Beiträge von Sonnenschein12

    ich würde gern noch mal einen Roman über die Lebensgeschichte von Fräulein Wermut schreiben.

    Oh, das wäre wirklich wunderbar (schönen Gruß an den Verlag!), Fräulein Wermut ist sooo ein spannender Charakter!

    Darüber kann ich dann in der nächsten Leserunde erzählen, weil es sich ein wenig aus dem nächsten Band ergeben.

    Auch das hört sich sehr spannend an! Ich bin schon ganz neugierig...

    Die Familie brauchte Friederike nicht. Die hat es auch so geschafft.

    Es ist ja tatsächlich so: manche Menschen fallen immer wieder auf die Füße... Da hätte ich wirklich gedacht, dass sie Friederikes Unterstützung brauchen...

    Und in Mohlenberg 4 gibt es dann auch ein Wiedersehen mit Fredi, der ja für viele die Lieblingsfigur aus Hafenschwester 3 war.

    Darauf freue ich mich besonders...

    Aber wer in Vierteln lebte, wo die kleinen Leute unter sich waren und unter Hyperinflation und Wirtschaftskrise litten, ebenso wie unter den Krawallen auf den Straßen in der Weimarer Republik, die sehnten sich danach, dass jemand für Ruhe und Ordnung sorgte

    Dazu fällt mir wieder nur eine Episode aus der "Hafenschwester" ein: eine Frau sagt, dass sie es gut findet, dass ihr Sohn bei der SA sei, er sorge jedenfalls dafür, dass wieder Ruhe und Ordnung herrsche - und außerdem habe er Arbeit (mir prägen sich solche "persönlichen Begebenheiten" immer besser ein).

    Mir war es auch wichtig, mit diesem Mythos der SS zu brechen, dass es eine große, verschworene "Verbrecherbande" war, wie man heute so gern kolportiert

    Das war mir in der Tat nicht bewusst, der Unterschied der einzelnen "Abteilungen" (und der damit verbundenen unterschiedlichen Motivationen, dort einzutreten) war mir bisher nicht bekannt... Wie schon erwähnt: auch von den Reisemarken hatte ich noch nichts gehört...

    Denn wenn der Überlebt hat Frederike einen Feind fürs Leben.

    Daran habe ich auch schon gedacht...


    Aber noch etwas anderes ist mir eingefallen: Hermanns Vater hat ja schon klar geäußert, dass ihm Friederike vielleicht mal "einen Gefallen erweisen" müsste... Ich weiß nicht, ob man 1941 schon daran gedacht haben könnte, dass der Krieg vielleicht verloren gehen könnte - aber sicherlich wird er bei Friederike 1945 anklopfen, um von ihr eine Bestätigung für den sog. "Persilschein" zu bekommen....

    Nachdem ich es geschafft hatte, mir den Schluss des Buches etwas "aufzuheben", kam es, wie es kommen musste: einmal angefangen, konnte ich leider nicht mehr aufhören, es war schon fast ein Uhr morgens, als ich das Buch gestern (heute) endlich befriedigt zuklappen konnte!!! Es hat mir wieder großartig gefallen, auch das Nachwort war wieder einmal sehr informativ.

    Ich weiß nicht, ob ich an Friederikes Stelle das Gespräch mit Gustav so "kaltblütig" hätte durchziehen können, sie hatte ja alles im Kopf: den Zeitplan, wo sie sitzen muss, was sie fragen / sagen muss / darf usw. Und dabei noch eine Rolle spielen... Und das alles auf sich - mehr oder weniger - allein gestellt, denn Hilfe durfte sie nichz erwarten...

    Etwas zusammengezuckt bin ich - genau wie Friederike - dass Gustav erst unter Folter gestanden hat, aber wahrscheinlich wäre alles andere unrealistisch... Mein Mitleid (ich denke immer noch häufig an Friederikes Definition im letzten Buch von "Mitleid" und "Mitgefühl") hält sich in Grenzen, dazu hat Gustav aus puren Eigennutz Friederike zu übel denunzieren wollen, aber schon etwas dramatisch, dass er für einen Mord bestraft wird, den er gar nicht begangen hat? Na ja, aber seine SS-Kollegen hat er ja auch hinter's Licht geführt... Aber auch hier ist mein Mitleid schnell aufgebraucht...

    Zu Karla: ich habe bisher noch nicht noch einmal nachgelesen, warum es bei ihr zu der Diagnose bekommen war, dass sie "schwachsinnig" sei - aber kann es nicht einfach so sein, dass sie durch den sexuellen Missbrauch durch ihren Vater (er hatte sie doch schon mit 14 an Männer "vermittelt"? Wer weiß, was davor schon gelaufen ist?) das promiskuitive Verhalten entwickelt hat. Denn so ein Verhalten ist ja auch häufig ein Symptom für sexuelle Gewalterfahrungen in der Kindheit. Und im Gespräch mit Friedeike sagt Karla ja selbst, dass sie immer gedacht habe, sie müsse "lieb" zu den Männern sein... Deshalb denke ich, es ist bestimmt richtig, wenn sie auf Gut Mohlenberg bleibt, Friederike und Fräulein Wermut werden es schon richten...

    Bis 1957 sind es noch 16 Jahre - ob wir Fräulein Wermut noch begegnen werden? Ich mag sie so gern....

    Ich bin wieder ganz begeistert von diesem Buch und freue mich schon auf den nächsten Band!

    Übrigens ist das Cover meines Romans "Die verstummte Liebe" ein Familienfoto aus Hamburg 1941 - zu Weihnachten, als draußen schon Verdunkelung angesagt war.

    Unter diesem Aspekt habe ich mir das Cover gleich noch einmal angesehen... Das Buch steht aber noch ungelesen in meinem Regal - sozusagen als "Bonbon" für schlechte Zeiten .... Aber ich meine, bei den drei Bänden ("Im Lautlosen", "Die Stimmlosen" und eben die "Verstummte Liebe") sind Familienfotos auf dem Cover, oder?

    Ich denke, man muss immer unterscheiden, ob man Beweggründe versteht oder ob man sie gutheißt. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Erklärungen zu suchen ist übrigens nicht dazu da, um Täter zu entschuldigen, sondern um zu analysieren, warum Menschen zu Tätern werden und durch gezieltes frühes Eingreifen zu verhindern, dass aus verstörten Kindern überhaupt Täter werden können. Es geht dann nicht mehr um den Täter, sondern um andere Menschen am Scheideweg, denen man helfen muss.

    Dein erster und Dein letzter Satz Deiner wirklich sehr guten und sehr ausführlichen Erklärung stehen nur beispielhaft für einen Gedankenansatz da, über den ich noch ausführlich nachdenken muss. Besonders Dein "Erklärungen zu suchen ist übrigens nicht dazu da, um Täter zu entschuldigen......" hat einen Nerv bei mir getroffen. Ich bin Sozialpädagogin und versuche deshalb manchmal im Privatleben zu erklären, warum manche Menschen eben so (Täter*in) geworden sind und werde häufig mit dem Argument konfrontiert, ich wolle immer alles nur entschuldigen...