Beiträge von milla

    Den 2. Band der Malfuria-Trilogie, aber irgendwie ist zu viel Zeit vergangen, seitdem ich Band 1 gehört habe, ich kann mich kaum noch erinnern... :-(


    Malfuria: Die Hüterin der Nebelsteine - Christoph Marzi


    Catalina Soleado kann die Welt verändern - mit einem einzigen Federstreich. Doch ihre Gabe ist gefährlich. In einem Barcelona, in dem die Schatten die Macht übernommen haben, machen magische Buchstabenwesen, wispernde Mosaikschlangen und fliegende Galeonen Jagd auf das Mädchen. Während ihr Gefährte Jordi den Kampf aufnimmt, muss Catalina in Malfuria, dem wirbelnden Sturm aus Rabenfedern, über die Meere fliegen. Dort trifft sie auf ein uraltes Geheimnis.

    Kurzbeschreibung:
    Frankfurt im Hochsommer: Mitten in der größten Hitzewelle werden im Stadtwald die grauenhaft zugerichteten Leichen zweier junger Männer entdeckt. Spuren am Tatort weisen auf eine Frau hin. Für Hauptkommissar Marthaler beginnt die fieberhafte Suche nach einer Unbekannten, die von Zeugen als außerordentliche Schönheit beschrieben wird.


    Über den Autor:
    Jan Seghers alias Matthias Altenburg, geboren 1958, ist Schriftsteller, Kritiker und Essayist. Seine Romane um den Frankfurter Kommissar Marthaler sind bei Publikum sowie Kritik beliebt und wurden mit dem Offenbacher Literaturpreis sowie dem Burgdorfer Krimipreis ausgezeichnet.


    Über den Sprecher:
    Miroslav Nemec ist einer der beliebtesten Tatort-Kommissare und die unvergleichliche Stimme der Marthaler-Krimis. Der preisgekrönte Schauspieler hat zudem Hörbücher von Bestseller-Autoren wie Andrea Camilleri und Elizabeth George eingelesen.


    Meine Meinung:
    Robert Marthaler ist ein sympathischer Ermittler. Er musste zwar einen tragischen Schicksalsschlag hinnehmen, hat aber doch zurück ins Leben und in seinen Beruf gefunden, den er ebenso professionell wie menschlich ausübt. Glaubt man den Rezensionen zur Buchversion erscheint er dort eher eigenwillig und stur, während er in der (gekürzten) Hörbuchversion sehr kollegial auftritt, auch wenn sein eigener Wille (und seine nur allzu verständliche Ungeduld) zwischendurch kurz aufblitzt. Angesichts der für einen ersten Band gelungenen Figurenzeichnung (mit Entwicklungspotenzial), der durchgehend hohen Spannung, dem Verzicht auf unverhältnismäßig blutige Schilderungen der Tatorte und der geschickten Zusammenführung der verschiedenen Handlungsstränge, ist eine leichte Vorhersehbarkeit der Auflösung schnell verziehen. Miroslav Nemec liest zudem sehr souverän, man kann ihm prima zuhören und selbst Akzente wirken bei ihm nicht künstlich, sondern authentisch. Sehr angenehm!


    Von mir gibt es deshalb 9 Punkte und die Vorfreude auf den nächsten Band, der schon auf dem SUB liegt :-)

    Info: Es handelt sich hierbei um eine ungekürzte Lesung (siehe Verlinkung unten).


    Kurzbeschreibung:
    Ruth Cole, geboren 1954, ist weder nett noch hübsch, und man vergisst sie trotzdem nicht. Wir begegnen Ruth an drei Wendepunkten ihres Lebens. Zuerst, 1958 in Long Island, ist sie gerade vier Jahre alt. Das zweite Mal treffen wir sie 1990 als unverheiratete Schriftstellerin in Frankfurt und Amsterdam; ihre literarische Karriere verläuft viel erfolgreicher als ihr Privatleben. Das (Über-)Leben ist für Ruth schwierig genug, doch lieben ist noch schwieriger. Der dritte Teil des Romans spielt im Herbst 1995 in Ruths Geburtshaus auf Long Island. Ruth ist 41, Witwe und Mutter und verliebt sich zum ersten Mal.



    Über den Autor:
    John Irving, 1942 in Exeter, New Hampshire, geboren, lebt im südlichen Vermont. Seine bisher zwölf Romane wurden alle Weltbestseller und in 35 Sprachen übersetzt, vier davon wurden verfilmt. 1992 wurde Irving in die National Wrestling Hall of Fame in Stillwater, Oklahoma, aufgenommen, 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für seinen von Lasse Hallström verfilmten Roman Gottes Werk und Teufels Beitrag. 2013 erhält er die weltweit wichtigsten Auszeichnungen für seine Darstellung von sexueller Toleranz und Gleichbehandlung in seinem literarischen Werk.



    Über den Sprecher:
    Rufus Beck ist als Hörbuchsprecher vor allem durch „Harry Potter“ populär geworden. Für die Interpretation hat er vier Goldene und vier Platin Schallplatten sowie 2008 den Publikumspreis (HÖRkulino) bekommen. Als Schauspieler kennt man ihn aus „Die Wilden Fußball Kerle“ als Trainer Willy und in „Der Räuber Hotzenplotz“ als Zauberer Zwackelmann.



    Meine Meinung:
    Worum es in diesem Buch geht, ist nicht einfach zu beantworten. Wie für John Irving typisch, ist auch "Witwe für ein Jahr" unglaublich vielschichtig, handelt von dem Verlust geliebter Kinder, dem Erwachsenwerden, Sexualität, Moral, Geschlechterkampf und natürlich von der Liebe in all ihren Facetten.
    All diese Themen sind von großer Bedeutung im Leben von Ruth Cole, die der Hörer als vierjähriges Mädchen, als 36-jährige erfolgreiche Schriftstellerin und als 41-jährige Witwe trifft. Zu diesen Zeitpunkten geschehen Dinge, die das Leben von Ruth in andere Bahnen lenken. Die detailreiche Schilderung dieser Ereignisse sorgt dafür, dass sie und die handelnden Figuren so lebendig vor dem geistigen Auge des Hörers zu sehen sind, dass man sie persönlich zu kennen glaubt. Dass es sich hierbei fast ausnahmslos um Schriftsteller handelt, die jedoch trotz des gleichen Berufs und der verwandtschaftlichen oder anderen Verbundenheit unterschiedlicher nicht sein können, hat mir sehr gut gefallen!
    Der Detailreichtum führt allerdings auch dazu, dass die Geschichte in der Mitte etwas langatmig wirkt und einige (zu?) häufige Wiederholungen sehr offensichtlich werden. Die Sprecherleistung von Rufus Beck kann zwar die Längen im Mittelteil auch nicht komplett kaschieren, ist aber selbst - wie immer - ohne Fehl und Tadel. Der Schluss ist leider etwas vorhersehbar. Angesichts der vielen skurrilen Momente im Laufe der Geschichte (von denen mir nicht nur der Running-Gag "Hörst du dieses Geräusch?" :grin im Gedächtnis bleiben wird...) hätte man sich durchaus ein - wie auch immer geartetes - originelleres Ende vorstellen können. Dennoch bleibt ein positiver Gesamteindruck und einige einzelne Szenen, die sicher noch länger im Gedächtnis verweilen werden.


    Alles in allem vergebe ich knappe 8 Punkte.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Blasmusikpop - Vea Kaiser [Belletristik]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Herz Dame sticht / Tödliches Beileid (Doppelband) - Rita Mae Brown [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau
    2. Mission London - Alek Popov [Belletristik]
    3. Auf freiem Feld - Geraldine Brooks [historisch] Alt-SUB-Abbau
    4. Kater und Katzenjammer - Ramon Diaz Eterovic [Krimi/Thriller]
    5. Mord auf ffolkes Manor - Gilbert Adair [hist. Krimi]

    Dieses hier:


    Blasmusikpop - Vea Kaiser


    Ein 14,8 Meter langer Fischbandwurm, eine Seifenkiste mit Kurs auf den Mond, ein ungeahnt attraktiver Mönch im Jaguar, ein fallender Engel, eine schwangere Dorfprinzessin, eine altphilologische Geheimgesellschaft, eine nordic-walkende Mütterrunde, ein Jungfußballer mit dem Herz am rechten Fleck, eine sinistre Verschwörung der Dorfältesten sowie jede Menge poppige Blasmusik gehören zum unvergesslichen Mikrokosmos dieses Romans, der durch seine Hingabe an leuchtende Details und skurrile Begebenheiten, durch seinen erzählerischen Furor und seine Vielstimmigkeit besticht. Vea Kaiser entfaltet mit Verve, Esprit und unwiderstehlichem Witz die große Geschichte eines kleinen Dorfes und erzählt von einer Familie, die über drei Generationen hinweg auf kuriose Weise der Wissenschaft verfallen ist.

    Zitat

    Original von Nadezhda


    Ooooooooooooooh... :kopfdreher
    Ich liebe die Mma-Ramotswe-Krimis. :-) Bin der Reihe bis in den zweistelligen Bereich gefolgt und habe alle Bücher schon 2-3mal gelesen. Sie sind als Krimis eher nett und klein und niedlich, aber so warmherzig verpackt, mit so liebevoll beschriebenen, z.T. skurrilen Figuren, in denen man sich aber irgendwie doch oft wiedererkennen kann, es hat ja jeder so seine Eigenheiten... :lache Der Autor weiß um das Schlechte und glaubt trotzdem an das Gute im Menschen und versteht es m.E. auch, es aus seinen Hauptfiguren herauszukitzeln, die bei allen Schwächen und Fehlern doch immer versuchen, die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als sie sie in ihrer aktuellen Lebenssituation gerade vorgefunden haben. Huch, das klingt jetzt pathetisch und nach Gutmenschentum, und sowas darf heutzutage ja gar nicht mehr sein - aber ich finde, die Bücher lesen sich sehr fein und machen gute Laune.
    Das gilt auch für die "Kindheitsbücher" über die kleine Precious Ramotswe, die auf Deutsch leider gar nicht erschienen sind - weswegen ich sie jetzt für meine Kinder übersetze. Echte Liebe also. :heisseliebe


    Ui, na da freue ich mich gleich nochmal mehr auf dieses Buch! :-]

    Meine Meinung:


    An dieser Geschichte stimmt einfach alles: Eine originelle Grundidee wird, gespickt mit unzähligen liebevoll gestalteten Details und Figuren, die man sofort ins Herz schließen muss, zu einer spannenden Abenteuergeschichte für Leser aller Altersgruppen. Diese folgen zwei parallel laufenden Erzählsträngen und sind einerseits (und zwar die meiste Zeit über) unterwegs, eben auf jener titelgebenden "wunderlichen Reise von Oliver und Twist" und dürfen andererseits in London die zeitgleich entstandenen Briefe/Aufzeichnungen des Schriftstellers Charles Dickens lesen.
    Antonia Michaelis erzählt die Geschichte ebenso leichtfüßig wie warmherzig und obwohl sie dies stets mit einem kleinen Augenzwinkern tut, verliert sie nie den Respekt vor ihren Figuren. Dies gilt nicht nur für die beiden Hauptfiguren, den Waisenjungen Oliver und den Dackel Twist, sondern auch für die vielen anderen Figuren, denen sie einen mehr oder weniger großen Platz in der Geschichte einräumt. Selbst der Kurzauftritt eines haarverliebten Siebenschläfers wird vermutlich im Gedächtnis haften bleiben. Ganz nebenbei und ohne belehrend zu wirken webt Antonia Michaelis zudem viel Wissenswertes über das Leben in Großbritannien im 19. Jahrhundert ein. Erwachsene können sich darüber hinaus auf zahlreiche literarische Anspielungen und so manche Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen von Charles Dickens freuen, die das Lesevergnügen noch erhöhen. Fazit: Eine von der ersten bis zu letzten Seite überaus unterhaltsame Lektüre für Jung und Alt!


    Natürlich die volle Punktzahl von mir. :-]

    Zitat

    Original von Faraday
    omg ich werde alt :wow habe das E-Book gestern beendet und will nun eine Rezi schreiben, doch was sehen meine Augen, ich habe 2015 das Buch schon rezensiert :help :wow :lache


    :lache :lache :lache Das könnte der Beginn von getrennten Regalen (gelesen & SUB) sein... :gruebel :grin

    Mein aktueller Lesestoff:


    Die wunderliche Reise von Oliver und Twist - Antonia Michaelis [Kinder/Jugend]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Blasmusikpop - Vea Kaiser [Belletristik]
    2. Herz Dame sticht / Tödliches Beileid (Doppelband) - Rita Mae Brown [Krimi/Thriller] Alt-SUB-Abbau
    3. Mission London - Alek Popov [Belletristik]
    4. Auf freiem Feld - Geraldine Brooks [historisch] Alt-SUB-Abbau
    5. Kater und Katzenjammer - Ramon Diaz Eterovic [Krimi/Thriller]

    Dieses hier:


    Die wunderliche Reise von Oliver und Twist - Antonia Michaelis


    Es ist Mai 1856, und der Frühling hat gerade begonnen, als der Waisenjunge Oliver auf einer staubigen Landstraße in den Weiten Schottlands von einem Dackel angesprochen wird. Der Dackel hört auf den Namen Twist, schreibt Bücher mit einem Herrn namens Charles Dickens, und ist entführt worden. Behauptet er. Kurz darauf befinden sich zwei ungleiche Helden mitten in einem wunderlichen Abenteuer, das sie quer durch England führt. Vorbei an verfallenen Kirchen und Burgen, durch vergessene Höhlen und finstere Wälder geht die Reise. Ihnen stets dicht auf den Fersen sind ein verrückter Schriftsteller und eine geheimnisvolle Frau in Weiß ...

    Also Walching hat mich nicht überzeugt... Aber immerhin ist die Hälfte der Liste abgebaut :-]


    01. Abschied von den Hummerklippen - James Krüss [Kinder/Jugend] [gelesen 02/17]
    02. Tod im Sommer - William Trevor [Belletristik] [gelesen 06/17]
    03. Geschichte machen - Stephen Fry [Belletristik]
    04. Gösta Berling - Selma Lagerlöf [Klassiker] [gelesen 05/17]
    05. Auf freiem Feld - Geraldine Brooks [historisch]
    06. Walching - Robert Hültner [hist. Krimi] [gelesen 06/17]
    07. Der Prinz der Finsternis - Paul Harding [hist. Krimi] [gelesen 01/17]
    08. Das Gesicht des Fremden - Anne Perry [hist. Krimi]
    09. Bella Ciao - Doris Gercke [Krimi/Thriller]
    10. Herz Dame sticht - Rita Mae Brown [Krimi/Thriller]
    11. Eine Tote gibt Auskunft - Janwillem van de Wetering [Krimi/Thriller] [gelesen 03/17]
    12. Ein Krokodil für Mma Ramotswe - Alexander McCall Smith [Krimi/Thriller]

    Hmm, mich konnte es leider nicht so überzeugen...


    Meine Meinung:


    In dem kleinen Alpendorf Walching kennt jeder jeden. Umso erschütterter sind die Dorfler über den Tod eines jungen Mädchens - und erleichtert, als drei Vagabunden verhaftet werden. Erst als Kommissar Kajetan aus München kommt und in dem vermeintlich klaren Fall einige Ungereimtheiten entdeckt und diesen nachspürt, scheinen einige aus dem Dorf nervös zu werden... Das Dorfleben in den 1920er Jahren mit seinen ganz eigenen Gesetzen glaubwürdig zum Leben zu erwecken, das ist zweifelsohne die Stärke des weniger als 200 Seiten umfassenden Krimis von Robert Hültner. Detaillierte Landschaftsbeschreibungen und eine Ort und Zeit der Handlung angepasste Sprache sorgen für eine dichte Atmosphäre, die mich allerdings dennoch nicht einfangen konnte. Sehr kurze Dialoge und auf das Nötigste beschränkte Figurenbeschreibungen machen es dem Leser unmöglich, Nähe zu den Figuren aufzubauen. Dass auch die Auflösung in Grundzügen recht schnell zu erahnen war und das eher abenteuerliche Finale nicht zu dem eher beschaulichen Rest des Buches zu passen mag, kann eine dichte Atmosphäre alleine nicht ausgleichen. Leider.


    Deshalb von mir "nur" 6 Punkte.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Walching - Robert Hültner [hist. Krimi] Alt-SUB-Abbau


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Die wunderliche Reise von Oliver und Twist - Antonia Michaelis [Kinder/Jugend]
    2. Blasmusikpop - Vea Kaiser [Belletristik]
    3. Herz Dame sticht / Tödliches Beileid (Doppelband) - Rita Mae Brown [Krimi] Alt-SUB-Abbau
    4. Mission London - Alek Popov [Belletristik]
    5. Auf freiem Feld - Geraldine Brooks [historisch]

    Noch ein Buch vom Alt-SUB:


    Walching - Robert Hültner


    Winter 1922: Im kleinen Alpendorf Walching wird ein junges Mädchen ermordet aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass drei Vagabunden die Täter sind, doch als Kommissar Kajetan mit seinen Ermittlungen beginnt, gibt es genug Anlass, misstrauisch zu werden...

    Meine Meinung:


    Als gesunder Teenager hat man es schon schwer genug. Doch für den 14-jährigen Fransje ist die Pubertät eine ungleich größere Herausforderung. Seit einem schrecklichen Unfall an den Rollstuhl gefesselt, (bis auf einen Arm) bewegungsunfähig und nicht mehr in der Lage, sich verbal mitzuteilen, bleibt ihm zunächst nur die Rolle des Beobachters. Die macht sich Fransje zu eigen und schreibt alle seine Erlebnisse akribisch auf und wird so in gewisser Weise zum Chronist seines kleinen niederländischen Heimatdorfes. Im Mittelpunkt seiner Tagebücher steht seine Freundschaft zu Joe Speedboat, ein verwegener Junge, der im wahrsten Sinne des Wortes in eben jenem Dorf einschlägt wie eine Bombe und zusammen mit Fransje alle Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens durchlebt.
    All das erzählt Tommy Wieringa in einer fröhlich-frechen Sprache auf so sympathische Weise, dass man Fransje schnell ins Herz schließt und seine Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen kann. Selbst skurrile, ja fast schon phantastische Ereignisse erhalten angesichts dieser besonderen Erzählstimme eine überraschende Glaubwürdigkeit, die das Lesevergnügen abrundet. Ein witziger, trauriger, frecher und überaus unterhaltsamer Entwicklungsroman, der neben einigen nachdenklichen Momenten so manche Überraschungen bereit hält.


    Von mir 9 Punkte.

    1. Band der Reihe um das 87. Polizeirevier


    OT: Cop Hater


    Kurzbeschreibung:
    Um 23:41 schlagen zwei Kugeln von hinten in Detektiv Mike Reardons Schädel ein und zerreißen beim Austritt sein Gesicht. Der Polizist ist bereits tot, als sein Körper auf die Straße stürzt. Und Readon bleibt nicht der einzige Kollege, um den die Männer vom 87. Polizeirevier trauern müssen. Denn irgendwo in der großen heißen Stadt geht ein Mörder um. Seine Opfer sind ausnahmslos Cops...


    Über den Autor:
    Ed McBain, eigentlich Salvatore Lombino (geboren 1926 in New York) gehört zu den erfolgreichsten amerikanischen Krimi-/Thriller-Schriftstellern. Er veröffentlichte seine Romane unter verschiedenen Pseudonymen und schrieb auch Drehbücher (u.a. zu Hitchcocks "Die Vögel"). An seiner berühmten Reihe über das fiktive 87. Polizeirevier schrieb er von 1956-2005, sie umfasst insgesamt 54 Bände. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, für sein Lebenswerk erhielt er unter anderem den Grand Master Award der Mystery Writers of America (1986) und den Cartier Diamond Dagger lifetime achievement award der britischen Crime Writers’ Association (1998). McBain starb 2005.


    Meine Meinung:
    Glaubt man Horst Eckert, so ist die über 40 Jahre andauernde und längst legendäre Reihe um das 87. Polizeirevier von Ed McBain ein "Gegenentwurf zum Tüftelkrimi britischer Prägung". Tatsächlich hat schon dieser erste Band, der im Original 1956 (!) erschien, so gut wie nichts gemein mit den Cosy-Krimis einer Agatha Christie beispielsweise. Die einzige Gemeinsamkeit besteht vielleicht in der Fähigkeit, eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die den Leser sofort ins Geschehen hineinzieht.
    Im Falle von McBain ist das die alltägliche, harte Arbeit der Männer vom 87. Polizeirevier der fiktiven (an New York angelehnten) Großstadt Isola an der amerikanischen Ostküste. McBain beschönigt nichts. Wenn er beschreibt, wie die Temperaturen hier im Sommer in unerträgliche Höhen klettern und das Arbeiten sowohl in den Büros als auch auf den Straßen des Reviers zur Qual wird, treten dem Leser schnell selbst die Schweißperlen auf die Stirn. Sein Stil ist nüchtern und präzise, er nutzt kein Wort zu viel und keines zu wenig. So gelingt es ihm, auf gerade einmal 160 Seiten einen spannenden Plot zu entwerfen und dabei noch Raum für die private Seite seiner Cops zu finden.
    Auch im Fall des Polizistenkillers selbst gibt es einige Schlenker, die zwar nicht unbedingt zur (überraschenden, aber nachvollziehbaren) Auflösung beitragen, aber das Gesamtbild vervollständigen. Insgesamt ein Serienauftakt, der ein echtes Lesevergnügen bietet und dem man sein Alter von über 60 Jahren kaum anmerkt.


    8 Punkte.

    Mein aktueller Lesestoff:


    Im Namen des Zaren - Leonid Jusefowitsch [hist. Krimi]


    Meine nächsten Bücher (in dieser oder einer anderen Reihenfolge):


    1. Joe Speedboat - Tommy Wieringa [Belletristik]
    2. Polizisten leben gefährlich - Ed McBain [Krimi/Thriller]
    3. Walching - Robert Hültner [hist. Krimi] Alt-SUB-Abbau
    4. Die wunderliche Reise von Oliver und Twist - Antonia Michaelis [Kinder/Jugend]
    5. Blasmusikpop - Vea Kaiser [Belletristik]