Beiträge von Lorelle

    Besteht generelles Interesse, eventuell etwas von William Makepeace Thackeray zu lesen? Ich meine damit auf keinen Fall sofort, sondern ihn als Schriftsteller auf die Liste der geplanten Schriftsteller zu setzen. :)

    Er ist etwas jünger als Jane Austen, sozusagen die nächste Generation, aber der noch wesentlich jüngere Thomas Hardy steht auch auf der Liste. :gruebel

    Mir hat "Vanity Fair" sehr gut gefallen und ich habe hier seit einer halben Ewigkeit eine alte Ausgabe von "Barry Lyndon" liegen, die noch darauf wartet, gelesen zu werden. Im frisch gekauften "Septimus Harding" liegt Werbung für eine Neuübersetzung aus dem Manesse Verlag, dass hat mir das Buch in Erinnerung gerufen.

    Sollte hier generell kein Interesse für eine Leserunde bestehen, würde ich mir "Barry Lyndon" in nächster Zeit allein vornehmen.

    Über die Autorin:

    Von Elke Loewe, die selbst auf einem Bauernhof in der Ostemarsch lebt, sind bisher Kriminalromane erschienen, in denen Heldin Valerie Bloom zwischen Deichen und Obsthöfen ungeklärten Todesfällen nachgeht.

    Daneben schreibt die Autorin historische Romane und Kinderbücher (Piggeldy und Frederick).


    Über das Buch:

    Erschienen 2005

    Rowohlt Taschenbuch

    ISBN 978-3-499-23868-0


    Klappentext:

    Aufregung in Augustenfleth: In der Kirche liegt die Leiche von Pastor Sonnenberg. Herzinfarkt, lautet der Befund des Arztes, aber daran glaubt offenbar keiner im Dorf. Für einen Geistlichen ist der Tote nämlich ziemlich verschlossen gewesen, ohne Freunde, ohne Familie, ohne Vergangenheit. Dann werden im Pfarrhaus verstörende Fotos kleiner Mädchen gefunden. War dies das Geheimnis, das Jonny Sonnenberg in den Tod trieb? Oder hat da jemand nachgeholfen? Im Dorf wird gemunkelt, gemutmaßt, bald auch verurteilt und zur Mörderjagd geblasen.


    Meine Meinung:

    Auch im dritten Band der Serie werde ich mit der Hauptfigur Valerie nicht warm. Die Frau sitzt nun im dritten Jahr in der geerbten Kate hinter dem Deich und gammelt praktisch nur herum. Irgendwann zu Beginn des zweiten Drittels wird erwähnt, dass Valerie an einem Roman schreibt. Dies aber weder sonderlich intensiv noch ansatzweise erfolgreich, wie später noch erwähnt wird. Dafür macht sie sich aber Selbstvorwürfe, dass sie Tante Robbies Erbe durchbringt und mit der Auflage des Testaments, sich um den Garten zu kümmern, nicht fertig wird - ohne nennenswert etwas daran zu ändern. Dann heißt es plötzlich, sie habe bereits vor einiger Zeit den Taxischein gemacht, um ihren Freund und Nachbarn Enno zu unterstützen. Genutzt habe sie ihn aber noch nicht (immerhin unternimmt sie in diesem Band eine (!) Fahrt. Im Ergebnis ist mir die lethargische Art von Valerie (zu) fremd.

    Auch Werbung für die Ostemarsch ist das Buch nicht. Durch das Buch verstreut wird über von Katzen getöteten Vogeleltern berichtet, deren Brut nun sterben muss, von überfahrenen Haustieren und nicht zuletzt von Lilly, die von ihrer Mutter verlassen wurde und noch schlimmeres erlebt. Wer, um Himmels willen, will denn da leben? Macht das Leben hinter dem Deich durch und durch depressiv? Sind duftend blühende Blumen, die des Öfteren erwähnt werden, die einzige Freude dort?

    Nachdem ich meine Antipathie gegenüber Valerie auf ein für mich erträgliches Maß gedrückt hatte, blieb eine interessante Geschichte übrig, ein Krimi der leisen Töne, bei dem leider durch den Titel schon viel zu viel verraten wird.

    Die Auflösung fand ich ziemlich originell, dass hat mich wieder ein Stück weit mit dem Buch ausgesöhnt. Außerdem ist es recht kurz und lässt sich einfach herunterlesen.

    Dieser Band hat mir aus der Serie bisher am wenigsten gefallen. Menschen mit depressiver Veranlagung würde ich aktiv von diesem Buch abraten.


    ASIN/ISBN: 3499238683

    Ohne den wochenlangen Regen, der den Fluss bis über die Ufer anschwellen ließ, wäre das Verbrechen vielleicht gar nicht entdeckt worden. Die normale Strömung hätte den Toten ungesehen jeden Tag ein paar hundert Meter weiter transportiert. Die Freizeitkapitäne auf ihren Motorbooten, von denen es viele auf dem Fluss gab, hätten noch die Nase voll gehabt von den Sommerferien mit ihren gelangweilten Kindern und würden allenfalls wieder in den Herbstferien auf die Reise gehen.

    Die Haushaltshilfe habe ich auch komplett überlesen.

    Ausgeschlossen hätte ich sie aber auch. Agatha Christie hat in ihren Regeln für einen gelungenen Krimi festgelegt, dass der Täter im ersten Teil des Buches vorkommen muss/vorgestellt wird (die genaue Formulierung habe ich nicht mehr im Kopf).

    Das bloße Erwähnen einer Person reicht jedenfalls nicht. :)

    Ich würde bei zukünftigen Leserunden ganz allgemein auch mitlesen wollen.


    Ausnahme bei mir: Weihnachten. Da tobt der Jahresendwahnsinn und weiteren Druck irgendeiner Form, und sei es nur eine LR, für die ich ein Buch lesen "muss", kann ich zu der Zeit nicht gebrauchen.


    Die bisher genannten Agatha Christie, Francis Durbridge, Dorothy Sayers, Edgar Wallace und Kemelmann würde ich mitlesen. Ich habe so gut wie alle gelesen und auch viele im Regal, aber dass ist ungefähr 30 Jahre her.

    Jetzt bin ich auch verwirrt. :lache

    Auf meiner (alten) Ausgabe aus dem Scherz Verlag steht als deutscher Titel Tödlicher Irrtum oder Feuerprobe der Unschuld.

    Und du hast doch oben geschrieben, dass dir der deutsche Titel besser gefällt?

    Naja Tödlicher Irrtum passt insofern, dass der fälschlicherweise Beschuldigte im Gefängnis starb. Außerdem forderte der Irrtum noch ein weiteres Todesopfer, nämlich Philipp und fast noch Tina. Es gibt Bücher, da passt es weniger.

    Es gibt haufenweise Bücher, bei denen die Übersetzung noch weniger passt. Das macht es aber hier nicht besser ;)

    Deine Idee zum Titel ist ein Ansatz, da aber Clark nicht hingerichtet wurde, sondern - sozusagen zufällig - an einer Lungenentzündung starb, finde ich den Titel einfach nicht logisch. Und der zweite Titel "Feuerprobe der Unschuld" passt in meinen Augen gr nicht. Ich habe inzwischen ein Übersetzungsprogramm nach "ordeal" befragt. Außer "Feuerprobe" und einigen weiteren wurden auch "Leid" und "Qual" angegeben. "Leid durch Unschuld" passt deutlich besser, weil ja im Roman mehrfach angesprochen wurde, dass durch die neuen Ermittlungen gerade die Unschuldigen leiden.


    Im Ergebnis macht das den Roman nicht weniger spannend - solche Fragen gehen mir gerade nach Büchern, die mir gefallen haben, durch den Kopf. :grin

    Ich frag mich sowieso immer, ob man nach so einer langen Zeit die vergangen ist, noch neue Hinweise oder Beweise finden kann. Und ob sich alle Beteiligten noch so gut an die genauen Zeitabläufe erinnern können. Okay, der Mörder wird sich schon noch an alles erinnern können. Aber alle anderen? Wüsste ich noch genau auf die Minute, was ich vor 2 Jahren gemacht habe?

    Unter normalen Umständen sicherlich nicht.

    Aber hier sind ja schon damals alle von der Polizei vernommen worden. Ich glaube schon, dass man sich dann auch zwei Jahre später noch erinnert. Wobei natürlich die Erinnerungen verschwimmen, je mehr Zeit vergeht.

    Eigentlich habe ich eine ganze Weile auf eine weitere Leiche gewartet.

    Das Phillip sozusagen auf den letzten Metern noch dran glauben musste, fand ich nicht ganz so gelungen.

    Außerdem wurde ich dadurch meines Tatverdächtigen verlustig :lache

    Auf Kirsten bin ich nicht gekommen.


    Das Buch hat viel Spaß gemacht und das aus Hester und Dr. Calgary ein Paar wird, hat dann auch alles wieder ins richtige Licht gerückt. :)