'Und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende' - Teil 4

  • Der letzte Abschnitt war nett, aber leider nicht überragend.

    Letzten Endes hat sich alles zum Guten gewendet. Zumindest solang Frau Smit am Leben bleibt.


    Julia hat jetzt die Rolle eingenommen, die vorher durch Frau Smit ausgefüllt wurde.

    Ihr Leben hat jetzt sicherlich mehr Sinn bekommen, als es vorher als betrogene Ehefrau hatte. Das hätte sie sich wohl früher auch nicht vorstellen können. Von daher war das Ganze für Julia mehr als positiv.

    Und auch Veronique geht es jetzt endlich besser. Julia nimmt für sie eine Mutterolle ein.


    Vor der Rezi denke ich noch ein wenig über alles nach

  • Ich muss auch sagen, mich hat das ganze etwas enttäuscht. Julia ist für mich recht flach geblieben. Die anderen Bewohner haben sie ausgesucht, ihr in kleinen Häppchen was erzählt und am Ende hat sie das getan, was sie von ihr wollten. Davor ist sie wohl auf ähnliche Weise von ihrem Mann behandelt worden, der ihr mit wohlgesetzten Worten die Welt erklärt hat.


    Die Lösung, die am Ende gefunden wurde war ja für alle Beteiligten eigentlich optimal. Alle sind versorgt, solange Frau Smit lebt. Und selbst Berend scheint sich dann ja mit der Situation so eingerichtet zu haben.

    Wobei ich auch das ein wenig seltsam fand, er wusste ja eigentlich nichts von den vielen Mitbewohnern seiner Tante.


    Nun gut, das Buch lies sich flott lesen, ich hab es gestern abend dann in einem Schwung beendet. Aber wirklich begeistert hat es mich nicht.

  • Was ich im übrigen überhaupt nicht verstanden habe ist, warum Julia bei einer Scheidung nichts von Stan bekommt? Sie haben ja wohl keinen Ehevertrag und sie hat deutlich weniger verdient als er. Bei uns würde das doch anders aussehen?

    ich hab das mal gegoogelt und dabei das hier gefunden:

    Zitat
    Was ist Partner-Unterhalt?

    Partner-Unterhalt ist die finanzielle Unterstützung des ehelichen Ex-Partners, falls der eheliche Ex-Partner über kein eigenes Einkommen verfügt und eine Arbeitsaufnahme von ihm/ihr nicht verlangt werden kann. Des Weiteren besteht eine Zahlungspflicht, falls der Unterschied zwischen dem Einkommen während der Beziehung und dem Einkommen nach der Beziehung zu groß ist, um auch nur ansatzweise einen vergleichbaren Lebensstandard fortzuführen.

    Partner-Unterhalt spielt nach einer Scheidung oder Zivilen-Partnerschaft (geregistreerd partnerschap) eine Rolle. Es besteht keine Partner-Unterhaltspflicht, falls Sie lediglich zusammen gewohnt haben.

    Danach müsste Stan Julia doch Unterhalt zahlen......

  • Ich habe es jetzt auch durch und bin etwas enttäuscht - ich hatte mehr erwartet. Entweder mehr Humor oder mehr Tiefgang. Irgendwie wird alles nur angeschnitten, dafür ist es (mir) viel zu überfrachtet.


    Das Jugendamt wird als unfähig dargestellt. Ich habe zwei Freundinnen, die in dem Bereich arbeiten. Bei uns sind die zwar auch überarbeitet, aber es würde ziemlich sicher mehr passieren. Dass Julia sich um Veronique kümmert, ist zwar nett, aber mir kommt das eher wie ein Märchen vor. Schon dieser halbe Ohnmachtsanfall nach der Aktion mit den zerschnittenen Füßen - Mütter sollten härter im nehmen sein. Generell macht Julia keinen sonderlich lebenstauglichen und organisierten Eindruck.


    Hier in Deutschland gilt ja ohne Ehevertrag die Zugewinngemeinschaft. Also das Vermögen, welches nach der Heirat erwirtschaftet wurde, gehört beiden (Erbe zählt nicht dazu). In den Niederlanden galt vor 2018 sogar die Gütergemeinschaft (hab gegoogelt), also gehört das halbe Haus ihr! Deshalb finde ich die Situation komplett unrealistisch, und sowas nervt mich. Überhaupt ist diese Trennung nach langjähriger Ehe aus meiner Sicht arg abrupt. Ein kurzes Gespräch und das war's?


    Von mir eher keine Leseempfehlung. Oberflächlich betrachtet ein nettes Wohlfühlbuch, aber kritisch darf man es dann nicht betrachten.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Letztendlich kann ich euch leider nur zustimmen: zu viel gewollt auf zu wenig Raum.

    Der Begriff Märchen ging mir dann auch zum Ende hin im Kopf herum und so habe ich es denn halt auch als solches angenommen.

    Schade, auch ich hatte mir hier mehr vom Klappentext erwartet. Nett ist nicht gleich gut...

    Wir hatten das Thema ja schon, aber ich möchte nochmal erwähnen, dass ich den Preis nicht für gerechtfertigt halten würde, wenn ich das Buch hätte kaufen müssen.

  • Ja, das Ende war mir auch etwas zu viel "Happy End".

    Schade eigentlich.

    Denn von der Idee und vom Schreibstil her hat mich das Buch wirklich angesprochen.

    Wobei die Vorstellung, dass eine Handvoll Menschen, die eigentlich im "normalen Leben" nicht zurecht kommen, ein gemeinsames Leben schaffen, mir schon gefällt.

    Mit der finanziellen Lösung ( Julias Malkunst ) haben sie natürlich auch Glück, denn das Ganze steht und fällt auch damit, ob man ausreichend Geld zur Verfügung hat um dieses Leben zu führen.

    Ein bisschen Märchen/Heile Welt ist schon dabei.

    Insgesamt habe ich das Buch aber schon gerne gelesen.

  • " Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende"....trifft hier gut zu. Es ist wirklich alles sehr gut. Happyend und so...

    Ich mag das persönlich, obwohl hier kein Realitätsbezug mehr hergestellt werden kann.


    Das bei all den verschiedenen Schicksalschlägen, die diese ungewöhnliche WG-Bewohner wiederspiegelt, dann alles endlich irgenwie besser ist, ist eine schöne Vorstellung. Hier geht es ja um Fikiton und das "gute" Ende.

    Die Vorstellung ist schön und toll, dass Julia hier irgendwie eine Art Familie gefunden hat, aber bis sie wirklich im Leben steht ist es noch ein weiter Weg.

    Für mich hat Sie ihren Mann gegen die WG getauscht, denn wirklich eine eigene Meinung hat sie für mich immer noch nicht. Denke hier wäre mehr potenzial gewesen für Julia's Charakterentwicklung.


    Einen Kritikpunkte habe ich auch, der aber bereits hier diskutiert wurde.

    Interessant das eine Ehe so schnell geschieden werden kann, und gut das ein Ehepartner praktisch "mittellos" zurück bleiben kann. Finde ich schade für die Geschichte, da es hier einfach gewesen wäre es realitätsnäher zu gestalten.

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers