'Dunkelblum' - Seiten 258 - 334

  • Ist der Fremde, der nun bei Antel Grün auftaucht und die beiden Frauen sucht, die ihn versteckt haben, der gleich der schon vorher im Hotel logiert?

    Also ich dachte ja nun an den, also dass das dieser Sascha sein könnte, den die Frauen versteckt hielten. Der Sohn von Elly?

    Dass dieser Ferenz nun wieder im Dorf siedelt scheint was zu bedeuten. Womöglich taucht auch dieser Horka wieder auf.


    Ich denke auch, dass der Tod von Lewrentz? Mutter nicht natürlich war. Sie hatte das Foto und Papiere, die ihr gefährlich wurden.


    Ich bin erst am Anfang des Abschnitts, aber es sind so viele Verwicklungen, die kann man gar nicht alle auseinanderhalten.

  • In diesem Abschnitt habe ich massive Probleme mit der zeitlichen Zuordnung.

    Gerade diese Szene bei Grün.

    Denn der Fremde im Hotel ist ja ungefähr gleichzeitig mit Lowrenz aufgetaucht. Da war aber seine Mutter schon tot. Warum hat Grün ihm das dann nicht gesagt?

    Und haben der Fremde und Lowrenz sich bei Grün nicht auch kurz getroffen?

    Oder verwechsle ich was? Oder es sind doch zwei verschiedene Personen? Fragen über Fragen.


    Ich sehe irgendwie die Gefahr nicht, die von Eszter ausgegangen sein soll. Es ist doch alles mehr oder weniger bekannt im Dorf. Die Strafverfolgung vor Jahrzehnten eingestellt und längst vergessen.

    Ich hoffe auf Aufklärung.


    Wütend macht mich, wie selbstverständlich man zum Alltag übergegangen ist, alles Schlechte "den Anderen" zuschreibt und an Aufklärung überhaupt nicht interessiert war und ist.

    Das scheint mir in Österreich noch krasser gewesen zu sein, als in Deutschland, wo es ja auch lange genug gedauert hat.

  • Ich sehe irgendwie die Gefahr nicht, die von Eszter ausgegangen sein soll. Es ist doch alles mehr oder weniger bekannt im Dorf. Die Strafverfolgung vor Jahrzehnten eingestellt und längst vergessen.

    Ich hoffe auf Aufklärung.


    Wütend macht mich, wie selbstverständlich man zum Alltag übergegangen ist, alles Schlechte "den Anderen" zuschreibt und an Aufklärung überhaupt nicht interessiert war und ist.

    Das scheint mir in Österreich noch krasser gewesen zu sein, als in Deutschland, wo es ja auch lange genug gedauert hat.

    Wenn Eszter tatsächlich Dokumente oder Briefe hatte, die auf Mord aus Gier deuten, können die den jetzigen Geschäftsleuten schon gefährlich werden.

    Und ja, ich finde auch, es ist ja, 1989, dass da in Österreich sehr gerne mit der braunen Vergangenheit liebevoll umgegangen wurde.

  • So langsam tut sich was, die Gräfin in der Schweiz wird erpresst. Gleichzeitig werden in Deutschland Naziverbrecher gesucht, da wäre ich ja interessiert gewesen, was sie zu sagen hat, aber ihre Aussage wird von der deutschen Staatsanwaltschaft abgesagt. Ob das der Neulag ist, der sie da erpressen will? Denn der Ferenz, der ja nun wieder ins Dorf gezogen ist, hat im Wirtshaus so einige Geschichten verlauten lassen.


    Der Faludi-Bauer, das ist der mit dem Wasser, bringt die Malnitz auf die richtige Spur und ja, Eszter ist sehr plötzlich gestorben. Kam mir gleich sonderbar vor.


    Eva Menasse versteht es ja gar meisterhaft, diese ganzen Verbandelungen die ein riesiger verworrener Knoten ist, vor dem Leser zu entwirren, ohne noch allzuviel zu verraten.

    Puuh, aber was für ein Buch. Heimtückisch wie die ganze Gesellschaft in Dunkelblum.

  • Dass Flocke die Tochter des jungen Gaun ist dachte ich schon ne ganze Weile, die Leonore hatte ja kurz mal was mit ihm. Aber was die alte Gaun nun der Resi über den Gast erzählt, erschließt sich mir trotzdem nicht.

    Ob die Resi wirklich ein Kind von dem jungen Tüffer hatte und der jetzt zurück gekommen ist?

    Oje, der Sumpf ist so tief und draußen ist vermutlich ein Massengrab ob von den Russen oder den Nazis ist noch unklar.

  • Das mit dem angeblichen weggegebenen Kind finde ich interessant - da könnten ja Erbansprüche dranhängen.

    Obwohl, wenn die Österreicher nicht sehr viel fortschrittlicher waren als wir, hatte ein uneheliches Kind zu der Zeit keine Erbansprüche gegen den Erzeuger. Wenn der überhaupt bekannt ist.


    Erstaunlich, dass die Gräfin sich wegen einer Locke erpressen lässt. Als würde das heute noch einen interessieren. Es sei denn, ihre Kinder wären nicht die des Grafen. :gruebel


    Mir ist die Idee gekommen, dass Flocke, das gutherzige Wesen womöglich die verlorengegangene Frau und Tochter sucht und glückstrahlend wieder auftaucht.


    Eva Menasse versteht es ja gar meisterhaft, diese ganzen Verbandelungen die ein riesiger verworrener Knoten ist, vor dem Leser zu entwirren, ohne noch allzuviel zu verraten.

    Puuh, aber was für ein Buch. Heimtückisch wie die ganze Gesellschaft in Dunkelblum.

    Finde ich auch - ich fühle mich ein wenig, wie bei einer archäologischen Ausgrabung.

    Es kommen immer neue Schichten zum Vorschein, eine schlimmer als die vorige.

  • Bei diesem Buch ist es wirklich kontraproduktiv, wenn man nicht in Ruhe länger am Stück lesen kann. Die letzten zwei Tage hatte ich nicht so viel Zeit und habe diesen Abschnitt nur häppchenweise gelesen ... Jetzt habe ich das Gefühl, den Durchblick, den ich bisher zu haben glaubte, wieder ein Stück weit verloren zu haben. :lache



    In diesem Abschnitt habe ich massive Probleme mit der zeitlichen Zuordnung.

    Gerade diese Szene bei Grün.

    Denn der Fremde im Hotel ist ja ungefähr gleichzeitig mit Lowrenz aufgetaucht. Da war aber seine Mutter schon tot. Warum hat Grün ihm das dann nicht gesagt?

    Und haben der Fremde und Lowrenz sich bei Grün nicht auch kurz getroffen?

    Oder verwechsle ich was? Oder es sind doch zwei verschiedene Personen? Fragen über Fragen.

    Das sind zwei unterschiedliche Zeitebenen. Der Fremde im Hotel, das spielt 1989. Der Besuch bei Antal Grün war 1966.


    So langsam tut sich was, die Gräfin in der Schweiz wird erpresst. Gleichzeitig werden in Deutschland Naziverbrecher gesucht, da wäre ich ja interessiert gewesen, was sie zu sagen hat, aber ihre Aussage wird von der deutschen Staatsanwaltschaft abgesagt. Ob das der Neulag ist, der sie da erpressen will? Denn der Ferenz, der ja nun wieder ins Dorf gezogen ist, hat im Wirtshaus so einige Geschichten verlauten lassen.


    Eva Menasse versteht es ja gar meisterhaft, diese ganzen Verbandelungen die ein riesiger verworrener Knoten ist, vor dem Leser zu entwirren, ohne noch allzuviel zu verraten.

    Puuh, aber was für ein Buch. Heimtückisch wie die ganze Gesellschaft in Dunkelblum.

    Wer die Gräfin erpresst, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht tatsächlich einer der alten Nazis. An Neulag hatte ich auch schon gedacht. Von ihm weiß man bisher noch herzlich wenig, oder? Das macht mich misstrauisch.


    Finde ich auch - ich fühle mich ein wenig, wie bei einer archäologischen Ausgrabung.

    Es kommen immer neue Schichten zum Vorschein, eine schlimmer als die vorige.

    Ja, das trifft es gut. Man gräbt und gräbt und hat bis jetzt doch nur einzelne Knochen gefunden, aus denen sich aber noch kein Skelett zusammensetzen lässt. Ich kann Findus auch nur beipflichten; wie die Autorin das Ganze erzählt, ist wirklich meisterhaft. Wie sie da nur den Überblick beim Schreiben behalten hat? Irre.


    Mir macht das Buch wirklich sehr viel Spaß. Heute Abend habr ich dann hoffentlich wieder mehr Ruhe zum Lesen.

  • Bei diesem Buch ist es wirklich kontraproduktiv, wenn man nicht in Ruhe länger am Stück lesen kann. Die letzten zwei Tage hatte ich nicht so viel Zeit und habe diesen Abschnitt nur häppchenweise gelesen ... Jetzt habe ich das Gefühl, den Durchblick, den ich bisher zu haben glaubte, wieder ein Stück weit verloren zu haben. :lache



    Mir macht das Buch wirklich sehr viel Spaß. Heute Abend habr ich dann hoffentlich wieder mehr Ruhe zum Lesen.

    Zumindest am Anfang ist es unumgänglich, am Stück zu lesen. Im letzten Abschnitt geht es dann, da sind die Fäden einigermaßen gut gelegt. Ich habe jetzt 2 Tage pausiert und habe wieder gut rein gefunden. Heute Abend dann das Finale.

  • Bei diesem Buch ist es wirklich kontraproduktiv, wenn man nicht in Ruhe länger am Stück lesen kann. Die letzten zwei Tage hatte ich nicht so viel Zeit und habe diesen Abschnitt nur häppchenweise gelesen ... Jetzt habe ich das Gefühl, den Durchblick, den ich bisher zu haben glaubte, wieder ein Stück weit verloren zu haben. :lache

    So geht es mir gerade auch. Irgendwie fühle ich mich nach diesem Abschnitt verwirrter als je zuvor . :lache

    Wütend macht mich, wie selbstverständlich man zum Alltag übergegangen ist, alles Schlechte "den Anderen" zuschreibt und an Aufklärung überhaupt nicht interessiert war und ist.

    Das scheint mir in Österreich noch krasser gewesen zu sein, als in Deutschland, wo es ja auch lange genug gedauert hat.

    Das hat mich auch schockiert, wie selbstverständlich die ganzen Gräueltaten unter den Teppich gekehrt wurden. Direkt nach Kriegsende kann ich noch verstehen, dass die Menschen erstmal selbst mit Überleben und Weitermachen beschäftigt waren, aber auch später wurde ja einfach weiter gemacht, als wäre nix gewesen.

  • Das hat mich auch schockiert, wie selbstverständlich die ganzen Gräueltaten unter den Teppich gekehrt wurden. Direkt nach Kriegsende kann ich noch verstehen, dass die Menschen erstmal selbst mit Überleben und Weitermachen beschäftigt waren, aber auch später wurde ja einfach weiter gemacht, als wäre nix gewesen.

    Ich muss ja zugeben, dass ich mich bis jetzt noch nie näher mit diesem Thema (also mit dem Umgang mit Kriegsverbrechen und dergleichen) beschäftigt habe. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es an einer Kombination aus Verdrängung, Traumatisierung und Scham lag, wenn solche Taten und Erlebnisse nicht aufgearbeitet wurden. Und damit beziehe ich mich nicht nur auf die Menschen, die direkt und indirekt an diesen Verbrechen beteiligt waren, sondern auch auf ihre Angehörigen und die nachfolgende Generation.

  • Aber ich könnte mir vorstellen, dass es an einer Kombination aus Verdrängung, Traumatisierung und Scham lag, wenn solche Taten und Erlebnisse nicht aufgearbeitet wurden. Und damit beziehe ich mich nicht nur auf die Menschen, die direkt und indirekt an diesen Verbrechen beteiligt waren, sondern auch auf ihre Angehörigen und die nachfolgende Generation.

    Natürlich braucht es eine gewisse Zeit, vor allem, wenn nach einem Krieg erst einmal das Überleben dran ist. Tja und dann geht es einem wieder gut und man möchte schon gar nicht mehr an die Schrecken erinnert werden.

    Und plötzlich werden dann die beschimpft und angefeindet, die aufklären wollen.

    Es ist eigentlich überall dasselbe.


    Trotzdem gibt es immer wieder Unerschrockene, die hartnäckig und geduldig daran arbeiten, das Unrecht aufzudecken. Wie hier.

  • Tja und dann geht es einem wieder gut und man möchte schon gar nicht mehr an die Schrecken erinnert werden.

    Was irgendwo auch nur menschlich und verständlich ist. Wer möchte sich schon an traumatische Erlebnisse erinnern? Und diejenigen, die tatsächlich Schuld auf sich geladen hatten, haben natürlich noch mal eine ganz andere Motivation, dieses Thema für immer ruhen zu lassen. Gut, dass es trotzdem Menschen gibt, die sich um die Aufklärung solcher Verbrechen kümmern.