Beiträge von Avila

    Sophie liebt das Wiener Café ihres Onkels und würde am liebsten jeden Tag dort arbeiten. Aber ihre adlige Herkunft lässt dies nicht zu. Auch fordert ihre Freundin Mary immer mehr von ihrer Zeit ein, als Mary sich unsterblich in den Kronprinzen Rudolf verliebt. Mary versucht alles, um seine Aufmerksamkeit auf sich zuziehen - ungeachtet jeglicher Konventionen - während Sophie und Rudolfs Freund Richard versuchen diesem Einhalt zu gebieten.


    Dieser Roman ist wesentlich komplexer vom Inhalt her, so dass ich mich relativ schwer tu, die Handlung in drei Sätzen zusammenzufassen.

    Wir haben die adlige Sophie, die gerne im Café ihres bürgerlichen Onkels aushilft und auch ansonsten eher wenig mit der adligen Gesellschaft anfangen kann, bis ein Adliger ihre Aufmerksamkeit erregt und ihr Herz einen Strich dadurch macht. Auch ihre Mutter, die sich aus den adligen Kreisen immer mehr zurückgezogen hat, wird durch ihren neuen Mann gedrängt, wieder die Kontakte zu intensivieren, die sie eigentlich abbrechen möchte.


    Dann gibt es Mary, die dem Traumgespenst in Gestalt von Kronprinzen Rudolf hinterher jagt und wie ein Groupie anschmachtet. Auch Rudolfs Perspektive wird in dem Roman geschildert und wir bekommen einen Einblick in das Leben der Kaiserfamilie mit Kaiserin Sisi an der Spitze, auch wenn diese in diesem Roman wenig Raum einnimmt. Daneben gibt es dann noch den verarmten aus dem Hochadel entstammenden Richard von Löwenstein, aus dessen Sicht man den Hochadel mit all den Schattenseiten erlebt.


    Als das zusammen ergibt einen spannenden Roman, der ausgehend von dem schönen heimligen Café Prinzess den Kronprinzen Rudolf und sein Schicksal in den Mittelpunkt stellt. Marie Lacrosse weiß es dabei, das Wien des 19. Jahrhunderts so schön und bildhaft zu beschreiben, dass man sich nahezu in diese Zeit hineinversetzt fühlt und die Mokkaprinzentorte auf der eigenen Zunge schmeckt.


    Ich persönlich habe jede Seite des Buches mit Freude gelesen und freue mich sehr auf die Fortsetzung, auch wenn das Buch erstmal an sich abgeschlossen ist. Doch das Ende bietet einen Ausblick, was in Band 2 passieren wird, den ich wahnsinnig spannend finde!

    Ein spannendes Ende! Was mir persönlich sehr gefällt, ist dass das Buch an sich abgeschlossen ist. Zwar macht die Aussicht auf Sophies Anstellung bei Hofe Geschmack und Lust auf Band 2, aber in diesem Buch sind ja vor allem Mary und Rudolf im Mittelpunkt und deren Geschichte ist zu Ende erzählt. Band II wird auch noch mal spannend, wenn es um Richard und Sophie geht. So ganz kann ich noch nicht glauben, dass Richard am Ende auch Amalie heiraten wird. Zumal die Heirat ja sogar noch verschoben wurde, sodass theoretisch noch mehr Zeit wäre für die zwei zusammen zu finden.


    Die Beerdigung von Mary ist wirklich traurig. Wie unfair da mit den beiden umgegangen wird, ist schon der Wahnsinn. Während Rudolf ein richtiges Begräbnis mit allem drum und dran bekomme, muss Marys Familie sich mit so einem anonymen Begräbnis abfinden. Dass die beiden nicht zusammen vergraben werden, war ja eigentlich von vornherein klar. Aber das Mary dann so begraben wird fand es schon sehr traurig, vor allem da sie kann sich eigentlich keinen Selbstmord begangen hat.


    Sofie gerät durch den Brief von Mary auch noch mal in den Fokus. Sehr spannend, ich hatte mir ja schon überlegt, ob sie einfach so viel Geld raus schlägt, sodass sie Richard mehr oder weniger frei kaufen kann, sodass er sie ehelichen kann. Allerdings weiß ich auch gar nicht, ob es bei Richard und Amalie wirklich nur noch um das Geld geht oder ob die Familie auch noch mehr in der Hand hat gegen Richard. Ich bin sehr gespannt, ob der Brief noch mal eine Rolle spielen wird oder nicht. Aber erstmal war es ja wahrscheinlich auch der Weg, um Sophie zu Sisis Hofdame zu machen.


    Auf jeden Fall fand ich das Buch super spannend und interessant und ich freue mich schon sehr auf die folgebände!

    Ein bisschen zog sich dieser Abschnitt auch für mich in die Länge. Bis es dann endlich zum Mord und Selbstmord von Mary und Rudolf kommt, dauert schon ziemlich lange. Das Hin und Her zwischen Mary und Rudolf und die kleinen Andeutungen und Geheimnisse, die Sophie und Richard aufdecken, aber dann auch wieder zerstreut werden, das war mir persönlich auch ein wenig zu ausführlich. Dennoch war es spannend zu lesen, wie sich alles entwickelt. Mir sagt der Schreibstil einfach auch sehr zu. Aber ich hätte mir gewünscht, dass Sophie und Richard mehr Raum bekommen.


    Die arme Sophie erfährt aus der Zeitung von Richards Verlobung. Das ist natürlich ein herber Schlag für sie und ich kann sehr gut verstehen, dass sie da sehr verletzt ist. Richard hätte ihr durchaus vorher schon davon erzählen können und hätte ihr auch besser erklären können, was ihn zu dieser Entscheidung bewogen hat. Ihr dann im Nachhinein eine Liebschaft anzubieten, hat schon einen sehr komischen Nachgeschmack. Dass unsere Sophie das von sich weist, vor allem wo sie gerade miterlebt, was mit Mary und Rudolf passiert, ist nur allzu verständlich. Auch bin ich doch sehr erleichtert, dass Sophie dann doch noch so vernünftig ist und entsprechend reagiert.


    Marys Verhalten in der Öffentlichkeit ist wirklich Wahnsinn. Sie hat jegliches Schamgefühl anscheinend verloren. Wie sehr sie sich in diese Liebe hinein steigert, das kann man wirklich nur mit ihren jungen Jahren begründen. Ich sehe das ähnlich wie manche hier, und glaube auch eher weniger an Liebe auf den ersten Blick. Allerdings kann man diese erste Verliebtheit schnell mit der großen Liebe verwechseln, weil sie doch sehr starke Gefühle hervorrufen kann. Für mich ist Liebe aber auch ein etwas solidaris Gefühl, das vielleicht weniger aufbrausend aber dafür umso tiefer sitzt.

    Ich bin noch nicht ganz durch, habe diesen Abschnitt aber bisher verschlungen. Diese Irrungen und Wirrungen um Rudolph und Mary waren einfach sehr kurzweilig. Mit gehen beide zwar immer noch auf die Nerven, aber was soll's.

    Ging mir ähnlich. Auf der einen Seite war das alles sehr kurzweilig und unterhaltsam zu lesen, aber deren Verhalten ist schon auch anstrengend. Vor allem Mary nötigte mir einige Nerven ab. :D


    Lachen musste ich als sich Richie sorgt, dass Rudolph Mary entjungfern könnte... interessiert doch bei den anderen, nicht-adeligen Mädels auch niemand. Diese Denkweise macht mich wahnsinnig.

    Ich hatte das mehr darauf bezogen, dass er Angst hatte, dass Rudolf Mary mit Syphilis infizieren könnte. Klar, die Jungfernschaft spielt mit eine Rolle, aber die Krankheit ist quasi der Tod.

    Was für ein spannender Abschnitt! Aber bevor ich meine Eindrücke schildere, wollte ich noch kurz anmerken, dass ich nicht denke dass Mizzi dem Tod entkommen ist, denn immerhin hat Rudolf sie höchstwahrscheinlich auch mit Syphilis infiziert. Dieses Schicksal hat Mary ja anscheinend noch nicht ereilt, auch wenn alle Anzeichen darauf hindeuten, dass ihr Schicksal auch nicht so viel besser sein wird.


    Es ist irgendwie sehr rührend, wie Richard und Sophie sich um Rudolf und Mary Sorgen. Auch wenn ich manchmal denke, dass sie das vor allen Dingen tun, damit sie sich selber nah sein können. Das finde ich aber auch vollkommen legitim. Denn ihre Sorge um die beiden ist ja nicht nur vorgeschoben. Die Sorge der beiden teile ich auch. Mary ist wirklich in einem absoluten waren! Alleine ihre Gedanken zu dem Gemälde waren absolut gruselig. Dass sie da bei Rudolf auf einen Nerv trifft, war ja klar. Wie sie allerdings auf sich aufmerksam macht, würde ich sogar in der heutigen Zeit als übertrieben und seltsamen auffassen. Alleine daran merkt man schon, wie besessen sie doch von Rudolf ist. Eine solche Besessenheit kann eigentlich nie gut enden. Marie Louise hingegen finde ich mittlerweile auch weniger sympathisch. Geldsorgen hin oder her, aber wie sie berechnend Mary ins offene Messer laufen lässt, nur um wirklich wahnsinnig viel Geld abzugreifen, ist wirklich kein besonders edler Charakterzug. Auch mich würde interessieren, warum sie so viel Geld braucht, aber ich denke, dass wir da sicherlich noch eine Aufklärung erhalten werden.


    Mit Rudolf habe ich mittlerweile nur noch Mitleid. Er verhält sich zwar absolut egoistisch, aber daran sieht man auch wie sehr er in seiner Krankheit gefangen ist. Außerdem merken wir immer mehr, wie es ihn belastet, dass seine Mutter ihn so gar nicht beachtet. Seine Schwester hingegen bekommt die volle Aufmerksamkeit von Sisi.


    Der Kuss zwischen Richard und Sophie war so süß und längst hinfällig. Aber ich habe auch große Sorge, wenn ich auf die anstehende Verlobung schaue. Das wird Sophie sicherlich aus allen Wolken hauen und ich hoffe dass die beiden sich dabei nicht ganz über werfen werden. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob die beiden wirklich noch zusammenfinden werden. Denn ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll.

    Mary empfinde ich ähnlich anstrengend wie ihr. Dass Sophie es mit ihr aushält, erstaunt mich, wo die beiden doch so verschieden sind. So ganz kann ich ihre Gedanken auch nicht nachvollziehen, wie sie so besessen von Rudolf sein kann. Aber auch mir ging jegliches Fangirl-Gehabe als Jugendliche ab... Na ja, aber sie scheint ja sogar tatsächlich Erfolg damit zu haben. Das kann ich auch nur auf Rudolfs geistige Ummachtung schieben.


    Sophie gefällt mir richtig gut. Wie sie sich Gedanken um das Café macht und richtig einbringt, ist total sympatisch. Das zeigt auch, dass sie keinen Standesdünkel hat. Ihre Schwärmerei für Richard finde ich ziemlich niedlich. Auch das kann man als naiv empfinden, aber er ist der einzige Mann, der jemals sowas wie Interesse gezeigt hat - oder zumindest empfindet sie es so. Ihr "Wert" auf dem Heiratsmarkt scheint ja schon wesentlich höher zu sein.


    Richard macht sich langsam. So ganz koscher ist er mir zwar immer noch nicht, aber gerade die Szene, in der er nicht über den Sarg springt, spricht bspw. für ihn. Seine Gefühle für Sophie sind auch sehr süß, allerdings ist der Umgang damit nicht so ganz fair. Eigentlich müsste er sie sich aus der Kopf schlagen, wo seine Heirat mit Amalie nicht umgehen kann. Ich bin gespannt, was sich da noch entwickeln wird.

    Was man über Amalie liest, vor allem wie Richard über sie denkt, ist ja noch nicht mal annähernd eine Basis für eine Ehe. Wie furchtbar Menschen damals in ein furchtbares Schicksal gedrängt wurden...

    Rudolf ist wirklich ein ein krankes Wrack, wenn ich das so sagen darf. Depressionen würde ich ihm mir seinen sehr krassen Suizidgedanken auf jeden Fall diagnostizieren. Hinzukommen die beiden Geschlechtskrankheiten... Mal abgesehen von dem körperlichen Folgen und dass er sich nun auch neben dem Tripper noch die Syphilis eingefangen hat, finde ich es einfach unverantwortlich, dass er einfach weiterhin mit all möglichen Frauen schläft. Um dem die Krone aufzusetzen, steckt er sogar seine so geliebte Mätresse Mizzi an... Und will ihr das noch nicht mal sagen. Ich bin ein wenig fassungslos, wie unverantwortlich er handelt.

    Seinen Verfall mitzuerleben, finde ich aber ebenso erschütternd und löst sich großes Mitleid mit ihm aus. Er sieht für sich ja gar keinen Lebenssinn mehr. Politisch ist er in eine Position gezwungen, die ihm nicht behagt, persönlich läuft es in der Ehe gar nicht, es gibt keine Anerkennung von seinen Eltern und dann noch seine schlechte körperliche Verfassung... Mit ihm will man wirklich nicht tauschen. Ich fürchte ein schlimmes Ende mit ihm!


    Zu den anderen Themen später mehr... :)

    Ich finde den Wien-Flair in dem Buch total gut rüber gebracht. Mein Mann war vor drei Jahren für ein paar Monate in Wien, so dass ich einige Wochenenden dort verbracht habe und es ist einfach eine tolle Stadt mit Charakter. So kann ich mir sehr viele Orte gut vorstellen, auch z.B. die Heurigen, die ja schon sehr besonders sind.

    Ich finde es total spannend, wie ein Buch unterschiedlich auf Menschen wirken kann. Man liest ein Buch ja sowieso viel aufmerksamer in einer Leserunde und hinterfragt Darsteller viel genauer, als wenn man es alleine lesen würde. Geht mir zumindest immer so.

    Ja das stimmt. Ich lese ein Buch auch viel aufmerksamer in einer Leserunde. Das ist ja der Spaß an der Sache! :) Man kann sich viel besser auf alles einlassen.


    Das Rezept ist vorne um Umschlag😋😋

    Oh, das habe ich auch noch nicht entdeckt. Da kommt man ja direkt in Versuchung!

    Marie Lacrosse

    Wenn ich Personen "kritisiere", nehme das nicht als Kritik auf. Ich schildere nur meine Emotionen. Denn ich gebe dir ansonsten vollkommen Recht. Das Buch wäre langweilig und weniger lesenswert, wenn Richard (schon?) perfekt wäre, genauso wie Henriette. Also von daher nehme ich die beiden genauso auf, wie von dir beabsichtigt.


    Die österreichischen Wörter mag ich auch sehr. Die geben dem Buch etwas Authentisches. Zuviel sollte es natürlich nicht sein, denn dann würde ich selber kein Wort mehr verstehen. Aber hier finde ich die Mischung sehr ausgewogen.

    Ich bin auch erstaunlich gut und schnell in die Geschichte reingekommen. Mein erster Eindruck ist auf jeden Fall noch positiver als beim Weingut. Allerdings mag ich Wien und die Zeit auch sehr gerne!


    Ich habe in Wien auch das Sisi-Museum mir angeschaut, wo ihre Figur nicht nur verkitscht dargestellt wurde. Ich konnte sogar ihre privaten Räume sehen, die in sofern besonders waren, weil sie Sportgeräte dort eingebaut hat, wie bspw. eine Sprossenwand. Sie war ja wirklich fanatisch, was ihren Körper anging. Heute würde man ihr eine Magersucht diagnostizieren. Rudolf habe ich allerdings nur vom Musical "Elisabeth" in Erinnerung. Ich bin gespannt, wie sich das noch weiterentwickelt und war ein wenig überrascht, wie nah wir an der Kaiserfamilien tatsächlich sind. Auch hätte ich Rudolf gar nicht so "modern" eingeschätzt.


    Richard ist mir bisher noch gar nicht sympathisch. Seine Frauengeschichten sprechen nicht für ihn. Höchstens sein Benehmen, aber das führe ich auch eher auf seine Erziehung zurück. Die Geschichte mit Olga ist besonders bitter, aber auch hier hält sich mein Mitleid in Grenzen. Es gab so viele Warnhinweise, aber er hat sie alle missachtet. Ja, rosarote Brille ... Aber dennoch


    Sophie hingegen ist mir sehr sympatisch. Auch wenn ich Mitleid mit ihr habe, bei der Familiengeschichte. Ihr Stiefvater ist wirklich ätzend und so ganz konnte ich nicht nachvollziehen, dass Sophies Mutter wieder so schnell geheiratet hat...

    chiclana

    Das mit dem Spitznamen geht mir ähnlich. Hm.