"Ein Krokodil für Mma Ramotswe" - Alexander McCall Smith

  • Hallo Ihr Lieben,


    ich bin auf diese Buchreihe um Mma Ramotswe gestoßen, als ich im Buchladen etwas gesucht habe, um mein Englisch aufzupolieren. Mittlerweile bin ich beim 10. Band der Reihe ("Tea time for traditionelly build") angekommen, allerdings über mehrere Jahre. Denn ich lasse auch immer ein bisschen Pause zwischen den einzelnen Bücher, um die Zauber nicht kaputt zu machen.
    Es sind wirklich Bücher, die einem gut tun. Der Begriff "Wohlfühl-Krimi", der hier irgendwo gefallen ist, trifft es ganz gut. Das Englisch ist gut zu lesen, auch für solche nicht perfekt Geübten, wie mich. Jedes Mal lege ich mir ein Wörterbuch dazu und jedes Mal vergesse ich während des Lesens, nachzuschlagen, weil es mich so gefangen nimmt, daß ich den Lesefluß nicht unterbrechen mag wegen einzelner Worte, die fehlen.
    Kann die Reihe also auch nur empfehlen, auch in der Original-Sprache.


    Liebe Grüße
    Giny

  • Vielleicht hatte ich etwas zu hohe oder falsche Erwartungen, aber den uneingeschränkten Begeisterungsstürmen kann ich mich irgendwie nicht anschließen... :-(


    Meine Meinung:
    Zunächst ist festzuhalten, dass der Untertitel der deutschen Ausgabe "Der erste Fall der "No.1 Ladies' Detective Agency" irreführend ist und Erwartungen weckt, die das Buch überhaupt nicht halten kann. Es handelt sich nämlich mitnichten um EINEN ersten FALL, sondern vielmehr um viele kleine Fälle, die Mma Ramotswe, die erste Privatdetektin Botswanas, im Auftrag ihrer Kunden übernimmt. Ein jahrelang verschollener und nun plötzlich wieder aufgetauchter Vater, ein womöglich untreuer Ehemann, ein merkwürdiger Arzt und ein verschwundenes Kind - um all das kümmert sich die liebenswerte Precious Ramotswe auf ihre eigene unnachahmliche Art. Mit viel Gespür für die Sorgen und Nöte der Menschen, einem Handbuch für Detektive, der Liebe zu ihrem Land und jeder Menge gesunden Menschenverstand führt sie ihre Ermittlungen durch. Die Fälle sind dabei komplett unabhängig voneinander und nur die Episoden aus dem Privatleben von Mma Ramotswe verknüpfen alles (recht lose) miteinander. Das und die teilweise recht vorhersehbaren Auflösungen der Fälle haben mein Lesevergnügen trotz sympathischer Hauptfigur und gelungener Landschaftsbeschreibungen leider etwas geschmälert.


    Von mir 7 Punkte.

  • Buchmeinung zu Alexander McCall Smith – Ein Krokodil für Mma Ramotswe


    „Ein Krokodil für Mma Ramotswe“ ist ein Kriminalroman von Alexander McCall Smith, der 2003 bei Bastei Lübbe Taschenbuch in der Übersetzung von Gerda Bean erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet „The No. 1 Ladies‘ Detective Agency“ und ist 1998 erschienen.


    Zum Autor:

    Alexander McCall Smith, geb. am 24. August 1948, Dozent für medizinisches Recht in Edinburgh, Verfasser von über fünfzig Büchern, in der Mehrzahl Kinderbücher, verlebte seine Kindheit in Zimbabwe und lehrte später einige Zeit als Rechtsdozent in Botswana. Er ist Vater zweier Töchter. Er liebt Afrika, seine »"natürliche Würde«, seine Kultur, und möchte mit seinen Büchern um die Detektivin Mma Ramotswe u.a. die positiven Seiten Afrikas mehr in den Blickpunkt rücken.


    Klappentext:

    Mma Ramotswe und ihr Beruf sind einzigartig. In Afrika, am Rande der Kalahari in Botswana, betreibt sie die einzige Detektivagentur des Landes. Witz, subtile Menschenkenntnis, die atmosphärisch dichte Schilderung des Alltags in Botswana und wunderschöne Landschaftsbeschreibungen machen diese ungewöhnliche Detektivgeschichte zu einem höchst vergnüglichen Leseerlebnis.

    Meine Meinung:

    Wer blutige Tatortbeschreibungen, atemberaubende Verfolgungsjagden und ausgeklügelte Plots erwartet, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Es geht um mehrere kleine Vergehen, die Mma Ramotswe beschäftigen. Sie ist eine selbstbewusste junge Frau, die kaum etwas mit einem amerikanischen oder europäischen Detektiv gemeinsam hat. Sie nutzt ein Lehrbuch für Detektive, das ihr aber selten weiter hilft. So besinnt sie sich ihrer eigenen Stärken, der tiefen Verwurzelung im traditionellen Gedankengut Botswanas, ihrer guten Beobachtungsgabe und ihrer Fähigkeit, in Gesprächen viel erzählt zu bekommen. Die Geschehnisse laufen in aller Ruhe ab und jegliche Hektik ist Mma Ramotswe fern. Sie nutzt ihren gesunden Menschenverstand und das war es. Aus den Beschreibungen des Autors spricht in jeder Zeile die Liebe zum Land, den Einwohnern und der Art des Lebens. Es ist ein angenehmes Gefühl, das sich bei der Lektüre im Leser ausbreitet. Entspannung pur und die Zufriedenheit der Protagonistin mit ihrem Dasein prägen die Handlung, auch wenn längst nicht alles perfekt ist.

    Mma Ramotswe ist eine unglaublich sympathische Detektivin der anderen Art. Selbst die Täter sind eher unglückliche Individuen als schlimme Kriminelle. Handlung und Sprache sind einfach gehalten und haben in mir die Sehnsucht nach Botswana geweckt.


    Fazit:

    Dieses Buch lebt von der Atmosphäre eines Landes, in dem alles etwas langsamer abläuft. Mma Ramotswe ist die Verkörperung der Ruhe und Stärke, die sich in einem mit sich und der Welt zufriedenen Menschen spiegelt. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten). Wer eine ruhige und atmosphärisch starke Geschichte mit sympathischen Protagonisten mag, ist hier richtig.

    :lesend James Lee Burke - Die Tote im Eisblock

    :lesend Leo Born - Schwarzer Schmerz

    :lesend Catherine Lloyd - Der Tod kennt keine Geheimnisse

    hörend: Hanna von Feilitzsch - Bittersüße Mandeln

  • Precious Ramotswe eröffnet mit ihrer No. 1 Ladies Detective Agency die erste Detektei in Botswana, am Anfang ist es schwierig, Aufträge zu bekommen, doch sie gibt nicht auf, und so kann der Leser sie bei einer ganzen Reihe Ermittlungen begleiten.


    Entgegen des Untertitels handelt es sich hier nämlich nicht um den „1. Fall“, sondern um eine ganze Reihe von Fällen, fast jedes Kapitel handelt von einem anderen und zwischendurch erfahren wir einiges über Mma Ramotswe selbst, und auch das afrikanische Leben bzw. das Leben in Botswana nimmt einen Teil der Geschichte ein. Der Autor, obwohl selbst kein Afrikaner, ist in Afrika aufgewachsen, hat später u. a. auch in Botswana gelebt, und kennt daher Land und Leute.


    Als ich vor einigen Jahren die Fernsehserie um Mma Ramotswe entdeckte und sehr gerne sah, die auf dieser Buchreihe basiert, wollte ich natürlich auch die Bücher lesen, und nun ist es endlich so weit. Natürlich habe ich durch die Serie bereits eine Vorstellung von Mma Ramotswe und der Gegend, in der sie lebt, aber ich denke, mein Kopfkino hätte auch so gut funktioniert. Mma Ramotswe habe ich hier wie da schnell gemocht. Neben ihr gibt es ein paar wiederkehrende Charaktere, wie ihre Sekretärin Mma Makutsi und ihren Freund, J. L. B. Matekoni, der eine Autowerkstatt besitzt.


    Die Reihe ist schon älter, das Original des ersten Bandes stammt aus 1998. Mir gefällt gut, wie Mma Ramotswe ihre Fälle löst, bedächtig, aber schlau, und ganz auf ihre eigene Art. Sie hat sich manches angelesen, aber sie hat auch Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Ein bisschen schade ist, dass sie manchmal ihr Selbstbewusstsein verliert, aber das ist menschlich nachvollziehbar. Ich bin schon gespannt auf weitere Romane der Reihe.


    Mma Ramotswe ist eine ungewöhnliche Detektivin, die mir sehr sympathisch ist und mit Herz und Köpfchen ihre Fälle löst. Man erfährt auch viel über die private Precious Ramotswe und das Land, in dem sie lebt. Ich vergebe gerne 8 Punkte und eine Leseempfehlung.