Mathilde und Marie – Torsten Woywod

  • Produktinformation (Amazon):

    • Herausgeber ‏ : ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 15. Januar 2026
    • Auflage ‏ : ‎ 1.
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 336 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423285125
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423285124

    Kurzbeschreibung (Verlag):

    »Bei uns geht es nicht darum, möglichst viele Dinge in immer kürzerer Zeit zu erledigen, sondern sich den Dingen mit vollständiger Hingabe und Aufmerksamkeit zuzuwenden. Weniger ist mehr, mehr ist weniger.«

    In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.

    Eine Begegnung, die alles verändern wird

    Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.

    Eine Gemeinschaft, liebenswert und verschroben

    Mit jedem Tag fühlt sich Marie in Redu wohler. Hier lernt sie nicht nur neue Seiten des Lebens, sondern auch sich selbst kennen. Und sie trifft auf eine ganz besondere Gemeinschaft.

    Wenn eine Freundschaft zur Rettung wird

    Als der Frühling vollends Einzug hält, wird nicht nur die Natur zu neuer Blüte erweckt, sondern es werden Veränderungen in Gang gesetzt, denen sich selbst die mürrische Mathilde nicht entziehen kann …

    Ein wohltuender, mutmachender Roman über die heilende Kraft der Gemeinschaft und das, was im Leben wirklich zählt.

    Zum Autor (Verlag):

    Torsten Woywod (*1981) arbeitete als Buchhändler und im Online-Marketing, bevor er 2021 die Marketingleitung des DuMont Buchverlags übernahm. Für sein Engagement für die Buchwelt erhielt er 2015 den Young Excellence Award. Zuletzt gründete er mit seiner Freundin den Verlag WOYWOD & MEURER, dessen Debütveröffentlichung ›Leonard und Paul‹ ein SPIEGEL-Bestseller und für das Lieblingsbuch der Unabhängigen nominiert war. Mit ›Mathilde und Marie‹ legt er nun seinen ersten eigenen Roman vor.


    Meine Meinung:

    Marie ist auf der Flucht vor ihrem Leben in Paris, als sie im Zug Jonina kennenlernt. Die bietet ihr an, mit nach Redu zu kommen, einem Ort, in dem Zeit nicht der Feind ist. Hier kommt Marie zur Ruhe und kann entscheiden, was ihr wirklich wichtig im Leben ist.

    Torsten Woywod beschert uns mit diesem Roman ein Plädoyer für die Entschleunigung. In Redu gibt es kein Handynetz, Zugang zum Internet nur an einer Stunde am Tag. So bleibt mehr Zeit sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen und Dingen auch beim Werden zuzusehen. Genau das ist schön beschrieben, es gibt hier keine Hektik. Ich war mir allerdings nicht sicher, ob es mir nicht zu ruhig wäre, um dort dauerhaft zu leben.


    Das Buch ist an sich schön geschrieben, auch wenn die Dialoge manchmal etwas sperrig sind. Wer setzt denn heute noch ein „meine Liebe“ ans Ende eines Satzes. Das kam mir gerade bei Marie oft genug zu gestelzt vor. Was mich gegen Ende dann sehr genervt hat, war die ständige Wiederholung der Erkenntnis, wie sehr man in Redu doch entschleunigen kann und wie wunderbar das doch ist.


    Was mir außerdem gefehlt hat, war die Dorfgemeinschaft, die im Buch eigentlich gar nicht stattgefunden hat. Neben den beiden namensgebenden Frauen treten nur noch 4 weitere Personen auf. Alle anderen 390 Dorfbewohner tauchen über die Geschichte hinweg, wenn dann nur als Schemen auf. Das fand ich schade, da ich bei den Umständen erwartet hatte, dass es ein reges Dorfleben in Redu gibt. Irgendwie hat das der Geschichte auch die Lebendigkeit entzogen.


    So interessant die Geschichte war, am Ende war ich froh, das Buch beendet zu haben. Die Redundanzen haben mich am Schluss wirklich sehr genervt, vor allem da sie die Handlung irgendwann auch nicht mehr vorangebracht haben.


    Von mir daher eine begrenzte Leseempfehlung.


    6 von 10 Punkte

    ASIN/ISBN: 3423285125

  • Die Leseprobe konnte bei mir kein Interesse am Buch wecken. Manchmal ist es gut, dem ersten Eindruck zu vertrauen.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Lass dich überraschen, vielleicht kommst du ja gut damit zurecht und vielleicht macht auch die Lesung den Unterschied.

    Ich bin ja nur eine von ganz vielen Leser*innen, und die Rezis, die sich sonst so finden sind ja auch ganz gut. Vielleicht bin ich auch einfach zu mäklig oder mit den falschen Erwartungen rangegangen. Oder ich hab zu viele „ Das kleine Bücherdorf in….“ gelesen :lache

  • Authentisch


    Wie lebt es sich in einem Dorf, wo es kaum TV und Internet gibt? Das ist der Schauplatz von „Mathilde und Marie“.


    Marie flüchtet aus den hektischen Paris. Ihr Ziel ist zunächst unklar, ehe sie Jónina trifft und ihr in das Bücherdorf Redu in Ardennen folgt. Neben der Arbeit im Buchladen wartet eine besonderer Gemeinschaft auf Marie. Wie zum Beispiel die verschlossene ältere Dame Mathilde….


    Zunächst einmal gefällt mir, dass der Autor die Leser an einem real existierenden Ort mitnimmt. Redu, in den belgischen Ardennen gelegen, ist wirklich ein Bücherdorf mitten in der Natur- so wie es Woywod darstellt. Das ist sehr interessant und unterstreicht die Authentizität des Romans.


    Die Authentizität ist auch Teil der Protagonisten. Marie kommt zunächst unangepasst und wie ein Fremdkörper rüber. Was für die Einwohner von Redu Gang und Gebe ist, muss sie noch üben. So weiß sie zunächst wenig über die Natur und das Verhalten der Vögel. Gerade das macht Marie zu einem realistischen Charakter.


    Ähnlich verhält es sich mit Mathilde. Die ältere Dame ist ein wenig festgefahren in ihrem Denken. Sie kennt es nicht anders und sieht es nicht ein, etwas zu ändern. Solche Charaktere gibt es gerade, aber nicht nur, in ländlichen Gebieten zuhauf. Doch auch Mathilde lernt, sich zu öffnen- ein Prozess, der sehr spannend beschrieben wird.


    So authentisch Schauplatz und Protagonistinnen auch sind- der Roman zieht sich. Es kommt mir teils vor, als würde seitenlang nichts passieren, nur damit gewaltige Zeitsprünge folgen. Ich komme nicht umher, die Intention dahinter zu suchen. Das Zeitgefühl im Bücherdorf? Der spezielle Umgang mit Zeit und Raum? Bei mir bleibt diesbezüglich ein Fragezeichen und Ratlosigkeit.


    Insgesamt finde ich den Roman sehr authentisch. Ein Bücherdorf als Schauplatz hat seinen Reiz, genauso die entsprechenden Charaktere. Allerdings lässt mich das Zeitgefühl zweigespalten zurück. Insgesamt gebe ich vier Sterne.

  • Der kleine Ort Redu in der Provinz Luxemburg in den belgischen Ardennen: Marie Ledoux (26) hat es eilig, ihre Heimatstadt Paris hinter sich zu lassen. Sie löst ein Zugticket bis nach Brüssel. Unterwegs lernt sie die Isländerin Jónína (77) kennen. Die ältere Frau betreibt eine Buchhandlung in Redu und lädt die Jüngere in das Bücherdorf ein. Marie, die bisher nicht nur schöne Dinge erlebt hat, nimmt an. Dort trifft sie auf Mathilde, eine ältere Dame und Einwohnerin des Dorfes…


    „Mathilde und Marie“ ist der Debütroman von Torsten Woywod.


    Der Roman setzt sich aus drei Teilen zusammen, die wiederum aus 48 kurzen Kapiteln bestehen. Erzählt wird aus personaler Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Marie, Jónína und Mathilde.


    Anders als es der Titel vermuten lässt, hat der Roman nicht zwei, sondern drei Protagonistinnen: Marie, Mathilde und Jónína. Die Frauen sind interessante Personen. Insgesamt ist das Personal des Romans jedoch recht reduziert.


    Wie der Autor bereits im Vorwort ankündigt, soll der Roman entschleunigen, Trost spenden und eine Alltagsflucht ermöglichen. Diesem Anspruch wird er durchaus gerecht. Statt einer handlungsgetriebenen Geschichte dominieren ruhige Naturbeschreibungen und unaufgeregte Beobachtungen. Literaturliebhaber dürften sich auch über Lesetipps und andere Szenen aus der Welt des Buchhandels freuen. Der Roman macht Lust, das reale Bücherdorf und seine charmante Umgebung selbst einmal zu besuchen.


    Für ein wenig Spannung sorgen die Hintergründe der drei Frauen und die Fragen, die sich daraus ergeben. Auf den rund 330 Seiten ist die Geschichte jedoch stellenweise etwas redundant und langatmig. Zudem erscheinen nicht alle dargestellten Umstände und Details realistisch.


    Am meisten hat mich allerdings der antiquierte Ton des Textes gestört. Wortwahl und Formulierungen wirken gestelzt und bemüht bildungssprachlich. Die Dialog machen einen gekünstelten und damit wenig lebensnahen Eindruck. Auch die Sprache des Romans erscheint damit aus der Zeit gefallen.


    Das idyllische und hübsche Covermotiv harmoniert zwar nicht mit dem Titel, aber passt hervorragend zum Setting. Der Titel wird der Geschichte nur zum Teil gerecht.


    Mein Fazit:

    Mit „Mathilde und Marie“ schöpft Torsten Woywod leider nicht das gesamte Potenzial der Geschichte aus. Wegen mehrerer Schwächen ist sein ungewöhnlicher Debütroman nur bedingt empfehlenswert.


    Ich vergebe 3 von 5 Sternen.