Todesmarsch - Stephen King

  • Meine Meinung:
    In diesem Buch gibt es allgemein gesehen nicht viel Handlung und der Klappentext verrät auch schon sehr gut, worum es eigentlich geht. Allerdings ist dieser Todesmarsch natürlich nicht ohne, denn die Jugendliche (alles Jungen übrigens) kommen bei diesem Todesmarsch früher oder später an ihre Grenzen - körperlich, aber auch psychisch. Nur wer den eisenen Willen hat, diesen Marsch lebend zu überstehen, hat eine reelle Chance. Wer jedoch stehen bleibt, zu langsam wird oder in die falsche Richtung läuft, wird verwarnt. Nach der dritten Warnung gibt es keine weitere mehr. Wer also ein viertes Mal eine Verwarnung hätte bekommen müssen, wird eiskalt abgeschossen.
    Je länger sie unterwegs sind, desto "schneller" vergeht die Zeit, sprich die Zeitsprünge, die der Leser miterlebt, werden größer. Aber das ist auch vollkommen in Ordnung, denn wie gesagt passiert in der ganzen Zeit nicht wirklich viel und der Leser möchte in dem Fall auch schnellstmöglich vorankommen. Schließlich möchte man wissen, wer es denn ist, der am Ende überlebt. Was der Preis ist, wird nie zu 100% verraten, aber es scheint um eine ganze Menge Geld zu gehen, das als Ansporn vom Major ausgesetzt wurde.
    Ich fand die Stimmung, die dieses Buch vermittelt, absolut packend und mitreisend. Es verursacht Herzklopfen und die Seiten fliegen nur so dahin. Dieses Buch hat mir, trotz der Brutalität (oder gerade weil es so schonungslos ist), die in diesem herrscht, sehr gut gefallen.

    Was wäre die Welt nur ohne Bücher?
    :fruehstueck Liebe zwischen den Zeilen - Veronica Henry
    :fruehstueck Woman in Cabin 10 - Ruth Ware

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von DarkAurora ()

  • Ray nimmt als einer von 100 Jugendlichem am "Langen Marsch" teil. Nur einer der 100 Teilnehmer wird überleben. Wer schafft es, einfach nur zu laufen, laufen, laufen?


    "Todesmarsch" hat mich aufgrund seines Klappentextes und der guten Meinungen neugierig gemacht. Es ist erst mein zweites Buch von King und es hat mich erschüttert.


    King wirft seine Leser mitten in die Geschichte hinein. Man erlebt den Beginn des Marsches und ist bis zum Schluss dabei. Warum die Jugendlichen gehen müssen, welche Regeln es gibt und wieso dieser Marsch Jahr für Jahr ein Riesenerfolg ist, bleibt im Dunkeln. Der Autor denkt gar nicht daran, seine Leser in irgendeiner Art und Weise aufzuklären. Und genau das macht das Buch so bedrückend. Man merkt beim Lesen, dass die Figuren mehr wissen als man selbst und man kommt bis zum Schluss nicht hinter die Geheimnisse. Ich habe mich beim Lesen oft "Warum?" gefragt. Doch von Seite zu Seite war ich weniger an den Hintergründen als viel mehr an den Gehern selbst interessiert.


    Der Stil von Stephen King, der dieses Buch zuerst unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht hatte, ist sehr gut und flüssig zu lesen. Blutige Details erzählt er genauso schonungslos wie die immer verwirrender werdenden Gedanken seiner Figuren. So bekommt das Werk eine beklemmende aber gleichzeitig anziehende Wirkung.


    Fazit: ein großartiger King, der erschreckend real ist. Eine klare Leseempfehlung.

  • Ich bin großer Stephen King Fan. Todesmarsch finde ich allerdings, ist eines seiner schwächeren Bücher. Die Figuren bleiben relativ blass und ihre Beweggründe, beim Todesmarsch mitzumachen blieben im Hintergrund. Und eigentlich ist dies für mich die spannende Frage, warum jemand trotz einer Chance von lediglich 1:100 und des hohen Preises (Tod) hier teilnimmt. Das bleibt ebenso unbeantwortet, wie die Hintergründe, des Staates, in dem das Ganze stattfindet. Auch das Ende ist für mich weitgehend unspektakulär. Das Grundthema wird von King/ Bachman beispielsweise in Menschenjagd (Running Man) wesentlich besser umgesetzt. Trotzdem schafft der Autor es auch bei Todesmarsch ausreichend Spannung zu erzeugen, so dass ich bis zum Ende dran geblieben bin. Ich würde dem Buch 7 Punkte geben.

  • „Todesmarsch“ hatte ich vor über zwanzig Jahren schon einmal gelesen und von damals noch als recht gut im Hinterkopf. Warum also nicht testen, ob mich die Geschichte noch immer überzeugen kann?
    Sie kann.
    Die Geschichte über den Teenager Ray Garraty, der als einer von 100 Jugendlichen am „Todesmarsch“ teilnimmt, ist nach wie vor packend. Wobei eigentlich gar nicht so viel passiert. Die Jugendlichen laufen unter der Beobachtung von Soldaten und Zuschauern eine Art tödlichen Marathon, bis ein Teilnehmer nach dem anderen ausfällt und am Ende nur einer übrig bleibt. Die Zeit dazwischen verbringen sie mit Gesprächen und dem Beobachten ihrer Umgebung. Die Angst, dass sie vielleicht als nächstes die Kräfte verlassen, ist dabei ständig präsent. Ebenso wie all die anderen Zweifel, Sorgen und Wehwehchen, die sich im Laufe der Marsches immer weiter steigern. Dadurch wachsen einem Ray und seine Leidensgenossen schnell ans Herz.
    Darüber, wie es überhaupt zu diesen Todesmärschen kam, erfährt man als Leser wenig. Ebenso in welcher dystopischen Epoche es genau spielt. Braucht man auch nicht. Die Geschichte funktioniert so ebenfalls gut.
    Bloß der überhastete (und etwas offene) Schluss hätte so nicht sein müssen. Über die letzten Zeilen kann man eine Menge spekulieren. Das hätte so nicht sein müssen.

  • Zum Inhalt:


    Um die Bevölkerung zu unterhalten, organisiert der Staatschef, der nur der "Major" genannt wird, einen langen Marsch, bei dem es aber nur einen Gewinner gibt und auf die Verlierer wartet der Tod.


    Meine Meinung:


    Ich hatte das Buch vor vielen Jahren bereits gelesen und es vor Kurzem als Hörbuch nachgehört und ich war von der Handlung wieder gefesselt.


    Im Grunde genommen passiert nicht viel, oder besser gesagt, wir begleiten die Teilnehmer während des Marsches. Aber gerade diese Zwischenspiele zwischen den Teilnehmern haben mir gefallen. Es gab eigentlich fast alle Gefühlsregungen. Von Wut, Freundschaft, Trauer und Liebe, die aber dahinsichtlich Erwähnung fand, dass der eine oder andere eine Freundin oder Ehefrau hat, die zuhause auf ihn wartet.


    Erstaunlich fand ich auch Szenen, in denen sich die Läufer gegenseitig unter die Arme griffen, falls der Begleiter drohnte ausgeschaltet zu werden, andererseits versuchten andere Läufer ihre Mitstreiter psychisch fertig zu machen. Letztendlich gewinnt nur einer, deshalb dachte ich mir, dass jeder doch nur an sich denkt und hofft, bis zum Ende durchzuhalten.


    Während des Lesens und Hörens fragte ich mich oft, warum die Jugendlichen sich diesen Marsch antun? Es ist ja bekannt, dass es nur einen Gewinner oder besser gesagt Überlebenden gibt. Das ist ein Grund für mich, einen Umbogen darum zu machen.

    Ein Manko ist es meines Erachtens, dass es nicht gänzlich geklärt, weshalb sich jeder für die Teilnahme entschieden hatte, damit wären die Charakterisierungen der einzelnen Personen in meinen Augen noch etwas runder.


    Ein anderer Punkt ist, aber für mich kein Manko. Es gibt bisher noch keinen Gewinner gibt, der nun in Saus und Brauß lebt. Es wird zwar immer wieder einer angerissen, aber zumindest keiner, von dem man hundertprozentig weiß, dass er irgendwo am Strand das Leben genießt. Das bestätigt doch die Aussage, der System bzw. der Staat gewinnt immer. Damit komme ich zu einem Punkt, der mich besonders erschrocken hat: Die Zuschauer. Ich konnte es nicht fassen, dass sich die Leute mit Picknickkörbben oder sonst was an den Straßenrand setzten, um das Elend hautnah mitzuerleben, sich am Leid und Tod der Marschierer erfreuten. Leider ist dieser Aspekt bittere Realität. Neben den Zur-Schau-stellen-Fernsehshows, die es leider heutzutage bereits gibt, wird es sicher irgendwann auch derartige Formate geben, in denen dem Verlierer der Tod droht.


    Mir hat das Ende sehr gut gefallen, auch wenn es dem einen oder anderen etwas zu abrupt kam, fand ich es doch passend.



    Alles in allem ein spannender Thriller ohne Übernatürlichem Horror, dafer aber mit allzu menschlichen Abgründen und einem erschreckenden Szenario, was gar nicht mal so abwegig erscheint.