'Shirley' - Seiten 539 - 612

  • Ab Drittes Buch Kapitel 5 „Phoebe“ bis Kapitel 9 „Schuljunge und Waldnymphe“

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Ich bin noch nicht ganz fertig mit dem Abschnitt. Aber nach dem Kapitel "Phoebe" war ich schon erst mal etwas erschrocken: Shirley wird von einem tollwütigen Hund gebissen. Ich kann sehr gut verstehen, dass sie sich daraufhin verändert und sogar ihr Testament machen möchte. Mit Tollwut ist ja echt nicht zu spaßen. Und sie macht das erst mal ganz mit sich alleine aus, ohne jemanden darüber zu informieren. Sie will keinen damit belasten. Die Arme, das muss ja furchtbar für sie gewesen sein.

    Und der Hauslehrer scheint das auch nicht so schlimm zu sehen. Er ist sich sicher, dass Shirley nicht an Tollwut erkranken wird. Woher will er denn da so sicher sein? Ich hoffe es natürlich auch nicht, aber die Gefahr einer Übertragung besteht da natürlich schon.

  • Also wenn das Tier wirklich tollwütig war da ist die Ansteckung nach einem Biss ( wo Gewebe verletzt wird, und das wurde hier ja ) sehr wahrscheinlich. Von daher war es mutig von Shirley sich selbst die Wunde auszubrennen. Somit hat sie wahrscheinlich damit das schlimmste verhindert, denn die Keime verweilen mehrere Tage an den Eintrittstelle.

    Tollwut verläuft meist tödlich, bzw. wenn jemand das überlebt dann mit schwersten Hirnschäden. Eine adäquate Therapie gibt es ja bis heute leider nicht. Soweit ich mich recht erinnere, für genaueres müßte ich meine Bücher befragen, in Infektiologie war ich eher bei anderen Krankheiten fit, Tollwut haben wir damals ( schon soo lange her=O) nur gestreift.


    Noch ist Shirley nicht überm Berg, die Inkubationszeit beträgt meines Wissens 1-3 Monate. Hoffen wir für sie das Beste :)


    Ich bin hier auch noch nicht ganz durch, vielleicht schaffe ich den Abschnitt heute noch...

  • Eine adäquate Therapie gibt es ja bis heute leider nicht. Soweit ich mich recht erinnere, für genaueres müßte ich meine Bücher befragen,

    Nein es gibt auch heutzutage keine richtige Therapie. Nur eben die Möglichkeit einer Impfung. Wenn man von einem tollwütigen Tier gebissen wurde kann man sich auch noch nachträglich innerhalb eines bestimmten Zeitfensters diese Impfung zusammen mit Immunglobulinen geben lassen ( Postexpositionelle Prophylaxe heißt das dann) Aber wenn einige Zeit verstrichen ist hilft das auch nicht mehr und es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten.

  • Nein es gibt auch heutzutage keine richtige Therapie. Nur eben die Möglichkeit einer Impfung. Wenn man von einem tollwütigen Tier gebissen wurde kann man sich auch noch nachträglich innerhalb eines bestimmten Zeitfensters diese Impfung zusammen mit Immunglobulinen geben lassen ( Postexpositionelle Prophylaxe heißt das dann) Aber wenn einige Zeit verstrichen ist hilft das auch nicht mehr und es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten.

    Danke fürs vervollständigen :)


    Zum Buch, habe ich das richtig verstanden, dass Robert Shirley heiraten wollte? Wegen des Geldes?

  • Über das veränderte Verhalten von Shirley hatte ich mich auch gewundert, aber wenn sie fürchtet, von einem tollwütigen Hund gebissen worden zu sein, wird es verständlich. Da kommt dann wieder zutage, wie anders die Zeiten waren - die Wunde hat sie mit einem heißen Bügeleisen ausgebrannt. In der mehrfach erwähnten „Savage Destiny“-Reihe, die ab 1845 die folgenden Jahre/Jahrzehnte spielt, kommt naturgemäß öfters die Behandlung von Wunden vor. Ähnlich, ähm, primitiv und schmerzhaft wie hier. Die Erfindung von (wirksamer) Narkose und Schmerzmitteln ist schon ein Segen, den wir heute kaum noch würdigen können.


    Außerdem wird in diesem, vor allem aber im nächsten Kapitel „Louis Moore“ sehr deutlich, daß selbiger in Shirley verliebt ist, sich aber keine Hoffnungen macht.


    Kapitel 7 (Rushedge als Beichtstuhl) hat mich denn doch etwas überrascht. Robert Moore hatte Shirley tatsächlich einen Antrag gemacht, den selbige aufgebracht abgelehnt hat. Aus Moores Bericht schließe ich, daß Shirley - im Gegesatz zu ihrer Umgebung - niemals daran gedacht hat, Robert Moore zu heiraten. Das hat allerdings zur Folge, daß er eine längere Reise unternimmt und dabei völlig neue Einsichten in die Verhältnisse der Menschen gewinnt. Schade nur, daß ihm das (vorerst?) nichts nützt, da er (s. u.) angeschossen wird.


    Später (S. 773 Manesse) der Satz: „Mary Cave war nicht das, wofür Sie sie halten, Yorke - ich habe ihr Bild im Pfarrhaus gesehen.“ Anscheinend war vor Jahren Yorke in die jetzige Mrs. Pryor (denn um diese müßte es sich bei dem erwähnten Porträt handeln) verliebt und wollte sie heiraten, doch die erwählte den Bruder von Mr. Helstone. Welche tragische Verknüpfungen deuten sich an!


    Dann wird Moore aus den Hinterhalt angeschossen, zum Glück nicht erschossen! Im Weiteren offenbart sich dann vollends, daß Caroline in ihn verliebt ist; auch Martin rafft das, und ich bin gespannt, was er als Belohnung dafür will, daß er Caroline zu Robert führt. Ich habe da so meine Vermutung, da es Robert nicht gefallen wird...


    Der muß einstweilen die „Fürsorge“ erst von Mrs. Yorke und dann dem Drachen von Krankenschwester ertragen. Wenn er wieder zu Kräften gekommen ist, bin ich gespannt, wie er reagieren wird.


    Zwischenzeitlich das - für mich als Leser - köstliche Gespräch zwischen Shirley und dem ach so treusorgenden Onkel! Wie kann die es auch nur wagen, ständig passende Verehrer abzuweisen?! :chen


    Nun ja, der letzte Abschnitt könnte spannend werden! :grin :chen

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Also wenn das Tier wirklich tollwütig war

    Ich gehe davon aus, daß der Hund nicht tollwütig war. Von seinem "Herrchen" wurde er anscheinend oft grausam behandelt, und er hatte ja deutliche Anzeichen von Schlägen. Der war mE "einfach" bösartig geworden, weil er so schlecht behandelt wurde.



    Zum Buch, habe ich das richtig verstanden, dass Robert Shirley heiraten wollte? Wegen des Geldes?

    Den Grund habe ich auch nicht so recht verstanden. Aus Sicherheitsdenken, weil dann die Fabrik nicht mehr von einer Fremden gepachtet, sondern in der Familie wäre? Ich vermute zu dem Zeitpunkt, der war so sehr Kaufmann, daß er Gefühle völlig außer Acht gelassen hat. Erst durch die Ablehnung und die Erfahrungen der folgenden Wochen, hat sich das bei ihm geändert, wozu auch die Todesnähe durch die Schußwunde beitragen dürfte.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

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    Zwischenzeitlich das - für mich als Leser - köstliche Gespräch zwischen Shirley und dem ach so treusorgenden Onkel! Wie kann die es auch nur wagen, ständig passende Verehrer abzuweisen?! :chen


    Nun ja, der letzte Abschnitt könnte spannend werden! :grin :chen

    Diese Gespräche fand ich auch zu köstlich, das war eine der wenigen "Szenen" im buch, die ich tatsächlich vor Augen hatte und mich königlich amüsiert habe. Shirley ist schon ein tolles Mädchen!



  • Zum Buch, habe ich das richtig verstanden, dass Robert Shirley heiraten wollte? Wegen des Geldes?

    Den Grund habe ich auch nicht so recht verstanden. Aus Sicherheitsdenken, weil dann die Fabrik nicht mehr von einer Fremden gepachtet, sondern in der Familie wäre? Ich vermute zu dem Zeitpunkt, der war so sehr Kaufmann, daß er Gefühle völlig außer Acht gelassen hat. Erst durch die Ablehnung und die Erfahrungen der folgenden Wochen, hat sich das bei ihm geändert, wozu auch die Todesnähe durch die Schußwunde beitragen dürfte.

    Das Gelsd hat bei diesem Antrag bestimmt eine große Rolle gespielt. ich finde aber nicht, dass Robert alle Gefühle völlig außen vor gelassen hat, er mochte Shirley und war wohl der Meinung, sie sei in ihnverliebt, in der Zeit wohl ausreichend für eine Ehe.

    Zwischenzeitlich das - für mich als Leser - köstliche Gespräch zwischen Shirley und dem ach so treusorgenden Onkel! Wie kann die es auch nur wagen, ständig passende Verehrer abzuweisen?! :chen


    Nun ja, der letzte Abschnitt könnte spannend werden! :grin :chen

    Oh ja das Gespräch war herrlich zu lesen. :rofl