Beiträge von Lorelle

    Ich habe ihn auch schon gelesen und war begeistert. Mein persönliches Highlight: Der römische Legionär Fakenius, der überall Verschwörungen sieht. :grin

    Der Titel und die Buchbeschreibung ließen mich befürchten, dass die Handlung ähnlich phantastisch sein könnte wie "Gallien in Gefahr", die einzige Geschichte aus der Reihe, die mir überhaupt nicht gefallen hat. Das Ziel der Suche nach dem Greif haben die neuen Autoren aber gut gelöst.

    Die Bemerkung von Heike zu den stark reduzierten Lateinzitaten ist zutreffend, wie mir gerade klar wird. Seltsamerweise ist mir das beim Lesen gar nicht aufgefallen.

    Persönlich finde ich jedenfalls, dass Ferri und Conrad sehr würdige Nachfolger sind.

    Emma habe ich schon vor vielen Jahren gelesen, Leserunden finde ich für mich ungleich spannender bei noch unbekannten Büchern. Direkt teilnehmen werde ich an der Leserunde also nicht, aber natürlich sehr interessiert eure Kommentare lesen. Emma ist ein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt - und der Schluss im Garten... Zum Dahinschmelzen. :love:

    Seitdem ich mich in den letzten Jahren verstärkt mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetze, hat dieses Buch bei mir einen ganz aktuellen Nerv getroffen – auch wenn es schon vor zehn Jahren veröffentlicht wurde.

    Mir hat das Buch ganz ausgezeichnet gefallen, die thematische Auseinandersetzung mit dem großen Schweizer Lebensmittelkonzern halte ich leider überhaupt nicht an den Haaren herbeigezogen... Ich esse zum Beispiel schon seit vielen Jahren keinen Joghurt mit zugesetztem Erdbeeraroma mehr. Nachdem ich mal in einer Doku gesehen habe, wie dieses Aroma hergestellt wird, kommen mir nur noch echte Früchte in den Joghurt. Üblicherweise vermeide ich aber eher das Ansehen solcher Doku-Sendungen, das Leben danach wird sonst ganz schön anstrengend. <X

    Komplett neu war für mich, dass Natriumglutamat auch schizoide Episoden hervorrufen kann.

    Der Autor weist allerdings auch darauf hin, dass bestimmte Produkte bei der großen Zahl an Konsumenten nicht anders zur Verfügung gestellt werden können, Stichwort ist hier die Vanille.

    Auch wenn mich das Thema besonders angesprochen hat - es ist kein Fachbuch, sondern ein solider Krimi, der sich an der Lebensmittelindustrie aufhängt und auch ohne jegliche Vorkenntnisse gut zu verstehen und spannend geschrieben ist.


    Im Gegensatz dazu fand ich die Auseinandersetzung mit der Sterne-Küche amüsant. Für mich hat dieser Teil den Krimi sehr aufgelockert, auch wenn ich nicht sicher bin, dass dies vom Autor so beabsichtigt war. ;)


    Der Held des Romans ist ein Typ mit Ecken und Kanten, dass ist mir persönlich viel sympathischer als glattgeleckte Super-Ermittler. Die Szene in der Berghütte am Ende fand ich etwas sehr dick aufgetragen, sie hat bei mir aber auch keine negativen Gefühle hinterlassen.


    Insgesamt fand ich dieses Buch einfach nur gut. Die Lust, Luxemburg mit dem Auto nicht nur zu durchqueren, sondern einmal gezielt hinzufahren, gab es noch obendrauf. :thumbup:

    Zum Inhalt wurde hier schon viel geschrieben, da möchte ich nichts wiederholen.


    Das Buch spielt in einer Zeit, über die ich praktisch nichts weiß, weil ich zu der Generation gehöre, deren Schulbildung sich dermaßen mit der Weimarer Republik und dem Zweiten Weltkrieg beschäftigten, dass für alles danach keine Unterrichtszeit mehr blieb.

    Tatsächlich war dies einer der Gründe, mich für diese Leserunde anzumelden. Gleichzeitig war ich skeptisch, weil historische Romane mir meist überhaupt nicht gefallen. Am Ende war dieses Buch eine positive Überraschung für mich und gehört definitiv zu meinen Lesehighlights 2021.

    Das Buch hat mein Interesse an diesem Zeitabschnitt der noch jungen Demokratie geweckt und ich möchte nun auch unbedingt einmal eine Adenauer-Biografie lesen.

    Über die Autorin:

    Dorothy Leigh Sayers,. Geboren am 13. Juni 1893 als Tochter eines Pfarrers und Schuldirektors aus altem englischen Landadel, war eine der ersten Frauen, die an der Universität ihres Geburtsorts Oxford Examen machten. Sie wurde Lehrerin in Hull, wechselte dann aber für zehn Jahre zu einer Werbeagentur über. Schon in ihrem 1926 erschienenen Erstlings „Der Tote in der Badewanne“ führte sie die Figur ihres eleganten, finanziell unabhängigen und vor allem äußerst scharfsinnigen Amateurdetektivs Lord Peter Wimsey ein, der aus moralischen Motiven Verbrechen aufklärt. Ihre über zwanzig Detektivromane, die sich durch psychologische Grundierungen, eine Fülle bestechender Charakterstudien und eine ethische Haltung auszeichnen, sind inzwischen in die Literaturgeschichte eingegangen. Dorothy L. Sayers starb am 17. Dezember 1957 in Witham/Essex.


    Über das Buch:

    Taschenbuch, Neuausgabe November 2000

    Englische Originalausgabe 1927

    Wunderlich Taschenbuch-Verlag

    Originaltitel: Unnatural Death

    ISBN-10: 3499262908

    ISBN-13: 978-3499262906


    Inhalt:

    Es sieht nach dem perfekten Mord aus, doch Lord Peter Wimsey ist nicht so leicht zu täuschen. Miss Dawson litt zwar schon länger an ihrer Krebskrankheit, dennoch kommt ihr Tod überraschend. Sie versäumte es, rechtzeitig ein Testament aufzusetzen, sodass einige unvorhergesehene Nutznießer unter Verdacht geraten, dem Ableben der älteren Dame etwas nachgeholfen zu haben. Ein ziemlich vertrackter Fall für den blaublütigen Detektiv mit dem scharfsinnigen Verstand. Bei seinem Bemühen umd die Aufklärung der sonderbaren Todesumstände läuft er unmittelbar selbst Gefahr, Keines natülichen Todes zu sterben.


    Meine Meinung:

    Ich hatte vor Jahren schon einmal Bücher von Dorothy L. Sayers gelesen, hatte aber nur noch wenig Erinnerung daran. Jedenfalls hatte ich keine Ahnung mehr, wie vielschichtig und wie offen die Autorin das Leben der damaligen Zeit beschreibt. Es ist eben doch ein großer Unterschied, ob man zeitgenössische Autorinnen liest oder sog. historische Krimis. Das hatte mir sehr, sehr gut gefallen, so dass ich mich entschloss, nach und nach alle Romane in der richtigen Reihenfolge lesen. Dieses ist der dritte Band um Lord Peter Wimsey.

    Die Szenen, in denen über die Verstorbene gesagt wird, sie sei eine sehr moderne Frau gewesen, habe sich gegen ihre Familie durchgesetzt und als Pferdezüchterin selbstständig gemacht - „das waren noch andere Zeiten, anders als heute wo das für die jungen Dinger ganz normal ist“ (geschrieben 1927!!!) fand ich einfach herrlich.

    Sogar Rassismus wird am Rande ebensoso thematisiert wie kritisiert.

    Die Szenen um Lord Peter haben mir auch wieder sehr gut gefallen. Natürlich möchte ich hier nicht zuviel verraten, aber der Kuss mit Mrs. Forrester und die Schlüsse, die der Lord daraus zieht... Ermittlungsergebnisse der besonderen Art :lache


    ASIN/ISBN: 3499262908

    Also die anderen von mir sind auch gut, die Klappentexte meine ich. Selbst loben darf man sich ja nicht, :winkt

    :rofl

    Du hast mit diesem Lacher gerade meinen Tag gewaltig verbessert!

    Ich hatte ja schon geschrieben, dass historische Romane nicht mein bevorzugtes Lesefutter sind.

    Aber bei so tollen Klappentexten werde ich bei Gelegenheit nachforschen, ob mich nicht doch etwas anspricht. :groehl

    Ich hatte meine Dankbarkeit darüber ja schon ausgedrückt, dass dieses Buch ohne Szenen auskommt, die mich würgen lassen.

    Mir geht es wie dir, Jörg. Unter Thriller habe ich immer eher Polit- oder Spionage-Thriller verstanden. Mit Stephen King kam dann der Horror-Thriller dazu.

    Und dann waren Thriller plötzlich Bücher, die man vor dem Lesen schräg halten musste, damit die vielen Liter Blut herauslaufen. Diese Entwicklung gefällt mir nicht, aber mich fragt ja keiner. :lache Offenbar gibt es genug Menschen, die es kaufen und die, die wie ich vorsichtig bei der Aufschrift Thriller geworden sind, sind wirtschaftlich uninteressant.


    "Die Akte Adenauer" sehe ich als Polit-Thriller. Mit genau dieser Bezeichnung habe ich mein Exemplar an meine Patentante ausgehändigt. Bevor diese Diskussion hier begann.:)

    Vermutlich auch eine Generationenfrage, wie man den Begriff versteht?


    Gerade fühle ich mich uralt:yikes

    Und ... inwieweit waren die von Berte Bratt vermittelten Vorstellungen kompatibel mit der Realität? :schnellweg

    Da ich Berte Bratt gelesen habe, kann ich mitreden: Im gleichen Umfang wie deine Indianerbücher :crazy

    (Aus heutiger Sicht finde ich eher das Frauenbild problematisch, nicht das der Männer. Aber die Bücher waren eben auch Kinder ihrer Zeit)

    In jungen Jahren mit meiner ersten Mikrowelle, die auch eine Aufbackfunktion hatte, habe ich auch ein Brötchen aufbacken wollen, als ich morgens schnell unter die Dusche ging. Leider hatte ich nicht darauf geachtet, dass neben der Ofenfunktion auch die Mikrowelle noch an war. Als ich aus der Dusche kam, war die gesamte Wohnung verqualmt und das Brötchen ein Stück Kohle. Ich bin etwas panisch zum Küchenfenster gestürmt, habe es aufgerissen und nur noch gebetet, dass die Bewohner der anderen Straßenseite nicht die Feuerwehr rufen bei der schwarzen Wolke, die da rausging.

    Zu meinem Glück ist das nicht passiert und das war viele Jahre vor den Rauchmeldern. Aber die Wohnung hat mehrere Tage intensiv gerochen, trotz mehrerer Putzorgien. :lache

    Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in der Schule irgendetwas über Adenauer gelernt hätten. Die einzigen Nachkriegsthemen waren Kriegsheimkehrer (Draußen vor der Tür) und das Wirtschaftswunder.

    Immerhin hattest du Nachkriegsthemen. Bei mir war in jeder Schulform 1945 Schluss.

    Dieses Zitat aus "Generation Golf" von Florian Illies kann ich unterschreiben:

    Die Moral, so haben wir gelernt, beginnt immer erst, wenn es zu einer durch deutsche Großmächte verschuldeten Katastrophe kam. Und weil wir so oft die Jahre von 1933 bis 1945 in allen ihren Verästelungen durchgenommen haben, wissen wir leider so gut wie nichts über die Zeit danach. Bis zur Kubakrise, dem Vietnamkrieg oder zu Willy Brandt haben wir es nie geschafft. Und schon war das Schuljahr wieder vorbei. Und im nächsten begann man wieder mit dem Ende der Weimarer Republik. So kommt es, dass wir über die Zeit nach 1945 nur wissen, dass irgendwann Helmut Kohl kam.


    Also, ich gebe es zu:

    Das Buch macht auf mich von der gesamten Aufmachung her schon den Eindruck, so ein Männerding zu sein. Ich habe vor Jahren in einer Lesung von Kerstin Gier die Erklärung gehört, ihr damals neu erschienenes Buch sei vom Verlag mit rosa Cover und pastellfarbenen Blümchen versehen worden, damit in einer Buchhandlung bloß kein Mann versehentlich nach dem Buch greift. :rofl

    Das hier ist quasi ein Gegenstück.

    Aber was mich ohne Leserunde und ohne vorherige Beschäftigung mit der Thematik des Buches wirklich abgeschreckt hätte, war die Formulierung im Klappentext: rechtsgerichtete "Wölfe Deutschlands".

    Ich gehöre zu einer Generation, die in der Schule mehrere Jahre so mit der Thematik beschossen wurde, dass bei mir jedes, wirklich jedes Interesse erloschen ist.

    Ich fürchte, dass ich zufällig in der Buchhandlung nicht geglaubt hätte, dass das Buch wirklich den Schwerpunkt in 1953 hat, zumal ich - wie schon geschrieben - sonst auch nicht gern historische Romane lese.


    Daher bin ich in mehrfacher Hinsicht wirklich froh, an dieser Leserunde teilgenommen zu haben und das Buch auf diesem Weg "entdeckt" zu haben.


    Ich hoffe, dass war verständlich formuliert...

    Was mir noch einfällt und für mich zunehmend ein wichtiges Kriterium wird: Ich finde die Geschichte angenehm unblutig. Damit meine ich nicht die Anzahl der Leichten (die sind auch nicht so wenig, mitgezählt habe ich nicht), sondern den Verzicht auf eine magenhebende Beschreibung der jeweiligen Wunde/Verletzung.

    Mein Exemplar gebe ich heute an meine Patentante weiter, der ich gestern schon von dem Buch vorgeschwärmt habe. Ich freue mich auf den anschließenden Austausch mit ihr - 1953 war sie noch zu jung zum Wählen, hat die Zeit aber schon bewusst miterlebt. Ich bin wirklich auf ihre Meinung zu Adenauer gespannt.

    Ich bin jetzt durch und noch irgendwie mittendrin in der Geschichte.

    Gerade überlege ich ernsthaft, welches Buch ich jetzt in die Hand nehme - nach diesem Buch keine einfache Entscheidung.


    Streifi hat schon viel von dem geschrieben, was mir auch durch den Kopf ging. Und auch mir hat es richtig gut gefallen. :) Mich spontan noch zu dieser Leserunde anzumelden, war eine tolle Entscheidung für mich.


    Allerdings bleibt am Ende ein Widerspruch für mich: Adenauer wird sehr sympathisch dargestellt, was er nach den Texten, die ich frei im Internet über ihn gelesen habe, wohl nicht war. Wie in der Leserunde schon geschrieben wurde, der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.


    Jörg : Ganz herzlichen Dank für die Literaturliste. Ich bin jetzt angefixt und fest entschlossen, bis zu Band 2 eine Biografie gelesen zu haben :-]