Beiträge von Tuzie

    Natürlich ist Nesthäkchen völlig out - allein der Titel, der Begriff "Nesthäkchen" gehört m.E. auf die Liste der bedrohten Wörter -
    na und? Läsen wir alle nur immer das, was gerade "in" zu sein scheint, wären wir um einiges ärmer... oder?


    Ich war in der Schule das einzige Mädchen weit und breit, das das Nesthäkchen kannte - ich habe die Bücher von meiner Mutter geerbt, die sie wiederum Anfang/Mitte der 50er geschenkt bekommen hatte, habe alle sehr oft gelesen und noch als Zehn- oder Elfjährige meine Oma traktiert, dass sie mir daraus vorliest (meine Oma konnte so schön vorlesen, und ihr Geburtsjahr war auch das Annemies...). Ich würde meine Exemplare gerne weitergeben, aber die Mädchen, die ich so kenne, fänden das glaube ich schrecklich uncool... ;-)

    Ich habe ein Lieblingsbuch, welches aber von ungefähr 150 anderen, die alle den 2. Platz einnehmen, verfolgt wird (und dann gibt es noch so 3000 gute und alle, die so naja sind, und dann noch alle anderen, die ich gelesen habe):


    Das Hotel New Hampshire von John Irving


    ...und zwar unter anderem deshalb, weil ich es nie genau erklären könnte, warum es mein Lieblingsbuch ist :wave

    Ich kann allen, die öfter denken "Oups, ich müsste ja mal dringend mein Englisch wieder auffrischen", die Bücher von Sophie Kinsella nur wärmstens empfehlen.
    Sie sind sehr leicht zu lesen - ich würde sagen, noch einen ganzen Tick unter Harry-Potter-Niveau - man kann gut auch was überlesen und es frischt ganz ungemein auf.
    Ich habe einen Becky Bloomwood-Roman auf deutsch gelesen und war recht angenervt, habe dann den nächsten "Shopaholic" im Original gelesen und war positiv überrascht!

    Zitat

    Original von Alexx61
    Der Staat schießt jede Menge zu bei solchen Einrichtungen wenn nicht fast alles


    Jaha, genau wie bei den Autobahnen *zwinker*
    Gut, Zahlen.


    Hier findet man recht umfänglich alle möglichen Informationen.


    Was macht die Kirche mit dem Geld?
    Wird die Arbeit der Kirche nicht vom Staat refinanziert? Dazu mehr hier.


    Ein Beispiel aus der Ev. Landeskirche Hannover, was 2004 aus 100 € Kirchensteuern wurde:
    58, 30 € Kirchengemeinden, Kirchenkreise
    9,70 € Baupflege
    8,80 € Diakonie
    7,70 € gesamtkirchliche Aufgaben
    6,80 € allgemeine Finanzwirtschaft
    5,10 € Aus- und Fortbildung
    3,60 € Leitung


    Das ist aus einer Kurzinformation der EKD zur Kirchensteuer.

    Ich liebe solche Bücher, und dieses steht auf meinem Geburtstagswunschzettel ziemlich weit oben. Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich wunderbare Bücher entdeckt habe, weil mich jemand darauf aufmerksam gemacht hat? Zum Beispiel... in Internetforen?? :-]
    Ob ich hier einen Anstoß bekomme oder durch ein anderes - übrigens schön gemachtes und illustriertes - Buch, ist mir doch egal.


    Ich habe aber auch eine ausgeprägte Affinität zu Diskussionen über Kanones jeder Art, da kommt mir so ein Schmöker gerade recht.

    Tom,


    Mist. Ich muss zugeben, dass da was dran ist. Ich überlege weiter...


    1. Edit: Auch wenn die Autobahnen des Teufels sind, benutzen wir sie doch und haben allenthalben unsere helle Freude an ihnen?

    Buchtipp:


    Sherwin Nuland: Wie wir sterben.
    Kein Wort über ein mögliches Leben vor dem Tod, nur über das Sterben.


    Klappentext
    "Über den Tod ist vieles geschrieben worden, aber es gibt nur wenig Verläßliches darüber, wie wir sterben. Die meisten von uns werden ihrem Tod hinter den Mauern eines Krankenhauses begegnen, auch wenn dies nicht unbedingt einen guten Tod verspricht.
    Der Chirurg und Medizinhistoriker Sherwin B. Nuland zeigt in seinem Buch, auf weiche Weise bestimmte Krankheiten uns das Leben nehmen, und beschreibt die grausame biologische und klinische Realität. Doch er entwirft kein Horrorgemälde, sondern er entmythologisiert das Sterben und hilft uns, die Furcht vor dem Unbekannten zu überwinden. Nulands Blick auf den Tod ist hart, ernst und klar, aber auch voller Mitgefühl und Hoffnung."


    Mich hat das Buch erst verwirrt, dann berührt und schlussendlich getröstet. Im Juni erscheint eine presiwerte broschierte Ausgabe.

    Zitat

    Original von MagnaMater


    Im zweifelsfalle, Prombär:
    Aus seiner religiösen irrtumsgemeinschaft austreten, denn 'gott' oder 'dem nichts' ist es ganz sicher egal, ob du an deinem todestag deinen taufschein und deinen kirchensteuerbeleg vorweisen kannst.
    Je nachdem wie deine glaubensgenossen dich verfolgen erkennst du, dass es ihnen nur ums geld und die mitgliederzahl geht. Daran ermisst du, wie moralisch 'gut' deine glaubensgenossen sind, und es ist meisst damit nicht recht weit her und die falsche maske der heuchelei ist rasch abgerissen.


    Wie wäre es mit der Eröffnung des Nebenkriegsschauplatzes "Kirchensteuer"? ;-)


    Ich kenne jedes Argument dagegen. Fakt ist aber, dass eine nicht geringe Zahl von sozialen Einrichtungen (Kindertagesstätten, Krankenhäuser, Altersheime, Bildungsangebote) existiert, für die die Einnahmen der Kirchen aufgewendet werden. Natürlich geht es um Geld und um die Mitgliederzahl (weil sich an der Mitgliederzahl die Ausschüttung der Gelder orientiert). Ob es moralisch schlecht und heuchlerisch ist, sich darum zu bemühen, dass die Mitgliederzahlen nicht weiter sinken (zum Beispiel durch Wiedereintrittsstellen und nicht durch "Verfolgen" der armen Seelen - kein/e Pfarrer/in, den/die ich kenne, hätte für sowas auch nur ansatzweise Zeit, Lust oder Motivation), bezweifle ich sehr. Das Bemühen darum, in einer solchen Diskussion Religion, Glauben, Kirche und persönliche Erfahrungen zu trennen und voneinander abzugrenzen, findet hier leider so gut wie nicht statt.

    ...erinnert mich ein klein wenig an Daniel Pennacs "Wie ein Roman", in dem er (unter anderem natürlich) die unverrückbaren Rechte des Lesers postuliert:


    1. Das Recht, nicht zu lesen.
    2. Das Recht, Seiten zu überspringen.
    3. Das Recht, ein Buch nicht bis zum Ende zu lesen.
    4. Das Recht, wiederzulesen.
    5. Das Recht, alles Mögliche zu lesen.
    6. Das Recht, nach Trivialliteratur süchtig zu werden wie Madame Bovary (d.h. dem Bovarismus zu verfallen)
    7. Das Recht, überall zu lesen.
    8. Das Recht, in Büchern herumzustöbern.
    9. Das Recht, laut zu lesen.
    10. Das Recht, zu schweigen.

    Ja, isses.


    "Neidhart und das Reuental" ist der zweite Teil von Kühns Mittelalter-Trilogie, die anderen sind der Parzival und "Ich Wolkensteil".
    Den Parzival kenn ich, habe ich zwecks Schummeln beim Übersetzen damals fürs Examen gekauft, danach aber mit großem Genuss gelesen.


    Grade bei Amazon sah ich, dass er auch einen Roman über Kid Marlowe geschrieben hat... hmmmmm.... Wunschliste oder nicht?

    Entschuldigung. Morgen schreib' ich was zu Rudi Bultmann. Ich habe von ihm nur vor 100 Jahren mal den "Jesus" gelesen, muss ich zugeben. Und einges quer zum Thema "Entmythologisierung", das mir damals nicht nur was für die Magisterarbeit, sondern auch viel für meinen eigenen Glauben gegeben hat.

    Zitat

    Original von churchill


    Warum ist das Schiff der Kirche bis heute nicht untergegangen?
    Weil es von so vielen Nieten zusammengehalten wird ;-)


    GRÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖHL! :rofl


    Ich kann nicht mehr... Tränen wegwisch...
    Darf ich den Witz ausborgen, auf einen Zettel schreiben und ihn meinem Mann in die Unterlagenmappe schmuggeln, am besten als Post-it auf der Tagesordnung, bevor er zur nächsten Presbyteriumssitzung geht? Bitte, bitte.

    Ich les sowas auch - in anderen Sprachen. Im Deutschen finde ich das meist extrem seicht, und genau das kommt mir zugute, wenn ich solche Bücher in fremden Sprachen lese (nicht unbedingt im Original). Mein Niederländisch hat sich durch Liebesromane-Lesen sehr verbessert - Grammatik, Redewendungen und Vokabeln prägen sich dadurch sehr leicht ein. Und "was Leichtes" wie Sophie Kinsella im Original zu lesen ist sehr einfach und macht sehr großen Spaß (hat meinen Wortschatz bereichert um Pretiosen wie "Fuck. Fuck. Fuckety-fuckety-fuck").

    Zitat

    Original von Mondstein100


    Im Handel sehr vielfältig vertreten.... (Also muss es ja dafür eine Menge Leser geben) :grin


    Die Covers finde ich sowas von abschreckend.....und die Titel dazu sind auch immer toll :hmm


    Während meiner Zeit im Buchhandel sagte mal eine Kollegin zu mir, als ich mich darüber mokierte, dass der Kram meiner Meinung nach überproportional vertreten sei: "Die verkaufen sich aber so gut. Und am allerbesten, wenn auf dem Cover noch ein Pferd drauf ist." :lache


    Ich kann das nicht unbedingt bestätigen, aber es gibt mir bis heute zu denken...

    Wozu ich jetzt mal richtig Lust hätte:
    Oettinger sagt ja, seine Filbinger-Trauerrede sei "falsch interpretiert" worden... hierzu mal was zur Interpretation als solche. Und dann interpretieren, was Oettinger uns mit "falsch interpretiert" sagen wollte. :lache

    Wikisource hat hier viele Texte, größtenteils aus den Erstausgaben, online. Texte zu einzelnen Märchen mit Entstehungs-, Werk- und Rezeptionsgeschichte bei Wikipedia.


    Aber das Märchenbuch, das man zuhause hat, das, das man nie in die Kiste auf den Dachboden geben kann und in das man, ignorant, wie nur Kinder sein können, mit Buntstift hineingemalt hat, ist ohnehin immer nur das einzig Richtige :-]