackt war mit mehr oder weniger schicksalhaften Wendungen. Für mich hätten es ein paar Umdrehungen weniger sein dürfen, die Wirkung wäre dann größer gewesen.
    Die Protagonistin Romy fand ich sympathisch, sie konnte (für mich) aber nicht so richtig an Tiefe gewinnen. Da fehlte etwas... schwer zu sagen, was genau.


    Einiges dürfte wohl auf die Kappe der Ensemble-Struktur gehen, die dem Thema Theater angemessen ist, aber durch viele starke (Haupt)Figuren zu Lasten der titelgebende Figur Romy geht. Und wie das so ist: wenn du viele Schicksale anschiebst, musst du viele Erzählsprünge lösen. Ich freu mich, dass es dir trotzdem gefallen hat und hoffe den anderen soweit auch ;-)