Schreibwettbewerb April - Juni 2018 - Kommentare

  • Dann will ich mal ein bisschen zur „Auflösung“ des Sonetts beitragen 🙂


    Das Eulentreffen im April hatte mich motiviert, nach längerer Abwesenheit mal wieder in die Rubrik des Schreibwettbewerbs hineinzuschauen. Ende Mai kam dann die spontane Idee, mal wieder mitzumachen. Da ich ein ziemlich fauler Mensch bin, entschied ich mich für die Form des Sonetts, die ich in früheren Jahren ziemlich oft verwendet hatte.


    Ziemlich schnell kam die Idee, das Thema einfach mal wegzulassen. Genauer gesagt: Das letzte Wort des Sonetts wegzulassen, das dann jeder, der sich mit Reimen auskennt, sofort identifizieren sollte.


    Jetzt fehlte noch der Anfang des Sonetts. Also alles bis auf das letzte Wort.

    So entstand das Konzept, das Dichten selbst, die Lyrik zu thematisieren und mit einer Quasi - Niveau - Diskussion einen provokanten, aber durch und durch ironisch gemeinten Akzent zu setzen.


    Diese Ironie ist den meisten Leserinnen verborgen geblieben. Natürlich war auch der Verweis auf die Büttenreden ein Wink mit dem Zaunpfahl. Zumindest für solche Eulen, die schon mal bei einem Eulentreffen waren oder von einem gehört haben. Ohne Ironieverdacht kann es natürlich dazu kommen, den Verfasser für total arrogant und hochnäsig zu halten. Was durchaus auch eine zutreffende Annahme sein kann.


    Richtig ist, dass mich immer wieder stört, wenn Texte nach dem Sympathiegehalt der Protagonisten bewertet werden. Wenn also jemand prinzipiell Teddybären- und Kleinkindertexte mit Punkten versieht, während Triebtäter und zynische Nachbarn natürlich leer ausgehen, vor allem, wenn Triebtäter und Zyniker auch noch die Erzähler des Textes sind, dann erwacht in mir der Provokateur.


    Soweit fürs Erste ... 😉

  • churchill Das Bedürfnis nach Provokation kenne ich. Das erwacht bei mir des öfteren auf Facebook, wenn sich die Mimimi Fraktion wegen irgendwelcher Haustiere ereifert, während sie genüsslich ihr Discounterfleisch und die Knasthuhneier verzehren ... Oder wenn ich finde, jemand ist selbst schuld. Da kann ich schon mal sarkastisch werden. Kommt bei den Zartbesaiteten dann furchtbar empathielos an.

    Ironie ist - wenn man sich weder kennt noch gegenübersteht - mitunter schwer zu erkennen. Dein Profilbild lässt es aber erahnen ;-)


    Ich finde es auf jeden Fall gut, dass die Beiträge anonym sind. Damit sind reine Sympathiepunkte außen vor. Und nur ein interessantes Thema reicht mir auch nicht, es muss auch gut geschrieben sein. Ich bin ja ganz stolz auf die zwei Punkte von dir, trotz Kleinkindgeschichte :anbet

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Richtig ist, dass mich immer wieder stört, wenn Texte nach dem Sympathiegehalt der Protagonisten bewertet werden. Wenn also jemand prinzipiell Teddybären- und Kleinkindertexte mit Punkten versieht, während Triebtäter und zynische Nachbarn natürlich leer ausgehen, vor allem, wenn Triebtäter und Zyniker auch noch die Erzähler des Textes sind, dann erwacht in mir der Provokateur.

    Es ist keine schlechte Idee, sich selbst mal zu hinterfragen, nach welchen Kriterien man Punkte vergibt. Vor allem den unbewussten Teil.

  • @churchill


    Danke für deine Erklärung. Ich bewundere deine Gedichte sehr, habe dafür leider überhaupt kein Talent. Wohl auch der Grund, warum ich erst einen Wink mit einem ganzen Gartenzaun brauchte, um auch dahinter zu kommen.

    Die Sache mit den Büttenreden kann man als Uneingeweihter natürlich nicht verstehen.

    Die Bewertung nach dem Sympathiegehalt der Protagonisten ist mir auch schon aufgefallen. Leider waren keine Triebtäter und zynische Nachbarn dabei, deshalb hat diesmal der Teddybär von mir Punkte bekommen, mir gefiel die Pointe und im Mittelteil gab es einen kurzen Moment, da hätte mich ein Triebtäter nicht überrascht.

    Für den nächsten Wettbewerb werde ich mir für meine Punktvergabe jedenfalls mehr Zeit lassen.

    Hoffentlich gibt es auch wieder einen Beitrag von dir - und anderen alten Hasen.

    Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Zyniker.


    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)