'Imperium' - Seiten 181 - Ende

  • Wie dir scheint es den meisten Teilnehmern der LR zu ergehen, aber diesen Eindruck kann ich überhaupt nicht teilen. Die eigentliche Geschichte ist auserzählt, nachdem Lützow verunfallt und der Mordanschlag auf Engelhardt gescheitert ist. Hätte Kracht alles weitere noch ausgewalzt, wäre es zwangsläufig langweilig geworden. Um dies zu vermeiden, den Leser aber nicht abrupt im Regen stehen zu lassen, hat er in einem zügigen Abriss geschildert, was aus den Protagonisten wurde - nur hat er darauf verzichtet, diesen Abschnitt mit "Epilog" zu übertiteln. Was an seiner Funktion nichts ändert. Dieses "Abschlachten" vollzieht sich durchaus über einen längeren Zeitraum, wird nur naturgemäß (im Sinne eines Epilogs") komprimiert. Für mich stehen auch hier wieder die einzelnen Figuren für das Große und Ganze, das Imperium, weshalb sie so und nicht anders enden müssen.

    Vielleicht ist das tatsächlich der Grund, warum ich mit diesem letzten Teil des Buches so schwer getan habe bzw. es so wie Clare empfunden habe.
    Ich hatte tatsächlich eine andere Erwartung an dieses letzte Viertel. Wobei ich rückblickend jetzt auch gar nicht mehr sagen kann, was es für mich gebraucht hätte, um die Geschichte zu einem "runderen Ende" zu führen. Jedenfalls passt für mich die Überschrift "Epilog" zu diesem Teil sehr gut. Und in mehr als guter Erinnerung an dieses Buch, werde ich Krachts Sprache und den Stil behalten, die mich wirklich begeistert hat. Ich habe das Buch gerade deswegen sehr gerne mit euch zusammen gelesen.

    Hat jemand von euch eigentlich eine Empfehlung, was man sonst noch von ihm lesen könnte?

  • Ich habe von Kracht außer Imperium nur "Der gelbe Bleistift" gelesen, wobei es sich um eine Sammlung von Reiseerzählungen handelt. Auch dieses Büchlein besticht durch sehr guten Stil, war mir allerdings inhaltlich in großen Teilen so derartig zuwider, dass ich mich jetzt noch darüber ärgere. Das mag wohl an meinen eigenen, denen Krachts ziemlich entgegengesetzen Vorstellungen vom Reisen liegen.


    Vielleicht hat Herr Palomar einen anderen Tipp? :gruebel

  • Mich hatte das Buch überwiegend gelangweilt, die Hauptfigur ist vom Ton her kühl, innerlich aber äußerst gesellschaftskritisch eingestellt.

    Faserland wurde früher immer als Meisterwerk der Popliteratur gehandelt und der Autor mit Bret Easton Ellis verglichen. Das finde ich insgesamt gesehen für übertrieben.