Mini-Leserunde Heavy Time und Hellburner von C. J. Cherryh - und noch ein paar mehr

  • Bei unserem Projekt dieses Jahr einige Cherryhs zu lesen wollen wir diese Woche mit dem Start im Alliance Universum beginnen. Heay Time und Hellburner gehören ja zusammen,die lesen wir direkt am Stück. Weitere Mitleser sind natürlich auch herzlich willkommen :)


    Ich starte jetzt noch mit den ersten Seiten, aber viel wird es nicht mehr heute.

  • Zum Inhalt der Geschichte sage ich jetzt mal nichts, da lasse ich Dir baro den Vortritt.

    Aber in der Einleitung habe ich was interessantes gefunden, nämlich den Satz: "Earth found it out when a faster-than-light starship arrived in its port."

    p. VIII


    Uh, da klingelt es, denn das war u.a. die Geschichte in "Alliance Rising" . Ein wenig verwirrend finde ich hier nur den Zeitablauf, denn in AR erfahren wir, dass die Forscher von Union, Cyteen, den FTL-Antrieb entdeckt und mit allen geteilt haben. Hier klingt es aber noch so, als wäre Union später gegründet worden. Aber gut, so klar kommt das hier nicht heraus und so ist das nun mal bei wild wachsenden Serien. Es passt aber schon noch zusammen. Irgendwie. ^^


    Also haben wir hier, in "Heavy Time" nun die Grundlage, dass es bereits FTL gibt, und alle es besitzen. Wir haben Earth, Union und jede Menge unabhängiger Stationen, weder Earth noch Union, und Schiffe, die gerne unabhängig bleiben würden, aber auch ein paar, die noch Earth die Loyalität bewahrt haben.

    Und Earth Company betreibt u.a. das Minengeschäft, in dem Ben und Bird tätig sind.


    PS: Ah, ich habe ihr Unrecht getan, tatsächlich wird etwas später erwähnt, dass ein Forscher auf Cyteen den FTL-Antrieb erfunden hat.

  • Also der Anfang war schon ziemlich sperrig gestern, da habe ich nur das erste Kapitel geschafft. Du wurde ich ja richtig in die Handlung geschmissen. Die Orientierung im Universum fiel mir da nicht leicht.


    In Kapitel 2 bin ich dann jetzt besser reingekommen. Ben, Bird und Paul Dekker werden jetzt zu Charakteren, zu greifbaren Figuren und den Angelpunkt der Story. Das ist ja auch Cherryhs Stärke, was ich bisher mitbekommen habe.


    Den Satz in der Einleitung, den du genannt hast, habe ich gar nicht mitbekommt, bei mir startet es aber auch direkt mit Kapitel 1. Da haben wir wohl unterschiedliche Ausgaben. Aber selbst wenn ich es hätte wäre es mir nicht aufgefallen, so firm bin ich im Alliance Universum noch nicht. Aber das wird ja dieses Jahr :)

  • Und es wird mir eine Ehre sein, Dich dabei zu begleiten. ;)

    Das ist dann bei mir wahrscheinlich eine Einleitung, die sie extra geschrieben hat für meine Doppelbandausgabe, "Devil to the belt". Schade, ist ganz praktisch, aber die Grundgeschichte kriegt man so auch mit.

    Ich sehe definitiv ihre Charaktere als ihre größte Stärke und die halten mich bei ihr immer bei der Stange, wenn es mal ein bisschen anstrengender ist. Und, ja, hier wird man gleich reingeschmissen, lernt aber zumindest Bird und Ben relativ schnell kennen. Schön herausgearbeitet finde ich bei den beiden auch, wie sehr man Produkt seiner Kultur ist, denn Bird, auf der Erde geboren, hat komplett andere Werte und Moralvorstellungen als Ben, ein Belter. Dekker, naja, der Ärmste weiß ja selber kaum, wer er ist!

  • Zumindest gibt es ein erstes Bild von den beiden, aber da ich gespannt wie sich das im Laufe des Buchs noch verändert. Bird als der altgediente, erfahrene und Ben als der im Belt geborene, der die Erde nicht kennt, aber hohe Bildung erfahren hat aber dann seinen eigenen Weg zusammen mit Bird geht und nicht den sicheren Weg über die Company. Die Spannungen zwischen den beiden kommen ja auch von Anfang an durch, aber insbesondere jetzt in der Extremsituation mit 3 so unterschiedlichen Charakteren auf engstem Raum.


    Dekker kann einem wirklich leid tun. Der ist ja total traumatisiert. Aber genauso leid können einem Ben und Bird auch sein, so eingepfercht. Und Ben kann mit der Situation ja gar nicht umgehen, den finde ich von den dreien am interessantesten, wenn auch am unsympathischsten.

  • Ja, das klingt wie eine ziemliche Alptraumsituation, weil ja erwähnt wird, dass es schon zu zweit eine Herausforderung ist, es so lange auf so engem Raum miteinander auszuhalten und wenn dann jemand wie Dekker dazu kommt, der offenbar schwerstens traumatisiert ist und dazu kommt die Tatsache, dass die beiden ja nicht wissen können, ob er nun gefährlich ist oder nicht.

  • Das erste Drittel habe ich nun geschafft. Es ist definitiv wesentlich sperriger als Merchanter's Luck, das hattest du ja angekündigt. Es gefällt mir mit auch ganz gut, aber ich bin doch froh das es nicht mein erster Cherryh ist. Es wird sehr viel vorausgesetzt bzw erst im Laufe der Handlung erläutert, was mir das Ankommen in der Welt doch sehr erschwert. Da helfen die zwischendurch erklärenden Passagen von Bird dann sehr viel weiter. Zudem sind die sehr dialoglastigen Szenen teilweise schwer nachvollziehbar für mich. Die Charaktere handeln halt für sich genommen und erklären wenig. Für die ist es klar, die leben da ja auch. Aber ich als Leser bin ja Besucher. :gruebel

  • PS: Ah, ich habe ihr Unrecht getan, tatsächlich wird etwas später erwähnt, dass ein Forscher auf Cyteen den FTL-Antrieb erfunden hat.

    Etwas später. Aus ca. Seite 90 von 330^^ da das vor ein paar Tagen war vermute ich, du bist so gut wie durch? Ich habe die Stelle jedenfalls vorhin gehabt, und der ganze Teil um die Historie von Earth, Company und dem Belt hätte nach meinem Geschmack etwas früher kommen dürfen. Das war zwar irgendwo schon bewusst, aber naja. Ist viel auf einmal.

  • Etwas später. Aus ca. Seite 90 von 330^^ da das vor ein paar Tagen war vermute ich, du bist so gut wie durch? Ich habe die Stelle jedenfalls vorhin gehabt, und der ganze Teil um die Historie von Earth, Company und dem Belt hätte nach meinem Geschmack etwas früher kommen dürfen. Das war zwar irgendwo schon bewusst, aber naja. Ist viel auf einmal.

    Vielleicht hat sie deshalb bei meiner Ausgabe die kurze Einleitung angefügt. Entschuldige, das hilft Dir nun nicht viel! ;)

    Aber falls es Dir ein Trost ist, ich lese das Ding nun zum dritten Mal und mir ist auch bei weitem nicht alles klar. Und, ja, dass ich relativ schnell unterwegs bin, hilft natürlich nicht, aber meine Ausrede ist, ich mag "Heavy Time" trotz allem sehr gern, aber ich liebe "Hellburner", also habe ich es ein bisschen eilig, dorthin zu kommen. :saint:

    Ich bin aber noch nicht durch.


    Es ist vielleicht auch sperriger, weil es von den Perspektiven relativ eingeschränkt ist, Bird, Ben, Meg, Sal und Dekker und zwischendurch mal selten andere. Und, ja, das ist mir diesmal auch stark aufgefallen, die verbringen wirklich eine Menge Zeit damit, sich zu unterhalten. Was ja grundsätzlich kein Fehler ist, aber, wie Du das so schön gesagt hast, die wissen ja, wovon sie reden!


    Was mir diesmal aufgefallen ist, was ich zuletzt wahrscheinlich überlesen habe, ich fand das auch sehr interessant, kurz nach ihrer Rückkehr auf die Basis, wie erklärt wird, was das mit dem Körper macht, monatelang in Null G zu leben und sich dann wieder auf die "heavy time" umstellen müssen und dass es auf Dauer seinen Tribut verlangt und auch ein junger, sehr fitter Mann wie Ben damit seine Probleme hat.

  • Das mit der körperlichen Belastung wurde ja einfach so eingeschoben, aber immer wieder in Nebensätzen thematisiert. Für mich ist das ein großes Thema vom Buch, die Absicherung des Alters. Auch Birds und Corys Versicherungen werden ja thematisiert.


    Ich bin jetzt an der Stelle, dass Ben und Bird Dekkers Schiff bekommen haben. Herausstechend sind für mich folgende Punkte bisher:

    - das schon 2 Monate vergangen sind, das hatte ich aus dem Handlungsverlauf nicht entnommen. Das kam mir wesentlich kürzer vor.

    - die Skrupel von Bird, die Gesetze auszunutzen um an das Schiff zu kommen sind wesentlich geringer geworden. Damit hat er jetzt kein Problem mehr, nur als Ben an Dekkers Konto möchte. Aber selbst da ist er ja auch froh, daß sie die eigenen Ausgaben einschränken können. Das lässt sich aber vermutlich auch mit der 2monatigen Zeit erklären, wo er kein Geld verdienen kann.

    - Recht und was moralisch aus unseren Augen, und damit Birds Augen, richtig ist, sind hier ja zwei total unterschiedliche Dinge. Das hat Bird ja am Anfang bereits gesagt, und es wird immer deutlicher.

    - Dekker wird als Bauernopfer benutzt, ein Interesse was wirklich vorgefallen ist scheint ja niemand zu haben. Aber da wird sich sicherlich noch viel drum drehen.

    - es kocht ja jeder sein eigenes Süppchen, vor allem auch Meg und Sal. Das ganze hat schon was von einem Agententhriller der zur Zeit des kalten Krieges spielt.


    Wo ich jetzt fast die Hälfte habe, bin ich richtig angekommen und es gefällt mir immer besser. Auch wenn ich da manchmal sitze und einen Dialog trotz doppeltem Lesen nicht ganz nachvollziehen kann.

  • Geht mir aber genauso! Und ich habe zwischendurch gemerkt, dass ich nicht wirklich mitbekommen habe, was für eine illegale Karte Ben da eigentlich mitgenommen hat. Sternenkarten, die er nicht vom Schiff hätte entfernen dürfen, aber welche, seine oder die vom Schiff von Dekker?


    Es ist zwar zynisch, aber es scheint klar, wenn sie sich Dekkers Schiff nicht geholt hätten, hätte es die Company einkassiert, Dekker hätte es nicht zurückbekommen. Und rein rechtlich war es ja Bergungsgut, ist natürlich die Frage, wie moralisch das ist. Und es wird ja auch erwähnt, dass die Company den Anspruchsprozess so schwierig macht - auch körperlich, weil die Büros in den schwereren Etagen sind - dass Anspruchsteller abgeschreckt sind. Aber da haben sie nicht mit jemandem wie Ben gerechnet, sehr zielbewusst (und in der Tat mit dem Hinblick auf eine sichere Zukunft für ihn, Bird und eventuell Meg und Sal, weil sie zuletzt Verluste hatten), clever und mit den nötigen Kontakten.

    Aber, ja, Dekker nun auch sein Geld zu klauen, ob nun rechtlich oder nicht, das geht Bird dann doch zu weit. Er fühlt sich ja trotzdem nicht wirklich wohl bei der ganzen Geschichte und Ben, eben komplett anders gestrickt, versteht es nicht. Aber da sieht man auch, finde ich, dass Ben nicht ganz so egozentrisch ist, wie er wirkt, denn die Partnerschaft mit Bird ist ihm wichtig und es macht ihn nervös, wenn er merkt, dass Bird nicht gut auf ihn zu sprechen ist.


    Dekker, scheint mir, hat das zweifelhafte "Glück", dass ihn die Company nicht vor Gericht sehen will, was wiederum Corys Mutter will, die Rache für ihre Tochter will. Und wer nun wirklich dafür verantwortlich ist ... Wir wissen auf jeden Fall, dass jemand ein sehr faules Spiel mit Dekker und Cory gespielt hat, denn diesen 'driver (großes Minenschiff?), den nun alle leugnen, haben Ben und Bird ja auch gesehen.


    Was ich auch interessant gefunden habe, bei diesen Betrachtungen, ob man einen Prozess für Dekker riskieren kann, ist dass er ein Gesicht hat, das die Öffentlichkeit ansprechen würde, weil er jung und offenbar ein hübscher Bursche ist. Was wiederum Ben irritiert.


    Und, ja, Meg und Sal machen das ganze noch komplizierter. Die beiden haben ja auch eine interessante Partnerschaft, wobei Meg zwar auch älter und erfahrener ist, aber sehr viel weniger solide wirkt als Bird.

  • Die Karte müsste von Bird sein, die er in seinen 30 Jahren zusammengestellt hat. Er wollte sie ja wie immer im Schiff verstecken, womit er gute Erfahrungen gemacht hat. Deswegen war Bird ja sauer auf Ben. Hinterher ist er aber wohl froh das Ben das gemacht hat, den die Schiffe waren ja ewig im Zoll.

  • Die Karte müsste von Bird sein, die er in seinen 30 Jahren zusammengestellt hat. Er wollte sie ja wie immer im Schiff verstecken, womit er gute Erfahrungen gemacht hat. Deswegen war Bird ja sauer auf Ben. Hinterher ist er aber wohl froh das Ben das gemacht hat, den die Schiffe waren ja ewig im Zoll.

    Oh super, danke, das muss ich komplett überlesen haben!

  • Ich glaube, das hängt zusammen mit Sals Hintergrund als Sheperd, die, wenn ich das nicht komplett falsch verstanden habe, sowas wie ein institutionalisierter Zusammenschluss Unabhängiger sind und die ein gewisses Interesse an Dekker haben? Und wahrscheinlich auch ein gewisser Teil von schlechtem Gewissen und der Wunsch, Dekker zu helfen, seine Pilotenlizenz zurück zu bekommen, was nur geht, wenn ihn jemand mitnimmt?