Diese Listen, auch genau diese spezielle (Das Beste aus dem 21. Jahrhundert), sind ja sehr beliebt. Hatten die New York Times und, ich meine, The Guardian auch schon. Da ist dann ja meistens eine Gruppe von Leuten, die das ermittelt, hier eben nur eine Person. Entsprechend subjektiv ist das vielleicht auch, aber ich denke mal, dass bei den besagten Leuten Kracht, Murakami, Zeh viele gute Bücher eben aus den 90ern stammen. Ja klar, Faserland ist bedeutender als Eurotrash, und bei Murakami gäbe es selbst aus den letzten 25 Jahren noch mehr Konkurrenz, und Karte und Gebiet ist vielleicht auch eine überraschende Auswahl bei Houellebecq. Aber diese Listen sind ja hauptsächlich dazu da, dass es dann Diskussionen über die Titel gibt.
Natürlich gibt es die objektiv besten Bücher nicht, ich finde hier aber interessant, einmal eine nicht angelsächsisch gefärbte Version, sondern eine mit einer deutschsprachigen Färbung zu sehen.
Typisch für Scheck ist eben auch sein Faible für SF, Chiang und Le Guin sind halt seine persönlichen Lieblinge, dadurch auch mehr Genre auf der Liste als vielleicht üblich.
Im Detail finde ich auch ein paar Dinge bei Denis Scheck kritisch, finde aber immer gut, wenn jemand im TV Literatur präsentiert. „Literaturclown“ und „Möchtegern-MRR“ sind natürlich Spitzen und Übertreibungen, die man im Krawallmodus eben gerne mal so macht, die ich aber unangebracht finde.

