'Homeland: The Legend of Drizzt' - Teil 1: Station

  • Ich lese die englische Fassung. Die Machart des Buches ist beschissen, wie die meisten amerikanischen Taschenbücher. Die Beschriftung der Karte ist so klein, dass ich sie nicht mal mit Brille richtig entziffern kann. Aber was soll´s... Den Graphic Novel mit Zeichnungen vom Tim Seeley habe sich schon früher mal gelesen, aber dabei entgehen einem die vielfältigen politischen Strömungen und Intrigen, die Salvatore beschreibt. Man muss echt aufpassen, das Gesellschaftssystem und die Verflechtungen sind so kompliziert, dass einem einiges entgehen kann. Sehr interessant, jedenfalls.


    Prelude-Prolog
    Der Einstieg macht einen mit der faszinierenden Welt unter Tage bekannt, Menzoberranzan. Hier leben 20.000 Kreaturen, die außer ihrer Schönheit nichts mit den oberirdsisch lebenden Wesen gemein haben. Ich mag die poetische Sprache.


    Station
    Die Drow ähneln mehr Tieren als Menschen. Sie haben keine Ehre, keine Ethik und anscheinend keine positiven Gefühle. Die Rangordnung, wie innerhalb eines Rudels von Tieren, ist das wichtigste für sie. Um in dieser Rangordnung aufzusteigen, ist alles erlaubt, auch Brudermord. Man muss nur darauf achten, dass es keine Zeugen gibt. Der Spinnenkönigin ist alles untergeordnet. Zusammen mit ihren hohen Priesterinnen regiert sie die Drow.
    Das ist eine echt krasse Welt, völlig anders als die der oberirdischen "guten" Elfen, die wir aus dem Herrn der Ringe kennen. Was ist ein bugbear? Muss ich mir eine riesige, haarige Kakerlake vorstellen? Brrr. Dinin, zweiter Sohn des Hauses Do´Urden, stiehlt sich in die Akademie zum Gesichtslosen, um den Tod von Alton DeVir sicherzustellen, dann spioniert er das Haus DeVir aus, das von einer Phalanx großer Pilze umstanden ist, da musste ich erstmal grinsen. Pilze verbinde ich mit niedlichen Zwergenbehausungen und nicht mit grausigen Dunkelelfenpalästen. Diese Pilze bewachen die Gegend und kreischen, wenn sie Eindringlinge bemerken.


    The fall of house DeVir
    Ein Haus wird ausradiert. Das ist ein generalstabsmäßig geplanter Hinterhalt, bei dem jeder Schritt bedacht und geplant ist, um dem Gegner keine Chance zu lassen. Trotzdem wehrt sich das Haus unter der Leitung der Matron Ginafae verbissen gegen die Auslöschung und es schaut so aus, als ob sie gegenhalten können. Schließlich ist Do´Urden nur Haus 10 und sie Haus 4. Zu dumm, dass Ginafae bei der Spinnenkönigin in Ungnade gefallen ist. Mich würde interessieren, was dazu geführt hat.
    Während die Kämpferelfen den Angriff vor Ort vornehmen, wirken die Priesterinnen der Familie ihre magischen Angriffe im Kreis der Acht. Die Matron Malice ist hochschwanger und kurz vor der Geburt. Das stört ihre Konzentration und es scheint kurzzeitig, als würde Haus DeVir davonkommen. Doch dann wirken die erste Tochter des Hauses Do´Urden, die gruslige Briza und ihre Mutter einen mächtigen Zauber, der die Qualen der Geburt in Angriffstärke ummünzt und überwinden so die DeVir-Verteidigung. Zak, der überragende Kämpfer und bisher interessanteste Figur, erledigt den Rest. Der meuchelt zwar munter vor sich hin, aber irgendwie scheint er keinen Gefallen an der Art der Drow zu haben. Nach den Kämpfen und den Aufräumarbeiten (ich sag nur Zombielelfen, brrrr) versteckt er sich in der Nacht und schreit seine Gefühle in die Nacht hinaus: "Menzoberranzan, was für eine Hölle bist du!"


    The eyes of a child
    Die Geburt von Drizzt hat den Do´Urden den Sieg über die DeVir gesichert. Drizzt überlebt nur, weil Dinin die Gelegenheit nutzt und seinen älteren Bruder Nalfein in den Wirren der Kämpfe um die Ecke bringt. Somit ist Drizzt nicht mehr der dritte Sohn des Hauses und die Rolle des versprochenen Opfers für die Spinnenkönigin wurde unfreiwillig von Nalfein übernommen. Briza ist ja eine heftige große Schwester und auch die Mutter scheint keine mütterlichen Gefühle für das Neugeborene zu haben. Es zeigt die gefühllose Skrupellosigkeit der Dunkelelfengesellschaft, eine Geburt für die Auslöschung eines höherrangigen Hauses zu nutzen.
    Solche Geburtsmagie zu wirken ist anscheinend ziemlich selten und ich bin gespannt, ob das irgendwelche Auswirkungen auf das Baby hat. Die lavendelfarbigen Augen sind schon mal ein erster Hinweis darauf, dass Drizzt anders sein könnte, als die übrigen Dunkelelfen.
    Der Gesichtlose verkackt in der Akademie seinen Auftrag, den letzten Angehörigen des Hauses DeVir, Alton, um die Ecke zu bringen. Dumm gelaufen. Ein weiteres Massaker ist schon mal vorprogrammiert, wenn Alton irgendwann mal seine blutige Rache nehmen wird.


    The first house


    Weaning

    smilie_sp_274.gif
    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

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  • Nur eben kurz - das ist ein Bugbear:


    Bugbear


    Es hat schon unglaublich viel Spaß gemacht, den ersten Abschnitt zu lesen. Es ist lange her, aber ich hätte am liebsten meine Rollenspielsachen wieder aus dem Schrank geholt und eine Runde zusammengetrommelt.


    Sonntag schreibe ich mehr, jetzt muss ich weiter Fete vorbereiten.

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Ich habe gestern Abend angefangen, aber ich bin bei englischen Büchern so lahm :rolleyes
    Bisher habe ich nur den Prolog gelesen ;-)


    Du hast dir schwere Lektüre ausgesucht, um englisch zu lesen, Booklooker. Respekt :anbet

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Schon die Einleitung verspricht ein Großes Abenteuer.
    Die Sprache gefällt mir richtig gut, man ist sofort mitten im Geschehen. Ohne lange Vorreden beginnt sofort das Abenteuer. Ich komme noch ein wenig durcheinander mit den ganzen Namen und die Gebäude kann ich mir auch noch nicht so richtig vorstellen, aber das wird sicher noch.


    Eine Welt in der die Frauen die Macht haben und die Männer sich unterordnen... :gruebel
    Ich weiß noch nicht so recht ob mir das gefällt. Jeder denkt nur an sich selbst. Es ist schon schlimm genug das Dinin seinen Bruder umbringt, aber die Reaktion von seine Mutter erschreckt mich noch mehr.


    Die Art wie der kleine Drizzt "erzogen" wird ist erschütternd. Aber ich bin mir sicher, er wird mal ein großer Held. Ein wenig kann man das ja schon erkennen weil er viel früher Dinge lernt als es normal ist.


    Bis jetzt finde ich das Buch sehr spannend.

  • Oh Susann, puschelige possierliche Tiere mit gemeinen Feld, Wald und Wiesen Drow vergleichen ist aber jetzt fies. :wow


    Ich glaube die Drow haben ein anderes Verständnis von Ehre und Ethik. Da dient Zak eigentlich als Fingerzeig für.


    Wenn ein Dritter Sohn überlebt, ist das immer was besonderes. Ich kenne ausser Drizzt in weiteren Bänden nur einen und der ist auch ein Exot :lache

  • Zitat

    Original von Suzann


    Du hast dir schwere Lektüre ausgesucht, um englisch zu lesen, Booklooker. Respekt :anbet


    Na, eigentlich kann ich ja englisch. Ich bin nur so genervt, weil ich immer viel länger brauche als im deutschen. Allerdings bleibt auch mehr hängen.
    Abends klappt es aber oft nicht, weil ich mich dann nur noch von einem Buch berieseln lassen möchte, falls ich überhaupt noch lese...

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • So, den ersten Teil, also "Station" habe ich jetzt gelesen. Ich muss zugeben, dass ich es gar nicht mehr gewohnt bin ganz langsam und jedes Wort bewusst zu lesen. Irgendwie ist mir das in der letzten Zeit wohl abhanden gekommen. Ich sollte auf englisch lesen umstellen, da driften meine Gedanken zumindest nicht ab und wenn, merke ich sofort, wenn ich nichts mehr verstehe.


    Diese Dunkelelfen sind ja wirklich skupellos. Ich habe noch nicht so ganz durchblickt, warum der Typ von den DeVirs sterben soll, aber ich schätze, das kommt dann im nächsten Teil.
    Nachdem ich die kurze Zusammenfassung von Suzann gelesen habe, habe ich zumindest festgestellt, dass ich alles verstanden habe :-)


    Ich kann mich noch erinnern, dass ich den ersten Teil als Hörspiel gehört habe. Allerdings habe ich den Inhalt komplett vergessen. Das einzige, was ich noch weiß ist, dass irgendwer am Lagerfeuer gesessen hat und irgendwas besprochen wurde. Ich bin mal gespannt, ob das auch vorkommt oder ich auf dem völlig falschen Dampfer bin.


    Ich kann mir übrigens Menzoberranzan gar nicht so wirklich vorstellen. Vielleicht muss ich doch mal auf die von euch verlinkte Homepage zu dem Spiel zurück greifen.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Ich glaube, mir fehlt da ne Grundlage. Warum müssen weg? Welche Rivalität herrscht da gerade? Hab ich das überlesen, nicht verstanden oder bin ich noch gar nicht so weit?

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    (Stephen King)

  • Haus Do Urden möchte einfach in der Hierarchie eine Stufe höher klettern, und dazu muss ein Haus das höher steht weg, in dem Fall hat sich Mama Malice halt die DeVirs ausgesucht.. . Wenn das Haus komplett ausgelöscht wird dann ist das nach Drow Gesetzen völlig okay denn wo kein Kläger, da kein Richter, man tut einfach als hätte es dieses Haus nie gegeben... Bleibt aber ein Familienmitglied über, in dem Fall jetzt Alton DeVir, ist das Haus nicht komplett weg und man kann die Auslöschung nicht ignorieren. Ausserdem wird der sich rächen wollen...

  • Zitat

    Original von Maharet
    Haus Do Urden möchte einfach in der Hierarchie eine Stufe höher klettern, und dazu muss ein Haus das höher steht weg, in dem Fall hat sich Mama Malice halt die DeVirs ausgesucht.. . Wenn das Haus komplett ausgelöscht wird dann ist das nach Drow Gesetzen völlig okay denn wo kein Kläger, da kein Richter, man tut einfach als hätte es dieses Haus nie gegeben... Bleibt aber ein Familienmitglied über, in dem Fall jetzt Alton DeVir, ist das Haus nicht komplett weg und man kann die Auslöschung nicht ignorieren. Ausserdem wird der sich rächen wollen...


    Danke für die Erklärung, mir ist das auch alles noch nicht ganz klar, ich hänge noch so halb im ersten Abschnitt weil ich das bisher noch nicht durchschaue. Ich bewege mich aber auch zum allerersten Mal in der Welt von Menzolalala und Dungeons and Dragons. Daran wird's wohl liegen.

  • Für mich ist das auch mein erster Ausflug in die welt von Dungeons and Dragons und bisher gefällt es mir richtig gut!
    Diese Dunkelelfen sind so richtig schön böse, Mitgefühl, Nächstenliebe, fehalanzeige, selbst mit der Mutterliebe scheint es nicht allzu weit her zu sein, zumindest was die Söhne angeht.
    Ich bin sehr gespannt, wie Drizzt sich entwickelt!