Beiträge von Googol

    Mir fehlen glaube ich noch drei Texte, aber meine Favoriten sind:


    Juan S. Guse (mir gefällt die Originalität des Textes, die Absurdität/Fantastik kombiniert mit einem erzählerischen Ton ist genau mein Ding - ich weiß nicht, ob die mögliche Klagenfurt-Metaebene unbedingt sein musste).


    Elias Hirschl hat mir auch gut gefallen, ebenso Ana Marwan und für mich potentiell unterschätzt Hannes Stein.


    Sonst so:


    Alexandru Bulucz war gut, aber für mich zu abstrakt und zu wenig erzählerisch. Starke Themen und Metaphern (auch wenn manchmal wie bei Prousts Madeleines vielleicht zu putzig), aber für mich zu fragmentarisch und, ja, beliebig.


    Usama Al Shamani: ein mir ansatzweise sympathischer, erzählerischer Text, aber insgesamt mit zu viel Pathos erzählt, was aber eher der arabischen Erzählweise geschuldet. Gut, schlüssig, aber am Ende eben nicht so mein Ding.


    Stahlmann: wird mit J.G. Ballard verglichen, huch, ging aber vollkommen an mir vorbei.


    Sichelschmidt: zu sehr auf Thema geschrieben (wo dann Vea Kaiser wieder in den emotional manipulativen "ach so wichtig und unantastbar"-Rausch verfällt), erzählerisch aber viel zu konventionell und irgendwie langweilig.


    Leon Engler habe ich noch während des Vorlesens vergessen.


    Andreas Moster: Vollkatastrophe.


    Mara Genschel: ebenso, stimme mit Tingler da überein. Performative Kleinkunst. Der Einwurf von ihr auch eher peinlich.


    Den Rest noch nicht gelesen (Karim Khani, Zeman und Gatzmaga).


    Ich denke mal die insgesamt starken Texte der Nicht-Muttersprachler, also die Internationalität der diesjährigen Beiträge, wird sich in den Preisentscheidungen widerspiegeln. Vermutlich wird es Bulucz. Guse wäre schön, kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellen.

    In den Spotify Charts und den UK Charts wohl auf Platz 1. Und die Staffel ist - trotz aller negativen Kritik von "Kritikern" - anscheinend die erfolgreichste.

    Und vollkommen verdient. Ist doch eine schöne Geschichte, wie so ein alter Song wieder auflebt und neue Hörer findet. Und ich kann gar nicht genug betonen, wie genial Musik in Stranger Things eingesetzt wird. Wie Max in Folge 1 mit dem Song auf ihrem Walkman durch die Schule läuft, das Buildup dann bis Folge 4, wo der Song dann ja quasi eine Hauptrolle einnimmt. Auch schön da wie der Song da in den Soundtrack einfließt, die kurze Piano-Sequenz am Ende der Folge.


    Wie gesagt, die Storylines von Max und Joyce sind super, wenn Els Storyline jetzt auch mit Wucht wieder zurückkommen sollte, dann kann das großartig werden.


    Dass man Robert Englund einbezogen hat... Die Macher haben wirklich ein Gespür dafür Zeitgefühl einzufangen.


    Ich muß zugeben, dass man mich mit Special Effects nicht fangen kann. Ja, das sieht zum Teil aufwändiger aus... cool, schön. Kleine Gefahr, dass mich der Teil der Geschichte, der Bösewicht, weniger begeistern wird. Special Kudos für Nancys furchtbare Frisur und generell das drollige Nancy/Robin-Pärchen.


    Eine 180 Grad Drehung von mir. Das ist groß. Vermasselt es in den nächsten Folgen bitte nicht.


    Auf Rotten Tomatoes schien das übrigens als ob die Staffel bisher sowohl ein Zuschauer als auch ein Kritiker-Erfolg wäre (89% Critics, 90% Audience, besser geht's ja fast nicht). Gibt es wirklich so viele negative Kritiken?

    Googol Stranger Things Staffel 4 nimmt schnell Fahrt auf, und die angerissenen Storylines in der ersten Folge haben alle ihre Berechtigung. Das wird noch düster und geht ein wenig in Richtung "Der Exorzist". Dranbleiben lohnt sich meiner Meinung nach!


    Immer noch kein Fan der ersten Folge, ob berechtigte Storylines oder nicht, das war mir zu viel Exposition, aber sobald wir die erste Leiche haben geht die Staffel für mich erst richtig los. Die Handlung viel geradliniger und am Ende der dritten Folge wird es dann so richtig dramatisch. Und die Nebenstory mit Joyce und Hopper ist super.


    Es dauert eine Weile bis sich El fängt. Die Darstellung der Mobbing-Opferrolle finde ich schauspielerisch wenig überzeugend. Das hat die ganze Zeit den einen, gleichen Beat.


    Am Ende der vierten Folge entwickelt sich das vielleicht trotzdem zur besten Staffel bisher. Witzige, orginelles Skript ("Burritos zum Frühstück?"). Sehr viel Spannng. Die Szenen mit Yuri und Joyce genial. Popkulturelle Referenzen, Soundtrack. Und mir geht jetzt Kate Bush nicht mehr aus dem Kopf... Running up that Hill...

    Ich habe die Staffel an zwei Tagen durchgesuchtet. Ich finde sie extrem spannend, und davon abgesehen habe ich mich einfach gefreut, die Figuren wiederzusehen... Für mich musste da nichts besser werden.


    Wenn ich mir die Bewertungen so anschaue bin ich eher die Minderheit und wie es eben Millionen Fußball-Bundestrainer gibt, so tue ich so als wäre ich Stranger Things Drehbuchautor, aber zumindest die erste Folge - ich habe sie jetzt zuende geschaut - finde ich wirklich schwach. Kann aber auch gut sein, dass ich dann ab Folge 2 wieder voll drin bin.


    Ist vermutlich das typische Staffel-X-Problem. Wir haben ein großes Personal, viele bekannte FIguren und jeder muss seinen Auftritt haben. Das wirkt dann fast eher wie ein Fanwochenende der liebsten Fußballmannschaft, als der Beginn einer guten Story. Was in der ersten Staffel noch düster und dunkel war, ist nun grell und bunt. Diese Szene, wo die coolen Leuten Basketball spielen oder bejubeln und gleichzeitig die Nerds Advanced Dungeons & Dragons ist für sich ja ganz cool und irgendwo im Geist der Originalstory aber nun so extrem überblendet und auf Effekt inszeniert.


    Was mich in einer ersten Folge einer neuen Staffel aber eigentlich interessiert ist, was die neue große Gefahr für die Stadt und die Figuren darstellt. Chrissy, die Cheerleaderin, scheint da der Schlüssel zu sein und in der zweiten Hälfte der ersten Folge steht sie dann endlich etwas mehr im Mittelpunkt, aber ich halte es für eine wirklich schlechte Idee alle Einzelgeschichten gleichzeitig erzählen zu wollen. Winona Ryders Storyline z.B., cool interessant, wäre aber viel wirksamer, wenn sie sich die Screentime nicht mit so viel anderen Figuren teilen müsste.


    Dass El gemobbt wird ist interessant, aber was soll die Eröffnungssequenz, wieso nicht ggf. in die zweite Folge verschieben, weil so bleibt Els Storyline vollkommen blass.

    Was ist mit Stranger Things los? Die ersten drei Staffeln habe ich noch weggesuchtet. Jetzt bin ich nach zwei Versuchen noch nicht über die ersten 30 Minuten der ersten Folge der vierten Staffel hinweg gekommen. Ein heilloses Durcheinander. Man quält sich durch alle Figuren und Quasi-Rahmenhandlungen und Backstories, aber abgesehen von dem kotzenden Mädchen auf dem Klo, und einer fulminanten Eröffnungssequenz mit Eleven, die aber sogleich wieder verpufft, weil bisher Null Relevanz für die Geschichte, passiert einfach nichts. Wird das noch besser oder haben die Macher vergessen wie man gute Geschichten erzählt?

    Die neue Netflix-Serie The Lincoln Lawyer hat anscheinend Potenzial, jedenfalls mochte ich die erste Folge.

    Ich habe jetzt die ersten vier Folgen gesehen und bin recht angetan. Kurioserweise interessiert mich der Hauptfall eher wenig bzw. irgendwie bin ich zu blöd für Kriminalfälle, aber die Rahmenhandlung, die Figuren, der Look, das L.A. Setting - all das überzeugt mich.

    Ich fand die erste Staffel von Picard eigentlich ganz ordentlich, konnte man gucken. Die erste Folge der zweiten Staffel habe ich in zwei Anläufen nicht geschafft zu Ende zu schauen. Ich bin allerdings wirklich nicht so der Trekkie. An Discovery habe ich auch das Interesse verloren.

    Und was auch interessant wäre, die Resultate darauf zu untersuchen, wann die Wahlsysteme geändert wurden. Ich weiß nicht wann das war und was die genau gemacht haben, aber bei den Public Votes gab es ja früher noch mehr Punkte für die jeweiligen Nachbarländer. Das hat Deutschland zwar auch meistens nicht geholfen, um zu siegen, aber ich denke, weil wir halt nun einmal relativ viele Nachbarländer haben waren die (indirekt deutschen) Stimmen aus Österreich, Luxemburg etc. halt hilfreich, um zumindest eine etwas solidere Platzierung hinzubekommen.

    Allerdings stimmt ja der letzte Satz nicht. Woran liegt das, mit diesen Ausnahmen? Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte man doch nochmal Stefan Raab um Hilfe bitten. :lache


    Ich schaue fast nie den Wettbewerb, aber doch relativ häufig die Abstimmung. Keine Ahnung wieso. Es gibt vereinzelte Ausnahmen, aber die Resultate folgen bestimmten Mustern. Deutschland fast immer letzter. In den wenigen Ausnahmejahren dann direkt in der Top 10. Ich denke für einen Siegerbeitrag bräuchte es wirklich eine sehr pro-deutsche Stimmungslage in Europa. Vielleicht war Lena noch Teil der Sommermärchen 2006 Welle...


    Bei anderen Ländern sieht es ähnlich aus und das sind vor allem die großen politisch-wirtschaftlich dominanten Länder: Spanien, Frankreich und vor allem Großbritannien.


    Public Vote für Ukraine ja quasi en bloc 12 Punkte. Die hätten auch das Telefonbuch singen können.


    Wir brauchen also keinen Raab, sondern einen Algorithmus + ein wenig Support von Scholz, Baerbock & Co und deutschen Sommerurlaubern. Und für den Algorithmus würde ich mir nicht nur die deutschen Ausreißer anschauen, sondern eben auch vor allem die britischen. Was war an dem Song dieses Jahr so besonders?


    Kann ich nicht sagen, weil ich habe keinen einzigen der Songs gehört.

    Wenn prähistorisch auch eine Option ist. Ich fand damals Nur die Zeit zum Feind von Michael Bishop sehr gut.


    Hier die Kurzbeschreibung der englischsprachigen Ausgabe (noch lieferbar, die deutsche Übersetzung wohl nur antiquarisch):


    Joshua Kampa is torn between two worlds - the Early Pleistocene Africa of his dreams and the 20th-century reality of his waking life. These worlds are transposed when a government experiment sends him over a million years back in time. Here, John builds a new life as part of a tribe of protohumans. But the reality of early Africa is much more challenging than his fantasies. With the landscape, the species, and John himself evolving, he reaches a temporal crossroads where he must decide whether the past or the future will be his present.


    ASIN/ISBN: 3453310551

    Ich bin bei ungefähr 10% und bin sehr angetan. Der Sound ist fürs Genre schon ungewöhnlich, ein schnoddriger Präsens, mir gefällt er aber, und er kommt vor allem in der deutschen Übersetzung auch überraschend gut rüber. Ich bin jetzt trotzdem ins englische gewechselt (die Kindle-Ausgabe ist extrem günstig). So ein wenig fühle ich mich an alte Science Fiction Zeiten erinnert, John Shirley, Richard Kadrey usw, wo die Stadt selbst zum Charakter wird. Die Lovecraft-Anspielungen kann ich nur erahnen, aber ich mag wie die Realität unter Manny quasi zusammenbricht, und wie er zwischen Realität und Fantasiewelt hin und her wechselt. Die New York Referenzen sind für den typischen New York Touristen interessant (z.B. die New York Public Library als Schauplatz, die Bibliothek mit den Marmorlöwen am Eingang). Ich hoffe die Autorin hält diesen Stil über den gesamten Roman bei, ohne zu sehr in Genre-Konventionen zurückzufallen.

    Auf einem ähnlich hohen Niveau wie in seinem ersten Erzählband "Der Elefant verschwindet" liefert Murakami in diesem Buch meisterhaft Kurzgeschichten ab. Was ich dieses Mal besonders interessant fand war, dass einige Geschichten einen vermeintlich auto-fiktionalen Ansatz haben, Murakami tritt als Figur auf oder zumindest Murakami-ähnliche Figuren, aber nie auf den Murakami-typischen phantastischen Dreh verzichten, wie z.B. in der großartigen Story: Charlie Parker Plays Bossa Nova".


    ASIN/ISBN: 3832181571

    Die beiden Hauptcharaktere zwischen denen die Handlung alterniert gehören zu den facettenreichsten Figuren, die mir in einem Roman jemals über den Weg gelaufen sind. Gleichzeitig eigentlich konventionell erzählt, aber eben auch in der Tiefe der Figurenzeichnung unkonventionell und einzigartig.


    ASIN/ISBN: B07W4YTRS8

    Der "Plot" ist klassische Science-Fiction: ein Generationenraumschiff, bevölkert sowohl mit Menschen als auch mit Androiden. Die Durchführung ist einmalig: eigentlich als Katalog-Text für eine Museumsausstellung konzipiert, ist der Text in extrem kurze. meist nur eine Seite lange, Miniaturen strukturiert. Liest sich fast wie eine Sammlung von Prosa-Gedichen über die Frage was ist künstlich und was ist real. Nominiert für den International Booker Award.


    ASIN/ISBN: 1999992881

    Piranesi von Susanna Clarke.


    Clever konstruierter schmaler Roman. Geheimnisvoll, gleichsam abstrakt im World-Building und mitreißend geschrieben. Man fiebert mit der Hauptfigur mit, wie sie langsam Die Welt, in die er gefangen ist, enträtselt. Aufgezeichnet mit dem Women's Prize for Fiction, ungewöhnlich für einen Fantasy-Roman.



    ASIN/ISBN: 3896676725

    Die Kevin/Randall-Dynamik in der Staffel fand ich schon sehr spannend. Natürlich ist die Geschichte eindeutig wer da als Opfer dargestellt wird, aber die Geschichte hat die Zerrissenheit und fast schon Unmöglichkeit der Situation sehr gut dargestellt. Insofern war das für mich keine gewollte politische Korrektheit, sondern die Geschichte hat einen aktuellen gesellschaftlichen Konflikt thematisiert und zudem bildet dieser Konflikt irgendwie auch eine Klammer um die ganze Story ("Drillinge", zwei weiß, einer schwarz, was hat das für psychologische und soziale Konsequenzen). Das ist vielleicht nicht leicht anzuschauen, vor allem wenn man sich wie ich eher mit Kevin identifiziert, ist aber wirklich gut gemacht.