Beiträge von Schiller

    Hallo *g* Bin noch da, keine Sorge ;-) Leider war ich in letzter Zeit selten dazu gekommen, mal reinzuschauen, und wenn, dann wirklich auch nur zum Schauen. Tut mir Leid, wollte ich euch nicht beunruhigen oder so. ^^ Bei mir ist alles bestens. ;-) Ist aber nett, dass ihr eigens für mich einen Thread aufmacht! *g* ;-)


    LG
    Schiller

    Alexander Döblin - Berlin Alexanderplatz


    In unserer Schulbibliothek habe ich eine Kanon-Ausgabe des Romans aus dem Jahre 1929 ergattert. Schon lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, das Buch zu lesen und habe mich nun endlich daran begeben! Die Geschichte handelt in ihren Grundzügen von dem ehemaligen Soldaten und Sträflin Franz Biberkopf, der nach 4 Jahren Haft in Tegel, die er für den Totschlag an seiner damaligen Freundin absitzen musste, aus der Haftanstalt entlassen wird und vor dem gewaltigen Berlin der Zwanziger-Jahre steht. Biberkopf, erst von Juden aufgenommen und zu neuem Ehrgeiz ermutigt, will anständig werden - was, wie vom Autor Döblin in seinen kleinen Intermezzen angekündigt, nicht lange währen soll ...


    Ich habe die ersten 50 Seiten heute gelesen und habe bisher einen positiven Eindruck von diesem Roman! Er ist in erster Linie, bisher, nicht von großartiger Spannung erfüllt, dafür aber vermittelt er Stück für Stück das Bild des damaligen Berlins, das neben Biberkopf eine bedeutende Protagonistenrolle einnimmt. Bedeutsam wie der Einzelne soll auch das Kollektiv, die Gesellschaft, in Döblins Roman zur Geltung kommen.
    Ich bin gespannt, inwieweit dies sich verwirklichen wird!

    Und das zweite:


    Michael Connelly: Der Poet (555 Seiten)


    "Die Nachricht vom Tod seines Zwillingsbruders bringt den Gerichtsreporter Jack McEvoy völlig aus dem Gleichgewicht. Die Polizei geht von Selbstmord aus, doch Jack stellt auf eigene Faust Nachforschungen an, die den Fall in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen: Sein Bruder ist nur einer von zahlreichen ungelösten Todesfällen von Polizisten, die rätselhafte Abschiedsbriefe hinterließen - Verse aus Gedichten von Edgar Allan Poe. Wer ist der "Poet", der Serienkiller, der es auf Polizisten abgesehen hat?" (Klappentext)


    "Packend, brillant, bewegend und intelligent." (Los Angeles Times)

    Ich stelle euch beide kurz vor:



    Das erste Buch ist von Elizabeth Gaffney: Damals in der Neuen Welt (664 Seiten)


    "New York, Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge Steinmetz Georg Geiermeier wandert von Deutschland nach Amerika aus, um sein Glück zu machen. Doch der Neuanfang ist schwerer als gedacht: Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Als der Zirkus, in dem er als Tierpfleger arbeitet, von einem verheerenden Brand zerstört wird, bekommt er die ganze Härte der Neuen Welt zu spüren. Und dann verliebt er sich auch noch in Beatrice, die Gefährtin des Gangsterbosses Johnny ..." (Klappentext)


    "Ein imposantes Einwanderer-Epos" (The Washington Post)


    "Eine gelungene Mischung aus Realität, Fantasie, Ironie und schwarzem Humor." (Elle)

    Klappentext


    "Friedrich Schiller (1759 - 1805) hat mit seinen Gedichten, Theaterstücken und theoretischen Schriften Generationen berührt und beeinflusst. Seine Persönlichkeit wie seine Werke sind das Symbol für den literarischen Aufbruch zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Jörg Aufenanger erzählt die Lebensgeschichte eines der größten deutschen Dichter, ein Leben voller Brüche und Spannungen."



    Über den Autor


    "Jörg Aufenanger, Jahrgang 1945, lebt in Berlin. Der Schriftsteller und Regisseur ist durch seine viel gelesenen Bücher und Essay unter anderem über Goethe bekannt. 2001 erschien seine meisterhaft erzählte Biographie über Christian Dietrich Grabbe, den Vorläufer des modernen Theaters in Deutschland."



    Persönliche Meinung


    Aufenanger schildert mit glaubwürdigen Belegen (so z.B. Briefwechsel Schillers mit seinem langjährigen Freund Körner, mit Goethe u.a.) den Lebensweg dieses großen, famosen Dichters und Theaterautors, der am 10. November 1759 geborden wurde; seine Jugendzeit, seine Zeit auf der baden-württembergischen Carlsschule, der erste großer Erfolg seines Dramas "Die Räuber", das gefolgt wird von Stücken wie "Kabale und Liebe" , "Don Carlos", Wallenstein" u.a. Dem Leser wird dabei sehr deutlich gezeigt, wie oft Schiller zwischen unbändigem Schreib- und Arbeitswillen und depressiver Resignation schwankte, wie Schiller vom Dichter zum Historiker und wieder zum Dichter wurde, wie er seine Beziehungen und Freundschaften führte und pflegte. Es entsteht das Bild des Arbeitstieres, das bis zum Tode, einzig allein unterbrochen durch die Jenaer Professurzeit und Beschäftigung mit der Historik, einen unbezwungenen Willen besaß. Schillers ästhetische Schriften, seine Auseinandersetzung mit Kant und Goethe und der Freundschaft zu letzterem - Aufenanger zeichnet Schillers Leben mit Detailtreue und Authenzität.
    Obwohl es auch weitaus umfangreichere Biographien zu Schiller gibt, so ist diese nichts desto trotz ein kleines Schmuckstück mit interessanten Einblicken und Eindrücken auf und in das Leben des großen Sturm-und-Drang- und Klassikerdichters, der einen spürbaren Einfluss auf die deutsche Literatur genommen hat, immer im Schatten des Todes, der ihn am 9. Mai 1805 nach Jahren der Krankheit und des Kampfes doch noch bezwang. Schiller, der, wie Nietzsche es ausdrückt, "keine Zeit hatte und keine ließ", hinterlässt dafür durch seine Willenskraft, die er seiner Krankheit und seinen Choliken entgegenbrachte, einen bis heute ungetrübten Eindruck von Idealismus, Ehrgeiz und Willensstärke, aller Resignation, Depression und Verwundbarkeit zum Trotz.

    Ich habe es, ich habe es! :grin


    Nein, darüber weiß ich leider nichts. Ich habe wo anders gelesen, dass in dem Buch mehr "geredet" als "gehandelt" wird? Das wurde vom Kritiker als negativ aufgefasst - mich würde es nicht stören, ein kleiner Exkurs in Sachen Rhetorik kann auch sehr interessant sein, gerade vor diesem Hintergrund!

    Nun, ich muss zu meiner "Schande" gestehen, dass ich ein Buch, das ich vor 2 Jahren geschenkt bekommen habe, auch noch nicht gelesen habe (John Le Carré - Der Spion, der aus der Kälte kam). Ich weiß nicht warum.
    Ich selber habe noch nie ein Buch verschenkt. ^^

    Homunculus : Dieses Buch bekomme ich zu Weihnachten! Bin gespannt!



    Ich habe gestern Nacht gegen 3.31 die Schiller-Biografie zu Ende gelesen und darf an dieser Stelle anmerken, dass sie eine sehr gelungene ist!


    Begonnen habe ich heute Morgen mit Karl Eduard Vehses "Preußens Könige privat", einem biografischen Rückblick auf die preußischen Herrscher von Friedrich I. bis Friedrich Wilhelm IV. Vehse schrieb das Buch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neben einigen anderen rückblickenden, biografischen Werken. Dieses erzählt von den Werdegängen der preußischen Monarchen, von ihren Begleitern, Freunden und Feinden, Anekdoten und Begebenheiten.


    368 Seiten stark und gerade für die Historien- und Biografieinteressierten interessant, die durch dieses Buch Eindrücke der damaligen Zeit gewinnen können, die sich aufgrund der fortschreitenden Wissenschaft natürlich von den heutigen unterscheiden können.


    So weit meine ersten Eindrücke (das erste Kapitel, über Friedrich I., habe ich fast abgeschlossen ;-) ).

    Der Glasmensch


    Gläsern ist sein Körper,
    so sehn wir seine Seele.
    Weinerlich bedauert er,
    dass ihm etwas fehle.


    Offen wie ein Buch,
    so offen wurd sein Geist.
    Und jedem wurd bekannt,
    wie der Mann nun heißt.


    Ein jeder schaut ihn an.
    Ein jeder kennt ihn gut.
    Gläsern ist sein Auge –
    unsichtbar sein Blut.


    Er findet kein Versteck,
    von jedem gleich erkannt.
    Das öffentliche Auge
    hat ihn gnadenlos gebannt.

    Ja, die Bücher sind gestern endlich angekommen! =) Bei "Preußens Könige privat" war ich überrascht; ich hielt es für ein aktuelles historisches Buch, das zurückblickt; in Wirklichkeit ist es aber ein Roman genau aus der Zeit der Preußischen Könige. ^^ Werde mit diesem Buch gleich nach der Schiller-Biografie anfangen und es euch dann vorstellen. =)

    Ich habe wenig von dem Ganzen mitbekommen, aus einem Grund: ich lag zu diesem Zeitpunkt gerade frisch in der Kinderwiege. ;-)
    Die Mauer fiel etwa 1 1/2 Monate nach meiner Geburt; wow, denke ich heute, was ich schon damals alles bezwecken konnte. *g* ;-)

    Zitat

    Original von Sterntaler
    Hahaha, das ist mal ne Aussage!


    Aber hier ist wieder das Thema, was wir schon öfter angeschnitten hatten: Zu viel Verschulung eines Dramas macht die Ästhetik kaputt, oder schmählert sie zumindest.



    Dem möchte ich Recht geben. Ich weiß nicht, wie es gerade bei Lessing steht, aber ich habe dieses "Phänomen" oder will man es "Unglück" nennen (?) schon bei anderen Werken erfahren. Es ist der große Nachteil des "schulischen Lesens", dass nahezu alles von einem literarischen Stück (sei es ein Gedicht, eine Ballade, ein Roman oder ein Drama) unter dem "fachlichen" Aspekt betrachtet wird und dadurch sehr viel Gefühl, sehr viel Emotion einbüßt. Natürlich, zugegeben, man soll auch etwas dabei lernen! Und je nachdem wird auch eine Arbeit oder Klausur darüber geschrieben, da sind analytische und teils etwas trockene Methoden nötig, mit denen man an das Werk herangeht.
    Ich glaube aber dennoch, dass es möglich ist, die Ästhetik eines Stücks, um ein Drama wie du erwähntest aufzugreifen, zu bewahren. Bei Brechts "Mutter Courage" war - mir zumindest - das nicht möglich, denn Brecht schrieb dieses Stück nicht mit dem oder so viel Pathos und Leidenschaft wie Schiller die seinigen verfasste, als Beispiel. Es liegt also zum Einen auch daran, wie der Autor sein Werk verfasst.
    Wenn ein Drama diese Ästhetik inne hat, so wird immer ein Teil davon erhalten bleiben. Der junge Ehrgeiz, das beflügelnde Wort des "Don Carlos" z.B. könnte mir durch keine Stilanalyse oder Interpreationsbemühung verdorben werden. Vieles hängt somit auf der anderen Seite auch von uns selbst ab.
    Als drittens könnte man jetzt noch den Lehrer aufführen, der den Unterricht gestalten muss, so dass wir auf drei entscheidende Faktoren kommen: das Stück selbst, wir selbst und der Unterricht, in den alles eingebettet wird. Ich sehe es auch so, dass, gerade im Schulischen, der Ästhetik wenig Platz bedacht ist. Die Freude an einem Stück, sein Gefühl, kann man auch in Kreisen Gleichgesinnter genießen - so wie man es in der Schule könnte. Das würde dann aber gerade aufgrund der Fülle der Stücke und ihrer oft wirklich ausgeprägten wörtlichen und bildlichen "Schönheit" dem Analytischen Platz rauben; auf der Ästhetik selbst kannst du keine Abhandlung über ein Stück aufbauen.


    Doppelseitig, wie eh und je. ;-) Nur muss ich persönlich zugeben, dass ich etwas mehr Bedacht z.B. auf die Wirkung der Stücke als wünschenswert erachte - was mein Deutschlehrer glücklicherweise gelegentlich auch macht.

    Dieses Buch ist uns für die 12 im Deutsch-LK vorausgesagt geworden. ;-) Zum Zwecke der "mentalen und fachlichen Vorbereitung" wollen wir deshalb ein an dieses Thematik anlehnendes Drama demnächst im Deutschunterricht beginnen. Ich bin sehr darauf gespannt, auch wenn es noch ein Jahr hin ist, und werde es evtl. auch schon vorher mal anlesen! Die Meinungen hier diesbezüglich sagten mir bereits sehr zu.

    Auf ein Neues!



    In den Nächten, sternenklar,
    wenn der Mond den Himmel küsst,
    verschmelzen beide wunderbar
    als ob es keiner besser wüsst.


    Die Wolken meiden ihre Nähe,
    wagen sich nicht an ihren Ort.
    Denn wenn der Wind zu ihnen spähe,
    schickt er sie mit Sicherheit hinfort.


    Sie sitzen sicher eng beisammen,
    ruhen dicht am Firmament.
    Sind vereint und sind zusammen,
    liebevoll für den Moment.


    Erst der Morgen wird sie lösen,
    denn der folgt auf die Nacht.
    Er meint es nicht im Bösen,
    er gehorcht der Zeitenmacht.


    Der Himmel will sich niemals trennen,
    drum mahnt der Mond ihn zur Geduld.
    Die Sonne wird nicht ewig brennen,
    daran trägt die Nacht die Schuld.



    Und bitte, kreidet mal genau an WO das Metrum verbesserungswürdig wäre, denn vlt täusche ich mich auch manchmal in der Silbenbetonung. o.o