Beiträge von Lorelle

    Man mag die Krimis von Agatha Christie oder eben nicht. Ich mag sie. :)

    Mir hat das Buch gut gefallen, ein richtig klassischer Detektivroman zum Mitraten und Miträtseln, einer Leiche am Anfang des Buches, und vielen - sehr vielen ;) - falschen Fährten). Wie so oft bin ich auf einige Dinge gekommen. Auf die wirklich entscheidenden Punkte wie den richtigen Täter aber natürlich wieder nicht :lache

    In meinen Augen eindeutig einer der besseren Krimis von Agatha Christie!

    Aber seltsam ist es schon, wie hat er die Jacke in der Toilette deponieren und auch wieder entfernen können, ohne dass es jemandem auffiel? Ist er mit seinem Handkoffer zur Toilette gegangen? Davon wurde ja nichts erwähnt. Aber diesen hätte er ja mit am Platz haben müssen, während das Gepäck doch am Ende des Ganges aufbewahrt wurde. Das erscheint mir dann doch weniger schlüssig.


    Die Jacke im Handkoffer (und daneben nur zahnärztlicher Kleinkram) ist mir beim Lesen der Liste wohl aufgefallen (ich dachte noch, dass das seltsam ist, nur eine einzelne Jacke im Koffer mitzuführen), aber die Zusammenhänge habe ich natürlich nicht durchschaut.

    Ich habe gestern Abend die Verfilmung gesehen. Darin hat er den Handkoffer auf dem leeren Platz neben sich und öffnet ihn kurz. Man sieht, wie er etwas weißes (das könnte z.B. auch ein Handtuch sein) herausnimmt, unter sein Jackett steckt und zur Toilette geht. Im Film wirkt das ziemlich unauffällig, auch weil die Jacken der Stewards aus eher dünnem Stoff sind.

    Allerdings wurden natürlich beim Film ein paar Änderungen vorgenommen, vor allem sind es weniger Personen. Jane ist im Film Stewardess und sitzt ihm nicht gegenüber.

    Lorelle

    Wir hatten ja kürzlich im Forum an anderer Stelle schon die Diskussion, wie originalgetreu Bücher übersetzt bzw. verlegt werden sollen.

    Der Zeitgeist und die Bücher oder ist das Zensur?

    Danke für den Hinweis. Ich bin nicht so oft im Forum und hatte es nicht gelesen.

    Ich habe auch jetzt nicht alles durchgelesen, möchte aber hier zu Agatha Christie anmerken, dass die amerikanischen Ausgaben bereits zu ihren Lebzeiten geändert wurden, weil ihre Darstellungen von Juden in den USA schon damals nicht gut aufgenommen wurden.

    Das wurde auch schon in einer früheren Leserunde angemerkt, aber ich habe erstmals bei diesem Buch gemerkt, was gemeint ist.

    auch "Itzig Andrew" ist sehr abwertend.

    Auch mir ist negativ aufgefallen, dass der unsympathische Chef jüdisch war. Und ich habe darüber nachgegrübelt, ob der Hoffmann & Campe Verlag das hätte ändern sollen. In diesem Punkt bin ich aber zu keinem eindeutigen Ergebnis gekommen. Beim N-Wort schon.

    Jetzt haben in der Leserunde 2024 schon einige das Buch durch und noch keiner hat etwas zum Schluss geschrieben?


    MIr hat das Buch sehr gut gefallen, ein richtig klassischer Detektivroman zum Mitraten und Miträtseln (und einer Leiche am Anfang des Buches). Wie so oft bin ich auf einige Dinge gekommen (mit N. Gale stimmt etwas nicht, es wurde kein Blasrohr benutzt). Auf die wirklich entscheidenden Punkte aber natürlich wieder nicht: Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass aus Jane und dem Zahnarzt am Ende nichts wird, weil er vielleicht anderweitig verheiratet ist oder sowas. Damit lag ich dann wieder richtig, aber die Zusammenhänge wären mir nie im Leben eingefallen :grin Und für den Täter habe ich ihn auch nicht gehalten. Allerdings wurde der Kreis der Verdächtigen schon etwas kleiner, Dr. Bryant, Venetia Kerr und die Stewarts wurden kaum noch erwähnt.


    Jedenfalls habe ich das Buch und die Leserunde sehr genossen! :)

    Nachdem ich das 13. Kapitel gelesen habe, finde ich ja, dass Jean Dupont besser zu Jane Grey passt.

    Obwohl mir Norman Gale auch leid tut, wie ihm scharenweise die Patienten weglaufen, weil er in einen Mordfall verwickelt ist, während Jane Grey von dem Mord zumindest kurzfristig beruflich profitiert.

    Leider ist dieses Kapitel auch ein Beispiel dafür, dass Agatha Christie ein Kind ihrer Zeit war und sie tatsächlich negative Stereotype verbreitet hat. Das N-Wort ohne Not in einer "modernisierten Neuübersetzung" zu finden, hat mich unangenehm getroffen.


    Aber zum Fall: Mit einem Kolbenfüller habe ich nie geschrieben, aber vermutlich kann man auch einen Teil davon als Blasrohr benutzen? :gruebel

    Die Verfolgungsjagd von Jane Grey und Norman Gale fand ich herrlich zu lesen :grin


    finsbury Klar, im Moment deutet alles, wirklich alles, daraufhin, dass Jane Grey die Tochter von Mme. Giselle ist. Und gerade dieses "alles" lässt mich zweifeln. ;)

    Vielen Dank für deine Nachforschungen, @ Lorelle. Ich bin, ehrlich gesagt, schockiert. In meiner Goldmann- Ausgabe steht tatsächlich, dass die gesamtdeutschen Rechte bei Scherz sind. Wie kann der Übersetzer an einer so wichtigen Stelle wie einer Indizienliste einfach etwas unterschlagen und dem Verlag fällt das erst nach Jahrzehnten auf?

    Ich habe vor kurzem in einer Analog- Leserunde Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" gelesen. Da hatten wir vier verschiedene Übersetzungen, die sehr unterschiedlich waren und manchmal zu Missverständnissen führten, aber niemals wurde eine Information unterschlagen.
    Finde ich schon heftig, aber du schreibst ja, das sei bei AC- Krimis Usus. Auweia!

    Das war vermutlich gar nicht der Übersetzer, sondern der Verlag selbst. Das hatte etwas mit der Seitenanzahl in den Taschenbüchern zu tun. Damit es auf den Druckbögen möglichst wenig Verschnitt gab, mussten Taschenbücher eine Seitenzahl haben, die durch eine andere (8?) teilbar war.

    Sowas erfährt man hier nebenbei bei Leserunden ;)

    Deshalb lese ich seit einiger Zeit nur noch die (ungekürzten) Neuübersetzungen. Die haben allerdings gelegentlich andere "Macken" - Miss Marple bekam im Bertram's Hotel plötzlich Mohnkuchen statt altmodischem Kümmelkuchen serviert.

    Meine Ausgabe ist von 2018 Verlag Hoffman und Campe, Übersetzerin Sabine Herting.

    Und die Haferflockenriegel werden bei dreien erwähnt.

    Die Atlantik Bücher erscheinen im Hoffmann und Campe Verlag. Meine Ausgabe ist von 2016, Übersetzerin Sabine Herting.

    Ich lese eine Ausgabe aus dem Goldmann-Verlag, in der nur der Übersetzer (Dr. Otto Albrecht van Bebber :grin) steht, aber nichts von Kürzungen. So was müssen Verlage eigentlich kennzeichnen. Es gibt bei den drei Damen keine Haferflockenriegel in der Liste, und wie du schon selber geschrieben hast, Lorelle , gab es die damals, zumindest abgepackt, noch nicht. Ich glaube, das ist eine neckische, eigentlich unzulässige Beifügung des Verlags oder Übersetzers deiner aktuellen Ausgabe, vielleicht lanciert von der Süßwarenindustrie:popcorn:mahlzeit.

    Ich habe gerade nachgeblättert in meiner alten Ausgabe: Dr. Otto Albrecht van Bebber als Übersetzer. Ich tippe, dass Goldmann irgendwann die Rechte für die Veröffentlichung gekauft hat, du aber im Grunde die Scherz-Ausgabe liest (nur eben in einem Umschlag von Goldmann). Ich habe noch nie einen offiziellen Hinweis von Scherz auf die Kürzungen gesehen, aber gerade bei diesen Leserunden sind sie ein Dauerthema/running gag. Irgendwann schrieb jemand, dass im "Wachsblumenstrauß" genau dieser herausgekürzt wurde. Bei der Leserunde war ich noch nicht dabei ;)

    Liest jemand das englische Original und kann wegen der "Haferflockenriegel" nachsehen?


    Nachtrag: Ich habe jetzt online gesucht und den englischen Text gefunden. Bei allen drei steht "flapjack", was tatsächlich der britische Markenname für einen Haferflockenriegel ist. Nie gehört, muss ich beim nächsten Besuch auf der Insel direkt mal suchen.

    Da waren uns die Engländer aber Jahrzehnte voraus :lache

    Ich habe gerade das achte Kapitel beendet, ich fand es eher langweilig, die Liste zu lesen.

    In meiner Ausgabe tragen Miss Kerr, Miss Grey und Lady Horbury je einen Haferflockenriegel bei sich. Die würde ich als Mordwaffe ja ausschließen :lache, war aber neugierig, was in der alten Ausgabe steht (nach meiner Erinnerung hat Anfang der 90er niemand von Haferflockenriegeln gesprochen, da war ich einfach interessiert).


    Ergebnis: In meiner alten Ausgabe existieren die Riegel überhaupt nicht. Wieder einmal zufällig eine der vielen Kürzungen des Scherz Verlages gefunden.:)

    Nun aber zum Plot und dem bisherigen Gelesenen:

    Für den Sitzplan vorne in meinem Buch bin ich sehr, sehr dankbar. In meiner alten Ausgabe von 1992 fehlt er tatsächlich.

    Inhaltlich kann ich mich, wie so oft, an gar nichts erinnern, obwohl ich bestimmt auch die Verfilmung gesehen habe.

    Ich frage mich, ob auch die Flöte als Blasrohr in Frage kommt. Immerhin hebt Dr. Bryant sie sogar an die Lippen, während Hercule Poirot neben ihm schläft.

    Dann frage ich mich aber auch, ob der Dorn nicht auf anderem Weg im Ziel gelandet ist.

    Eigentlich sehe ich keinen Grund, warum der Dorn mit einem Blasrohr abgeschossen worden sein muss. Tatsächlich halte ich es für sehr unwahrscheinlich, in einem vibrirenden Flugzeug so punktgenau mit einem Blasrohr zu schießen, dass über mehr als einen Meter die Halsschlagader getroffen wird. Warum nicht einfach zustechen? Das würde erklären, warum niemand ein Blasrohr gesehen hat. Dann wären auch die Stewards tatverdächtig.

    Oder: Mme Giselle wurde vor dem Flug betäubt und Dr. Bryant hat dann bei er Untersuchung zugestochen. Immerhin stammt die vermutete Todeszeit von ihm selbst.

    Oder: Der Dorn steckte an einem Kleidungsstück des Opfers, z.B. einem Schal, den sie sich selbst während des Fluges umlegte. Dazu steht nichts im Text, ich lasse hier nur meine Fantasie spielen ;)

    Norman Gale würde ich keinesfalls ausschließen, Jane Grey schon, obwohl ich beides nicht begründen kann - reines Bauchgefühl.