Beiträge von engi

    Wenn ich diese Klarsicht doch auch immer bei unseren Krimileserunden hätte... :lache

    🤣🤣

    Mir fiel noch "zurückgeblieben" ein. Auch kein besseres Wort.


    Einigen wir uns am Besten darauf, dass Leo einfach ein bisschen langsamer in manchen Dingen ist als andere, aber ein ganz famoser Kerl (ich oute mich als Leo-Fan, der hat mir gut gefallen als Protagonist!).

    Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ginge vielleicht auch ... aber egal, wie man es verpackt, wirklich nett hört es sich nie an.


    Ich bin übrigens auch ein absoluter Leo Fan und finde es toll, wie positiv er sich entwickelt!

    Es ist halt auch einfacher und vor allem ungefährlicher, mitzulaufen und den Kopf unten zu halten, damit man nicht auffällt. Sich zu engagieren erfordert Courage, die hat nicht jeder angesichts möglicher Konsequenzen.

    Man sagt ja, der Mensch wächst mit seinen Aufgaben, aber die Courage hätte ich vermutlich nicht aufgebracht ...

    Ich finde es bewundernswert, was Nora für den Jungen tut. Den Tod des Arztes hat sie nicht geplant, für mich war das sogar schon eine Art Notwehr.

    Ich sehe es auch eher als Notwehr an ... sie war ja auch überzeugt, dass er noch lebte als sie floh.

    Da stimme ich Rumpelstilzchen zu. Früher war das Sozialgefüge ja noch so, dass Kinder oft bei Nachbarn etc. unterkamen. Das war auf Gegenseitigkeit, dafür ist man in anderen Dingen eingesprungen, wenn bei den anderen der Schuh drückte. Ich kenne das auch noch so, dass wir "woanders" waren, wenn meine Mutter z.B. Arzttermine hatte und dafür unsere Nachbarskinder dann wieder bei uns waren. Oder meine Mutter machte die Einkäufe für die Nachbarin mit. Eine Hand wäscht die andere, das war damals noch viel selbstverständlicher als heute.

    Wobei ich auch sagen muss, dass wir schon in sehr jungen Jahren mal alleine gelassen wurden und uns das Versprechen abgenommen wurde brav zu sein. Eigentlich hat das auch gut funktioniert, meine Schwester und ich waren als kleine Mädchen wirklich sehr brav und hätten uns nie getraut was Verbotenes zu tun ... das kam dann erst später, aber dann richtig 🤣🤣

    An dieser Stelle muss ich gleich was beichten: Da meine Mama seit Kurzem bei uns wohnt und ich mich um ihre Pflege kümmere, komme ich zurzeit sehr wenig zum Lesen. Daher habe ich mir zum E-Book auch noch das Hörbuch gegönnt, damit ich trotzdem weiterkomme. Allerdings habe ich das Buch dann so gehört, dass ich jetzt bereits durch bin... Es tut mir leid, dass ich dadurch in der Leserunde nicht so wie gewohnt teilnehme und ich bin gerade froh, dass ich ja mit meinem eigenen Buch dabei bin. Ich werde aber gerne den einen und anderen Gedanken von euch kommentieren und weiter mitlesen, wie ihr das Buch empfindet.

    Oh, du musst dich in keinster Weise entschuldigen, das mit deiner Mutter hat doch auf jeden Fall Vorrang, schön, dass sie dich hat!


    Bei mir kommt es auch immer mal wieder vor, dass ich mich nicht jeden Tag aktiv an der Runde beteiligen kann. Dann steige ich später wieder ein und ich denke, dass da jeder Verständnis für hat ...


    :knuddel:knuddel

    Sie bringt immer das Wichtigste mit wenigen klaren reduzierten Worten auf den Punkt. Ihre Bücher sind ja immer eher dünn zu nennen. Aber das Gewicht, die Aussagen in ihren dafür umso dicker und schwerer.

    Besser hätte ich es nicht ausdrücken können ... fast ein wenig spröde, aber ich liebe das!

    Ich lese auch sehr gerne, wenn ich nicht schlafen kann. :) Da ich jedoch zurzeit neben dem Job noch meine Mutter pflege, bin ich so k.o., dass ich im Stehen schlafen würde. Ich bin dann jeweils froh, wenn ich es schaffe, ein paar Seiten zu lesen. Allerdings bei so einem tollen Buch gelingt das um einiges leichter. :-]


    Ich drücke die Daumen, dass du heute Nacht besser schlafen kannst. :daumendrueck

    Danke, hat geklappt, sorry für die späte Rückmeldung :)

    Schön, dass Du jetzt zu uns gefunden hast. Willkommen zurück ;)


    Auch wenn ich bereits das Buch beendet habe, interessiert mich jede Leserunde zeitlich unbefristet. Insbes. wenn Du jetzt dabei bist, wird es noch mal interessanter im Austausch.


    Dem kann ich vollumfänglich zustimmen ... bin auch schon fertig, habe aber noch lange nicht alle meine Kommentare gepostet und auch noch keine Rezi fertig. Aber so viel sei schon mal gesagt ... es wird die Bestnote mit fünf Sternen, ich mag deinen Schreibstil einfach unheimlich! 🤗💐

    Friedrich der Große, ein mächtiger Herrscher seiner Zeit !

    Mit ihrem neuesten Werk „Sieben Jahre“ hat die bekannte Autorin historischer Romane wohl ihr Meisterwerk geschaffen. Mit seinen über 800 Seiten, die in einem beeindruckenden Hardcover mit wunderschönem Farbschnitt verpackt wurden, eignet es sich nicht direkt als leichte Bettlektüre, aber das will Tanja Kinkel ja auch nicht erreichen. Sie widmet diesen biografischen Roman Friedrich dem II. und dem Siebenjährigen Krieg. Auf wirklich beeindruckende Weise macht sie ihre Leserschaft mit dem preußischen Krieg aber auch Friedrichs Familie und der Dienerschaft bekannt. Das Buch vermischt historische Fakten mit fiktiven Elementen, um ein Panorama von Krieg, Politik, Liebe und Verrat zu zeichnen.

    Der junge Friedrich und seine Geschwister sind geprägt durch die strenge, ja oft gnadenlose Erziehung ihres Vaters, dem Soldatenkönig, und tun sich manchmal schwer damit, Nähe zu zeigen oder gar Schwächen einzugestehen. Doch Friedrichs Zorn richtig sich nicht nur gegen den Vater, sondern vor allem auch gegen seine Erzfeindin Maria Theresia von Österreich, gegen die er einen erbitternden Krieg führt. Wie immer, kann es auch in diesem Krieg nicht nur Gewinner geben …

    Gut gefallen haben mir bei diesem Roman, dass man als Leser die Möglichkeit bekommt, das Geschehen aus völlig unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu dürfen. Hier kommen die Geschwister, mal mehr und mal weniger zu Wort aber auch dem Dienstpersonal wird eine Stimme gegeben.

    Vor Jahren habe ich die modernere Dokumentation "Friedrich – Ein deutscher König", in der Anna und Katharina Thalbach die Hauptrollen spielen, gesehen und schnell war mir beim Lesen dieses Buchs viel wieder präsent. Ich hatte Bilder im Kopf und das Kopfkino wollte gar nicht mehr aufhören! Wer die Dokumentation noch nicht kennt, dem sei hiermit vor oder nach dem Genuss des Romans ans Herz gelegt!

    Mit einer Authentizität, die wohl ihresgleichen sucht, schaffte Tanja Kinkel bei mir trotz der Opulenz ihres Werks eine Nähe und sogar Wärme zu den verschiedenen Charakteren, an die ich so gar nicht geglaubt hatte. Die Recherchearbeiten zu „Sieben Jahre“ müssen immens gewesen sein und hierfür spreche ich gerne meine Bewunderung aus. Dennoch möchte ich anmerken, dass man schon ein gewisser Geschichtsfan sein sollte, um dieses Buch genießen zu können.

    Trotz ein paar Längen, die wohl bei diesem Umfang fast unumgänglich sind, hat mich dieses Buch berührt und beeindruckt, wofür ich gerne strahlende vier von fünf Sternen vergeben möchte. Traut euch ran an diesen prachtvollen Wälzer und taucht ein in die Geschichte, die bei mir viele Wissenslücken schließen konnte.

    Ich glaube, wenn ich könnte, ich möchte - also nicht arbeiten müsste - würde ich auch da sitzen und das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich kann euch da also sehr gut nachfühlen.

    Ich konnte letzte Nacht leider nicht gut schlafen, da kam mir das Buch gerade recht ... tagsüber habe ich arbeitsbedingt leider auch eher wenig Lesezeit ;)

    Ich fand es super herzerwärmend zu lesen, dass Leo in einer fördernden Umgebung ohne Stress aufblüht.

    Oh ja, das hat mich auch sehr berührt ... er war ja eben auch einfach nur ein wenig langsamer und unsicherer als andere Kinder und nicht wirklich "behindert" ... ein schreckliches Wort aber mir fällt kein besseres ein ...

    Nora tritt ihren Dienst in Danzig an und lernt dort Lieselotte „Lotte“ Plass aus Nürnberg kennen, die zu Beginn des Abschnitts noch zuversichtlich ist, in ein paar Wochen den Krieg zu gewinnen und deren Zuversicht immer weiter schwindet.

    Ja, sie war ja direkt mehr als zuversichtlich ... sie glaubte, dass Hitlers Art von Politik richtig war und auch zum Erfolg führen würde. Ob ich wohl ähnlich gedacht hätte? Man will sich ja selbst immer als jemand sehen, der "denen" nie auf den Leim gegangen wäre aber sicher bin ich mir da keineswegs!

    Leo lebt inzwischen bei der Familie, da es bei Joop nach dem Auffliegen der Widerstandsgruppe nicht mehr sicher ist. Hier hat mir der Termin beim Lehrer Angerer gut gefallen: Lenes Mutter lügt, dass sich die Balken biegen, und erzählt dem Lehrer glaubhaft, dass Leos Einschränkungen von einer überstandenen Hirnhautentzündung herrühren. Das hat mir gut gefallen.

    Ja, manchmal wächst die Mutter wirklich über sich hinaus. Da habe ich sie auch direkt bewundert!

    Langsam klärt sich so einiges: Als Nora ihre Schwägerin Elisabeth am Telefon hat, meint diese, Nora wäre schon lange tot. Und als Nora mit ihrer langjährigen Freundin Trude telefoniert, spricht diese sie mit „Lotte“ an. Also hat Nora sich lange Jahre als Lotte ausgegeben, vermutlich um nie für Dr. Pfeifers Tod belangt werden zu können. Ich gehe davon aus, dass Lotte im letzten Abschnitt durch die Verschleppung irgendwie zu Tode kommen wird und Nora diesen Umstand für sich nutzt, um irgendwie davon zu kommen.

    Oh, da bist du aber schnell auf des Rätsels vermeintliche Lösung gestoßen ;)

    Dazu passt auch irgendwie, dass der arme Ferdinand von einer Granate getroffen wird und stirbt, so dass es leider kein Happy End für ihn und Lotte geben kann.

    Das fand ich auch sehr traurig, aber Lotte glaubt bis zum Schluss daran, das versöhnt ...

    Ihr müsst mich echt entschuldigen, dass ich so durch das Buch rase, aber das Buch hat so einen enormen Lesesog entwickelt, ich kann es kaum zur Seite legen und ich habe heute viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel Lesezeit.

    Jep, mit dem Lesesog kann ich dir absolut zustimmen ... ich konnte das Buch am Schluss auch nicht mehr aus der Hand legen ... ;)

    Ich fand den Buchanfang auch schon so stark. Und das hat sich bis zur letzten Seite durchgezogen. Kein Wunder, dass ich so fix mit dem Buch durch war!

    Ich bin ja auch schon durch, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, es wurde immer stärker und spannender, finde ich.


    Mechtild Borrmann hat einen ganz besonderen Schreibstil ... eher ein wenig herb und sachlich, aber genau das schätze ich so an ihr. Ich finde, das hebt sie aus der Masse ab!

    Habe den ersten Abschnitt auch gelesen ... das ging ja ratzfatz!


    Mensch, arme Lene, das tut mir alles so leid für sie an wen sie da ran geraten ist. Ihr Mann ist ein ganz fürchterlicher Mensch, der natürlich abstreitet mit dem "Blödmann" verwandt zu sein. Dass er sie zudem noch schlägt und die Mutter es abtut als wäre das eben nun mal so ...


    Aber die Eltern hatten sie ja schon im Stich gelassen, als sie sie wegschickten vom Hof ... puh, man möchte nicht tauschen.


    Bei der Frau in der Gegenwart tippe ich auf Nora, die Krankenschwester. Mal sehen, wie sich das entwickeln wird.


    Dies hier ist jedenfalls ein Buch, das ich so gar nicht aus der Hand legen möchte und heute habe ich frei ... gefährlich ;)