Fragen an Jennifer Benkau

  • Gute Frage, Sabine. Für Irland sprach eine ganze Liste an Argumenten.

    Zum einen wünschte sich der Verlag einen englischsprachigen Schauplatz - das stand für mich aber ohnehin fest, da ich sehr früh die Namen meiner Hauptfiguren kannte und diese eben in der Häufung in einen entsprechenden Sprachraum mussten. Nun waren Schottland, London und Südengland aber schon durch andere Bücher im gleichen Programm "belegt".

    Für Irland sprach außerdem - das klingt nun makaber - das kaputte Gesundheitssystem. Was ich damit meine, klärt sich auf den ersten Seiten. Mailin und ihre Mum leben dadurch unter großem Druck - und den Druck brauchte es, um einen Charakter zu schaffen, der mit den Herausforderungen der Geschichte klar kommt :)


    Mich fasziniert Irland natürlich auch, gleichzeitig kann ich diese Faszination selbst kaum nachvollziehen, weil es für Mitteleuropa wirklich sehr kaputt ist: Extrem schlechtes Gesundheitssystem, hohe Rate an Alkoholikern, hohe Obdachlosigkeit, die Frauenrechte sind von vorgestern ... Die Natur ist auch so eine Sache - die endlosen Wiesen dort sind ja nichts Natürliches. Man hat Irland halt einfach vor langer Zeit nahezu komplett abgeholzt.

    Und trotzdem träumen zwei von drei Menschen vor Irland.

    Das ist sehr interessant. (Aber das ist nur ein kleiner Exkurs in meine Gedanken, das Buch spielt ja nur ganz wenige Szenen in Irland :) )

  • Ich hab auch noch eine Frage, die mich verfolgt, seit ich das Cover zum nächsten Band gesehen habe: hat es einen Grund, warum Mailin (ich nehme doch mal an, dass sie es auf dem Cover ist) im 2. Band die Augen zu hat?

    "Jetzt gehe ich einfach los. Irgendwo werde ich schon ankommen, und sei es am Ende einer Sackgasse. Auch dort kann es ja so schön ein, dass man nicht umkehren mag." Meike Winnemuth, Bin im Garten, S. 312, Penguin Verlag 2019