Biografisches - Bücher über "Challenges" und Selbstexperimente / Selbstversuche

  • Ich lese sehr gern Bücher über Selbstexperimente oder Neudeutsch "Challenges" - jemand nimmt sich vor, für eine bestimmte Zeit ein bestimmtes Verhalten auszuprobieren und schreibt nachher ein Buch darüber.


    Diese Bücher hier habe ich gelesen (und kann ich empfehlen):


    Hab ich selbst gemacht von Susanne Klingler (Amazon-Link)

    Die Autorin hat ein Jahr lang möglichst viele Dinge des täglichen Bedarfs selbst gemacht: Brot gebacken, Kleider genäht, Gemüse angebaut...


    Ich kauf nix von Nunu Kaller (Amazon-Link)

    Die Österreicherin kauft 1 Jahr lang keine Dinge des täglichen Bedarfs.


    Alles Öko von Colin Beavan (Amazon-Link)

    Der New Yorker versucht ein Jahr lang, seinen Co2 Fußabdruck zu minimieren


    Anständig Leben von Sarah Schill (Amazon-Link)

    Die Autorin versucht - aehm, ich glaube auch 1 Jahr lang- möglichst nachhaltig und "ökologisch korrekt" zu leben.


    Habt Ihr vielleicht noch mehr Tipps für solche Bücher?

    Vorzugsweise Autoren aus dem deutschsprachigen Raum, denn die Bedingungen im englischsprachigen Ausland können ja schon ganz schön anders sein...

  • Saskia Jungnikl setzt sich mit dem Tod auseinander


    Von einer, die auszog, vom Sterben das Leben zu lernen

    Wie viele von uns hat Saskia Jungnikl Angst vor dem Tod. Vor allem, seit ihr Vater gestorben ist. Doch anstatt sich weiter zu fürchten, sucht sie den Tod auf: im Leichenschauhaus, bei Bestattern, in einem Hospiz. Sie begibt sich auf Spurensuche, lernt, wie Religionen mit dem Tod und der Frage, was danach kommt, umgehen. Sie findet heraus, was Philosophen über das Sterben denken, und spricht auf ihrem Weg mit den unterschiedlichsten Menschen – vom Rechtsmediziner bis zum evangelischen Bischof –, um mehr über den Tod zu erfahren. Und erfährt doch immer mehr über das Leben.


  • Katharina Finke lebt nur aus dem Koffer.


    Als Katharina Finke nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund ihren Mietvertrag kündigt, entschließt sie sich, alles loszulassen, was sie bindet. Sie verschenkt und verkauft beinahe ihren ganzen Besitz und macht das Reisen zu ihrem Alltag. Als moderne Nomadin arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf Ausklappsesseln und in Luxusappartements. Sie lernt, ihren Impulsen zu trauen und ihre Ängste zu erforschen; schätzt die Erfahrungen, die sie unterwegs sammelt, und das intensivere Lebensgefühl, das sie durch die Befreiung von materiellen Dingen verspürt. Sie erlebt, wie radikale Freiheit überglücklich und zutiefst einsam macht. Dies ist ein Buch darüber, was es heißt loszulassen. Und woran es sich lohnt festzuhalten.


  • Pia und Paul finden alles über Sex heraus - challenging


    Dieses Buch muss niemandem peinlich sein! Ängste und Sorgen, verwirrende Gefühle, körperliche Veränderungen, einfach unglaublich viel Neues und Unbekanntes - all das bringt die Pubertät mit sich. Und meist möchte man all diese Dinge nicht unbedingt mit einem Erwachsenen teilen. Umso hilfreicher ist es, wenn man alle wichtigen Infos in einem Buch findet, locker und frech und vor allem verständlich und verständnisvoll. Genau das bietet dieses Aufklärungsbuch: Schnoddrig frech, offen und neugierig lavieren die beiden Teenager Pia und Paul sich gemeinsam mit ihren Lesern durch den Wahnsinn, der sich Pubertät nennt. Mitten aus dem Leben, nehmen sie kein Blatt vor den Mund, wenn es um die erste Periode, den ersten Samenerguss, Pickel oder Verliebtsein geht. Antworten auf ihre Fragen finden die Leser in einfach verständlichen und sachlich fundierten Erklärtexten. Niemals peinlich, immer dicht am Alltag der Kinder und mit viel Witz und Charme finden junge Leser hier alles über ihren Körper, die Liebe, Gefühle, Sex und sonstige Herausforderungen in dieser aufregenden Zeit. Poppig und frech illustriert, nimmt man dieses Buch jederzeit gerne zur Hand – ganz ohne sich zu schämen.

  • Anständig Essen von Karen Duve


    Die Autorin hat ein Jahr lang "alternative" Essenskonzepte ausprobiert, bis hin zu einer Ernährungsform, bei der sie nur noch Gemüse/Obst gegessen hat, das die Pflanze nicht zerstört. Sehr schön geschrieben, so dass man es gut lesen kann. Ich habe es vor Jahren gelesen, mir hat es gut gefallen.


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    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Jetzt sind mir noch zwei eingefallen (solche Bücher lese ich nämlich auch sehr gern, deswegen habe ich da immer ein Auge drauf :grin - danke für deine Tipps!):


    Zum einen wurde hier kürzlich wieder erwähnt (ich kenns leider selber nicht, aber es klingt auf alle Fälle gut und müsste genau in dein Suchschema fallen):


    Hausbesuche: Wie ich mit 200 Kuchen meine Nachbarschaft eroberte von Stephanie Quitterer


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    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Und dann noch:


    Heike Faller - Wie ich versuchte, reich zu werden


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    Das liegt leider noch auf meinen SUB, deswegen kann ich noch nicht viel mehr dazu sagen. Aber die Autorin setzt sich das Ziel, binnen eines Jahres ihr Geld zu verdoppeln und begibt sich in das Haifischbecken Geldanlage.


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    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Und jetzt ist mir noch eins eingefallen, zwar keine "Challenge", aber ein ganz toller Erfahrungsbericht.


    Meike Winnemuth - Das große Los


    Frau Winnemuth hat bei Wer wird Millionär eine halbe Million gewonnen, mit der sie nun um die Welt reist. Zwölf Städte in zwölf Monaten und dabei möglichst "richtig" ins echte Leben der fremden Kultur eintauchen. Ist eins meiner Highlights, weil es einmal ein ganz anderer Reise-Erfahrungsbericht ist. Es geht darin nicht um irgendwelche Fakten oder Sehenswürdgikeiten, sondern wie die Autorin die fremde Stadt wahrnimmt und sie sich auf der Reise verändert - von daher auf alle Fälle eine besondere Art "Selbstexperiment".


    Eulenlink


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    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Von Alexandra Reinwarth gibt es eine ganze Reihe von Selbstversuchen:

    Das Glücksprojekt

    Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden

    Das "Sinn des Lebens"-Projekt -

    Wie ich auszog, um die großen Fragen des Lebens zu beantworten

    Das Fitnessprojekt -

    Wie ich (fast) jeden Scheiß ausprobierte, um in Form zu kommen

    Das Sexprojekt -

    Wie ich (mich) auszog, die beste Liebhaberin der Welt zu werden


    Auch der Amerikaner A. J. Jacobs ist in Bezug auf Challenges sehr kreativ:

    Saufit: Von einem, der auszog, nie wieder krank zu werden

    Britannica & ich: Von einem, der auszog, der klügste Mensch der Welt zu werden

    Die Bibel & ich: Von einem, der auszog, das Buch der Bücher wörtlich zu nehmen

    Mensch, bist du dick geworden!: Wie ich einmal immer die Wahrheit sagte und andere Selbstversuche


    Noch eines von Ildiko von Kürthy:

    Neuland: Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand


    Und Susan Hill betreibt ein Jahr lang SUB-Abbau (das Buch gibt es nur in Englisch):

    Howards End Is on the Landing: A Year of Reading from Home

  • Super, vielen Dank! Von Frau Reinwarth hab ich das Fitness- und das Glücksprojekt gelesen, Frau Winnemuth als Hörbuch gehört und Frau Duve auch. Aber das Spekulanten-Buch hört sich interessant an. Das "Hausbesuch"-Buch hatte ich schon mal aus der Bücherei, aber als gedrucktes Buch, und das lese ich nun mal einfach nicht mehr - ich habe es ungelesen zurückgebracht und gucke jetzt mal, ob ich es bei der Onleihe ergattere!


    Vielen Dank für Eure vielen Tipps!

  • Passt nicht so ganz zum Thema "Selbstexperiment", ist eher biografisch - aber Ich MUSS Euch unbedingt ein (Hör-)Buch empfehlen, und zwar

    "Farbenblind" von Trevor Noah (Amazon-Link) >>


    Klappentext:

    Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Zu einer Zeit, da das südafrikanische Apartheidsregime „gemischtrassige“ Beziehungen weiterhin unter Strafe stellte. Als Kind, das es nicht geben durfte, erlebte er Armut und systematischen Rassismus, aber auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern, die einfallsreich versuchten, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. In "Farbenblind" erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt: warum ihn seine Mutter aus einem fahrenden Minibus warf, um Gottes Willen zu erfüllen, welche Musik er für einen tanzenden Hitler aufzulegen pflegte, um sein erstes Geld zu verdienen, und wie ihn eine Überwachungskamera, die nicht einmal zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden konnte, vor dem Gefängnis bewahrte.


    Ich höre das Ganze als englisches Hörbuch (Amazon-Link) >> , gelesen vom Autor selbst. Das macht der richtig gut - ok, ist halt auch ein Medienmensch. Ich kenne Trevor Noah als Moderator nicht, aber ich habe in dem Buch soviel über die Lebenswirklichkeit im Südafrika der 80ger und 90ger Jahre gelernt wie noch nie. Und über Rassismus. Und über starke Mütter. Das Buch ist echt mein Jahreshighlight bisher!