Leserundenvorschlag zu: Henry Fielding „Tom Jones“ (Jane Austen Eulen / Klassiker LR) - ab 30.01.2018

  • Schönen Urlaub, Rouge!



    Nach ein paar Tagen „Abwesenheit“ will ich mich wenigstens hier kurz melden. Wie es derzeit aussieht, werde ich das Buch und die Leserunde abbrechen. Nicht, weil mir das Buch nicht gefiele, sondern weil es das falsche Buch zur falschen Zeit ist. Ich werde „Tom Jones“ sicherlich irgendwann zu Ende lesen, aber nicht jetzt oder die nächsten Wochen.


    Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich mich weiter durchquälen (denn ein solches ist es momentan) oder abbrechen soll. Aber nachdem ich seit Tagen nur immer wenige Seiten am Stück gelesen habe, wenn ich mich denn überhaupt dazu aufraffen konnte, das Buch in die Hand zu nehmen, scheint es mir an der Zeit, ehrlich zu mir - und zu euch - zu sein: beim jetzigen Tempo brauche ich drei bis vier Monate (oder mehr), bis ich durch bin, weil ich mich zu jeder gelesenen Seite schlicht zwingen muß.


    Wie gesagt, das Buch und der Stil an sich gefallen mir, aber ich kann mich mental überhaupt nicht darauf einlassen. Was zur Folge hat, daß es mir ziemlich egal ist, was mit den Figuren passiert - oder nicht passiert. So heftig wie hier, habe ich das noch selten erlebt. Wenn ich alles bedenke, bin ich der Überzeugung, daß sich das nicht ändern wird (wie es seinerzeit etwa bei „Waverly“ oder in gewisser Hinsicht im November bei „Krieg und Frieden“ der Fall war). Ich bin kurz vor Ende des zweiten Abschnitts, habe dem Buch also eine echte Chance gegeben.


    Deshalb werde ich schweren Herzens hier erst einmal aussteigen. Ich schaue noch mit in die Leserunde, vielleicht kommt beim Lesen eurer Beiträge doch noch die Lust auf das Buch, allerdings habe ich da extrem wenig Hoffnung.


    Tut mir leid, das habe ich selbst so nicht erwartet. Euch noch viel Freude mit dem Buch. :wave

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • SiCollier


    Lieber SiCollier,


    auch ich bedauere sehr, dass Du nicht mehr mitliest. Ich hatte mich schon auf Deine Kommentare gefreut und war gespannt darauf, welche Textstellen Dir ins Auge gestochen sind. Aber es ist wie bei Nofret, wenn man sich zwingen muss, das Buch zur Hand zu nehmen, dann sollte man es sein lassen. Und selbst wenn es einem sehr gut gefällt, manchmal passen die eigenen Lebensumstände nicht.


    Mir fällt auf, dass ich Tom Jones überhaupt nicht nebenher lesen kann. Einfach einmal ein Kapitel so zwischendurch, schaffe ich nicht. Ich brauche immer ein bis zwei Kapitel, bis ich wieder im Lesefluss bin. So lese ich nur, wenn ich weiß, jetzt habe ich die Ruhe und die Muße, meine Aufmerksamkeit diesem alten Text voll und ganz zu widmen. Am liebsten wäre es mir, ich würde dann ein ganzes "Buch" gelesen bekommen. Denn so viele Seiten sind es nicht. Aber das klappt auch nicht immer. Daher kann ich sehr gut verstehen, wenn Du sagst, ich schaffe das im Moment nicht.


    Es kommen auch wieder andere Zeiten, SiCollier, und dann passt es wieder. Ich bin mir sicher, dann wirst Du Tom Jones mit Freude zu Ende lesen. :knuddel1


    Ich habe vor dranzubleiben und hoffe, immer diese Mußestunden zu finden. :wave

  • :umschauSeid Ihr noch da?


    Also, ich bin im 7. Buch. Ich muss dringend Einträge machen. Aber letztens hatte ich das Lesen unterbrochen, um hier zu schreiben und bin anschließend nicht mehr zum Buch zurückgekehrt. Damals war ich im 4. Buch. Als ich dort dann ein paar Tage später weiterlas, gab es einen Moment, da hätte ich mir auch vorstellen können, abzubrechen. Ich bin froh, dass ich diesen Impuls überwand. Denn ab dem 5. Buch wird die Geschichte richtig spannend ...


    SiCollier , vielleicht hast Du es einen Moment zu früh zur Seite gelegt? :wave

  • SiCollier , vielleicht hast Du es einen Moment zu früh zur Seite gelegt? :wave

    Nun, ich habe ja "nur" unterbrochen, nicht abgebrochen. Es war schlicht das falsche Buch zur falschen Zeit. Ich traue es mich kaum zu schreiben, aber das ist immer noch eine Folge eines gewissen Herrn Tolstoi. Normalerweise "wechsele" ich spätestens Anfang Dezember von "Russen" zu Weihnachtsbüchern, so bis etwa Mitte Januar. Insofern waren sowohl "Pemberley" als auch "Tom Jones" auf Grund meiner langjährigen Leseerfahrungen optimal geplant. Doch nach anfänglichen Schwierigkeiten hat mich Tolstoi dermaßen nach Russland gezogen, daß da etwas anderes schlicht keine Chance hatte bzw. hat. ("Pemberley" hatte durch die Rückkehr an bekannte Orte und zu bekannten Figuren quasi einen Heimvorteil.) Ich stecke - völlig ungewöhnlich für mich und diese Jahreszeit - mitten in einem der großen Romane Dostojewskis, und ich bin selbst gespannt, was danach kommt.


    "Tom Jones" will ich auf jeden Fall noch innerhalb des ersten halben Jahres 2018 lesen, solange die Erinnerung an das bisher Gelesene noch vorhanden ist. Denn sprachlich gefällt mir das sehr gut. Aber auch das half jetzt nichts - falsches Buch zur falschen Zeit.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • ("Pemberley" hatte durch die Rückkehr an bekannte Orte und zu bekannten Figuren quasi einen Heimvorteil.)

    Glück für mich. ;)

    "Tom Jones" will ich auf jeden Fall noch innerhalb des ersten halben Jahres 2018 lesen, solange die Erinnerung an das bisher Gelesene noch vorhanden ist. Denn sprachlich gefällt mir das sehr gut. Aber auch das half jetzt nichts - falsches Buch zur falschen Zeit.

    Oh, da freue ich mich. Ich bin gespannt auf Deine Kommentare. So denke ich zum Beispiel an einen Beitrag deinerseits hinsichtlich der möglichen Kinderschar von Mr. Collins. Du warst erstaunt, dass überhaupt Kinder geboren wurden, da man ja nicht "darüber" sprach. Bei Tom Jones wird nicht nur "darüber" gesprochen! :yikes:chen


    Mich wundert nicht mehr, dass das Buch seinerzeit viele Zeitgenossen schockierte. Obwohl nach heutigen Maßstäben Fielding fantasievolle Umschreibungen wählte. :grin