Beiträge von wampy

    Statt Urlaub wurde es als Kündigung aufgefasst, aber dank Rachel gab es gleich eine neue Stelle. Glück gehabt.

    Auch mich hat erstaunt, dass das Stipendium quasi totgeschwiegen wurde. Einzig Rachel gegenüber erwähnt Ruth es noch einmal. Aber auch da nicht die ganze Wahrheit sondern eine Fassung, die die Familie gut aussehen lässt. Der Unterschied zwischen der Freundschaft mit den italienisch stämmigen Mädchen und Rachel ist gewaltig. Beide befruchten sich gegenseitig. Ruth animiert Rachel zur Weiterbildung und Rachel ist für Freizeitaktivitäten zuständig.

    Ilse scheint nicht älter zu werden, aber dann gesteht sie eine Liebelei und übersieht den Jungen, der sie anhimmelt. Ruth erste Begegnung mit Eddie wirkt schon arg klischeehaft.

    Und im Gegensatz zu diesen romantischen Episoden steht der Eintritt der Amerikaner in den Krieg, obwohl sie de facto mit den Materiallieferungen schon beteiligt waren. Diese politischen Diskussionen kenne ich von vielen Treffen meiner Eltern mit Bekannten.

    Ruhig und unaufgeregt werden die Halligbewohner entzaubert


    Buchmeinung zu Greta Henning – Halligmord


    „Halligmord“ ist ein Kriminalroman von Greta Henning, der 2020 bei Ullstein erschienen ist.


    Zum Autor:

    Greta Henning ist ein Pseudonym. Die Autorin mag die Nordsee im Urlaub bei jedem Wetter, Wattwanderungen und Krabbenbrötchen - gute Voraussetzungen, um einen Nordseekrimi zu schreiben. Die besondere Welt der friesischen Halligen mit ihren Geschichten und Traditionen hat es ihr genauso angetan wie der Klassiker "Der Schimmelreiter" und die Lebensart in Deutschlands hohem Norden.

    "Halligmord" ist der erste Kriminalroman der Autorin.


    Klappentext:

    Eine Sturmflut an der Nordsee - und am nächsten Morgen ein grausiger Fund: Auf der kleinen Hallig Nekpen hat die See menschliche Knochen freigespült, die schon seit Jahrzehnten im friesischen Marschboden gelegen haben müssen. Wer war der Tote?

    Die junge Kommissarin Minke van Hoorn, in ihrer Freizeit engagierte Watt-Rangerin und Robbenretterin, beginnt zu ermitteln. Die beiden alteingesessenen Familien, die auf Nekpen leben, wollen von allem nichts gewusst haben. Da verschwindet der Sohn des alten Deichgrafen auf Nekpen, ein geheimnisvoller Brief taucht auf und Minkes Mutter, scheint etwas zu verbergen. Der alte Fall scheint plötzlich seine Finger bis in die Gegenwart auszustrecken. Minke muss sich beeilen, denn der nächste Herbststurm kündigt sich an...


    Meine Meinung:

    Minke van Hoorn, die Hauptfigur, ist eine junge Polizistin, die in die großen Fußstapfen ihres Vaters treten will. Unterstützt wird sie eher selten durch den Beinaherentner Klaus, der sich vorwiegend um die Vorbereitung seines Ausstands kümmert. Meist werden die Ereignisse aus der Sicht Minkes wiedergegeben, aber nicht nur. Eine zweite Erzählebene schildert Ausschnitte aus der Nacht, in der der nun aufgefundene Tote spurlos verschwand. Begleitet werden die fünf Ermittlungstage von einer aufkommenden Sturmflut. Wirkt das Leben auf einer Hallig zunächst eher romantisch und beschaulich, so werden zunehmend die Schattenscheiten des Lebens auf einer Hallig deutlich. Man kennt sich, aber man mag sich nicht immer. Es beginnt ruhig und unaufgeregt, aber die Spannung steigt stetig. Durch die Rückblicke und die Ermittlungserkenntnisse werden immer wieder andere Personen als Verdächtige präsentiert. Die Figuren werden meist nur grob skizziert und von fast jeder wird ein dunkles Geheimnis enthüllt. Nebenbei erfährt der Leser viel über die Besonderheiten eines Lebens auf einer Hallig im nordfriesischen Wattenmeer. Minke ist die Lütte, die sich den Respekt der Menschen noch verdienen muss. Sie akzeptiert dies und wirkt zunehmend sympathisch. Auf Actionszenen verzichtet die Autorin fast vollständig und am Ende gibt es eine Aufklärungsrunde ganz im Stil großer Vorbilder wie z. B. Nero Wolfe. Der Schreibstil ist ruhig und vermittelt viel Atmosphäre.


    Fazit:

    Der erste Fall für Minke van Hoorn hat mich mit seiner ruhigen Art und der atmosphärischen Schilderung überzeugt. Gerne vergebe ich vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche für die Freunde ruhiger Kriminalromane eine Leseempfehlung aus.

    Gleich bin ich wieder mittendrin. Maik mit seinen Frauengeschichten, die ihn immer wieder einholen, Heinrich mit seiner unbewältigten Vergangenheit, ein bisschen Plattdeutsch, der unbeliebte Bremer und die Geschichten um die Rauchnächte. Von den Rauchnächten hatte ich noch nichts gehört und die nachbarlichen Zusammentreffen mit Trinkgelage kommen mir irgendwie bekannt vor. Amüsant die Gedanken und Gespräche des Ehepaars auf dem Weg durchs Venn. Der Vorruheständler ist sofort dabei, wenn es einen Fall gibt und an das seltsame Paar in der Männerwirtschaft kann ich mich noch sehr gut erinnern. So in etwa hatte ich die Geschichte erwartet - viel Bekanntes, etwas Neues und auch die Fortschreibung der Geschichten.

    Ein Spannungsroman der leisen Töne


    Buchmeinung zu H. Dieter Neumann – Drakon – Tod unter Segeln


    „Drakon – Tod unter Segeln“ ist ein Spannungsroman von H. Dieter Neumann, der 2020 bei Piper erschienen ist.


    Zum Autor:

    Heinrich Dieter Neumann war zunächst Offizier in der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach seinem Ausscheiden als Oberstleutnant d. R. arbeitete der Diplom-Finanzökonom als Vertriebsleiter und Geschäftsführer in der Versicherungswirtschaft, bevor er sich - nach vielen Schreibseminaren und begleitet von einem Studium der Neueren Deutschen Literatur - ganz aufs Schreiben verlegte.


    Klappentext:

    Malte Janssen überführt die luxuriöse Segelyacht des Oligarchen Timur Krylow, die auf seiner Bootswerft gebaut wurde, von der deutschen Ostseeküste nach Sankt Petersburg. Doch der Törn, der Malte helfen sollte, über den kürzlichen Tod seiner Frau hinwegzukommen, wird zum Albtraum: In den Hoheitsgewässern der Russischen Föderation entern schwer bewaffnete Piraten das Schiff, rauben die Besatzung aus und töten Maltes besten Freund. Die russischen Behörden starten eine aufwändige Untersuchung des Vorfalls, die aber im Sande verläuft. Auf sich allein gestellt, geht Malte selbst auf die Suche nach der Wahrheit und beginnt, brisante Fragen zu stellen. Dadurch gerät er nicht nur ins Fadenkreuz einer skrupellosen Verbrecherorganisation, sondern unversehens auch ins Visier mächtiger Geheimdienste …


    Meine Meinung:

    Der Klappentext führt in die Irre, denn Malte ist kein Geheimagent und versucht es auch nicht zu sein. Er ist ein Mensch, der den Tod seiner Frau auch nach Jahren nicht verkraftet hat und sich zum Ausgleich in die Arbeit als Boothersteller gestürzt hat. Es fehlen viele handelsübliche Elemente und doch gelingt es dem Autor reichlich Spannung zu erzeugen. Gewaltszenen sind selten und Actionszenen noch seltener. Vieles wird nicht direkt erzählt sondern als Information in einem Gespräch weitergereicht. Es gibt Verrat und Spionage, aber auch hier gibt es Überraschungen, weil nicht nur staatliche Organisationen beteiligt sind. Der Schreibstil ist angenehm kühl und klar. Die Geschichte ist verzwickt und birgt manche Überraschung, auch wenn eine Richtung früh erkennbar ist. Die Figuren sind meist nur grob skizziert, auch weil es keine eindeutige Hauptfigur gibt. Das Ganze wirkt realistisch und hinterlässt ein unangenehmes Gefühl beim Leser. Als Sympathieträger erweist sich ein älterer Agent, der ruhig und unaufgeregt Informationen sammelt und auswertet. Er hat überhaupt nichts mit der Figur eines James Bond gemein. Das Ende ist ruhig aber passend. Es bleibt Raum für die Phantasie des Lesers, sich weitere Details vorzustellen.


    Fazit:

    Dieser Spannungsroman um Spione und Agenten überzeugt durch seine unaufgeregte Art, die ihre Wirkung langsam entfaltet. Das Buch hat mich überzeugt und deshalb bewerte ich es mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten). Für die Freunde ruhiger aber auch spannender Unterhaltung spreche ich eine Leseempfehlung aus.

    Die Meyers leben sich mehr und mehr ein, aber finanziell geht es ihnen gar nicht gut. Ich denke, dass besonders Karl darunter leidet, weil er die Versorgung der Familie als seinen primären Job ansieht. Man merkt es bei Geschenken und vor allem bei seiner Ablehnung des Stipendiums. Seine Begründung sehe ich als vorgeschoben an, obwohl er schon erzkonservative Ansichten pflegt. Stipendien sind keine Almosen, aber er lebt immer noch in der Welt eines wohlhabenden Menschen, der natürlich auf finanzielle Unterstützung verzichten kann. Ruth tut ja schon, was sie kann und die dünnen Stoffe reichen für den Winter nicht. In meinen Augen haben die Meyers viele unnötige Wertgegenstände, die häufig mit Erinnerungen verbunden sind. Aber dadurch feht es an angemessener Kleidung für ein winterliches Chicago. Da wird noch ein bisschen Großbürgertum gepflegt.

    Bedauerlich finde ich, wie wenig in der Familie über Probleme gesprochen wird und das gilt für alle Familienmitglieder.

    Diese Mär hat mich begeistert


    Buchmeinung zu Roland Krause – Ein abgezockter Sauhund


    „Ein abgezockter Sauhund“ ist ein Kriminalroman von Roland Krause, der 2020 im Emons Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Geboren und aufgewachsen ist Roland Krause in Lindau am Bodensee. Nach einigen Jahren in Nürnberg lebt und arbeitet er heute in München. Die düsteren Winkel der Großstadt bilden auch den Hintergrund seiner Krimis. Roland Krauses Romane und Erzählungen sind atmosphärisch-dichte Milieustudien, in denen er das Dasein von Außenseitern und schrägen Charakteren beleuchtet.


    Klappentext:

    Der Münchner Kleinkriminelle Samson ist ganz unten, dort, wo ihm Käfer ins Gesicht spucken. Der Job von Halbweltgröße Stani kommt ihm daher wie gerufen. Er soll für ihn einen alten Kumpel aufspüren. Doch der schwimmt am Isarufer in seinem Blut, und Samson steckt bald mitten in der gnadenlosen Jagd nach dessen letzter Diebesbeute. Nur wer gerissen und ohne Skrupel ist, hat die Chance auf den Jackpot. Samson kämpft ohne Regeln und riskiert dabei nicht nur das eigene Leben ...


    Meine Meinung:

    Es hat ein bisschen gebraucht bis ich im Buch angekommen bin. Samson, die Hauprfigur und meist als Ich-Erzähler unterwegs, macht es dem Leser nicht einfach, ihn sympathisch zu finden. Er versucht sein Löeben im Haifischbecken München in bessere Bahnen zu führen, ohne dafür aber hart arbeiten zu wollen. So lebt er als Kleinkrimineller von Betrügereien. Dann die Chance auf den Hauptgewinn und Samson ackert wie wohl nur selten zuvor. Er hat schwache Verbündete und starke Gegner. In diesem Szenario hat der Autor eine Mär geschrieben, die mich immer mehr überzeugt hat. Einige Sachen sind nicht sonderlich realistisch, aber das hat mich nicht gestört. Denn hier agiert jeder gegen jeden und es gibt immer noch hungrige größere Fische. Oder stimmt das etwa nicht? Gibt es Allianzen, die bestehen bleiben?

    All dies erzählt Roland Krause in einem Feuerwerk von Ideen und absonderlichen Situationen mit einem speziellen schwarzen Humor. Auch die Sprache passt zu dieser Art Erzählung. Samson wird schwer gebeutelt, steckt aber nicht auf und entdeckt neue Seiten an sich. Die Schlusspointe rundet das Werk stilvoll ab.


    Fazit:

    Die Mär vom abgezockten Sauhund hat mich nach anfänglichen Problemen begeistert. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde etwas schräger Kriminalliteratur aus.


    ASIN/ISBN: 3740809477

    Kann das hohe Niveau nicht halten


    Buchmeinung zu Christine Ziegler – Sauer macht listig


    „Sauer macht listig“ ist ein Romani von Christine Ziegler, der 2020 bei Knaur erschienen ist. Die ungekürzte Lesung durch Christina Puciata ist 2020 im Audiobuch Verlag erschienen.


    Zum Autor:

    Christine Ziegler ist in Garmisch-Partenkirchen geboren und aufgewachsen. Sie studierte Restaurierungswissenschaften und arbeitete in unterschiedlichen Museen. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von München. Am liebsten ist sie jedoch unterwegs, wo sie Menschen, Dingen, Tieren, Kunst und Krempel zuhört. Alles und jeder erzählt. Daraus entstehen ihre Geschichten.

    Sprecher:

    Christina Puciata macht einen guten Job und überzeugt. Sie ist jederzeit gut zu verstehen und ihre Stimme empfinde ich alsgenehm.

    Klappentext:

    "Ich hab eine Affäre", gesteht der Mann, dem ich vor 22 Jahren in einem Brautkleid, das seine Mutter für mich ausgesucht hat, ewige Treue geschworen habe. Nach dieser Offenbarung schiebt er umständlich sein Kopfkissen zurecht, schließt die Augen und gönnt sich vor dem Wochenstart einen tiefenentspannten Moment der Ruhe.

    Und jetzt? In meinem Alter, sagt meine beste Freundin, habe ich gar keine andere Wahl, als bei Paul zu bleiben - als Hausfrau, verloren zwischen Koch- und Buntwäsche, ohne Job oder wenigstens einem Studienabschluss. Bin ich mit 46 nicht in den besten Jahren, sondern schon über- bzw. schrottreif? Egal. Meine Bucket List ist noch lange nicht abgearbeitet. Ich nehme sie in Angriff, Punkt für Punkt.


    Meine Meinung:

    Der Klappentext trügt ein wenig, denn zuerst ist Elenor, die Ich-Erzählerin, wie vor den Kopf geschlagen und braucht die Hilfe der Aushilfspostbotin, um in die Gänge zu kommen. Der Anfang der Geschichte hat mich überzeugt, zumal die Sprecherin einen ausgezeichneten Job macht. Im weiteren Verlauf gibt es Rückschläge und Erfolgsmomente, ein bisschen Liebesgeschichte und ein Häppchen Drama. Gelungen fand ich die Gedanken Elenors, in denen ihr Wandel vom Hausweibchen zur selbstbewussten Frau besonders deutlich wird. Außer Elenor sind alle Figuren nur angerissen charakterisiertund bieten nur wenig Überraschungen. Meist haben die Figuren eine deutliche Zuordnung zu gut oder böse. Es gibt einige Überraschungen und der Unterhaltungswert ist hoch. Zum Ende hin wird es aber mehr und mehr vorhersehbar, die Gefühle kochen hoch und das Happy End war dann unvermeidbar.



    Fazit:

    Lange Zeit war ich begeistert, aber dann hat die Geschichte deutlich nachgelassen. Dann der sehr guten Vorleserin reicht es immer noch zu knappen vier von fünf Sternen (70 von 100 Punkten) und besonders für die erste Hälfte des Hörbuchs spreche ich eine klare Hörempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 3958625622

    Bin jetzt auch durch und Familie Meyer fängt an, sich einzugewöhnen. Karl verkauft nun Besen und damit ist sein Selbstwertgefühl erst mal gerettet. Auch Ruth hat einen Job und sie ist die Einzige, die Kontakte zu Menschen außerhalb der jüdischen Gemeinde aufbaut. Die Entwicklungen in Deutschland unterbinden auf Dauer den Kontakt zu den Daheimgebliebenen. Schlimm ist es, wenn man denn so gar nicht weiß, wie es den Verwandten und Bekannten nun geht.

    Auch ich hatte leichte Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg. Vieles ist halt schon bekannt. Nachdem die Meyers viel Hilfe und Unterstützung erfahren haben, sind sie etwas leichtgläubig und fallen auf Betrüger herein. In Chicago finden sie eine vorbereitete und eingerichtete Wohnung vor. Fast unglaublich.

    Für die Meyers ist es eine neue Welt, aber die Nazis stecken immer noch in den Köpfen. Etwas Ähnliches habe ich gerade in einem Krimi gelesen, in der die Hauptfigur von einem Stalker bedrängt wurde. Auch der hat sich im Kopf der jungen Frau eingenistet.

    Irenes und Freds Auftreten ist nicht schön, aber darüber zu meckern ist leicht. Man schaue unseren Umgang mit Flüchtlingen an. Aber es macht einen Unterschied zwischen einer Teilnahme an einer Demo und aktiver Hilfe.

    Es fehlt vor allem an Spannung


    Buchmeinung zu Mart Schreiber – Die Wahrheit ist eine Wasserleiche


    „Die Wahrheit ist eine Wasserleiche“ ist ein Kriminalroman von Mart Schreiber, der 2020 bei myMorawa von Dataform Media GmbH erschienen ist.

    Zum Autor:

    Mart Schreiber ist mein Pseudonym, mein schreibendes Ich, wenn man so will. Ich bin in Österreich geboren und lebe in Wien. Den Wunsch zu schreiben verspürte ich schon als Kind. Seit gut einem Jahr habe ich es auch in die Tat umgesetzt. Davor habe ich zwei IT-Firmen mitgegründet und die Anteile später wieder verkauft. In meinem Brotberuf bin ich freiberuflich als Projektmanager und Projektcoach tätig.


    Klappentext:

    Kaum ist Marlies von Ihrem Sabbatical zurück, wird Manfred, ihre Vertretung im Kunstunterricht, wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs verhaftet. Marlies zweifelt an seiner Schuld und besucht ihn in der Untersuchungshaft. Sie kennt die Tochter, da sie für kurze Zeit ihre Schülerin war und weiß um ihre psychischen Probleme.

    Als Manfred wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wird, kommt es zu einem Eklat bei einem Treffen mit seiner Tochter und Marlies. Als Frau des Majors Machler von der Mordkommission gerät sie in die Fänge dieses Kriminalfalls, der letztlich in nicht nur einen Mordfall mündet. Joe Machler ist ziemlich sauer auf seine Frau, die seinen Ruf ramponiert und die er auch verdächtigt, mehr als eine kollegiale Sympathie für Manfred zu empfinden.

    Schließlich beginnt Marlies auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei wird sie letztendlich auch von ihrem Mann unterstützt, der wegen Befangenheit aus dem Fall abgezogen wird.


    Meine Meinung:

    Marlies ist mit dem Major Joe Mahler verheiratet, der ihren Lehrerkollegen Manfred in Untersuchungshaft gebracht hat. Marlies besucht Manfred sogar in der Untersuchungshaft und glaubt seinen Unschuldsbeteuerungen. Auch im weiteren Verlauf verschweigt sie ihrem Mann weitere Treffen mit Manfred. Diese Grundidee ist nicht neu, aber leider hat mir die Umsetzung nur in Teilen gefallen. Die Figuren sind mit Ausnahme von Marlies meist nur knapp skizziert und wirken recht leblos. Joe hat eine junge sehr ehrgeizige Kollegin an der Seite, die eher wie eine Parodie wirkt. Gefallen hat mir die Beschreibung der Entwicklung Manfreds, der sich in einer zunehmend ausweglosen Lage zu sein glaubt. Der Schreibstil ist gut lesbar aber etwas trocken. Mein Hauptkritikpunkt ist die weitgehend fehlende Spannung und die fehlenden Gespräche zwischen Marlies und Joe, die sich eigentlich immer noch lieben, aber zu wenig miteinander reden.


    Fazit:

    Meine erste Begegnung mit Marlies und Joe konnte mich wegen fehlender Spannung nicht überzeugen. Deshalb vergebe ich zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0868W198C

    Trotz interessanter Grundidee eine einzigeEnttäuschung


    Buchmeinung zu Stefan Habenicht – Alternativlos


    „Alternativlos“ ist ein Kriminalroman von Stefan Habenicht, der 2019 im Isensee Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Stefan Habenicht wurde 1967 in Oldenburg geboren und lebt mit seiner Familie in Halle an der Saale. Wenn er ausnahmsweise mal nicht als Jurist im Staatsdienst arbeitet, schreibt er Thriller kritischer Thematik.


    Klappentext:

    Der Ermittler Greiff steht vor einem grausamen Fall: Ein Blogger ist von der Elbphilharmonie in Hamburg zu Tode gestürzt. Während viele diesen Akt als Freitod betrachten, beginnt Greiff zu ermitteln. Doch dann wird erst sein Chef und bald darauf er selbst suspendiert. Aber erst, als ein alter Professor ihm ein Bild aus der Reformationszeit erklärt, ahnt er, um was es wirklich geht.


    Meine Meinung:

    Bei diesem Buch hatte ich den Eindruck, dass der Autor verschiedene Stile und Genre munter gemischt hat. Leider hat mich dies an vielen Stellen überfordert. War es nun eine Dystopie oder eine Satire oder ein Agententhriller. Auf jeden Fall war es kein klassischer Kriminalroman und auch kein Noir. Die Grundidee hat etwas, aber die Umsetzung hat mir gar nicht gefallen. Die Hauptfigur führt meist als Ich-Erzähler durch die Geschichte und vermittelt Gedanken, aber sie schafft es nicht etwas komplexere Gefühle zu vermitteln. Greiff ist als David ausgelegt, der mit ein paar Getreuen den Kampf gegen die dunklen Mächte aufnimmt, die so übel sind, dass sie harmlose Menschen durch staatliche Einsatzkommandos ausschalten lässt. Greiff fährt natürlich Motorrad, ist verliebt, hat einen sympathischen Lehrmeister und verfügt über Fähigkeiten, die einen James Bond erblassen lassen. Dazu sind die meisten Figuren arg eindimensional gezeichnet. Die Actionszenen haben mich auch nicht überzeugt und vor allem störte mich, dass Greiff und seine Gefährten immer topp vorbereitet waren, während seinen Gegenspielern Anfängerfehler en masse unterliefen. Die Spannungsmomente waren selten und die Glaubwürdigkeit näherte sich bald der Nullmarke.


    Fazit:

    Eine interessante Grundidee kann dieses Werk nicht retten. Es hat mich in nahezu allen Bereichen enttäuscht und so bewerte ich es mit einem von fünf Sternen (30 von 100 Punkten). Statt einer Leseempfehlung würde ich eher eine Lesewarnung aussprechen.


    ASIN/ISBN: 3730815377

    Das Berlin der Zwanziger wird lebendig


    Buchmeinung zu Anne Stern – Fräulein Gold: Schatten und Licht


    „ Fräulein Gold: Schatten und Licht“ ist ein historischer Roman von Anne Stern, der 2020 im Rowohlt Verlag erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Anne Thalbach gelesen und ist 2020 im Argon Verlag erschienen.


    Zum Autor:

    Anne Stern wurde in Berlin geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie in deutscher Literaturwissenschaft und arbeitete als Lehrerin in der Lehrerbildung.

    Sprecher:

    Anna Thalbach stand bereits mit sieben Jahren das erste Mal für einen Kinofilm vor der Kamera. Seitdem arbeitet sie gleichermaßen erfolgreich für Theater, Film und Fernsehen. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme ist Anna Thalbach eine der gefragtesten Hörbuchsprecherinnen.

    Klappentext:

    1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch vermittelt viel Atmosphäre und zusammen mit der Sprecherin werden die Figuren lebendig. Die Charaktere sind mit vielen Grautönen gezeichnet und bieten deshalb auch viele Überraschungen. Berufsbedingt ist Hulda recht selbstständig und kommt viel in ihrem Viertel herum. Sie hat ein Auge für ihre Umwelt und führt selbst auch kein sorgloses Leben, aber es reicht immer noch und das ist mehr als bei vielen anderen Berlinern. Privat läuft es gerade nicht so gut. Da lernt sie den Kommissar Karl North kennen. Beide ermitteln auf ihre eigene Weise und sind sich menschlich nicht unsympathisch. Im Alltagsleben tauchen erste Ressentiments gegenüber Juden auf und vielerorts herrscht ein Klassendenken. Hulda und Karl arbeiten beide in Berufen, in denen sie auf Menschen aus mehreren Schichten treffen. Der Leser erfährt von traurigen Einzelschicksalen, erlebt glückliche Momente mit und begleitet eine Hulda, zu deren Wortschatz das Wort Angst nicht gehört. Sie wirkt sehr sympathisch, weil sie den Dingen auf den Grund gehen will. Ähnlich ist es mit Karl North, der zunehmend auch Herz zeigt. Die Grundstimmung ist eher dunkel, aber humorvolle Zwischentöne lockern das triste Geschehen immer wieder auf. Das Berlin der frühen 20-er Jahre wird mit seinen Vor- und Nachteilen lebendig und alle Figuren versuchen so viel wie möglich davon abzubekommen. Der Kriminalfall spielt zu Beginn kaum eine Rolle, rückt aber zunehmend in den Fokus und sorgt für einige Spannungsmomente.



    Fazit:

    Das Berlin der 20-er Jahre wird in diesem Buch lebendig und ein Kriminalfall dient als Bindeglied. Spannende Figuren und eine interessante Handlung sorgen für einen Lese- und Hörgenuss. Die Vorleserin Anna Thalbach mach einen ausgezeichneten Job. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 3839818125

    Eine harte und spannende Geschichte mit einigen Überraschungen


    Buchmeinung zu Daniel Wehnhardt – Die Brut der Wölfe


    „Die Brut der Wölfe“ ist ein Kriminalroman von Daniel Wehnhardt, der 2019 im Prolibris Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Daniel Wehnhardt, 1984 in Fürstenhagen geboren, studierte in Kassel Spanisch und Politikwissenschaft und ist nun angehender Lehrer. Er ist Gewinner diverser Literaturwettbewerbe. 2016 erschien mit »Verpressung« sein erster Kassel-Krimi. In seiner Freizeit widmet er sich der Literatur und den asiatischen Kampfkünsten.


    Klappentext:

    Bahía Feliz, Gran Canaria. Hierhin hat sich André Jäger zurückgezogen. Nach dem schmerzlichen Verlust eines besten Freundes hat er alles hinter sich gelassen: seinen Beruf, seine große Liebe, seine Familie. Nun ruft der Kasseler Chef des Verfassungsschutzes ihn zurück in seine Heimat. Rechtextremisten haben einen Anschlag mit zahlreichen Toten und Verletzten verübt. Jäger soll weiteres Blutvergießen verhindern und die braune Zelle infiltrieren. Was er nicht weiß: Nicht nur die Zeit spielt gegen ihn …


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich positiv überrascht, denn kaum etwas war so wie ich es erwartet hatte. Andre Jäger, die Hauptfigur, ist durchaus komplex gezeichnet. Er hat seine Ecken und Kanten, nimmt es manchmal nicht so genau mit den Buchstaben des Gesetzes und er hat noch eine Rechnung offen. Sein bester Freund starb bei einem Kampfsportevent, weil sein Gegner nicht aufhören konnte. Für Andre, selbst Kampfsportler, war es Mord. Aber nun kehrt er nach Kassel zurück, um als V-Mann für den Verfassungsschutz in rechten Kreisen zu ermitteln. Anschaulich wird der Weg Andres in die rechtsextreme Gruppe beschrieben, die erst durch ein Spitzel möglich wird. Die Gruppe selber ist professionell geleitet und ihr Anführer ist ein angemessener Gegner. Die Leute des Verfassungsschutzes wirken da eher wie Lehrlinge.

    Die Spannung baut sich langsam auf, steigert sich kontinuierlich und entlädt sich in einem Showdown erster Güte. Der Schreibstil ist einfach, aber leicht lesbar und gut verständlich. Manche Stellen sind hart und grausam, da darf man nicht zu zart beseidet sein. Der Ich-Erzähler Andre vermittelt seine Gedanken, seine Sorgen und Nöte und seine Gefühle in einer Weise, die Sympathien weckt. Auch seine Verbundenheit zu Kassel, die Stadt seiner Geburt und seines Aufwachsens, findet Ausdruck in seiner atmosphärischen Schilderung. Seine Motivation wächst erheblich, als er im Anführer der Gruppe den letzten Gegner seines Freundes erkennt.

    Der Leser glaubt, dass Andre alles im Griff hat, aber der Autor hat einige Überraschungen auf Lager.


    Fazit:

    Mir hat dieser Kriminalroman in weiten Teilen sehr gut gefallen, allein fehlt es manchmal an Glaubwürdigkeit, denn das Spektakuläre geht zu ihren Lasten. Andre kann es locker mit Ikonen aus diesem Genre aufnehmen. Von mir gibt es gute vier von fünf Sternen (85 von 100 Punkten). Ich kann das Buch Freunden spannender Unterhaltung empfehlen.


    ASIN/ISBN: B07B8MQVZT

    Das überrascht mich. Ist dieser politische Scheinprozess tatsächlich unspektakulär, und ebenso, dass der verurteilte Krylow - offensichtlich auf allerhöchste Weisung und unter tatkräftiger Mithilfe der Regierung - in ein Südseeparadies fliehen kann und dort unbehelligt ein neues Leben in Luxus führen darf? Was sagt das über alles aus, was in diesem Buch passiert ist? Ist das tatsächlich unspektakulär?


    Und was zum Beispiel bleibt denn unaufgeklärt?

    Das Unspektakuläre bezieht sich auf den Showdown. Kein großer Showdown mit Schusswechseln, Verfolgungsjagd, lebensbedrohlicher Gefahr für den Helden, der sich aus einer ausweglosen Situation befreit. Halt so a la James Bond und Genossen.

    Das Unaufgeklärte hängt mit der indirekten Erzählungsform zusammen. Alles, was definitiv über Krylow erzählt wird, sind Bruchstücke. Verurteilung wegen Steuerhinterziehung, Flucht auf dem Weg ins Gefängnis, Tod des Staatsanwalts, Leben mit neuer Identität und verändertem Aussehen in der Karibik. Es gibt nur Andeutungen über die Piraten, über die Auftraggeber und Käufer und über die politischen Abläufe im Hintergrund. Der Leser vervollständigt das Bild in seinen Gedanken und wahrscheinlich sind die Details nebensächlich, aber sie stehen nicht im Buch.

    Das Luxusleben Krylows ist doch so ungewöhnlich nicht. Viele Exherrscher, die ihren Reichtum zu Lasten ihrer Bevölkerung erworben haben, bleiben unangetastet. Ähnliches gilt für Wirtschaftskriminelle und Kunsträuber. An die Gesinnungsgenossen von Lehmann Brothers und Konsorten hat sich auch niemand rangetraut. Da hat dann das Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert und Tausende von Hausbesitzern standen vor dem Ruin, weil sie ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Wenn es ums Geld geht zählt Moral halt wenig. Und Wirtschaftsspionage findet auch nicht in der Öffentlichkeit statt.

    Das Ende war ziemlich unspektakulär und vieles bleibt unaufgeklärt. Nun mag sich jeder sein eigenes Ende ausdenken, aber das ist in Ordnung. Vieles sind Vermutungen und Gerüchte, da kann ich Venske gut verstehen, sich in den Ruhestand zu bewegen, zumal er sich ja auch gerne mehr um seine Tochter kümmert.

    Malte hat mir zum Ende hin weniger gefallen, weil er unbeherrscht wurde. Aber wenigstens scheint er endlich über den Verlust seiner Rebecca hinweg zu kommen. Einige Personen hat es bös erwischt, aber der einzige Fiesling kann das Leben auf seiner Karibikinsel genießen. Nicht schön, aber realistisch in dieser Welt.

    Ungewöhnlich war dieser Krimi auf jeden Fall, da es keine die Handlung treibende Figur gegeben hat.

    Die Geschichte geht weiter, aber ich sehe noch kein Licht am Ende des Tunnels. Felix musste sterben und Malte erkennt, dass er seinen Bruder überhaupt nicht kannte. Auch mir gefiel das Agententreffen. Offensichtlich mischt neben den staatlichen Diensten eine unbekannte Organisation ist, von der alle glauben, dass es der russische Milliardär und Waffenhändler ist, den alie für Drakon halten. Liah und Malte kommen sich in ihrem Leid näher und es hat ein Rollentausch stattgefunden. Erst hat Malte Liah unterstützt und nun ist es eher umgekehrt. Weiterhin hoffe ich, dass Malte endlich über den Tod seiner Frau hinweg kommt.

    Die Handlung wirkt ungewöhnlich, weil es keine Figur gibt, die offen als Antreiber oder Auslöser agiert. Viele beobachten und harren wie ich der Dinge, die da kommen werden.