'Wo bist du?' - Kapitel 03 - 05

  • So, hier bin ich nun endlich!


    Meine Ausgabe ist diese hier: siehe unten - und da steht auch nichts in Punkto Schwangerschaft von Susan.


    Irgendwie kommt das Buch bei mir anders an als bei der Mehrheit von Euch. Ich finde es spannend und sehr gut.


    Susan wirkt auf mich wie eine Frau, die mit sehr viel Mut und Überzeugung in ein Land fuhr, um Gutes zu tun. Sie war jung, erst 21 Jahre, und voller Optimismus. Sie hat sich voll engagiert und einen guten Job gemacht. Doch dort in auf den Honduras ist es eine dauerhafte Sache zu helfen. Das Leben plätschert dahin, man (sie) wird jeden Tag aufs Neue mit Leid, Armut und Trauer konfrontiert.
    Bei Philip läuft das Leben auch weiter. Er arbeitet sich hoch, steigt auf, erfährt einen positiven Aufstieg in seinem Leben.
    Bei Susan läuft das Leben in gerader Bahn ohne viel Freude. Ich vermute, sie geht genau daran kaputt.
    Ich denke, sie stellt irgendwann fest, dass das Leben, das sie dort führt, nicht von Dauer für sie sein kann, aber keinen Absprung findet und es Philip nicht eingestehen möchte. Sie ist so in sich verkeilt und niemand ist da, mit dem sie intensiv über ihr Leben reden könnte. Um mit Philip zu reden, ist sie einfach zu kurz in den USA. Aber ich denke, sie zieht sich zurück, will sich auch nicht helfen lassen. Ihr Leben ist verkorkst. Und als sie sieht, dass Philip auch noch das Glück der Liebe durch eine andere Frau erfährt, ist sie gänzlich am Boden zerstört. (z. B. die Hochzeit, die ihre hätte sein können).


    Man darf einfach nicht vergessen, wie jung sie noch war, als sie auf die Honduras kam. Die Vorstellung ihrerseits, wieder in die Zivilisation und zu Philip zurückzukehren, machte ihr bestimmt Angst. Sie hätte eine starke, führende Hand gebraucht. Doch Philip ist in dem Punkt auch zu schwach.


    Ich muss sagen, dass mich das Buch sehr beschäftigt und mir auch sehr nahe geht. Besonders, weil Susan aus ihrem Sog nicht rauskommt.


    Das Buch hätte gerne ein bisschen länger sein können, damit man Susans Situation besser verstehen kann.

    :lesend Ich lese: "Weit übers Meer" von Dörthe Binkert


    - Beständigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg -

  • @ SiCollier: Du erwähnst ab und an im Vergleich den Namen: Richard Paul Evans.
    Ich habe mal in seine Auswahl an Büchern gesehen. Das sind ja einige. Könntest Du mir da eins oder zwei empfehlen, die Du besonders schön fandest?! :-)

    :lesend Ich lese: "Weit übers Meer" von Dörthe Binkert


    - Beständigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg -

  • Susan wurde mir mit der zeit auch immer unsymphatischer. Ich finde es zwar schön, dass sie armen Menschen in Honduras helfen will und sich dort einsetzt, aber dass sie sich dadurch immer weniger bei Philipp meldet und wenn sie ihn dann mal trifft, nur ganz kurz und wie sie mit ihm dann umgeht, macht sie unsymphatisch.


    Philipp ist mir nicht unsymphatisch vorgekommen. Er versucht nur sein Leben weiterzuleben ohne Susan. Er hat ja auch lange genug auf sie gewartet, und das einzige was neben Briefen, die auch immer seltener werden (auch von seiner Seite schließlich aus), von ihr zurückkommt, ist jedes Jahr ein kurzes Treffen am Flughafen, die aber anscheinend hauptsächlich deswegen stattfinden, weil sie woanders noch was erledigen muss in den USA.


    Ich glaub, dass Susan bei der Hochzeit gemerkt hat, wie sehr sie Philipp liebt, aber da sie sieht, dass er sich gerade ein eigenes Leben aufbaut, merkt sie, dass es schon zu spät ist und dass sie vielleicht selbst auch größten teils Schuld hat, warum es nicht mit den beiden klappt.


    Ich hab mir das Buch anders vorgestellt. Bis zum 5. Kapitel hat mich das Buch nicht besonders gefesselt. Die Geschichte plätschert vor sich hin und es vergeht alles ziemlich schnell, was auch an Levys Schreibstil liegt, den ich aber grundsätzlich nicht schlecht finde.

    Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)


    :lesend Jeffery Deaver: Allwissend

  • Zitat

    Linda
    Ich muss sagen, dass mich das Buch sehr beschäftigt und mir auch sehr nahe geht.


    Ersteres war/ist bei mir auch der Fall, letzteres (leider) nicht (obwohl ich damit gerechnet hatte und darauf eingestellt war).


    Zum Thema „länger sein“ habe ich in meiner Schlußrezension etwas geschrieben, ich sprach so von etwa 300 - 400 Seiten, die fehlen. :rolleyes



    @ Linda
    Richard Paul Evans - das ist so eine Sache. Ninnie hatte im Dezember ein Buch von ihm vorgestellt, das habe ich dann auch gelesen - und die beiden Folgebände gleich dazu. („Die wundersame Schatulle“, „Für alle Zeit“ und „Der letzte Brief“). Im Original bilden diese drei Bücher die „Christmasbox-Trilogie“, woraus man aber nicht schließen sollte, daß es sich um Weihnachtsbücher handelt. Derzeit lese ich als Zweitbuch sein Buch über die Entstehung dieser „Christmasbox-Trilogie“; recht interessant zu erfahren, wie weit seine Erlebnisse die Geschichte beeinflußt haben. Inzwischen habe ich alle Bücher von ihm, das neueste ist gerade angekommen und wird gleich, wenn ich das aktuelle Leserundenbuch beendet habe, an die Reihe kommen. Ich denke, bis nächstes Wochenende sollte ich es gelesen haben; dann schreibe ich eine Rezension. (Und wenn mir die vielen Leserunden, zu denen ich mich schon wieder angemeldet habe, noch Zeit lassen, stehen alle anderen Evans-Bücher dieses Jahr auf dem Plan.) Mit diesen drei genannten Titeln anzufangen ist sicher nicht verkehrt, zumal es auch die ersten Bücher sind, die er geschrieben hat. (Übrigens einer der „berüchtigten“ Fälle, in denen ein im Selbstverlag veröffentlichtes Werk es zur Millionenauflage gebracht hat.)


    „Der vergessene Brief“ ist ein gutes Beispiel auch für hier. Das Buch hat rund 298 Textseiten, Levy 270 (bei geringfügig größerer Schrift). In beiden Büchern steckt mehr als eine Lebensgeschichte drin. Aber Levys Buch hat mich weitgehend kalt gelassen, während ich, nehme ich „Den vergessenen Brief“ zur Hand, nur einen Satz lesen muß, um wieder im Buch drin zu sein und alle die Emotionen hoch kommen, die es schon beim ersten Lesen taten. Aber das hängt möglicherweise auch davon ab, ob man vom Stil des Autors getroffen wird.



    @ bücherwurm2612
    Levys Schreibstil mag ich an und für sich, zumindest soweit ich ihn aus anderen Büchern von ihm kenne. Drum war ich ja so überrascht, daß mir dieses Buch eben nicht gefiel.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Jetzt habe ich auch das dritte Kapitel gelesen und mir gefällt das Buch immer weniger.
    Susan geht mir auf die Nerven, sie ist egoistisch und mit sich selbst nicht im Reinen und lässt das an anderen Menschen aus...
    Warum Phillip das mit sich machen lässt, wundert mich, aber bitte, wenn er das für die große Liebe hält... Dass er was mit Mary anfängt, finde ich Mary gegenüber unfair, weil sie ja immer die abwesende Susan als Nebenbuhlerin hat. Aus Phillips Sicht finde ich es aber verständlich...


    Eigentlich habe ich gar keine Lust, das Buch überhaupt weiter zu lesen... ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse, wenn ich aus der Leserunde hier wieder aussteige...

  • Zitat

    Original von SiCollier
    ...
    @ bücherwurm2612
    Levys Schreibstil mag ich an und für sich, zumindest soweit ich ihn aus anderen Büchern von ihm kenne. Drum war ich ja so überrascht, daß mir dieses Buch eben nicht gefiel.


    In "Solange du da bist" mochte ich seinen Stil auch gerne, aber das Buch war auch anders als das hier :-) Das Buch war wirklich nicht so gut. Aber das lag hauptsächlich an der Ausarbeitung, also dass es zu wenig Tiefe hat.

    Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste. (Heinrich Heine)


    :lesend Jeffery Deaver: Allwissend

  • Zitat

    Original von chiclana



    Eigentlich habe ich gar keine Lust, das Buch überhaupt weiter zu lesen... ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse, wenn ich aus der Leserunde hier wieder aussteige...


    Böse ist dir mit Sicherheit niemand :knuddel1 Ich kann dich sogar recht gut verstehen. Wäre die Leserunde nicht gewesen, hätte ich meine Zeit auch nicht mit dem Buch verschwendet.

  • @ SiCollier: Vielen Dank für Deine ausführliche Info! :blume
    Ich habe mir mal die drei Bücher auf meine Wunschliste gesetzt. Die klingen wirklich interessant!!! Danke!

    :lesend Ich lese: "Weit übers Meer" von Dörthe Binkert


    - Beständigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg -