'Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten' - Seiten 109 - 195

  • Ein Buch zum immer weiter lesen... Der Auftrag klingt wirklich spannend und ist vermutlich nicht so einfach, wie es dargestellt wird. Aber am meisten machen sie sich anscheinend Gedanken darüber, dass sie so lange von zuhause weg sein werden. Da musste ich an Arbeiter auf einer Bohrinsel denken, oder gar die Planung für einen Flug zum Mars, was noch viel länger dauern würde...


    Der Shopping-Trip war eine gute Gelegenheit, die Crew auch außerhalb des Schiffes kennenzulernen, das war sowohl witzig als auch berührend.


    Ohan zeigt Alterungserscheinungen - traurig. Aber ich finde sie auch irgendwie gruselig, wenn Ohan über ihren Host (ist es im deutschen Gast oder Wirt, oder welches Wort wird verwendet?) spricht. Da hat man den Eindruck, dass der Virus das sagen hat und nicht die ursprüngliche Person.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Bei der Einkauftour werden noch mehr Spezies beschrieben und man lernt einiges über verschiedene Menschengruppen und wie sie sich von einer anscheinend zerstörten Erde in den Weltraum verbreitet haben. Da sind Fundamentalisten, Technikhasser, Pazifisten und Rassisten - also ein bunte Mischung von menschlichen Typen. Aber auch die anderen Spezies haben unterschiedliche Charakterentwicklungen. Langsam wird es doch unübersichtlich - auch wenn ich es interessant finde, näheres über diese Gesellschaft zu erfahren.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr

    Erzählungen

  • Ohan zeigt Alterungserscheinungen - traurig. Aber ich finde sie auch irgendwie gruselig, wenn Ohan über ihren Host (ist es im deutschen Gast oder Wirt, oder welches Wort wird verwendet?) spricht. Da hat man den Eindruck, dass der Virus das sagen hat und nicht die ursprüngliche Person.

    Ich würde Ohan als Wirt sehen. Anscheinend zehrt dieser Virus ziemlich an der normalen Gesundheit dieser Spezies. Nicht Infizierte leben dreimal länger, werden aber wohl verachtet, wenn sie sich gegen das Virus entscheiden - so ganz freiwillig ist dann diese Verbindung auch nicht.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr

    Erzählungen

  • Das Gespräch von Ashby und Pei über Krieg und Gewalt ist ja leider nur allzu aktuell. "Siebringen Leute um auf Gebieten, die ihnen nicht gehören und man kann nicht vernünftig mit ihnen reden", das kommt mir sehr bekannt vor. :(



    Ich würde Ohan als Wirt sehen. Anscheinend zehrt dieser Virus ziemlich an der normalen Gesundheit dieser Spezies. Nicht Infizierte leben dreimal länger, werden aber wohl verachtet, wenn sie sich gegen das Virus entscheiden - so ganz freiwillig ist dann diese Verbindung auch nicht.

    Ich würde die Beziehung doch eher als Symbiose sehen, auch wenn sie mit einer verkürzten Lebensspanne einhergeht. Nur schade, dass der einzelne Ohan nicht wirklich frei entscheiden kann, was er will.

  • (Ich muss vorübergehend von meinem Smartphone aus schreiben. Mal schauen wie das klappt)


    Ich kann dem nur zustimmen: Ein Buch zum immer weiter lesen.


    Ich lese das Buch einfach gerne, auch wenn ich nicht so viel mit dem ScienceFiction an sich etwas anfangen kann. Dennoch bin ich ganz angetan, weil es mal was anderes ist. Ich bin da eher gespannt darauf, wie es mit den Figuren weitergehen wird, weniger auf die Welt an sich.


    In den Kommentaren bei Amazon wurde ja immer wieder erwähnt, dass denen nicht so gefallen hat, wie die Protagonisten miteinander umgehen. Also, dass sie alle so nett zueinander sind und es irgendwie keinen 'Bösewicht' gibt, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber mir gefällt es so.

    Sasaornifee :eiskristall



    _______________________
    "Wer seid ihr und was wollt ihr?" - Die unendliche Geschichte - Michael Ende


  • ... und so ganz konfliktfrei ist diese Gesellschaft auch nicht. Ich finde es schon auch schön, dass überwiegend die Vernunft vorherrscht.

    Großes Splattern brauche ich eh nicht und würde mich eher stören.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Ingeborg Bachmann: Das dreißigste Jahr

    Erzählungen

  • Im Port Coriol ist viel passiert. Alte Bekannte sind wieder aufeinander getroffen. Ashby und Pei, Jenks und Pepper. Zwei super interessante Begegnungen, finde ich.

    Ashby hatte ja gar nicht damit gerechnet, auf Pei zu treffen. Und wieder: Zwei, die nicht zusammenkommen dürfen. Interessant fand ich Ashbys Einschätzung, was alle Menschen als schön und was als hässlich betrachten. Pei scheint zu dem Schönen gehören. Ob das seien Verliebtheit ist, oder Tatsache. dass die gesamte Menschheit auf schlanke Eleganz mit Schuppen ohne Brüste steht. ^^ Ich "überspitze" etwas.


    Peis Angst, dass ihm bei seinem Auftrag etwas passieren könnte, verstärkt meine Sorge wie hier von euch auch schon öfter vermutet wurde, dass die Reise nicht so einfach wird.


    Bei Jenks und Pepper ging es im Endeffekt ja auch wieder um eine Liebesgeschichte, um die zwischen Lovey und Jenks. Peppers Reaktion auf seine Frage nach dem Körper lässt nichts Gutes vermuten. Anscheinend ist es eines der absolut verbotenen Dinge, auch nur daran zu denken, einer KI einen Körper zu besorgen.


    @breumel

    Mir ist beim Lesen gar nicht aufgefallen, dass irgendwie zwischen den Ohans unterscheiden wird, also, dass auf Deutsch von dem "Host" gesprochen wird. Ich werde aber später noch mal nachschlagen.


    Ich finde ihre Verbindung mit dem Virus ziemlich fragwürdig. Aber wahrscheinlich wären viele Dinge ohne diese Verbindung gar nicht möglich.


    @sasaornifee

    Ich muss dir recht geben. Mir fehlt bisher auch kein "Bösewicht". Die Figuren sind halt vielschichtig und es gibt niemanden der einfach nur böse ist. Das macht das Ganze für mich noch realistischer. Und wie Tante Li schreibt. Konflikte gibt es ja trotzdem ohne Ende. Das geht ja quasi schon am Anfang los, als Rosemary auf die Wayfarer kam und von Corbin nicht gerade freundlich empfangen wurde.

    :lesend "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten" von Becky Chambers

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  • Nur als kleine Ergänzung, weil wir in dem vorigen Abschnitt zu Dr. Kochs Familie diskutiert haben: Die Aandrisks scheinen ja auch ein interessantes Familienkonzept zu haben. Da wachsen die Kinder nicht bei ihren Eltern auf. Leider habe ich die Stelle verloren, wo es beschrieben wurde. Muss ich auch unbedingt noch mal nachblättern.


    Interessant fand ich aber, wie Sissix sich um die alte Frau so bemüht hat, weil sie im Gegensatz zu den anderen Aandrisks Mitleid mit ihr hatte, weil sie keine Berührung bekommt und wie wichtig Berührungen sind und dass diese die berührt haben dann mit einer Feder als Dank erhalten.

  • Ich habe gerade noch mal wegen der Übersetzung des Wortes "Host" nachgeschaut. Die Ohan sprechen von "Wirt" (in meiner Ausgabe S. 185, Beginn des Kapitels "Schwinden")

    Das hatte ich vermutet, passt hier besten. Es ist zwar ein Symbiont, aber auch irgendwie ein Parasit.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Nur als kleine Ergänzung, weil wir in dem vorigen Abschnitt zu Dr. Kochs Familie diskutiert haben: Die Aandrisks scheinen ja auch ein interessantes Familienkonzept zu haben. Da wachsen die Kinder nicht bei ihren Eltern auf. Leider habe ich die Stelle verloren, wo es beschrieben wurde. Muss ich auch unbedingt noch mal nachblättern.

    Ich finde die Stelle im Moment leider auch nicht, finde es aber durchaus nachvollziehbar, dass nicht unbedingt die Eltern die Kinder aufziehen, ich denke, dass die Aandrisks-Kinder in dieser Konstellation ähnlich betreut, erzogen und gefördert werden wie Menschenkinder inneren biologischen Familien im Idealfall.

  • Ich finde die Stelle im Moment leider auch nicht, finde es aber durchaus nachvollziehbar, dass nicht unbedingt die Eltern die Kinder aufziehen, ich denke, dass die Aandrisks-Kinder in dieser Konstellation ähnlich betreut, erzogen und gefördert werden wie Menschenkinder inneren biologischen Familien im Idealfall.

    Ich habe jetzt auch mal gesucht, aber nicht die Stelle gefunden. Ist auch nicht so wichtig, weil das später noch ausführlich in einem eigenen Kapitel thematisiert wird.

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  • Ich bin jetzt auch voll und ganz im Buch angekommen und genieße die ungewöhnlichen Spezien. Sehr interessant fand ich die "Abhandlung" im letzten Kapitel, die Rosemary liest. Da ist natürlich was wahres dran, schließlich ist der Weltraum physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen und damit auch die darin lebenden Arten. Allerdings fehlt mir momentan noch eine ganz und gar ungewöhnliche, ganz anders entwickelte intelligente Art. So wie z. B. in unserem Tierreich die Quallen eine ganz einzigartige Physiogonomie haben.


    Das Sterben von Ohan hat mich sehr betroffen gemacht, auch wenn er es selber viel abgeklärter sieht. Diese "Symbiose" finde ich immer noch sehr gruselig. Auch wenn es der Ursprungsart von Ohan sehr viel bringt, sind die Schattenseiten verherrend. Interessante Fragestellung, inwieweit man bereit ist, sein eigenes Ich verändern zu lassen und (gravierende) Nachteile in Kauf zu nehmen, um dadurch aber ganz neue, völlig unvorstellbare Erfahrungen machen zu können. Wenn ich etwas darüber nachdenke bin ich sicher, viele Menschen würden das auch machen und denke an Kandidaten für Marsflüge, Drogenexperimente und und und. Auch einige der auftauchenden Techs agieren ähnlich, zwar nicht mit Viren, aber über technische Gages, die sie sich anstelle ihrer angeborenen Körperteile einsetzen - sicher auch mit körperlichen Nachteilen.


    Nicht Infizierte leben dreimal länger, werden aber wohl verachtet, wenn sie sich gegen das Virus entscheiden - so ganz freiwillig ist dann diese Verbindung auch nicht.

    Individualität eines einzelnen Lebewesens ist eine sehr menschliche, wohl auch sehr westliche Vorstellung. Ich kann mir vorstellen, dass es für Ohans Ursprungsstamm gar keine Frage ist, sich mit diesem Virus infizieren zu lassen, da es der Ganzheit enorme Vorteile und eine herausgehobene Sonderstellung im gesamten Univerum gibt. Eine Einzelentscheidung gibt es da wohl nicht, bzw. nur im Ausnahmefall.


    In dem Abschnitt erfahren wir auch, wo die Reise hingehen soll - zum Mittelpunkt des Universums. Bin gespannt, was sie da erwartet, bislang sehen sie es ja anscheinend sehr positiv (abgesehen von der langen Reisedauer). Wie lange ist "Standard" eigentlich? Kann ich mir das wie ein Jahr vorstellen?

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Ja, ich habe Standard auch als Jahr übersetzt und gehofft, dass irgendwann eine genauere Umrechnung der Zeitangaben erfolgt.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


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  • Ja, ich habe Standard auch als Jahr übersetzt und gehofft, dass irgendwann eine genauere Umrechnung der Zeitangaben erfolgt.

    Ich gehe auch von einem Jahr aus.


    Allerdings fehlt mir momentan noch eine ganz und gar ungewöhnliche, ganz anders entwickelte intelligente Art. So wie z. B. in unserem Tierreich die Quallen eine ganz einzigartige Physiogonomie haben.

    Ich finde die Spezies, der Dr. Koch angehört, (die Grom waren das, oder? Hab das Buch grade nicht griffbereit) schon sehr außergewöhnlich. Ich stelle mir sie irgendwie Weichtier-artig vor. Als Bild habe ich eine Haifischmade von Walöter Moers im Kopf (hab ich, glaub ich, schonmal geschrieben :gruebel)

  • Ja, die Grum stelle ich mir raupenartig vor. Weichtiermäßig sind wohl auch die Harmagians - vom Gesicht her erinnern sie mich an diese Figur aus den Fluch der Karibik-Filmen: Captain Davy Jones.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


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  • Ich finde die Spezies, der Dr. Koch angehört, (die Grom waren das, oder? Hab das Buch grade nicht griffbereit) schon sehr außergewöhnlich. Ich stelle mir sie irgendwie Weichtier-artig vor. Als Bild habe ich eine Haifischmade von Walöter Moers im Kopf (hab ich, glaub ich, schonmal geschrieben :gruebel)

    Ich dachte eher an Echsen, habe ihn da aber wohl mit Sissix zusammengeworfen. Raupenähnlich gefällt mir besser :grin.

    "Alles vergeht. Wer klug ist, weiß das von Anfang an, und er bereut nichts." Olga Tokarczuk (übersetzt von Doreen Daume), Gesang der Fledermäuse, Kampa 2021

  • Kennt ihr Totoro? Irgendwie muss Ichbei Dr. Koch auch immer an den großen Knuffel denken. :love:

    Stimmt! Totoro hat auch so ein Wesen - aber wegen dessen Haarigkeit würde ich es eher mit den Sianat vergleichen.

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