Was charakterisiert einen Frauenroman?

  • Zitat

    Original von Batcat
    Allerdings stelle ich fest, daß wir uns schon ein ganzes Stück weit vom eigentlichen Thema, was einen Frauenroman charakterisiert, entfernt haben und mehr oder weniger schon ein Thema weiter gelandet sind, das zwar mindestens!!! ebenso interessant ist - ich habe hier auch schon sehr interessante und nachdenkenswerte Statements gelesen - aber dennoch nicht mehr dem Ausgangsthema entspricht.... wenn das mal die Aufsicht sieht ;-)


    Das macht überhaupt gar nichts, Batty. Ich denke auch zur Ausgangsfrage werden wir noch einiges lesen können, Pelican wird sich ja mit ihrem Beitrag noch einmal melden, wie sie schrieb.
    Ich bin ehrlich gesagt immer noch auf weitere Gedanken und Gespräche zum Thema, aber auch darüber hinaus gespannt :wave

  • Hallo Magali,

    Zitat

    Original von magali
    Was ist 'Frauenroman'?
    Leichte Unterhaltung, seichte Unterhaltung, Unterhaltung.


    Siehst du, genau da hast du den Punkt der Schublade, gegen die sich viele wehren, Leser wie Autoren. In den 70er, 80ern durfte nämlich das Frauenbuch auch anspruchsvoll sein, sogar literarisch - auf jedem Fall lag es auf sehr hohem Niveau. Und heute ist es so, dass es zwar Autoren gibt, die gerne und bewusst leichte Unterhaltung schreiben, es gibt aber auch welche, die würden gern anspruchsvoller werden. Damit tun sie etwas, was ihre Kollegen in den Achtzigern nicht taten, weil es nicht nötig war: sie brechen aus.


    Zitat

    Happy Endings, wohin man schaut.


    Ganz genau, die sind nämlich vorgeschrieben. Tatsächlich. Und wenn die Geschichte eigentlich keins hergäbe, muss die Geschichte eben nochmal ein wenig umgeschrieben werden. Das ist bestimmt passend für viele Leser und Autoren. Aber es ist ganz bestimmt kein freies Schreiben mehr, dass sich allein an dem orientiert, was Charaktere und Geschichte erzwingen. Ich nenne das Baukastenschreiben.


    Zitat

    Woraus besteht der Frauenroman denn nun?
    Ist das so eindeutig?


    Zumindest zwischen Verlagen und Autoren ja, siehe meine "Vorgaben" weiter oben. Natürlich gibt es "Ausreißer", die von Verlag zu Verlag und von Lektor zu Lektor unterschiedlich sind. Die muss man aber als Autor oft argumentativ belegen und auch manchmal verteidigen.


    Beispiel: In meinem Lavendelblues war ein "Ausreißer", dass meine Figuren nicht das übliche Alter von Frauenromanen haben, eine Hauptfigur ist über 40, eine über 60, es gibt Leute um die 80. Das war möglich mit dem Argument, dass Frauen ab 40 vom herkömmlichen Frauenroman überhaupt nicht bedient werden. Da endet es nämlich bei etwa 35.


    Anderer Ausreißer: Dass ich eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg eingearbeitet habe. Solch schwere Themen sind normalerweise verpönt im Frauenroman. Ich hab sie behalten können, weil sie doch sehr "geglättet" war. Hätte ich genrefrei geschrieben, wäre es möglich gewesen, diese Nebenhandlung auszubauen. Genauso liegt meine Sprache hart an der Grenze. Ich durfte das, weil blt ein anspruchsvolleres Imprint ist. Für das Hauptprogramm von Lübbe hätte ich meinen Roman wahrscheinlich nicht verkaufen können.


    Zitat

    Frauen, seit wann ist das eine homogene Menge?


    In realiter nicht. Als Marketing-Profitberechnungsmenge ja. Und da ist es halt schlicht so, dass diejenigen, die nicht passgenau in der Schublade sitzen, schon länger brauchen, ihre Romane an Verlage zu bringen, die Verlage brauchen wiederum länger, diese Romane an die Leser zu bringen, die Buchhändler haben Probleme mit ihrem Regal und der Beratung etc. . Also konzentriert man sich auf die kleine Schnittmenge und sitzt auf der sicheren Seite. Risiko will nämlich kaum noch ein Verlag eingehen.


    Meiner Meinung nach liegt übrigens genau hier der Grund für die massive Ablehnung des Frauenromans bei Leserinnen und für seinen schlechten Ruf. Frauen sind ja nicht doof - und wenn sie merken, dass sie nur noch als Einheitsbrei bedient werden, den sich irgendwelche Controller auszudenken scheinen, sträuben sie sich.


    Übrigens... das ging bisher unter: Es gibt Bücher, die über Frauen sprechen, die anspruchsvoll sind, in denen der Autor seine Freiheiten hat, die auch mal ein tragisches Ende haben dürfen, die heiße Eisen anpacken dürfen, in denen Frauen keine Klischeerollen haben... und zwar in einem "Genre", in dem es auch dasselbe über Männer und Menschen gibt. Man nennt dieses genrelose Genre "Literatur"... Dahin wandern viele enttäuschte Leserinnen ab.


    Schöne Grüße,
    Petra

  • Guten Tag, Petra,


    die Antwort war ausführlich, bestätigt noch einmal bis ins Kleinste, was bislnag geschrieben wurde.
    Berit schrieb oben: Verlagsseite, Leserinnenseite, AutorInnenseite.
    Deins wäre jetzt die Autorinnenseite.


    Für mich kommt dabei heraus, daß es eine feste Vorstellung von 'Frauenroman' gibt, daß es dafür enge Grenzen gibt, an denen man aber ein wenig herumdehnen kann.


    Bei den Leserinnen gibt es durchaus Ablehnung, aber doch auch Zustimmung. Die Bücher werden doch gekauft. Würde der Absatz sinken, würden doch nicht mehr und mehr AutorInnen den Bereich bedienen.
    Dabei gibt es ganz verschiedene Ebenen innerhalb des 'Frauenromans'. Es ist doch so, daß mitunter dieselbe Autorin einen etwas anspruchsvollen Unterhaltungsroman schreibt und, nicht selten beim gleichen Verlag, bloß in einer anderen Abteilung, unter Pseudonym einen sehr leichten abliefert.


    Ich wehre mich immer noch gegen die negative Einschätzung von 'Frauenroman'. Jede erkennt sie, keine liest sie, aber jede weiß, was daran so schlecht ist.


    ????


    Mich plagt unverändert die Frage, warum das, was Frauen lesen, als schlecht betrachtet wird.
    Warum man ein Genre konstruiert, das als 'Schund' qualifiziert wird.
    Was ist überhaupt Unterhaltung?


    Sucht man nicht eher Befriedigung? Zustimmung? Übereinstimmung?
    Es sind doch Vorstellungen, Bilder, die Bücher überliefern. Träume. Projektionen.
    Warum ist etwas, das breite Leserinnenschichten anspricht, so negativ besetzt?


    wenn man sich mit Frauen unterhält, die 'solche' Romane :grin lesen, ist die Reaktionen stets die gleiche:


    Eigentlich ist das Mist, aber so schön.
    Oder: eigentlich ist das Mist, aber so witzig.
    Oder: Natürlich ist das nicht realistisch, aber so spannend.
    Oder: Natürlich ist das keine Literatur, aber mir gefällt es.


    Offenbar gibt es da doch ein hohes Maß an Identifikationspotential.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

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  • Zitat

    Original von magali
    Ich wehre mich immer noch gegen die negative Einschätzung von 'Frauenroman'. Jede erkennt sie, keine liest sie, aber jede weiß, was daran so schlecht ist.


    Das ist wie bei der BILD-Zeitung, die liest auch niemand - höchstens mal in der U-Bahn beim Gegenüber mit. :lache


    Also, ich hab schon ein paar Frauenromane gelesen. Sogar Hera Lind, damals als es grad rauskam. :grin Ich guck auch bei Hugendubel immer mal wieder den Frauenroman-Tisch durch, aber das meiste spricht mich einfach nicht an, ich kann's nicht ändern.


    Frauenroman ist für mich als Leserin das hier:


    Zitat

    Original von Petra
    Frauenroman allgemein
    Protagonistin: "starke Frau" (siehe Hera Linds Superweib), Hauptnebenfiguren weiblich. Thema "typisch weiblich", aus weiblicher Sicht beschrieben. Liebesgeschichte mit mehr oder weniger Verwicklungen und Happy End auf Problem- und Liebesebene. Handlungsgetrieben und unterhaltsam, darf aber mehr in die Tiefe als der Chick Lit. Auch hier wirklich tiefe Krisen, Krankheiten, alles, was sehr negativ und belastend empfunden werden kann, verboten. Sehr männliche Welten werden auch nicht gern gesehen, bevorzugt wird "typisch Weibliches". Männer spielen auch hier nur Nebenrollen als Freunde, Lover und potentielle Märchenprinzen.


    Das ist einfach nicht, was ich gern lese. Ich mein, ich weiss doch, was ich mag und was ich nicht mag. Und wenn das Buch davon abweicht, dann ist es bei mir als Leserin kein Frauenroman mehr, wie Petra schon sagt, sondern irgendwas anderes, was auch immer. :gruebel

  • Aha.


    Damit erfüllt der so abschätzig betrachtete Frauenroman schonmal eine wichtige Funktion.
    Er schärft die Fähigkeit zur Unterscheidung. Er ist offenbar ein Baustein auf dem Weg zur kritischen Leserin.


    ;-)

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von Petra
    In den 70er, 80ern durfte nämlich das Frauenbuch auch anspruchsvoll sein, sogar literarisch - auf jedem Fall lag es auf sehr hohem Niveau.


    Naja ... nicht immer, oder? Die Bücher damals waren eben ganz anders. Es gab ne Menge Selbstfindungsbücher, die literarisch auch nicht so der Oberknaller, aber inhaltlich spannend und zT sehr vielschichtig waren.


    Zitat

    Original von Delphin


    Das ist wie bei der BILD-Zeitung, die liest auch niemand - höchstens mal in der U-Bahn beim Gegenüber mit. :lache


    Also, ich hab schon ein paar Frauenromane gelesen. Sogar Hera Lind, damals als es grad rauskam. :grin


    Ah, jetzt gehts zu den Outings. :grin Also ich lese sehr selten, aber schon mal "Frauenromane". Ildikó von Kürthys 'Mondscheintarif' fand ich zB vor allem aufgrund des Schreibstils ziemlich lustig, das liest sich beim Bahnfahren so weg. :grin Außerdem habe ich als Teenager und Post-Teenie alle Jubeljahre verschiedene Arten von weiblicher 'Selbsterfahrungsliteratur' in der Hand gehabt. Nach 'Der Tod des Märchenprinzen' von Svende Merian war ich vorübergehend der Meinung, dass Frauen einen Knall haben, aber das legte sich wieder. *gg*


    Zitat

    Original von magali
    Mich plagt unverändert die Frage, warum das, was Frauen lesen, als schlecht betrachtet wird.


    Deshalb kann ich ja den Begriff 'Frauenroman' mit dem, was üblicherweise dranhängt, nicht leiden.


    Zitat


    Warum man ein Genre konstruiert, das als 'Schund' qualifiziert wird.


    Je nu, wenn man so an 'Literatur' rangeht, dass man nur noch nach Zielgruppen und Verkaufszahlen guckt, ja dann kommt eben gern mal Schund heraus. *hüstel* Und das Genre hat sich quasi selbst im System der kommerziellen Bücherwelt konstituiert und wird immer wieder durch die LeserInnen, AutorInnen und Verlage reproduziert. Dagegen hilft nur quer lesen, quer schreiben, quer veröffentlichen. ;)

  • Zitat

    Original von magali
    Ich wehre mich immer noch gegen die negative Einschätzung von 'Frauenroman'. Jede erkennt sie, keine liest sie, aber jede weiß, was daran so schlecht ist.


    ???


    Magali, das allermeiste, was unter diesem Etikett veröffentlicht wird, ist schlicht und einfach trivial. Wer Triviales mag, soll 's gerne lesen, aber ich will es nicht mögen müssen, nur damit sich niemand diskriminiert fühlt. :pille


    Zitat

    Mich plagt unverändert die Frage, warum das, was Frauen lesen, als schlecht betrachtet wird.


    Quark! Ich finde das meiste, was unter den Etiketten Krimi, Thriller u.ä. auch trivial, sogar jede Menge Sachbücher. Wenn sich in einem Genre allzuviel spießiges Pseudowissen versammelt, mit dem nur überholte Vorurteile bedient wird, dann ist das Zeug trivial und für mich unlesbar.


    Zitat

    Was ist überhaupt Unterhaltung?


    Vom Autor aus gesehen, Mittel zum Zweck (man transportiert immer etwas, das darüber hinausgeht, wenn nicht selbst, dann durch Genrevorgaben) -- vom Leser aus gesehen, mal alleiniger Zweck des Lesens, mal geschätzte Begleiterscheinung der eigenen Bildung.
    Ich bevorzuge nun mal entschieden letzteres. Wer ersteres mag, mag das gerne so halten, aber bitteschön nicht an mir herummissionieren. Triviales wird nicht qualitativ hochwertig, wenn man 's nur so nennt, weil man sonst irgendeinem Leser auf den Schlips resp. einer Leserin auf den Chiffonschal treten könnte.
    Und ich gehöre nicht zu den Leuten, die alles hübsch relativieren, so daß am Ende nur noch ein einziger graubrauner Brei übrigbleibt. :grin


    Zitat

    Offenbar gibt es da doch ein hohes Maß an Identifikationspotential.


    Und genau davor grusele ich mich als ... na okay, Ex-Emanze der 1970er/1980er Jahre, die ich für die Forderun heute ziemlich selbstverständlicher Dinge Beleidigungen und Spucke kassiert habe, um heute zu sehen, daß die Mehrheit der Frauen sich in Zukunft als Heimchen am Herd mit Trivias ihr Glück sucht.


    Möglich, daß ich damals auf dem falschen Dampfer war, daß wir das Rad am besten hinters Frauenwahlrecht zurückdrehen sollten, ins tiefe Biedermeier, damit alle wieder glücklich sind (bloß die sexuelle Revolution, die behalten wir uns :lache).
    Aber ich werde mit soclhem Kram nun mal nicht glücklich -- überhaupt nicht. Und lasse mich weder dazu bewegen, es gutzuheißen noch es für mich selbst anzunehmen.


    Ebensowenig wie ich krude "Männerideologien" annehmen möchte! :grin

  • Okay, neues Stichwort:


    'Frauenroman' ist trivial. Naheliegend, leicht zu erfassen.


    Für wen? Die Leserin? Faßt die nur Leichtes?
    Unter Leserinnen von Frauenromanen könen sich Vertreterinnen der verschiedensten Berufsgruppen befinden. Darunter sind Frauen, die im Alltag hochkomplexe Dinge bewältigen. Sieben Sachen auf die Reihe kriegen, und einen Haushalt noch dazu.
    Beim Lesen wollen sie das nicht tun.



    Ist das nun Folge des Lesegeschmacks? Oder Dummheit? Faulheit?


    Ich habe immer stärker das Gefühl, daß wir in das Medium Buch zu viel hineingeheimnissen. Sobald ein Stapel Blätter solide gebunden ist, verlangen wir vom Inhalt auch Solidität. Etwas Besseres, Höheres.


    Früher hat man Märchen erzählt, heute liest man von einer Superfrau.
    Das Schneiderlein kriegte die Prinzessin und das halbe Königreich, Karina, die arme Sekretärin den Chef und dessen ganzes Vermögen (wenn sie mit seinem besten Freund, dem Anwalt, gut kann :grin)


    Traume, Trost, Utopien.
    Die uns am Laufen halten?
    Die uns in unseren Rollen halten? Auf dem rechten Weg?


    Der Trivialroman erfüllt, wenn wir mal historisch denken, immer schon eine wichtige Erziehungsfunktion: er dient zum Einüben bestimmter geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen. Und zur steten Rückversicherung.
    Er hat einen hochpolitischen Aspekt. Um den wird immer gern herumgeredet.


    Und alle, alle machen mit?
    Die AutorInnen müssen sich den Verlagen ergeben, die Leserinnen den Autorinnen und den Verlagen - wie gut, daß Frauen über eigenes Geld verfügen, das sie für solche Bücher ausgeben können.


    Stell Dir vor, da ist ein Trivialroman und keine greift zu.


    :grin

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • Zitat

    Original von Iris
    das allermeiste, was unter diesem Etikett veröffentlicht wird, ist schlicht und einfach trivial.


    Ja, das stimmt. Und es ist ein Jammer, dass solche Sachen unter dem Etikett "Frauenroman" berühmt werden. Das wertet generell Autorinnen und Leserinnen ab.


    Ich sehe es wohl anders als du, Iris, ich kann schon mal reine Unterhaltungsliteratur haben. Jedenfalls theoretisch. :grin Außerdem lerne ich etwas, wenn ich (mE gut geschriebene) Unterhaltungsromane lese, ich lerne nämlich, wie frau gute Unterhaltungsromane schreibt. *g*


    Wie auch immer ... Ich halte das Etikett "Frauenroman" wirklich nur dann für gerechtfertigt, wenn a) der Roman von der Autorin selbst als Frauenroman bezeichnet wird, b) als Zielgruppe ausschließlich Frauen anvisiert werden und c) eben dieser Roman dann auch wirklich fast ausschließlich von Frauen gelesen wird und für Männer einfach nicht von Interesse ist.
    Dann: meinetwegen. Ansonsten ist das Etikett für mich irreführend und ärgerlich. Aber wenn a, b und c zutreffen, kann ich eben solche Romane nicht mehr so richtig ernst nehmen. *g* Denn was für ein Roman ist das, der *keinen* Mann interessiert? Irgendwie bedenklich. :grin

  • Zitat

    Original von Berit
    Denn was für ein Roman ist das, der *keinen* Mann interessiert? Irgendwie bedenklich. :grin


    Warum ist das bedenklich, wenn das keinen Mann interessiert?
    Ich wiederhole: Frauen sind die Mehrheit der Leserschaft.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • magali : Frauen mögen die Mehrheit der Leserschaft darstellen, aber keineswegs eine gesetzgebende Mehrheit. Auch Männer lesen, es sind zwar nur 42 Prozent, wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe, aber ich kenne Männer, die Männer kennen, die mit Männern verwandt sind, deren Freunde Männer kennen, die von jemandem gehört haben, der männlichen Geschlechts ist - und liest. :grin


    Natürlich gibt es "Frauenthemen". Der Umgang mit Männern zum Beispiel ist eines, ein heterosexuelles Verhaltensmuster (eingeschränkt) vorausgesetzt. Das Gebären von Kindern ist ein Frauenthema, da können die Männer nur wenig entgegensetzen. Stillen ist ein Frauenthema. PMS ist eines. Brustkrebs. Benachteiligung aufgrund der geschlechtlichen Zugehörigkeit. Das Ankämpfen gegen Vorurteile, überkommene Geschlechterrollen. Weibliche Homosexualität. Die Frage, wie man einen, den richtigen Mann findet. Der Kauf von noch mehr Schuhen. GZSZ. Usw.


    Wenn ein Roman ein solches Thema bearbeitet, mag man ihn als "Frauenroman" bezeichnen, weil eplizit eine Problematik aufgegriffen wird, die in erster Linie diese Gruppe berührt; ein Kriegsbuch spielt im Krieg, und ein Science-Fiction-Roman - meistens - in der Zukunft. Dann ist es für potentielle Leser möglicherweise auch hilfreich, solche Bücher entsprechend kategorisiert vorzufinden. Hallo, hier geht's um Frauen im Klimakterium. Ist vielleicht nicht meine Welt, werde ich schließlich nie erleben, jedenfalls direkt. Trotzdem mag es, vielleicht gerade deshalb, interessant sein, dieses Buch zu lesen. Frauenversteher haben's in Bars leichter, Drinks bezahlen zu dürfen. Aber genaugenommen ist eine Frau im Klimakterium auch nur ein Mensch, der sich einem Konflikt ausgesetzt sieht, und um derlei geht es in fast jedem Roman.


    Die Aufzählung von Lind bis Lorenz zeigt aber, daß es hier inzwischen um etwas völlig Anderes geht. Spätestens an dieser Stelle mißfällt mir die Kategorisierung, und ich überlege die ganze Zeit schon, was eigentlich Männerromane ausmacht. Gibt es dieses Genre eigentlich? SF generell? Alles, in dem schnelle Autos gefahren werden? Ruppige Action und langmähnige Matratzen? Krimis, bei denen die Ermittler saufende Underdogs sind? Schreibt Liehr Männerromane? Özdogan? Philipp Roth? Wenigstens Updike?


    Die aufgezählten Bücher (nicht die, die ich aufgezählt habe, sondern diejenigen, die hier vorher genannt wurden) arbeiten mit einer niedrig angesetzten Konfliktebene (das Paradigma wird nicht in Frage gestellt), zielen auf Humor, Romantik und befriedigende Konfliktlösung. Das tun aber nicht nur diese Bücher. Man mag von Hera Lind oder Rosamunde Pilcher halten, was man will, aber ihre Bücher sind straighte, schörkellose Zeichnungen eines bestimmten Weltbildes. Ist das ein Frauenbild? Wünschen sich ausschließlich Frauen Romantik, Harmonie und die immerwährende Liebe?


    Ich fühle mich diskriminiert. :cry

  • Zitat

    Original von Berit
    Ah, jetzt gehts zu den Outings. :grin Also ich lese sehr selten, aber schon mal "Frauenromane". Ildikó von Kürthys 'Mondscheintarif' fand ich zB vor allem aufgrund des Schreibstils ziemlich lustig, das liest sich beim Bahnfahren so weg. :grin Außerdem habe ich als Teenager und Post-Teenie alle Jubeljahre verschiedene Arten von weiblicher 'Selbsterfahrungsliteratur' in der Hand gehabt. Nach 'Der Tod des Märchenprinzen' von Svende Merian war ich vorübergehend der Meinung, dass Frauen einen Knall haben, aber das legte sich wieder. *gg*


    :lache Nee, das war weniger ein Outing als mehr eine Antwort auf Magalis Frage, wieso eigentlich alle wissen, was ein Frauenroman ist, wenn keine einen liest. Ich hab früher mehr davon gelesen als heute und mein Geschmack hat sich halt geändert/weiterentwickelt/wasauchimmer. Bestimmte Zutaten gefallen mir nicht (mehr), Schema F langweilt mich zu Tode und ich würde mich heute eher als kritischer bezeichnen.

  • Zitat

    Original von magali
    Der Trivialroman erfüllt, wenn wir mal historisch denken, immer schon eine wichtige Erziehungsfunktion: er dient zum Einüben bestimmter geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen. Und zur steten Rückversicherung.
    Er hat einen hochpolitischen Aspekt. Um den wird immer gern herumgeredet.


    Ich habe ihn dir genannt, lebe magali.


    Und die Welt, in der diese trivialen Geschichtlein spielen und die sie in den Köpfen der danach hungernden Frauen zementieren, ist eine Biedermeierkopie, eine Schillerglockenwelt, die sich vom Original nur dadurch unterschiedet, daß sich die jungen Mädchen in der Jugend sexuell die Hörner abstoßen dürfen -- äh, nein! Müssen! Was für ein Fortschritt! :lache


    Bist du schon so desillusioniert, daß du das Patriarchat à la Schiller mit einer ans Mead'sche Polynesien erinnernden Hörnerabstoßphase für die Jugend für die einzig mögliche menschliche Lebensform hältst? :grin

  • Tom


    na endlich. Uff!


    :grin


    Provozieren ist so anstrengend, vor allem für eine, die so faul ist wie ich.



    Wünschen sich bloß Frauen Romantik, Harmonie und immerwährende Liebe?


    Natürlich nicht. Aber sie dürfen die Wünsche offen äußern.
    Männern wird ein anderes Verhalten abverlangt. Das prägt, was sie lesen.
    Und was sie schreiben.
    Natürlich schreibt Updike Männerromane, eben so Tom Wolfe und Roth sowieso. Hemingway tut nichts anderes. Walser tut es, Kehlmann tuts. Ulyssees ist ein Männerroman und die Odyssee eine Männergeschichte.
    Und wie endet sie? Odysseus kriegt Penelope, beide sind verjüngt und verschönt und erleben ihre alte, neuentflammte Liebe in einer neuerlichen Hochzeitsnacht in einem Prachtbett, das Nana würdig sein könnte. Wenn man nicht dazu sagt, daß das antik ist, klingt es wie...ein Frauenroman. :grin


    Männerromane sind tatsächhlich die von Dir genannten SF, hardboiled Krimis. Western, Kriegsromane. Pornos.
    Das scheinen Träume von Männern zu sein, denen sie zwischen den Buchdeckeln nachgehen.
    Die Weltliteratur bestehet auch zu einem großen Teil aus Männerromanen. Gibt bloß keiner zu, gilt ja als Norm. Sie spiegelt aber zu einem großen Teil Männererfahrung wider, mit denen weibbliche Leser oft wenig anzufangen wissen.
    Das ist einer der Gründe, warum Frauen oft keine 'Literatur' lesen. Sie fühlen sich nicht angesprochen.
    Oder sie sind am Ende tot. Auch nichts, was frau ständig lesen will.


    Männer holen sich Bestätigung für iher Rollen aber ebenso aus 'Männerromanen', auch wenn diese nicht so bezeichnet werden.


    Nur der Frauenroman ist so ein offensichtliches skandalon.



    Und Du schreibst keine Frauenromane. Find ich. Trotz der hochromantischen Endschleife, ähem. :lache
    Ist das nun eher beruhigend oder nicht?
    :gruebel

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

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  • Zitat

    Original von magali


    Lesen gilt als das wahre Kennzeichen des gebildeten Menschen. Liest jedoch eine Frau, dann ist das, was sie liest, auf einmal Schund. Oder gefährlich. Oder wenigstens nicht ernst zu nehmen.
    Ist das logisch?


    Ich kenne eigentlich gar keine Leute die NUR lesen um sich zu bilden..(okay.ich nehme mal meinen Mann aus, der liest nur das was er WISSEN will :grin)
    Man liest doch um sich zu unterhalten..also jedenfalls die Ottonormalfrau, zu denen ich mich zähle, ich lese auch Schund..als Schund wird doch z.B. auch Sakrileg u.Co bezeichnet.
    Aber ich lese sehr ungerne Frauenromane und zwar genau die, die vor Gefühl und Adjektiven strotzen, oder welche die aus romatischen Gründen der Liebe wegen nach Afrika gehen umd dort einen Massai zu ehelichen und plötzlich und unerwartet zu merken, dass ihr das doch nicht zusagt...was für ein Müll!!!
    und die, wie BJ so treffend bemerkte, eine freche Frau :wow unserer Zeit beschreiben...pf..ist halt langweilig für manche, da les ich tatsächlich lieber einen Landser, da passiert wenigsten was!


    Zitat

    Wer sagt, was das Richtige ist?


    Das ist leicht, ICH sage was für mich das Richtige ist!


    Zitat

    Wer entscheidet über die Bedürfnisse?
    Doch wohl die Leser und das ist eben vielfach die Leserin.
    Man sollte sie auch nicht unterschätzen, vieles von dem, was die Marketing-Abteilung für gut befindet, ist nach twei Monaten auf den Wühltischen zu finden.


    absolut richtig...die besten Kritiker sind immer noch die Leser...da können sich Reich-schwrawittski und Karawanski..und wie wie alle heissen , im Grabe herumrehen..ist uns Lesern völlig egal.
    ich erinnere auch gerne an die vollgestellten Regale mit Bücher, die keiner liest..hintendran steht dann der "Schund"..wo es der Nachbar nicht sieht

  • Zitat

    Original von Tom
    Schulljung, Magali, aber Du erklärst lediglich, welche Bücher von den meisten Männern bzw. Frauen gelesen werden, aber eine Antwort auf die Ausgangsfrage lieferst Du damit nicht. F: Wie macht man einen erfolgreichen Kinofilm? A: Indem man möglichst viele Eintrittskarten dafür verkauft. :grin


    Da hast Du schon recht, ich nehme mir, wie die meisten hier, erst mal mein Recht darauf laut zu denken und zur Selbstdarstellung. :grin


    Ich habe zu dem Thema mehr Fragen als Antworten.


    Der Erfolg der sog. Frauenromane mißt sich doch an den Verkaufszahlen. Offenbar wird da ein Produkt geboten, das sich verkauft.
    Ein Schlüssel liegt an der Betonung der emotionalen Ebene. Es wird Wohlgefühl ausgelöst. Es ist affirmatives Lesen. Es ist Träumen.



    Iris


    den Schwenk zu Schiller bzw. zu Mead versteh ich nicht.
    Was ich verstehe, ist, daß Du mal wieder auf dem Anti-Frauen-Trip bist.
    Das hat aber noch keine je einen Schritt weitergebracht. Pack's in die Mottenkiste.
    Was ist an der Flucht aus dem Alltag so verwerflich?



    alex


    :anbet


    hab's grad erst gesehen


    :wave

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    K. Kraus

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  • Zitat

    Original von magali
    Es ist Träumen.


    Danke Magali, daß Du mal zu diesem Punkt kommst.


    Eine Kollegin von mir, toughe Abteilungsleiterin in der Konzernzentrale einer großen deutschen Firma, promoviert, verheiratet, drei Kinder, Vollzeit arbeitend (als Abteilungsleiter heißt das eigentlich eher ständig Überstunden machend) hat mir im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens mal gestanden, wie sehr sie es genießt am späten Abend noch eine halbe Stunde zu lesen. Bevorzugt Charlotte Link, Iny Lorentz, Nora Roberts, Danielle Steel, Barbara Wood etc. Wir haben uns dann ein wenig über Lesevorlieben unterhalten und sie meinte, daß sie am Wochenende und im Urlaub sehr gerne anspruchsvolle Literatur lese, daß sie sich aber unter der Woche jeden Abend darauf freue, wenigstens dreißig Minuten nicht mit Problemen auseinandersetzen zu müssen, ein paar Minuten Abstand zu gewinnen und zu träumen. (Übrigens kauft die Dame die Bücher tatsächlich und leiht sie nicht aus der Bibliothek aus, allerdings stehen ihre literarischen Schätze im Wohnzimmer und die Schundliteratur in einem Kämmerchen :grin)


    Bei einer ähnlichen Diskussion hat hier im Forum mal jemand gemeint, daß die Leute, wenn sie sich entspannen wollen und den Kopf frei bekommen wollen, lieber spazieren gehen sollen. Tja, das funktioniert halt nicht bei jedem so!


    Ich finde es eigentlich ziemlich schlimm, wie Leser, die gerne Chick-Lit oder Liebesromane o.ä. lesen, hier in eine Schublade gesteckt werden! Manche Frau (vielleicht auch Männer?) entspannt sich halt beim Liebesroman, ein anderer schaut gerne 22 Männern hinterher, die einem Bällchen nachtreten, der dritte spielt gerne Computerspielchen, der vierte löst gerne Mensa-Rätsel. Das sagt weder etwas über die Persönlichkeit dieser Menschen aus, noch über deren Bildungsgrad, noch über deren verhaftet Sein in Rollenklischees!


    Petra hat schon geschildert, welche Vorgaben Verlage mit dem Begriff Frauenroman verknüpfen. Ich schilder mal kurz, was ich unter der Rubrik Frauenroman in den Buchhandlungen in der Umgebung finde.


    In den großen Buchhandlungen:
    - Chick-Lit
    - "Superweib"-Romane à la Hera Lind & Co.
    - Starke Frauen setzen sich durch - Romane
    - Liebesromane mit X- oder O-Bein-Charakter


    Die historischen Romane, die in "starke Frauen setzen sich durch" fallen, stehen i. d. R. bei den historischen Romanen, nicht bei den Frauenromanen.


    Nackenbeißer und Heimatromane stehen separat.


    In zwei kleinen Buchhandlungen:
    - feministische Literatur (Marilyn French, Benoite Groult, Simone de Beauvoir, etc.) (BTW: in der rowohlt-Reihe "neue Frau" waren echt tolle Romane dabei)
    Das was in den großen Buchhandlungen unter "Frauenromane" steht, haben die in einer Ecke nahe dem Eingang ohne Überschrift darüber. Allerdings haben die insgesamt wenig Rubriken. Sie begnügen sich mit "Belletristik" nach alphabetisch sortiert, Krimi und Thriller, Science Fiction und Fantasy und noch ein paar wenige Sachbücherkategorien.


    Eine Rubrik Familienroman habe ich noch nie gesehen. Wenn ich nachdenke, was ich darunter finden könnte, fällt mir folgendes ein:
    - Liebesromane, einschließlich der Familienentwicklung à la Nora Roberts und Danielle Steel (das wäre dann analog der Frauenromane)
    - lustige Romane über das Familienleben à la Eric Malpass, Erma Bombeck etc. (das wäre wohl auch analog der Frauenromane)
    - Familien-Sagas à la Geisterhaus-Trilogie von Allende
    - literarische Werke à la Buddenbrocks


    Wenn ich ehrlich bin: dann lieber die Sortierung in Belletristik nach dem Alphabet!


    Eine Rubrik Frankreich-Romane würde mir auch nicht grad helfen. Was finde ich da?
    - Lavendelblues
    - Peter Mayle?
    - Philippe Djian?
    - Robert Merles "Fortune de France"-Zyklus?
    - Stendhal und Hugo? (Blöd, die haben wir doch schon bei den Klassikern... )


    Jede Kategorisierung bringt ihre Probleme mit sich.


    Zitat

    Original von Iris
    Und wie findet der mündige Leser die "Juwelen im Müll", wenn die schubladierten Autoren aussortiert werden -- was der Regelfall ist?


    Ich halt mich da an die von Iris Kammerer aufgestellte Regel, mich selbst zu informieren :grin
    Des Weiteren gehe ich lieber zum Buchhändler meines Vertrauens als in die Großbuchhandlung, weil der weiß, was ich gerne lese und mir gute Empfehlungen macht, obwohl er meine Vorliebe für "langsame" Bücher so gar nicht teilt (sein Genre sind Thriller, SF und Fantasy).


    Zitat

    Original von Petra
    Meiner Meinung nach liegt übrigens genau hier der Grund für die massive Ablehnung des Frauenromans bei Leserinnen und für seinen schlechten Ruf. Frauen sind ja nicht doof - und wenn sie merken, dass sie nur noch als Einheitsbrei bedient werden, den sich irgendwelche Controller auszudenken scheinen, sträuben sie sich.


    Da haben wir's mal wieder. Die blöden Controller sind schuld. Die haben ja eh keine Ahnung und machen nur Mist. Damit stehe ich als Managerin im Controlling einer großen deutschen Firma (allerdings andere Branche) ja in dem Rechtfertigungszwang, von dem wir's zuvor schon hatten, hm? :lache


    Keine Angst, ich habe jetzt nicht vor die Tätigkeit des Controllings zu erklären. Daß es bei Controllern wie bei Autoren wie bei Managern und Bäckern gute und schlechte gibt, weiß denke ich jeder.


    Zum Geld aber trotzdem noch ein paar Worte.
    Ein Verlag ist nicht edel, hilfreich und gut, sondern ein Unternehmen, das Gewinne erwirtschaften muß.
    Eine Buchhandlung ist nicht edel, hilfreich und gut, sondern ein Unternehmen, das seinen Eigentümer und noch ein paar Leute mehr ernähren muß.
    Insofern ist es mehr als verständlich, daß auch Literatur angeboten wird, die der ein oder andere als Schund bezeichnen wird.
    Wenn dies aber wenigstens dazu beiträgt, daß auch Werke, die nur geringfügige Deckungsbeiträge bringen, wenn sie schon nicht ihre Vollkosten tragen, publiziert werden, bin ich da nicht undankbar!

  • Pelican


    genau solche Frauen meinte ich, als ich weiter oben schrieb, es gäbe Frauen, die im Alltag hochkomplexe Dinge zustandebringen, aber eben nicht unbedingt Komplexes lesen wollen.
    Wenn man das verurteilt, dann kommt das für mich auch daher, daß das Medium Buch eine zu hohe Wertschätzung hat.
    Es ist einfach ein Mittel zu sehr verschiedenen Zwecken.
    Lesen ist eben nicht gleich lesen.
    Und in meinen Augen bildet lesen nicht einfach per se.


    Leseverhalten und -geschmack einer Leserin/eines Lesers kann sich auch ändern. Interessen ändern sich auch.
    Kaum jemand liest immerzu dasselbe Genre.


    Die Buchhandlung, die ich am häufigsten heimsuche, hat kein Regal 'Frauenbuch'. :wow
    Das findet sich alles unter Belletristik A-Z, mitsamt Krimis, Sci Fi und Fantasy.
    Ein wundervolles Wirrwarr.

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus