Beiträge von Googol

    Hier ein Artikel aus der Süddeutschen dazu: Verlag trennt sich von Monika Maron.

    Ich hatte mich auch schon gefragt wieso man hier von einem Rausschmiss spricht oder gar Cancel Culture:

    Zitat

    Schriftsteller sind keine Angestellten der Verlage, in denen ihre Bücher erscheinen. Verträge bestehen über einzelne Bücher. Sie müssen immer neu geschlossen werden, und manchmal werden sie es eben auch nicht. Man kann sich trennen.


    Gewöhnlich sind Verlage ja so etwas wie (gewollte) Gatekeeper - eine Art Qualitätskontrolle: die Autoren müssen einen traditionellen Publikumsverlag erst einmal davon überzeugen, in ein abgeliefertes Buchmanuskript zu investieren. Manchmal erscheint es mir als würde diese Qualitätskontrolle für besonders alteingesessene und etablierte Autoren nicht mehr gelten. Sie können abliefern was sie wollen. Möglicherweise über Jahrzehnte. Das muss nicht unbedingt immer eine gute Idee sein und ich glaube irgendwo in einem Interview gelesen zu haben, dass sie die Autorin ja quasi schützen wollten. Das mag hart klingen, aber ja, vielleicht ist das auch die Aufgabe eines Verlags.

    Der Artikel sagt aber auch (und da wird dann der Verlag doch kritisiert):

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    Und einem Verlag wie S. Fischer wäre es absolut zuzutrauen, diesem Werk einen würdigen, möglicherweise auch kommentierenden Ort zu geben. Dass er es nicht mehr schafft, dieser Verantwortung für das Werk einer solch bedeutenden Autorin nachzukommen, ist kein gutes Zeichen für das literarische Leben in Deutschland.

    Ich nehme inzwischen die Literaturnobelpreisträger eher emotionslos zur Kenntnis. Der Preis ist einfach viel zu aufgeladen.


    Ich bin sowohl Murakami- als auch Atwood-Fan, und beide wären würdige Preisträger, aber an Murakami glaube ich nicht (nicht ansatzweise passt er ins Beuteschema der Jury - da könnte man genauso gut ein Nobelpreis für Stephen King und Neil Gaiman fordern) und wäre es Atwood geworden, wäre meine Reaktion vermutlich ein leichtes Gähnen gewesen. Ja verdient, aber wie originell, hat sie gefühlt nicht schon 27 Booker-Preise gewonnen? Beide könnten sich den Nobelpreis auch schön an die Wand hängen, aber sie sind ja schon weltweit bekannt, verfilmt und omnipräsent. Ja, vielleicht gebührt er diesen Autoren trotzdem vorrangig, aber wäre dann der Literaturnobelpreis nicht irgendwann komplett bedeutungslos wenn man ihn an Anzahl verkaufter Bücher ausrichtet?

    Und was mich bei der Serie wirklich im positiven Sinne umhaut ist der Einsatz von passenden Schauspielern in verschiedenen Alterstufen für viele der wichtigen Figuren und ihren jeweiligen Entwicklungsstufen. Das ist fast immer sehr stimmig. Die Persönlichkeit der Figuren bleibt über die Jahre erhalten.

    Finde ich auch. Das beste Trio ist für mich das der Kate-Darstellerinnen. Das Kind, das alles verkrampft und zurückhaltend weglächelt (da kann man vielleicht noch von eingeschränkter Darstellungsvielfalt sprechen, aber das passt). Der Teenager, der durch die unglaublich talentierte Hannah Zeile verkörpert wird, und bei der erwachsenen Kate... was soll man zu Chrissy Metz sagen? Außer großartig.


    Bei den Kevins dagegen ist die (versteckte) Tiefe erst im erwachsenen Charakter zu spüren.


    Randalls Darstellungen auch durchgängig gut.


    Bei Rebecca ungewöhnlich wie gut das mit dem Makeup funktioniert (sie ist jünger als ihr Sohn Randall!). Ich habe gelesen, dass man lange gezögert hat, ob man nicht eine andere Darstellerin für die alte Rebecca suchen sollte. Ist wohl Geschmacksache, aber ich denke, Many Moore hat da einen ziemlich guten Job gemacht.

    Into the Night


    Nach Folge 2 muss ich sagen, dass die Handlung manchmal so konfus ist, das selbst die Darsteller mit den abrupten Wendungen mimisch nicht folgen können.


    Dennoch macht die Serie irgendwie Spaß!


    Sehe ich auch so. Nach Folge 4 gleiche Situation: jede Plot-Wendung ein "nein, nicht auch das noch!" und die vierte Folge mit einer der absurdesten Szenen, die man sich im Zusammenhang mit einem Flugzeug nur vorstellen kann, aber reinster europäischer Trash-Spaß :)


    Zitat

    Edit: In Folge 3 kommen ein paar Momente, die an Lost erinnern!

    Referenz oder Plagiat?

    An Lost fühle ich mich schon die ganze Zeit erinnert.


    Minus der mystischen Elemente von Lost, aber es ist halt der klassische Survival-Plot.

    Ich fange gerade erst damit an mir das anzuschauen.


    Das virtuelle Format scheint ja schon mal gelungen zu sein. Das wirkt ähnlich lebendig wie in Prä-Corona-Zeiten.


    Aber Mensch, Philip Tingler: direkt beim ersten Text als neues Jurymitglied das unausgesprochene No-Go begangen, den eingeladenen Text direkt als erster zu besprechen - und dann nicht so wirklich souverän auf die Kritik aller anderen Juroren zu reagieren bis hin zu leicht grenzüberschreitenden Kommentaren in Richtung Jury-Vorsitzenden. Mal sehen was es bei den nächsten Besprechungen noch an Krawall geben wird. Das wird spannend.

    Seriengucken in Corona-Zeiten.


    THIS IS US: vorher nie etwas davon gehört (vermutlich hinterm Mond gelebt bei der Anzahl von Emmys, die diese Serie bekommen hat), aber richtig gut. Für Fans von z.B. Parenthood, wenn sie daran jemand erinnert. Auf mehreren zeitlichen Erzählebenen (anfangs zwei: Gegenwart, Vergangenheit - später dann auch noch die Zukunft) sehr clever erzählte Geschichte von Drillingen (einer davon schwarz, weil direkt aus dem Krankenhaus heraus adoptiert, nachdem ein Drilling bei der Geburt starb). Sehr gute Darstellungen, inbesondere von Sterling Brown. Vier Staffeln wegabsorbiert.


    LITTLE FIRES EVERYWHERE: erinnert etwas an Big Little Lies. Reese Witherspoon in einer sehr ähnlichen Rolle. In diesem Thread bereits thematisiert - sehr gut gemacht. Der Schluss überraschend und bewegend.


    UPLOAD: Vielleicht eher harmlos, aber wirklich schöne Unterhaltung. Hat mich abgelenkt und mir gefallen. Lässt sich gut wegschauen.


    INTO THE NIGHT: irgendwie nicht gut, schaue es aber trotzdem. Hat eine gewisse Spannung, aber Drehbuch eher hanebüchen und nicht alle schauspielerischen Leistungen geglückt.


    AFTER LIFE: sehr kurze zweite Staffel (wie auch die erste). Ein guter Ricky Gervais, gute Dialoge. Gleichzeitig bissig und politisch unkorrekt, wie durch und durch humanistisch. Ein Gewinn.

    THE END OF THE TOUR


    Ein weiterer Film mit literarischem Bezug dieses Mal geht es um den Autoren David Foster Wallace.


    Ich sage immer, dass INFINITE JEST, bzw. auf deutsch: Unendlicher Spaß, das beste Buch ist, dass ich jemals nur zu einem Drittel gelesen habe. Und ein Drittel sind bei dem Ziegel von Buch auch gut 400 Seiten.


    Der Film spielt aus der Sicht des Rolling Stone Autors David Lipsky, der David Foster Wallace die letzten Tage seiner Buchtour für eben jenes Buch begleitet hat, das die experimentelle amerikanische Literatur der 90er so geprägt hat. Es beginnt aber mit der Nachricht des Selbstmords des Autors.


    Jesse Eisenberg spielt den Journalisten. Bei Eisenberg bin ich wie immer etwas zwiegespalten, zu gleichtönig, arrogant wirken seine Interpretation (u.a. von Mark Zuckerberg in The Social Network), so dass ich nie das Gefühl loswerde Eisenberg ist einfach so - aber vielleicht passt es hier noch am besten.


    Jason Segel spielt David Foster Fallace und ähnlich wie bei Melissa McCarthys Performance in "Can you ever forgive me?" eine echte Überraschung, ist er auch doch eigentlich eher durch seichtere Darstellungen bekannt wie in "How I Met Your Mother" oder diversen Hollyood-Komödien. Hier aber eine sehr feinfühlige, sensible Darstellung des fragilen Autors.


    Sehr literarisch, sehr philosophisch, sehr gut in der Darstellung klinischer Depression und den Folgen. Sehr zu empfehlen, aber auch ein sehr spezielles Vergnügen. Sicherlich kein Feel-Good-Movie und bitte nicht anschauen, nur weil Jason Segel ja in anderen Filmen auch so tolll und charmant ist. Hier ist er es nicht.


    ASIN/ISBN: B0176JBIL2

    CAN YOU EVER FORGIVE ME?


    Ein schäbiger und verdammt fabelhafter Film.


    "Can You Ever Forgive Me" handelt von Lee Israel, einer New Yorker Autorin von Biographien, die es einmal auf die New York Times Bestseller Liste geschafft hat, die sich finanziell aber inzwischen kaum noch über Wasser halten kann und ein Alkoholproblem hat. Gerade gefeuert, mit der Miete in Rückstand und mit einer kranken Katze, deren Behandlung sie sich nicht leisten kann, scheint ihre Situation ausweglos.


    Durch Zufall fallen ihr bei ihrer Recherche einer neuen Biographie der Vaudeville-Komikerin Fanny Brice (für die sich wirklich niemand interessiert, vor allem nicht ihre Agentin) Briefe in die Hände, die sie in einem Antiquariat für einen bescheidenden Preis verkauft. Daraufhin fängt sie an im großen Stil an Briefe von z.B. Dorothy Parker und anderen literarischen Persönlichkeiten zu fälschen und zu verkaufen....


    Melissa McCarthy, bekannt fast nur als Komikerin in schrägen, grellen - für mich beinahe unerträglichen -Filmen, aber auch durch Saturday Night Live für ihre kongeniale Darstellung des ersten Trump-Pressesprechers Sean Spicer, hier ungeschminkt und in ihrer ersten(?) ernsthaften Rolle. Fabelhafte Performance. Richard E. Grant auch sehr genial in einer Nebenrolle.


    ASIN/ISBN: B07P3D2Q3S

    Googol Also den Klappentext finde ich bei einem neu erwähnten bzw. rezensierten Buch schon sinnvoll. Bevor ich erfahre, was du von dem Buch hältst, wüsste ich schon gerne worum es überhaupt geht...

    Ich hatte das unglücklich formuliert.


    Natürlich sollte man aus einer Rezi erkennen worum es geht. Ich persönlich trenne bei einer Rezension aber nicht so strikt zwischen Inhaltsangabe und Meinung. Für mich gehört das in einem Fließtext zusammen. Das macht die Rezi weniger schematisch und für mich zumindest natürlicher.

    Das Problem mit dieser Rezensionsanleitung ist, dass 5/6 davon unorigineller, unpersönlicher Copy & Paste ist und das insgesamt ein sehr langweiliges Schema ist.


    Nur die eigene Meinung (und wieso muss man die die groß als selbige ausweisen) zählt für mich und hat einen Mehrwert und auch die Autoren-Angaben kann man, wenn man denn einen Bezug zum Autoren hat, personalsieren, z.B. andere Bücher, die man von dem Autoren gelesen hat erwähnen.


    Es ist schon ein paar Jahre her seit meiner letzten Büchereulen-Rezi, aber deshalb habe dieses Schema auch immer komplett ignoriert.


    Einfach den entsprechenden Amazon-Link dann noch dazu und man hat bei Bedarf die anderen Angaben (Preis, Seitenanzahl, offizieller Klappentext, offizielle Autoren-Bio). Wieso wiederholen/kopieren was man einfach verlinken kann (Grundkonzept des Internets).

    Jetzt habe ich schon wieder nicht auf so eine Liste geschafft.


    Es ist halt schwierig über Jahrzehnte in einem Online-Forum (vor allem während sich das Netz weiterentwickelt) die selben Leute beisammen zu halten. Im Einzelfall muss man dann eben anderswo schauen, wenn man jemanden folgen möchte - buzzaldrin z.B. ist recht aktiv auf seinem Twitter-Account und seinem Blog. Da ist auch die eine oder andere Rezi dabei.


    Dass in der Vergangenheit vielleicht drei und nicht zwei Eulen sich zu einem Botho Strauß oder Peter Handke (Namen, die in dem Doppelgänger-Thread von vor zwei Jahren erwähnt wurden) Buch geäußert haben, war ein schöner Zufall für die entsprechende Randgruppe.


    Das verschiebt sich halt. Hat aber nicht zwingend etwas mit Qualität zu tun.

    "Another Life" ist ganz großartig. Leider gibt es nur 10 Folgen bisher.

    So unterschiedlich können Serien wirken. Ich habe eine halbe Folge gesehen und war geradezu erschrocken was Produktionsqualität, Drehbuch und vor allem schauspielerische Leistungen angeht. Wirkte für mich schnell und billig heruntergedreht.

    Bin jetzt mit der 3. Staffel von Stranger Things durch. Nachdem ich die ersten beiden Staffeln geradezu verschlungen hatte (viel besser kann eine Serie nicht sein), fand ich die dritte Staffel immer noch ordentlich bis gut, aber irgendwie nicht mehr das, was es mal war.


    Jetzt sind die Protagonisten halt Teenager und besonders Elevens Charakter wird plötzlich dadurch viel weniger interessant (sie lebte von ihrem Mysterium und ihrem eingeschränkten Vokabular), Nancy und Jonathan entwickeln sich kaum weiter und der Plot und die Bedrohung auf Hawkins waren dieses Mal auch weniger interessant, etwas brachial und beliebig. Hopper ging mir etwas auf den Keks. Super aber natürlich Erica, und auch Robin ist ein Gewinn.


    Mal sehen wie die 4. Staffel so wird.

    Im aktuellen Spiegel sagt die Autorin etwas dazu:


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    Original von Yaa Gyasi
    Ich habe mir viele multiperspektivische Romane angeschaut und beschlossen, es anders zu machen: Mir war wichtig, dass es diesen unaufhaltsamen Vorwärtsdrang gibt, einer Staffelstabübergabe gleich, wie im Leben auch. Ich habe mich extra gezwungen, jeder Figur nur 20 bis 30 Seiten zu geben, sonst hätte ich leicht 1000 Seiten beisammen gehabt.

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    Original von Peter Waldbauer
    Und für alle, die gerne Atemnot bekommen: Heute im Spiegel gelesen: klartextete er (in einem Bericht über Claus Strunz) und noch besser: leitartikelte er


    Da erhitzen sich jetzt aber wieder einige Gemüter... ;-)


    Ach Mensch, Peter, ich dachte es geht hier um Dialoge und um guten oder schlechten Stil (wobei das alles wild durcheinander geht und der tatsächlich Mehrwert für Autoren schwer zu erschließen ist) und jetzt bringst du Beispiele aus indirekten Reden in einem Artikel. Das ist von der Argumentation her alles so schräg und absurd, dass ich mich frage wieso es diesen sinnentleerten Thread sogar parallel in mehreren Bücherforen gibt.

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    Original von Peter Waldbauer
    Es gibt sogar Firmen, die stellen gar keine Bartträger ein. Walt Disney, z.B:


    Disney ist aber kein gutes Beispiel. Erst einmal ist Disney ohnehin sehr speziell, dann bezog sich das auf "Cast Members" in den Themenparks, also nicht um Büroangestellte oder dergleichen, und außerdem wurde das vor ein paar Jahren bereits gelockert.

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    Original von Peter Waldbauer
    Die SPD ist schon einmal mit einem Bartträger gescheitert. Sie hat daraus nichts gelernt. Optik wählt mit.


    Und x-mal mit Nicht-Bartträgern: Steinbrück, Steinmeier, Lafontaine, Rau, Vogel...