Märchenwald- Martin Krist

  • über das Buch (gem. Amazon)
    Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.


    über den Autor (gem. Amazon)
    Martin Krist ist das Pseudonym eines erfolgreichen Schriftstellers aus Berlin. Geboren 1971, arbeitete er als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften. Seit 1997 ist er als Schriftsteller tätig und veröffentlichte in unterschiedlichen Genres Bücher. Nach einer Biografie über eine Rotlichtgröße aus dem Ruhrgebiet, über Tattoo-Theo, über die Punk-Diva Nina Hagen, den Rap-Rüpel Sido und die Grunge-Ikone Kurt Cobain sowie zahlreichen anderen Buchprojekten, konzentrierte er sich ab 2005 auf Krimis und Thriller.


    meine Meinung
    Paul Kalkbrenner wird zu einem vermeintlich einfachen Todesfall gerufen: ein älterer Herr ist in seinem Sessel einem Herzinfarkt erlegen. Doch warum ruft man deshalb den Kommissar? Nun, der Sanitäter hat in der Abstellkammer etwas entdeckt, was dort definitiv nicht hingehört.
    Währenddessen machen sich die Geschwister Max und Ellie verängstigt auf den Weg zu ihrem Opa, denn dies war der letzte Wunsch ihrer Mutter. Und Mamas Anweisungen muss man Folge leisten, auch wenn das bedeutet, in den Märchenwald zu flüchten...


    „Märchenwald“ ist bereits der 5. Fall für Paul Kalkbrenner und seine Kollegin Muth, jedoch für mich der erste, den ich gelesen habe. Denn bis auf die Kurzgeschichten aus „Der Tod steckt im Detail“ kenne ich verwerflicherweise den Kommissar noch nicht. Doch das wird sich nun ändern. Denn Martin Krist führt mit diesem Thriller seine Leser in die Abgründe Berlins, jedoch nicht so, wie man es erwartet. Denn der Abgrund lauert nicht in den dunklen Ecken, sondern in den gut situierten Wohngegenden mit netten Nachbarn und leckerem Essen.


    Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man kapitelweise Paul Kalkbrenner, Max und Ellie und einer jungen Frau namens Zoe, die sich nicht mal mehr an ihren Namen erinnern kann. Daneben gibt es Kapitel, deren Bedeutung der Leser erst fassen kann, als es schon fast zu spät ist.
    Der Autor zeigt auch hier wieder sein gesamtes Geschick und eine Fähigkeit, die ich sehr an ihm schätze: obwohl man zu Beginn keinerlei Ahnung hat, wer wie mit wem zusammenhängt, führt er seine Figuren und Erzählstränge immer wieder kurz zueinander, um sie dann wieder auseinanderzureißen. Diese Form des Spannungsbogens kenne ich bisher nur grandios von amerikanischen Thrillerautoren gespielt....und nun auch von einem deutschen, der sich nicht verstecken muss.


    Obwohl ich Paul Kalkbrenner und seine Kollegen erst in diesem Thriller näher kennengelernt habe, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten mich mit ihnen anzufreunden. Ob ich nun den Bernhardiner des Ermittlers gestreichelt, mit Quasselkopf Sebastian Informationen gefiltert habe und so gern etwas von Sekretärin Ritas Kuchen genascht hätte, ich konnte mich sofort und direkt mit den Figuren identifzieren. Auch das Geschwisterpaar Max und Ellie hat Martin Krist in meinen Augen sehr gut und realitätsnah getroffen.


    Die Story an sich ist von Seite 1 an spannend und fesselnd. Die kurzen Kapitel entwickeln eine Sogwirkung, der ich mich kaum entziehen konnte. Die schnellen Perspektivenwechsel haben mir persönlich sehr gut gefallen, verlangen sie doch absolute Aufmerksamkeit vom Leser. Wer hier nicht aufpasst, verpasst die entscheidenden Informationen. Also Obacht, wann man beginnt zu lesen, denn so schnell kommt man nicht mehr los. Und obwohl Martin Krist ein gutes Tempo vorlegt, wirkt der Thriller weder gehetzt noch überhastet. Im Gegenteil: der Berliner Autor versteht es, mit kleinen Spitzen seinen Lesern die richtige Prise Angst, Ekel und Paranoia einzujagen. Dank Krist kann ich nun nicht mehr ohne Hintergedanken eine Abstellkammer öffnen.


    Das Finale reiht sich ebenso schlüssig wie bündig in den gesamten Verlauf ein. Mit dem letzten Kapitel wurden alle Stränge zusammengeführt, aufgedröselt und das Schrecken in seiner gesamten Größe fassbar. Das Tolle: der Autor präsentiert die Lösung nicht auf einem Silbertablett, sondern überlässt es seinen Lesern, die allerletzten Schlüsse zu ziehen. Genau so muss ein Thriller sein!


    Der Stil von Martin Krist ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, ehrlich und nur dann von Details gespickt, wo es nötig ist. Die Konzentration auf das Wesentliche, ohne dabei etwas auszulassen, passt perfekt zu Paul Kalkbrenner.


    Fazit: folg mir in den Märchenwald und erkenne den Schrecken. Genial!!

  • Buchinfo
    Märchenwald - Martin Krist
    Taschenbuch - 416 Seiten - ISBN-13: 978-3548287645
    Verlag: Ullstein Taschenbuch - Veröffentlichung: 12. August 2016
    EUR 9,99
    Kurzbeschreibung
    Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes.
    Bewertung
    „Märchenwald“ von Martin Krist ist der fünfte Fall für Paul Kalkbrenner und Sera Muth.
    Die Geschichte besteht aus drei Handlungssträngen, die von Kapitel zu Kapitel wechseln. Der Schreibstil des Autoren ist unverkennbar, es liest sich toll und man fliegt nur so durch die Seiten. Ich wurde regelrecht mitgerissen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Spannung steigert sich von Seite zu Seite, es gibt jede Menge Rätsel und ein packendes Finale.
    Natürlich dürfen auch die sympathischen Charaktere nicht fehlen, vor allem natürlich Kalkbrenner. Er ist und bleibt einmalig.
    Martin Krist schafft es, einen in seinen Bann zu ziehen und sorgt für reichlich Gänsehaut.
    Fazit: Einer der Top-Thriller 2016! Man muss ihn gelesen haben!

  • Zum Inhalt:


    "Mitten in der Nacht wird Max von seiner Mutter geweckt. »Seid still«, sagt sie weinend, als sie den Zehnjährigen und seine vier Jahre alte Schwester Ellie in einen Wandschrank sperrt. »Geht zu Opa ...«, hören die Kinder sie noch flüstern, dann fliegt krachend die Haustür auf. Ihre Mutter schreit. Ellie weint. Um sie zu beruhigen, erzählt Max ihr die Geschichte vom Märchenwald. Während Max und Ellie auf dem Weg zu ihrem Großvater sind, erwacht auf dem Alexanderplatz eine junge Frau blutüberströmt und ohne Gedächtnis. Im Wedding stehen die Mordermittler Paul Kalkbrenner und Sera Muth vor dem rätselhaftesten Fall ihrer Karriere. Und der Märchenwald birgt nichts Gutes."


    Meine Meinung:


    Martin Krist hat wieder einen spannenden Thriller aus der Paul-Kalkbrenner-Reihe geliefert, der uns in seinem mittlerweile fünften Fall begeistert.


    Wieder werden mehrere Handlungsstränge gewoben, die anfangs nichts miteinander zu tun haben, zumindest schaut es so aus. Einerseits sind zwei Kinder, Ellie und Max, auf dem Weg zu ihrem Großvater und müssen sich allein durch durch die Großstadt kämpfen, andererseits bekommen wir es mit einer jungen Frau zu tun, die ihr Gedächtnis verloren hat und auf der Suche nach den vergangenen Stunden durch die Stadt irrt und flüchtet und dann gibt es da natürlich noch Paul Kalkbrenner, der neben seinen privaten Problemen es mit einem sehr delikaten Fall zu tun bekommt, also wer da nicht zum Veganer wird bzw. nicht darüber nachdenkt einer zu werden, dann weiß ich auch nicht.


    Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie es Martin Krist schafft, die Handlungsstränge ineinder zu verweben und ohne logische Fehler zu einem Strang zu verbinden. Mir haben dabei die Wechsel von einer Ebene zu nächsten sehr gut gefallen, so wurde Abwechslung und auch Tempo in die Handlung gebracht.


    Die Personen wurden wieder gut ausgearbeitet, aber Hardy Sackowitz, Paul-Kalkbrenner-Fans werden sie kennen, bekam diesmal nicht die große Plattform, wie in dem einen oder anderen Kalkbrenner-Thriller, aber dafür rückten andere Personen in den Vordergrund.


    Aber einen Kritikpunkt möchte ich noch anführen, das Ende wurde für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt und es wirkte auf mich ein wenig zu konstruiert und auch, als musste der Autor das Buch schnell beenden, damit es veröffentlicht werden kann. Und die Dame, die sich um Max gekümmert hat, wirkte auf mich auch en wenig plastisch, also ich wurde mit ihr nicht so richtig warm.


    Aber alles in allem bietet "Märchenwald" spannende Stunden und ist auf jeden Fall empfehlenswert.

  • Wer schon mal ein Buch von Martin Krist gelesen hat, dem dürfte klar sein, dass er anspruchsvolle Lektüre erwarten kann. So war es dann auch hier der Fall beim neuen Thriller „Märchenwald“. Schon der Titel lässt den Leser, geht man mal vom Genre Thriller aus, hier weniger an ein romantisches Märchen mit Happy End denken. Gut gewählt ist der Titel jedenfalls und der Leser bekommt auch im Laufe der Handlung den Bezug dazu, was diesen betrifft. Ebenso schafft es Martin Krist wieder, ein brisantes aktuelles Thema in einen sehr guten Plot einzubauen.


    Es gibt wie auch in den anderen Büchern des Autors, die ich schon lesen durfte, wieder mehrere Handlungsstränge, die auf dem ersten Blick nicht wirklich etwas gemeinsam haben und den Leser ein wenig ratlos und mit Fragezeichen im Kopf Seite für Seite umschlagen lassen.


    Da wären die kleinen Kinder Max und Elli, die sich auf die Suche nach dem Opa begeben, weil ihre Mutter verschwunden ist. Ein Abenteuer, welches beide bestimmt nicht so schnell vergessen werden.


    Der nächste Handlungsstrang handelt von einer jungen Frau, die anscheinend ihr Gedächtnis verloren hat und nun auf der Suche nach sich selbst ist. Nur leider sind auch andere Personen hinter der Frau her und die wollen sie am liebsten tot sehen.


    Der dritte Handlungsstrang handelt von einem älteren Herrn, der tot in seiner Küche gefunden wurde. Nur blöd, wenn man außer ihm noch andere Dinge in dessen Wohnung findet, die ein grausames Geheimnis ans Licht bringen.


    Ja und dann ist da noch Kommissar Paul Kalkbrenner, der zusammen mit seiner Kollegin Sera Muth, in Berlin im Morddezernat arbeitet. Er hat gerade privat so seine Probleme mit Ex-Frau, Mutter und der schwangeren Tochter.


    Diese vielen Handlungsstränge haben mich zu Beginn ein wenig irritiert, weil ich die verschiedenen Protagonisten und Handlungssorte einfach nicht sofort zuordnen konnte. Im Laufe des Buches bekam ich aber auch hier mehr und mehr Aufklärung. Kapitelweise wechseln die Handlungsstränge, was zur Folge hat, dass man stets einen Cliffhanger vorgesetzt bekommt am Kapitelende. Das ist natürlich äußerst vorteilhaft für einen stetig wachsenden Spannungsbogen. Die Kapitel sind zum Glück relativ kurz gehalten, man muss also auf die Fortsetzung der einzelnen Handlungsstränge nicht allzu lange warten. Zumal Martin Krist diese dann wirklich zusammenlaufen lässt und man als Leser ein rundes Bild vor sich hat. Ein paar Fragen lässt Martin Krist leider offen, hier hoffe ich ja auf eine Fortsetzung der Bände um Paul Kalkbrenner.


    Es handelt sich bei „Märchenwald“ übrigens um den 5. Band des Ermittlers. Man kann die Bände unabhängig voneinander lesen, bekommt dann aber die Privatgeschichten um Kalkbrenner nicht chronologisch mit. Also wäre das Einhalten der Reihenfolge durchaus angebracht.


    Die Charaktere der Protagonisten sind unterschiedlich dargestellt wie ich finde. Mit manchen bin ich gar nicht warm geworden, sie waren mir einfach zu blass. Andere wiederum, wie Kalkbrenner selbst und auch die Kinder Elli und Max fand ich sehr gelungen beschrieben.


    Das Buch endet in einem gekonnt inszenierten Showdown, der mir persönlich jedoch zu schnell von statten ging. Hier hätten es ruhig noch ein paar Seiten mehr sein dürfen. Insgesamt fesselt das Buch den Leser sehr und man kann sich auf einen rasanten Thriller freuen, in dem man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.


    Ich vergebe daher 5 Sterne für diesen Thriller.

  • So,mich würde mal interessieren warum die Tochter des seltsamen toten Herrn ausgerechnet Inga Lürsen heißt. Das ist doch die Bremer Tatorkommissarin :pille :pille

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]