Schreibwettbewerb April 2006 - Kommentare

  • In diesem Thread könnt Ihr in der Zeit vom 25. - 28.04.2006 Eure Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs April 2006 schreiben.


    Hier geht es noch einmal zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs: klick



    Die Punkte und Autoren werden dann am 29.04.2006 bekannt gegeben!

  • Ich konnte keine Punkte vergeben, weil ich es einfach nicht geschafft habe, die Geschichten in eine Rangfolge 3-2 1- zu ordnen. Jede ist gut auf ihre Weise und hat zugleich Fehler. Ich habe lange jongliert und dann aufgegeben.


    Geiz ist geil


    ist derb und ziemlich wütend.
    Hat Tempo, der Gag aber wiederholt sich schnell, da es der einzige ist. Wahrscheinlich hätte man anders steigern müssen: zuerst kauft er etwas, das er nicht braucht, dann etwas, das er nicht mag, dann etwas, von dem er keine Ahnung hat – das ist dann alles zusammengefaßt mit dem Kauf der Skiunterwäsche und hier zieht es sich für mich – schließlich etwas, das gegen seine Natur geht – die ‚Vergewaltigung’ ist vollzogen.
    Trotzdem stimmt die Atmosphäre nicht. Keine gute Balance zwischen Slapstick und Satire.
    Warum homosexuell statt schwul?
    Wirklich gut, aber alles andere als rund.


    Durchgedreht


    die Idee hat mir gut gefallen, aber im mittleren Teil fehlt die Spannung. Eigentlich wiederholt das geschilderte Gespräch zwischen Ärzten und Patientin nur das, was im Supermarkt geschah und was wir ja aus der Akte schon wissen. Nur wird nun der Arzt gewalttätig – er schreit die Patientin an. Da fehlt eigentlich ein Teil an Handlung. Der Schlußgag fängt das nicht auf, im Gegenteil hängt er für mich dann ein wenig in der Luft.
    Gute Idee, guter Ansatz, aber nicht durchgehalten.


    Wohnhauswelten


    Heile Welt aus der Werbung gegen böse Realität, hier am Beispiel einer Familie. Wieder gute Ausgangsidee, arbeitet aber mit zu vielen Klischees. Die ‚heißen Tränen’ im letzten Abschnitt haben es dann für mich endgültig gekippt.


    Werbung


    Zum Titel sage ich nichts!
    Die Geschichte fand ich lebendig geschrieben, bloß verstanden habe ich sie nicht. Sie sollte unheimlich sein, ja? Dazu ist sie zu kurz.


    Rubens im Morgengrauen


    Die ist schön, hat einen realistischen Ton und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Natürlich ist sie auch schrecklich romantisch...
    <schauder>


    Willenskraft


    Na, wer kennt die Situation nicht. Nicht unbedingt neu. Mir fehlte das Glücksgefühl, das die Hauptfigur empfindet. Sie bleibt ein bißchen blaß. 500 Wörter ist eben nicht jedermanns Sache.


    Zu Füßen der Eiger Nordwand


    Das war nichts für mich. Nicht schlecht geschrieben, nicht schlecht aufgebaut, aber die Aussage: sexuelle Eigenständigkeit einer Frau bestraft mit dem Tod der Kinder war zuviel.


    Bist du Deutschland


    Hat mir sehr gut gefallen, das ist die Art von Satire, die mir näher liegt als ‚Geiz ist geil’, aber verdorben durch das Kokettieren im letzten Satz mit der Wettbewerbssituation. Das ist für mich genauso, wie wenn bei Schreibwettbewerben Geschichten über Schreibwettbewerbe eingereicht werden.


    Männlich


    War für mich keine Kurzgeschichte, sondern der Beginn einer langen Geschichte. Einer sehr romantischen, sieht nach Strandroman aus. Vielleicht schafft es Autor/Autorin ja bis August?



    Halb zehn in Deutschland


    Ein wenig braver als ‚Bist du Deutschland’ für meinen Geschmack, gute Satire für Werbefreaks. Sie ist gut formuliert. Sie ist gut. Ich bin bloß nicht das richtige Publikum dafür, da ich relativ werbefrei lebe und sehr viele der Werbesprüche nicht erkannt habe. Einige Witze sind aber sogar bei mir angekommen, wirklich gut.


    In eigener Sache


    Zum Schluß noch mal etwas Romantisches. Durchaus überzeugend. Eine Liebeserklärung. Gut gemacht. Lieb. Gegraust hat es mir aber auch.
    Ich bin eben nicht romantisch. Vielleicht mag ich auch einfach keine Machos-mit-dem-weichen-Herzen.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Ich habe keine Geschichte gefunden, die mir zwei oder gar drei Punkte wert gewesen wären, deswegen nur ein paar kurze Worte zu den Texten.


    Geiz ist geil


    Der Text strotzt nur so von Urteilen und Kommentaren. Fürchterlich eifrig klingender Erzählton. Hier schwingt sich der Autor zum Richter über seinen Protagonisten auf. Gleichzeitig wird dem Leser das Denken abgenommen, weil einem alles ganz genau erklärt wird. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sich der Autor bei jedem dritten Satz auf die Schenkel geklopft hat, ob der lustigen Einfälle, die ihm gekommen sind. Ein Klischee nach dem anderen wird aneinander gereiht. Das Ende kommt mir so vor, als wäre es dem Autor erst während des Schreibens eingefallen und wirkt auf mich wie angepappt. Sollte der Text als Satire gemeint sein, fehlt ihm jeglicher Witz und Biss. Alle Achtung vor den sprachlichen Fähigkeiten es Autors!


    Durchgedreht


    Der Text beginnt lebhaft, durchaus lesbares Gebabbel, in der Konsequenz jedoch langweilig, weil der Schluss stümperhaft und inkonsequent ausgeführt wird. Das auch die Ärzte keineswegs immun gegen die Werbeflut sind ist ein guter Ansatz, aus dem der Autor zu wenig gemacht hat. Hier wurde einiges an Potenzial verschenkt.


    Wohnhauswelten


    Bei dieser Geschichte habe ich das Gefühl: Der Autor ist in sein Wortmeer geklettert und ein bisschen planschen gegangen. Nette Beschreibungen, Betrachtungen. Behäbig und langweilig erzählt. Da wird so unendlich viel Unwichtiges erzählt, dass ich kaum bis zum Ende durchhalten konnte und wollte. Wo bleibt die Spannung? Wo ist der Witz? Was rührt den Protagonisten so an? Irgendetwas Erzählenswertes. Personen tauchen auf, über die nichts gesagt wird und verschwinden wieder. Die Story habe ich schlicht nicht verstanden. Es schimmert da etwas zart durch, dass eigentlich in den Vordergrund gehört.


    Werbung


    Die Tratsch Zigarette ist gut. Die ersten drei Sätze dachte ich: wird lustig. Dann erstickt die Story allerdings in endlos, zerfaserten Dialogen. Sehr flache Geschichte, die ich nicht verstanden habe.


    Rubens im Morgengrauen


    Schwächen in Aufbau und Struktur des Textes. Zusammenhangloses, leeres Geschwätz, umständlicher Satzbau. Konturlose Figuren. Es passiert nichts Erzählenswertes. Da werden endlos Lippen aufeinander gepresst, Wölbungen werden beschrieben, Erklärungen abgegeben etc. Das alles hätte man in ein paar Sätze packen können. Es fehlt an Handlung. Das Thema Dicke und Werbung hätte mich schon interessiert. Leider ist die Durchführung lau.


    Willenskraft


    Der Text liest sich flüssig. Nach wenigen Sätzen befinde ich mich als Leser im Geschehen. Leider wurde mir nicht deutlich, welchen Bezug die Geschichte zum Thema „Werbung“ hat. Die Schreibe habe ich gerne gelesen. Es fehlt eine pfiffige Idee, die sich zum Schluss auflöst.


    Zu Füssen der Eigernordwand


    Da ist die Idee mit dem Autor durchgegangen. Dem Text fehlen für meinen Geschmack vierzig, fünfzig Worte um ihn rund zu machen. Er könnte etwas lebhafter dadurch werden und an Tiefe gewinnen. Ich frage mich, ob es für die Geschichte wirklich der Eigernordwand bedarf. Vielleicht einfach den Werbekram rausschmeißen und noch mal erzählen.


    Bist du Deutschland?


    Büchereulen Allerlei. Konfus, zusammenhanglos geschrieben. Alles, was einem so einfällt, in fünfhundert Worte gepackt. Keinem Gedanken wird konsequent nachgegangen. Vielleicht nervt der Text mich so, weil ich ähnliches Zeug in Zeitungen dutzendfach gelesen habe, nur ordentlich strukturiert und sprachlich besser. Liest sich zäh, ohne Witz und markante Eigenheiten. Magerkost.


    Halb zehn in Deutschland


    Nach sechs oder sieben Sätzen wollte ich aufhören zu lesen. Biederer Klamauk vom Schlimmsten. Das Ganze ist keine Kurzgeschichte, bloß eine Aneinanderreihung von Werbesprüchen. Na und?


    In eigener Sache


    Wäre besser in der Schublade geblieben. Schwerfälliger Satzbau. Diffuse Geschichte. Schon im ersten Absatz bin ich mehrfach stecken geblieben. Ich habe keine Ahnung, wer da was ist. Die Hälfte aller Worte kann eliminiert werden.


    Alles Liebe


    Luc

  • @ Luc


    Ein Beitrag, der Eindruck hinterlässt...


    Besonders gelungen finde ich den Gruß "Alles Liebe" zum Abschluss des Rundumschlags :grin


    Bei der Punktewerbung habe ich ähnlich wie andere Eulen von meinen Schwierigkeiten geschrieben, zu werten. Nun, ich habe gewertet.
    Du hast dich entschieden, keine Gold-, Silber- und Bronzemedaillen zu verteilen, sondern lieber alle mit Blech zu überschütten. Auch eine Möglichkeit, durchaus legitim. Sie präferiert die absolute und nicht die relative Wertung, von der allerdings meiner Meinung nach dieser Wettbewerb lebt.


    Deine Kommentare verweisen mehrfach auf "Nichtverstehen". Da gibt es natürlich die Variante, dass der Text unverständlich geschrieben ist. Oder aber, dass Mängel bezüglich des Verstehenkönnens bzw. Verstehenwollens auf Seiten des Lesers vorherrschen.


    Alles in allem eine Rezension, die zur Diskussion anregt :grin


    Und Doc wird wahrscheinlich diesmal die Rolle des Verreißers schon los sein, bevor er überhaupt seinen Kommentar gepostet hat ;-)

    Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen. (Epiktet)

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  • Geiz ist geil
    Sarkasmus verpackt in einer wunderbar ironischen Erzählweise, die den deutschen Schnäppchenjägner (fast) optimal auf die Schippe nimmt. Der Autor hat zwar deutlich gewertet, aber bei einem solchen Text kommt man eigentlich eh nicht drumrum, daher sei ihm das verziehen. Die Hauptperson erlitt keinerlei Tiefgang und das ist auch gerade gut so, denn um den preisgeilen Klaus Brause in Szene zu setzen, benötigt es nur Vorurteile, woraus er nunmal besteht. Dieser platte Ton macht 'Geiz ist geil' zu einem meiner Favoriten.


    Durchgedreht
    Durchaus guter Ansatz, der aber lieblos umgesetzt wurde, wie ich finde. Mir war die Geschichte ein wenig zu unübersichtlich und hektisch und vor allem überzogen. Allerdings wird der Verlauf irgendwann stinklangweilig, tut mir leid. Ein bisschen weniger wäre hier mehr gewesen.


    Wohnhauswelten
    Meine Nummer 1. Offenbar fand sie sonst aber wenig Anklang, was ich nicht ganz verstehe. Das Thema ist perfekt gewählt und die Sehnsucht des Mädchens nach einem fröhlichen Familienleben kommt glaubhaft rüber, wird durch ihr Verhalten wegen der Prospekte optimal abgerundet. Die Emotionen sind sehr gut beschrieben und dass die restlichen Personen größtenteils im Dunklen bleiben, hat schon seinen Grund wie ich finde. Der Fokus liegt hier definitiv auf dem Mädchen, deren Standpunkt, und nur der zählt, sehr gut dargestellt wurde. Ein kleines Manko gibt es aber leider trotzdem. Man könnte aus der Geschichte mit Sicherheit mehr rausholen, würde man sie verlängern, da noch viel mehr Potential in dem Thema steckt. Trotzdem gab es für 'Wohnhauswelten' drei Punkte.


    Werbung
    Hier bin ich irgendwie an meine Verständisgrenze gestoßen. Wäre es ein Aufsatz in der Schule, würde ich vermutlich "Am Kernthema vorbeigezielt" darunter setzen. Außer der eindeutigen Überschrift fehlt einfach der Bezug zum eigentlichen Thema 'Werbung'. Zudem hat mich die Erzählweise nicht unbedingt vom Hocker gerissen.


    Rubens im Morgengrauen
    Hier hab ich erst zwei Mal lesen müssen, bevor ich überall durchgestiegen bin. Zum Glück ist dadurch der zuerst schlechte Eindruck mehr oder weniger verflogen. Thema interessant ausgeführt, aber zu holprig. Mir fehlt irgendwie der Zusammenhang. Alles geht ziemlich schnell und hektisch. Das mag einigen ja gefallen, aber hier hätte ein wenig mehr Zusammenhang gut getan. Der letzte Satz war mir dann doch zu viel Klischee. Thema, wie gesagt, interessant und vor allem gut gewählt. Da kann man dem Autor keine Vorwürfe machen, aber sonst war da nicht viel.


    Willenskraft
    Wunderbare Idee, knapp und knackig. Aber was hat das mit Thema zu tun? Nur wegen den Prospekten? Mir kommt es vor, als wolle der Autor unbedingt eine andere Geschichte in den Kontext 'Werbung' presse, funktioniert nur leider nicht. Als alleinstehende Geschichte gut, vor allem wegen dem Ende, aber so leider nicht.


    Zu Füßen der Eigernordwand
    Einfach übertrieben, mehr nicht. Viel zu viel reingepackt, nicht rund genug, und habe ich schon übertrieben erwähnt? Ansatz durchaus nicht schlecht, aber zu viel Hickhack, zu hartes Ende, das nicht reinpasst. Auch hier gilt: weniger ist mehr.


    Bist du Deutschland?
    Der Text scheint ja viel Anklang gefunden zu haben. Aber als ich damit fertig war, dachte ich mir nur, soll das nun lustig sein? Entweder ich verstehe den Humor nicht oder ich habe vollkommen Recht, wenn ich sage, dass der Autor nicht unbedingt lang über diesen Text nachgedacht hat. Kommt mir vor wie eine Hobbykolumne eines Hobbykolumnisten, der verzweifelte Versuch Witz in Themen zu bringen, die schon ausgelutscht sind. Vielleicht länger über dem Text brüten, mehr Sinn einbringen, dafür ein paar nutzlose Pointen rauskicken, dann könnte es klappen, denn schreiben kann der Autor ja.


    Männlich
    Wieder ein Thema, das mir wirklich gefällt, leider aber wieder zu wenig Bezug zum Leitthema 'Werbung'. Davon will ich aber mal kurz absehen, denn ansonsten ist die Geschichte toll. Andreas, der Werbehengst, der unverhofft Interesse an einer Frau zeigt, die eigentlich nicht nach seinem Geschmack ist. Der unterschwellige Ansatz der Eigenwerbung hätte hier ein wenig mehr in den Vordergrund gemusst. Ansonsten hat mit der Schreibstil gefallen, da er darauf verzichtete, großartige Kaskaden zu vollziehen und beim Thema blieb. Schön!


    Halb zehn in Deutschland
    Schon bei 'Durchgedreht' waren mir die Werbesprüche zu viel, zu unübersichtlich, aber das findet hier seinen Höhepunkt. Der Autor hat sich auf jeden Fall verschätzt, denn die Idee ist zwar nett, aber eben nicht mehr. Wirklich taugen tut sie nichts. Klar, Thema wurde getroffen, aber leider auf Kosten eines zusammenhängenden, einleuchtenden Textes mit einer einzigen Pointe, die den gesammten Text aufwertet, hier fehlt das vollkommen. Hat mir absolut nicht gefallen, tut mir leid.


    In eigener Sache
    Das ist mal eine Geschichte nach meinem Geschmack. Einigermaßen schwach angefangen, wird sie aber immer besser und stellt das Motiv der "sozialen Werbung", wie ich es mal nennen würde, gut dar. Ein Text, der auf zu kompliziert Sprache verzichtet, anschaulich ist und vor allem rund, ohne Ecken und Kanten, an denen sich der Verlauf aufschneidet. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die gelungene Mischung aus Witz und purer Ernst. Sehr amüsant zu lesen!

    ~MKistner.de
    Es gibt Leute, die sich über den Weltuntergang trösten würden, wenn sie ihn nur vorhergesagt hätten. (Hebbel)

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  • Luc
    Da ist einem aber die Lust am Verreißen so richtig anzumerken. Wäre schön gewesen, du hättest etwas sachlicher geschrieben. Jemand der die Beiträge nicht gelesen hat müsste denken, da haben nur Idioten etwas abgeliefert.
    Ich weiß schon, warum ich mich an diesen Wettbewerben nicht beteilige. Man gewinnt so ein wenig den Eindruck, dass da Geschichten abgeliefert werden, damit einige sich mal so richtig auskotzen können.
    Schade!
    Beispielhaft dagegen die faire Kritik von Magali.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Muss mich auch noch schnell an Luc wenden.
    Ich finde es sehr unfair, wie du an deine Kommentare gegangen bist. Hast du die Geschichten untereinander verglichen, mit anderen Text verglichen oder individuell betrachtet? Mir kam es nämlich so vor, wie weder noch. Ich kann durchaus verstehen, wenn einem keine der Geschichten zusagt, aber dann muss man seinen Anspruch doch senken, um die abgelieferten Beiträge wenigstens im Kollektiv vergleichen zu können. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass dein einziges Ziel das Schlechtmachen ist.
    Konstruktiv ist das auf jeden Fall nicht mehr.

  • @ Brandmarke


    Super! Eine echte Bereicherung im Kommentare-Thread. :-)


    Ich hoffe, ich komme auch noch dazu, meine Gedanken zu dieser Runde zusammenzufassen...


    Zu Lucs Kommentaren:


    Gegen negative Kritik habe ich nichts einzuwenden, und wenn Luc keine der Geschichten seiner Punkte wert befand, ist das o.k. Der höhnische Unterton sorgt natürlich für Missklänge. Das hörte sich in der letzten Runde noch ganz anders an.

  • Huch da habe ich ja was losgetreten!


    Falls ich mich im Ton vergriffen haben sollte, bitte ich die Büchereulen um Entschuldigung. Wie Brandmarke richtig erkannt hat bin ich kein guter Kritiker, mehr ein leicht zu verärgernder Leser und mir hat wirklich keine Geschichte gefallen. Wo ich höhnisch geworden sein soll ist mir allerdings ein Rätsel. Ich finde nicht einmal, dass alle Storys so schlecht weggekommen sind in meiner Kritik. (Sprachlich gut: Geiz ist geil, Willenskraft, fand ich okay. Bitte genau lesen). Beim letzten Mal war meine Reaktion positiver, weil die Qualität bei fünf oder sechs Kurzgeschichten dementsprechend war. Ich habe schon so oft über konstruktive Kritik diskutiert, erspart mir das heute. Meiner Meinung nach bringt Kuschelei nichts.


    Alles Gute


    Luc

  • @ Luc


    Naja, ich bin bei meinen Kurzkritiken auch nicht immer zimperlich... Habe gerade noch einmal deine Kommentare gelesen und stimmt: So höhnisch wie ihr Nachhall sind sie gar nicht. :gruebel

  • Ich nicht! Bedanke mich hiermit nochmal bei Magali für ihre sachlichen und äußerst fairen Kommentare und Auseinandersetzungen mit den - mit Sicherheit NUR amateuerhaftem Geschreibsel (jedenfalls von mir!) und sehe das genauso wie Voltaire:


    Kein Kurzgeschichtenversuch mehr hier von mir.


    Gruß und :wave
    Ikarus

  • Zitat

    Original von Ikarus


    Kein Kurzgeschichtenversuch mehr hier von mir.


    Von mir schon... :grin


    Wenn drei verschiedene Kritiker(innen) meine Story so unterschiedlich werten und kommentieren, finde ich das höchst spannend und interessant...


    Ich schreibe weiter :wave

    Das Verhalten und das Kennzeichen des Ungebildeten ist, keinen Nutzen oder Schaden von sich selber zu erwarten, sondern alles von außen. (Epiktet)

  • Ikarus : Spaß beiseite. Luc hat einfach mal versucht, den Shredder raushängen zu lassen, und wenn man seine Kommentare liest und parallel die Geschichten dazu, fällt schnell auf, wie weit nach hinten dieser Schuß losgegangen ist. Diese Kommentarsammlung ist eine Satire. Sie hat inhaltlich nur wenig mit den kommentierten Geschichten zu tun. Davon abgesehen: So what? Meinung ist Meinung ist Meinung. Lesen und annehmen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Das ist glücklicherweise immer so. Also: Huste drauf und laß Dich nicht veralbern.

  • Ich fand Lucs Kommentare auch okay, jedenfalls nicht wilder als sonst. Und ganz sicher nicht wilder als das, was bei den Kommentaren von ganz unterschiedlichen Eulen über die Jahre hinweg überhaupt schon geäußert wurde, so früher mal. <ähem>


    Wir kommentieren doch alle nach persönlichen Vorlieben, Ansichten, nach Stimmungslage und aktuellem Verdauungsvorgang.


    Ich konnte mich mit den Geschichten diesmal halt anfreunden, ich fand, sie waren eher 'mit Kopf' geschrieben.
    Ich bin ja schon glücklich, wenn ich keine Betroffenheitstexte lesen muß.
    :-]

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von magali ()

  • Zitat

    Original von Luc
    Nu bekommt euch mal wieder ein und schreibt zu den Texten, Eulen. Ich habe bei meiner Kritik nicht einmal vor meiner eigenen Story halt gemacht und bin gespannt, wie ihr sie seht.


    Luc


    Luc


    Was jede einzelne Eule macht oder nicht macht, mußt Du schon den Eulen überlassen.


    Ich zumindest lehne es ab mit einem unbewaffneten Gegner wie Dir eine sachliche und konstruktive Debatte über Texte zu führen.


    Liebe Grüße
    ikarus


  • Ikarus,
    ich denke wir sollten alle froh sein, daß hier keine/r bewaffnet ist.


    Insgesamt betrachtet, bin ich doch froh zu sehen, daß hier alles beim Alten ist.



    Luc
    Ehrlich? Du hast deine eigene Geschichte zerrupft? Ich meine auch....
    :grin

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von magali ()

  • :grinWollte eben noch überrascht sein, wie viele denn schon kommentiert haben - aber es war wohl doch nur eine Diskussion über das Kommentieren. Lucs Kommentare fand ich allerdings absolut in Ordnung :wow Kritik ist schließlich kein Grund sich persönlich angegriffen zu fühlen... aber gut.


    Geiz ist geil
    Hab mich schon beim ersten Lesen recht gut amüsiert. Spritziger Text, der sich in einem Rutsch lesen lässt und (zumindest bei mir) für nette Unterhaltung sorgt. Allein schon der Name "Klaus Brause"... herrlich:grin Die Pointe ist gelungen - Sprache und Inhalt gut aufeinander abgestimmt. Hatte eigentlich bis zuletzt erwartet, dass ich hier drei Punkte vergeben würde, aber dann wurden es eben zwei.


    Durchgedreht
    Spricht mich leider nicht so an, obwohl die Idee an sich recht pfiffig ist. Durch die Aneinanderreihung der vielen Werbesprüche wird das Ganze aber langweilig - immerhin besteht darin der Hauptteil der Geschichte, obwohl es an sich nichts besonderes aussagt. Der Schluss kommt ziemlich plötzlich und ich weiß nicht, ob es witzig sein sollte oder irgendeine Moral dahinter stand - wie dem auch sei, ich hätte es gern erfasst.


    Wohnhauswelten
    Zu viele unwichtige Details - der Autor hätte sich mehr auf das Wesentliche konzentrieren sollen. Vielleicht wäre es ihm mit mehr als 500 Wörter besser gelungen, die Geschichte rüberzubringen (oder aber er hätte noch mehr Platz für überflüssige Beschreibungen gehabt:grin)


    Werbung
    Einfallsreicher Titel:grin Ansonsten ist die Geschichte eher verwirrend als alles andere. Ich hab mehrmals versucht, sie gedanklich zu sortieren, aber irgendwas geht immer wieder an mir vorbei. Tut mir Leid - nicht verstanden.


    Rubens im Morgengrauen
    Beim ersten Lesen war ich etwas irritiert, aber nach und nach gefiel sie mir immer besser. Obwohl ich den Anfang nicht ganz verstehe... (bin ich doof?:grin) - aber befindet die Hauptperson sich da bereits im Museum? Wenn ja, wo kommt der Spiegel her? Das Gespräch der beiden ist sehr süß und das Ende eine gelungene Abrundung.


    Willenskraft
    Der Bezug zum Thema Werbung ist wenn, dann nur ganz schwach vorhanden. Schon den ersten Satz empfand ich als stören - wenn eine Frau ein "Ich vermiss dich" von sich gibt, denke ich als erstes nicht an eine Zigarette und einen derartigen Roman habe ich bis jetzt auch noch nicht gelesen. Schön war das Telefongespräch - weil es so verdammt echt war. Beinahe schon gruselig, die Sätze schienen direkt aus dem Leben gegriffen und der Protagonistin in den Mund gelegt. Ein bisschen schade war der Schluss - so nichtssagend. Insgesamt war's wohl in Ordnung - für Punkte hat es leider nicht gereicht.


    Zu Füßen der Eigernordwand
    Wirkt auf mich ein bisschen wie eine sehr gute Idee, die in einen Zusammenhang mit Werbung hinein gepresst wurde. Stellenweise spricht es mich sprachlich nicht sonderlich an - manche Ausdrücke wirken einfach ungeschickt. So assoziiere ich Fingernägel zwischen den Schenkeln als allererstes mit Schmerz (wie wäre es mit den Fingerspitzen?) und Augen, die hervorquellen empfinde ich als merkwürdig. Was mich aber am meisten gestört hat, war wohl das Ende. Ich kann nicht glauben, dass eine Mutter, die ihre Kinder liebt selbige für so lange Zeit in einem brühend heißen Auto zurück lässt, während sie in einer Bar einen Cognac trinkt. Und die Kinder waren so ruhig, dass es niemandem aufgefallen ist? Hmm.


    Bist du Deutschland?
    Sagen wir mal.. man liest den Spaß beim Schreiben heraus;-) Beim Lesen kam ich mir gehetzt vor - ein Gedanke springt unkoordiniert zum anderen und rennt anschließend schon zum nächsten. Wobei hier das Problem denke ich eher daran liegt, dass mich diese Sorte Text einfach nicht anspricht. Konnte ich nichts mit anfangen.


    Männlich
    Nee. Ich musste mich schon nach den ersten Sätzen zu dieser Geschichte zwingen, denn die Hauptperson war mir dermaßen unsympathisch, dass ich den Rest gar nicht hören wollte. Die Frau hat er meiner Meinung auch nicht verdient. Schade.. hätte man Andreas ein bisschen umgänglicher gemacht, hätte es mir vielleicht besser gefallen. Die Sprache dämmt das ganze noch zusätzlich - langweilige, teilweise überflüssige Sätze.


    Halb zehn in Deutschland
    Nun ja.. ein ausschlaggebender Punkt hier - und auch bei manchen der anderen Geschichten - ist wohl, dass ich keinen Fernseher besitze und werbungstechnisch nicht auf dem neuesten Stand bin. Hätte ich mehr der Anspielungen verstanden, wäre es vielleicht auch für mich ganz witzig geworden. Das Potential ist auf jeden Fall da.


    In eigener Sache
    Ein wunderschöner Abschluss des Wettbewerbs:-) Mal eine andere Definition von Werbung und dazu noch eine süße Mischung aus Romantik und Humor. Trifft ins Herz und hat mich mit einem leisen Lächeln auf dem Gesicht zurück gelassen. Von mir hat's drei Punkte gegeben.


    Liebe Grüße
    Lotta :wave