Beiträge von Tina

    Sonjas Mutter - also Marija - erinnert mich ganz stark an Zoja aus dem ersten Buch. Man könnte meinen, die beiden sind miteinander verwandt. :/

    Tatsächlich? Zoja war doch so stark und klar im Kopf, während Marija Stimmen hört. Es sind halt beide abgerissene Gestalten, aber das ist ihrer Klassenzugehörigkeit geschuldet.

    Ich finde eure Diskussion über Katharinas Charakter sehr spannend. Tatsächlich hat diese Frau so viele Facetten, dass man sie unmöglich in eine Schublade stecken kann. Das war es auch, was ich in meinem Roman zum Ausdruck bringen wollte.


    Und ja, junge Leute wie Sonja können schon mal aus dem Stand heraus hassen. Das finde ich generell nicht überraschend. Aber hinzu kommt ja noch, dass die machtvolle Katharina mit all dem Prunk und ihrer Einstellung zur Leibeigenschaft eine ideale Projektionsfläche liefert, um sie als gerechtigkeitsliebender junger Mensch zum Teufel zu wünschen.

    Hallo Lumos Nein, das nächste Thema habe ich noch nicht mit dem Verlag besprochen. Ich hoffe, es wird einen dritten Band geben. Ich berichte euch dann gerne!


    Liebe Grüße


    Martina

    Paradise Lost Auf Sonjas Jugend habe ich ganz bewusst hingewiesen. Sie ist keine abgebrühte Aufrührerin, sondern eine noch sehr junge impulsive Erwachsene, die in vielen Belangen erst handelt, dann denkt. Schön, dass dir das aufgefallen ist!


    Die Szenen mit Darja und Andrej habe ich auch sehr gern geschrieben, und ich kann gut verstehen, dass einem die beiden ans Herz wachsen. Ich lasse sie mal in Gedanken ein friedliches Leben mit vielen kleinen Kindern führen und breite ansonsten den Mantel des Schweigens über sie. Aber - wer weiss? Vielleicht tauchen ihre Kinder oder Enkelkinder in einem nächsten Roman aus St. Petersburg auf :-)

    Boris hat sich wirklich "rausgemacht", wenn man bedenkt wie schwach er zu Anfang rüberkam. Aber diese Schwäche ist sicher zum großen Teil seiner Kindheit und Jugend geschuldet, die von der Dominanz und Härte seines Vaters geprägt war. Umso bemerkenswerter, dass er die Kraft gefunden hat, sich davon zu befreien und seinen Weg zu gehen. Ja, Boris hat sich großartig entwickelt, das hätte ich ihm so nicht zugetraut.

    Mir war beim Schreiben schon klar, dass Boris anfangs so ein bisschen wie ein Warmduscher rüberkommt :-) Und in vielen Schreibratgebern heißt es: "Vermeiden Sie schwache Figuren!" Ich will aber nicht nur Helden und Grobiane, ich will auch die Sanften, die Leisen, und ich lasse sie dann im Lauf des Geschehens gerne zur Höchstform auflaufen, um die Leser zu überraschen. Schön, wenn das bei dir ankommt, Lumos!



    Hallo alle, die Leserunde ist bereits angelaufen, einige von euch haben sich noch gar nicht gemeldet. Ist das Buch bei euch angekommen? Habt ihr schon reingelesen? Ich freue mich auf euer Feedback.


    Liebe Grüße


    Martina

    "Es brodelt unter der glitzernden Oberfläche" - das hast du schön geschrieben, Lumos. Und ja, Boris ist auch für mich so etwas wie die schwermütige russische Seele, obwohl er deutschstämmig ist.


    Ich freue mich auch, dass dir die verschiedenen Perspektiven gefallen.

    Hallo, Arietta,


    ja, ich erinnere mich an dich! :-) Generell finde ich es schwer, Realnamen, Nicknames und Gesichter in Einklang zu bringen. Danke, dass du an "Die Stadt des Zaren" geglaubt hast. Und beim nächsten Mal lernen wir uns sicher kennen :-)


    Liebe Grüße


    Martina



    Gerade die ständigen Wechsel der Perspektiven gefallen mir. So erfährt man sogleich Szenen und Situationen aus dem Blickwinkel der anderen agierenden Personen. Und eben die vielen einzelnen Schicksale machen für mich die Story spannend.

    Ich schreibe so, weil ich selbst solcherart perspektivenreiche Romane am liebsten lesen. Nur eine Hauptperson wird mir schnell langweilig. Schön, dass dir das zusagt, Miss Booknerd!

    Ich fand es auch schlimm, das die Zarin Grigori nicht aus dem Verkehr zog, gerade und besonders in sexueller Hinsicht, sie ist doch intelligent und weiß was die Syphilis anrichtet.

    Das habe ich auch mit Magenschmerzen geschrieben. Aber es gibt tatsächlich keine Hinweise darauf, dass sie ihn aus dem Verkehr gezogen hat, im Gegenteil hat sie der Ehe mit dem jungen Mädchen zugestimmt. Für uns heute schwer nachvollziehbar.



    Als kleine Anmerkung hier noch, ich hätte gerne ein paar mehr von den Gesprächen bzw. Diskussionen zwischen Katharina und Stephan mitbekommen. Vielleicht kommt ja noch mehr, aber wollte ich nur gesagt haben.
    :lacht



    Bei solchen Dingen ist es schwer, es allen recht zu machen: Die einen wollen mehr philosophische Diskussionen, die anderen weniger. Ich habe ein Mittelmaß gewählt, bei dem die Handlung nicht von zu viel Theorie überschattet wird.

    Genau so hatte ich das beabsichtigt. Es freut mich, dass du das wertschätzt, Brigia.


    Manchmal arbeiten ja einzelne Sätze in einem. Bei mir war es der, wo Mervier über Katharina und ihren Ruf nachdenkt und dass sie die Männer wohl wie Schuhe wechseln würde. Der Vergleich ist lustig, weil ich denke, dass sich da ja von gestern auf heute was geändert hat. Also damals wechselte man die Schuhe sicher nur alle paar Jahre. Und heutzutage doch fast täglich. So haben sich der Intervall, wann man Schuhe und Männer wechseln darf wohl beide geändert. :/:lache

    Ohne jetzt eine Quelle zu benennen, gehe ich zu 100 Prozent davon aus, dass Katharina zu jedem Kleid das passende Schuhwerk hatte :) Vielleicht hätte ich in den Satz noch ein "ihre" einfügen sollen ;-)




    Und überhaupt haben die Beschreibungen mein Interesse für einen Trip nach St. Petersburg geweckt.


    Bisher gefällt es mir richtig gut, die Beschreibungen wirken atmosphärisch und dicht, gleichtzeitig hat mich das Geschehen eingenommen. Ich bin wirklich gespannt,wie sich die Dinge noch entwickeln.


    Das freut mich sehr, Miss Booknerd. Und eine Reise nach St. Petersburg würdest du bestimmt nicht bereuen. Die Stadt hat eine ganz eigene Magie, nicht nur in den Weißen Nächten.

    :alter

    Ansonsten bin ich auch froh, dass ich vor einigen Jahren selbst schon einmal in St. Petersburg war und dadurch die herrlichen Gebäude und den Peterhof noch gut vor Augen habe.


    im ersten Band hat das imperialistisch geprägte St. Petersburg mit all den Prachtbauten noch keine Rolle gespielt. Erst nach Peter I. haben die Zarinnen begonnen, den Glanz in die Stadt zu bringen und Katharina setzt diese Entwicklung fort.



    Ich hätte gerne noch mehr von Darja und Andrej gelesen, jetzt nicht die blutigen Details des Aufstands, aber das "Drumherum", vor allem, ob es ihnen wirklich gelungen ist, auf dem Hof ein Leben als freie Bauern zu führen.

    Ich mochte die beiden auch, sie hätten Thema für einen eigenen Roman werden können. Aber die Szenen um die rebellischn Leibeigenen sollen letztendlich nur Schlaglichter auf die Gegenseite werfen.