Schreibwettbewerb Mai 2008 - Kommentare

  • In diesem Thread könnt Ihr in der Zeit vom 25. - 28.05.2008 Eure Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs Mai 2008 schreiben.


    Hier geht es noch einmal zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs: klick


    Die Punkte und Autoren werden dann am 29.05.2008 bekannt gegeben!

  • Nachstehend meine Kommentare zu den Beiträgen des Monats Mai 2008. An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass die Kommentierungen ausschließlich meine persönliche Meinung in Bezug auf die Geschichten widerspiegeln; es geht um die Geschichten, es geht um nichts anderes.



    Mai 2108
    Ganz netter, teilweise auch spritziger Dialog. Zudem eine echte Horrorvision. Hoffentlich sieht so unsere Zukunft aus. Allerdings erinnert mich dieser Beitrag doch etwas an ein früheres Programm des Kabarettisten Volker Pispers.


    Geschwängert
    Nicht schlecht! Wirklich nicht schlecht. Mal was anderes. Eine in den Keller führende Worttreppe. Hat was dieser Beitrag. Nix mit peinlicher Betroffenheit, voll der Griff ins gebrauchte und verbrauchte Leben. Geiler Bullshit!


    Liebeslügen
    Interessant die Geschichte aus zwei Sichtweisen her zu erzählen. Natürlich war das Ende doch sehr vorhersehbar. Ein wenig langweilig, es fehlte so ein wenig die Spannung, das Auf und Ab der Handlung. Gleichmäßiger Ablauf, keine emotionalen Höhen und Tiefen – wenigstens habe ich keine bemerkt. Vielleicht hat die Erzählerin/der Erzähler ja Mandrax zur Unterstützung eingeworfen (sollte jetzt ein kleiner Scherz sein).


    Jahresringe
    Rückblickende Betroffenheitssoße. Aufgesetzte Message an die Leser: Man kann die Uhr des Lebens nicht zurückdrehen. Das ist mir jetzt völlig neu. Geht das wirklich nicht? Wir stellen doch auch einmal im Jahr die Uhren zurück. Dieser Beitrag ging mir total am Gesäß vorbei.


    Rosie
    Die Geschichte beginnt wirklich gut, zum Ende aber verliert sie an Tempo und kommt ins Trudeln. Da musste dann wohl das „500-Wörter-Plansoll“ erfüllt werden. Weniger wäre mehr gewesen. Von der Grundidee her sicher interessant und auch ein durchaus wichtiger Beitrag.


    Anfang
    Haut mich nicht vom Hocker. Das Leben meint es schon hart mit uns „Pastorentöchtern“, oder wie soll ich das jetzt verstehen? Ein klein bisschen weniger Betroffenheit, auch die Prise Tränenflüssigkeit einfach mal weglassen – und es könnte wirklich eine sehr schöne Geschichte werden. Aber so? Rührselig bis Anschlag. Nichts für mich!


    Gewissheit
    Diese Geschichte hat mir durchaus gefallen und das nicht nur wegen des überraschenden Endes. Ordentlich durchformuliert, flüssig geschrieben, Sätze die nicht in Konkurrenz zueinander stehen sondern sich ergänzen. Eine grundsolide, sehr ordentliche Leistung.


    Problemlösung
    Kalt wie eine Neonröhre in einem weiß gekachelten Raum. Da fehlt jedes Gefühl. Böse. Hässlich.


    Vorfreude
    Gut. Ätzender Realismus. Genauso muss es sein, genau diese Art von Geschichten will ich hier lesen. Keine Gefühlsduselei, gut auf den Punkt gebracht. Kotzfestival vom Feinsten. Diese Geschichte muss einfach in die Punkteränge.


    Seelenwanderung
    Das war mir ein wenig zu verquer. Sicher nicht schlecht erzählt, vielleicht an einigen Stellen etwas zu blumig. Interessante Idee, kann man nicht drüber meckern – aber halt wohl nicht so meine Welt. Leider verliert die Geschichte zum Ende hin ein wenig von ihrem durchaus vorhandenen Esprit des Anfangs.


    Klimawandel und der Dalai Lama - Das Überleben der Menschheit hängt davon ab
    Er hat ja Recht, die Kollegin Autorin oder der Kollege Autor. Oder hat sie/er vielleicht nicht Recht? Da bringt eine/einer seine „Weisheiten“ nicht sehr originell mit der Plattschaufel unters Volk. Weder Satire, noch Meinung satirisch angehaucht – einfach irgendwie nur plump und aufdringlich. Aber dieser Beitrag ist der Beweis dafür, dass der Proll in uns am Leben ist und fleißig geistigen Dünnsch…… produziert.


    Halluzination
    Routiniert erzählt. Eine interessante Geschichte. Sehr schöne Idee. Die Stimmung wird gut rübergebracht und die Spannung baut sich auch beim Leser erst am Ende der Geschichte ab. Nicht schlecht, wirklich nicht schlecht.


    Frostige Zeiten
    Aufgesetzte Lustigkeit, allzu routiniert erzählt. Die Geschichte ist sicher nicht schlecht, aber beim Lesen hatte ich immer das Wort „Schnellschuss“ im Ohr. Kann es sein, das da jemand noch kurz vor Toreschluß was abliefern wollte/musste? Trotzdem gibt es einen Punkt für diesen Beitrag, denn leider laufen einem die Punktekandidaten nicht gerade die Tür ein.


    Geprägt für’s Leben
    Eine Geschichte über eine erzwungene Abtreibung. Eine Geschichte über einen dominanten und offenbar auch gewalttätigen Vater. Eine Geschichte mit einer hochinteressanten Thematik – aber wie kann man das Ding bloß dermaßen versemmeln? Vom Ende, von dieser fiktiven Anklagerede, bin ich wirklich enttäuscht. Der Schluss dieser Geschichte ist wie der Tritt in die Tonne. Da versucht jemand was den Lesern zu vermitteln, aber was passiert? Die Geschichte entgleitet ihr/ihm völlig. Schade, schade, schade…….


    Was vergessen?
    Ganz nett und ordentlich erzählt, mehr aber auch nicht. Geht machomässig ab um dann aber in der Normalität zu versinken. Die Geschichte spielt Titanic und fährt gegen ihren erzählerischen Anspruch und versenkt sich ohne Hilfe von allein. Schade, aus dieser Idee hätte man sicher mehr machen können.


    Glückwunsch
    Ein Festival von Vorurteilen und Klischees. Die Ich-Erzählerin wird durch eine Vergewaltigung schwanger. Und mehr hat diese Geschichte dann auch nicht zu bieten. Sie wird in keiner Weise der psychischen Belastung eines Vergewaltigungsopfers gerecht, sie setzt sich nicht damit auseinander, wie sich eine Frau als Opfer einer solchen Straftat wirklich fühlt. Die Frau als Opfer kommt hier einfach zu kurz. Das bisschen Betroffenheitsgesülze rettet diese Geschichte auch nicht mehr. Oberflächlich und irgendwie nur einfach so aufs Papier gehauen. Minus 8 Punkte!


    Revolutionär
    Eine richtige Zuckergussgeschichte. Was ist den daran nun die revolutionäre Abteilung? Dass ein Mann schwanger wird? Wie oft ist dieses Thema eigentlich schon cineastisch gegen die Wand gefahren worden? Weder die Geschichte noch die Idee zur Geschichte überzeugt. Die Idee ist nun wirklich nur noch ausgelutscht.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Sch.... Nicht erste :fetch :grin


    Mai 2108:


    Mit Science Fiktion kann ich recht wenig anfangen.
    Und obwohl diese Szenerie von der Realität leider gar nicht weit entfernt liegt und ein Thema aufgreift, das wichtig und erschreckend ist, da es durchaus im Bereich des Machbaren liegt, „perfekten“ Nachwuchs in Vitro zu zeugen, hat mich die Umsetzung nicht angesprochen.
    Der Dialog bleibt für mich hart und kalt. Transportiert nicht die Botschaft, die ich mir erhofft hatte.


    Geschwängert:


    Ein wirrer Dialog (?), durch den sich kein roter Faden zieht. Zumindest bin ich über keinen gestolpert. Es ist mir schleierhaft, wer hier mit wem spricht und was mir das alles sagen will …


    Liebeslügen:


    Die Idee des Perspektivwechsels zwischen ihr und ihm ist nicht schlecht, wenn auch nicht neu.
    Ganz nett erzählt, das Ende kommt jedoch zu abrupt.
    Alles in allem kein großer Wurf.


    Jahresringe:


    Auch hier gefällt mir die Idee.
    Allerdings bleibt mir die Protagonistin zu gesichts- und substanzlos, als dass mich der Text hätte berühren können.


    Rosie:


    Eine schöne Geschichte, die sich mit der Abneigung und Furcht beschäftigt, die eine eingeschworene Gemeinschaft einem Außenseiter entgegenbringt, der allein schon aufgrund seiner genetischen Disposition aus dem Rahmen fällt.
    Ohne unangebrachtes Pathos und erhobenen Zeigefinger erzählt.
    Eine runde, gute Geschichte. Punkte.


    Anfang:


    Eher eine grobe Skizze, jedenfalls keine Geschichte.
    Alle Möglichkeiten auf Punkte schon allein aufgrund der Kürze verschenkt.
    In selbiger liegt eben nicht immer die Würze.



    Gewissheit:


    Hier ist die Innenansicht der Figur nicht stimmig.
    Entweder wünscht man sich nichts sehnlicher, als ein Kind. Dann ist man jedoch nicht bestürzt, wenn während einer befürchteten Schwangerschaft die Periode einsetzt. Oder eben andersherum. Hier wäre ein Hinweis im Text wichtig gewesen, der auf zwiespältige Gefühle hindeutet. So ist es jedoch unlogisch.


    Problemlösung:


    Ich empfinde diesen Text als extrem effektheischerisch.
    Hier wird das Klischee vom Hartz-IV-Asozialen bestens bedient und mit derben, vulgären Worten unterstrichen, die dem Protagonisten in den Mund gelegt werden.
    Ich mag weder Klischees, noch diese Geschichte.


    Vorfreude:


    Eine hübsche, zynische Geschichte, die mich sehr amüsiert hat.
    Der Erzähler wirkt echt und ist mir trotz oder gerade wegen seines Zynismus sympathisch.
    Sehr schön auch, wie die Worte „Sie/Ich muss kotzen“ die Geschichte einrahmen und dadurch die ambivalente Bedeutung des Titels nochmals unterstreichen. Punkte.


    Seelenwanderung:


    Fällt für mich in den Bereich Fantasy, mit dem ich gar nichts anfangen kann.
    Sorry.


    Klimawandel und der Dalai Lama …


    Aha. Alles klar. Oder doch nicht?
    Für mich ein sinnloser Monolog, der zudem einen unerträglich belehrenden Unterton hat.


    Halluzination:


    Diese Geschichte hat mich weder inhaltlich noch formal erreicht, bzw. bewegt.


    Frostige Zeiten:


    Eine schöne Geschichte.
    Pointiert erzählt. Ein Schuss Verschrobenheit und eine Prise Skurrilität runden das Ganze ab. Dazu werden passende Bilder serviert.
    Ein rundum wohlschmeckendes Mahl, das glücklicherweise ohne „Schwangerschaftsgeseiere“ auskommt. Gourmetpunkte waren da obligatorisch.


    Geprägt für’s Leben:


    Ein Text, der mir zu sehr auf der Betroffenheitsschiene fährt.
    Da bin ich lieber ausgestiegen.
    Das Ende impliziert irgendwie die Rechtmäßigkeit von Marys Verhalten. Nicht gut.



    Was vergessen?


    Der Text ist handwerklich derart verhunzt worden, dass selbst die Pointe untergeht.
    Da gibt es keine Struktur. Weder in der Figurenzeichnung noch im Handlungsablauf.
    Reinstes, wirres Chaos.


    Glückwunsch?!


    Vielleicht resultiert meine starke Abneigung gegen Betroffenheitstexte auch daher, dass ich die früher selbst mit Vorliebe geschrieben habe.
    Das Thema ungewollte Schwangerschaft nach Vergewaltigung kann bestimmt sensibel und gut umgesetzt werden.
    Hier hat das der Autor nicht geschafft.
    Nach Lektüre dieses Beitrags war ich versucht, mit den Achseln zu zucken und zu sagen: „Und jetzt? Passiert wahrscheinlich auf diese oder andere Weise jeden Tag.“
    Es wäre Aufgabe des Autors gewesen aus dem (schrecklichen) Alltäglichen das Besondere herauszuarbeiten. Diese Chance wurde hier verschenkt.


    Revolutionär:


    Ich gebe zu, dass ich bei der Pointe gegrinst habe.
    Mehr an Emotion konnte mir diese Geschichte allerdings nicht entlocken.

  • Meine Kommentare... meine Meinung, mehr nicht ;)


    auch wenns vielleicht im Detail nich so rüber kommt, bis auf eine Ausnahme hab ich alle Texte gern gelesen!


    Mai 2108
    Etwas drunter und drüber geht’s in der Geschichte. Warum die erst in 20 jahren so sein soll, bleibt verborgen. Die Namen stoßen mich ab. Die story spricht mich nicht wirklich an, weil ich nicht erkenne, was da erzählt werden soll.



    Geschwängert
    Mal wieder ein versuch in offener Form. Mich spricht es an, bis zur Hälfte, dann werde ich verwirrt und frage mich, wo ich bin. Beim zweiten Leseversuch komme ich bis kurz vor Schluß mit, kratze mich aber wieder an den Kopf, und bleibe ratlos. Irgendwo fehlt mir da doch zu viel.
    Als Versuch aber hoch zu loben, sollte konsequenter und logischer gearbeitet werden.


    Liebeslügen
    Eine flüssig erzählte schöne Geschichte. Die Thematik berührt mich persönlich sehr. Die Akteure sind lebendig und gut gemacht.
    Die Pointe ist gut gesetzt, nicht übertrieben und mit der nötigen Behutsamkeit erzählt.
    Schöner Text, der dadurch an Qualität gewinnt, daß er nicht spritzig kreativ und besonders sein will, sondern einfach erzählt wird. (Seestern??)


    Jahresringe
    Erinnert mich an die Kühlschrankzettel…
    Eine Geschichte unserer Zeit. Sehr nachdenklicher und bedenkenswerter Text. Handwerklich tadellos gemacht. Punkte!! (Tom??)


    Rosie
    Der Text ist handwerklich schön gemacht, und sehr gut erzählt. Die Spannung wird gut aufgebaut und der Lesefluß schön geführt. (ein grober Schnitzer ist allerdings drin, der ärgerlich ist: „…und auch die kleine Zeitung erschien nie wieder. Sie starb fünf Monate später …“) Der Subjektwechsel sollte irgendwie deutlicher werden!!)
    Was mich an dem Text stört, sind die Klischees und es ist die Story als solche. Die Story stimmt für mich in sich nicht. Wer so aktiv ist im Ort, der ist akzeptiert und da verbietet sich eine solche Story förmlich. Jedenfalls fehlt mir hier die Motivation zu dem Überfall, und mir fehlt die Gegenwehr auch im Ort… Da beißt sich was. Die Trauerfeier wäre – wenn das Engagement ist, wie beschrieben – nicht „eine gute“ gewesen, sondern sie wäre überfüllt gewesen und die Leute wären starr gewesen vor Betroffenheit und Scham…
    Schade, der Erzählstil gefällt mir. Die Story gar nicht! Da wird versucht mit Klischees zu punkten. Das muß nicht sein.


    Anfang
    Noch mehr Klischees. Leider wird hier nicht mal erzählt. Die Geschichte ist wirklich nicht originell und passiert nun oft genug. Erzählenswert wird sie dadurch für mich nur dann, wenn etwas neues daran entdeckt wird, oder die Charaktere besonders beleuchtet werden … aber von alledem ist nix zu lesen. Nein, auch die Enttäuschung der Dame ist nur angedeutet … nachvollziehbar, aber eben mehr auch nicht.
    Bestenfalls eine Skizze, mehr nicht.




    Gewißheit
    Der sehr persönliche Focus weckt von vornherein Betroffenheit. Wir stehen neben einer Frau und belauschen sie in intimster Situation. Insgesamt wirkt die Frau trotzdem fremd und wenig lebendig. Mag an der Erzählperspektive liegen. Vielleicht wäre ein innerer Dialog oder stummer Monolog passender gewesen. Denn letztlich geht es um das, was der Frau durch den Kopf geht … Das ist geprägt von großem Durcheinander, was verständlich ist… Und das gefällt mir an dem Text trotzdem. Die innere Zerrissenheit wird gut rüber gebracht. Ein sehr persönlicher und berührender Text.


    Problemlösung
    Ich habe nach zwei Absätzen angewidert aufgehört mit Lesen. Sind die Vulgarismen im ersten Absatz verständlich und gut nachvollziehbar. Hört bei mir jedes Verständnis auf, wenn dann von Bettfights und der Unterhosen-pershing die Rede ist.
    Abgesehen davon stimmt die Geschichte logisch nicht: der Kerl, der ins suffkoma fällt, bekommt mit Sicherheit keinen hoch…


    Vorfreude …
    … schönste Freude. Herrlich dieser Monolog… könnte ich mir sogar auf ner Bühne vorstellen. Ganz wunderbare Detailbeobachtungen und sehr präzise Sprache!
    Man spürt eine gewisse Meisterschaft und Handwerkskunst sehr deutlich!
    Hat mich zum Lachen gebracht und zum Nachdenken gleichermaßen!!
    Punkte!! (churchill?)

    Seelenwanderung
    Ein Versuch in Fantasy?? Nee, Leute, da komm ich nicht mit. Ich weigere mich, Geschichten zu lesen, wo ich schon in den ersten Zeilen nicht mehr mitbekomme, wer wer ist, nur weil sich Autor zu fein ist, sauber zu schreiben und Subjekte und Objekte klar zu bezeichnen. Nein, das ist nicht künstlerisch und nein, das baut auch keine Spannung auf: das raubt Lust am Lesen! Ich mag Fantasy schon auch, aber es muß dann schon gut gemacht sein, und normalerweise braucht es etwas, bis die Fantasywelt erzählerisch aufgebaut ist… Da scheint mir die Kurzgeschichte nicht unbedingt das geeignete Medium zu sein.


    Klimawandel etc..
    Dümmliches Gesülze! Gehört einfach nur in den Papierkorb!


    Halluzination
    Die Geschichte verstehe ich nicht! Warum soll sie nicht ihre Freundin anrufen?? Was hat Laura damit zu tun, daß das Kind mit nem Vater aufwachsen soll.
    So schön der Wunsch ist, daß das Kind nen Vater hat, so unsinnig ist doch die Story. Und: So eine Trennung hat einen Grund… Sie ist erleichtert, daß er weg ist. Soll der, der wirklich weg sollte, dann nicht nur die Frau sondern auch das Kind tyrannisieren??
    Leseversuch zwei versucht, die Geschichte als inneren Monolog zu deuten, den inneren Kampf der Frau mit sich selbst, aber auch dann stimmt der Laden nicht …
    Erzählt ist es ganz ordentlich, aber irgendwie steig ich nicht durch, und will es auch gar nicht versuchen. (ein paar weniger Adjektive hätten Raum für mehr inhaltliche Worte gelassen)


    Frostige Zeiten
    Eine ganz andere Herangehensweise an das Thema – was allein schon lobenswert ist. Leichte satirische Überzeichnung läßt den Text recht unterhaltsam daher kommen. Für mich ist es etwas zu sehr in die Länge gezogen – anders Formuliert, mir passiert zwischen Problembeschreibung und Pointe zu wenig. Die satirischen Anklänge und der leichte Spott erreichen mich auch nur bedingt. Auch da ist es mir eher zu wenig.
    Ich wünschte mir vom Auto mehr Mut zum erzählen, statt zu beschreiben. Und mehr Mut, die Satiere ordentlich aus den Ställen zu lassen.


    Geprägt für’s Leben
    Wieder eine Geschichte, die mit ganz platten Klischees daher kommt. Ganz klare Rollenverteilung: ein armes wehrloses Opfer, fast noch ein Kind, dessen Schmerz lebenslang von allen (!) Erwachsenen verschuldet wird. Soll das rührend sein? Mitleid erregen?? Mir ist das einfach zu billig auf die Tränendrüse gedrückt. Das mag in Groschenromanen vorkommen, ich finde so was einfach nur bescheuert.
    Alle Klischees werden darüber hinaus mit dick auftragenden Adjektiven verstärkt.
    Obendrein ist die Geschichte für mich in dieser Plattheit völlig unglaubwürdig. Kein Arzt handelt derart erbarmungslos gegen den Willen von Patienten! Der Mord am Ende kommt völlig unmotiviert und trifft – dem Verlauf dieser Geschichte folgend – den Falschen: Wenn, dann war der Vater doch wohl der treibende Keil, oder?? Groschenromanniveau!


    Was vergessen
    Gute Ansätze. Aber so richtig wird nicht klar, was erzählt werden soll. Zu viel Geplänkel statt Erzählung. Auch hier sollte mehr gehandelt als beschrieben werden.
    Die Entwicklung der Figuren kommt unmotiviert und völlig überraschend. Könnte das an der Schwangerschaft liegen? Der Schluß stolpert in eine mäßige Pointe.
    Ich würde sagen, es fehlt absolut an Übung im Schreiben. Weitermachen!


    Glückwunsch
    Betroffenheitsgeschichten mag ich nicht. Ich weiß nicht recht, warum mir das erzählt wird. Eine Handlung der eigentlichen Geschichte kann ich nicht erkennen. Und daß eine Vergewaltigung etwas Schreckliches ist, weiß ich auch so. Und daß es der absolute Horror ist, dann auch noch schwanger zu werden. Und weiter? Warum soll ich das lesen, oder als Geschichte gut finden? Mitleid und Betroffenheit? Nein, das ist mir einfach nur zu wenig. Dem Text fehlt nach meiner Meinung entscheidend wichtiges: Eine Handlung und ein Grund, sie zu erzählen. Und wenn es die Szene ist, in der die Frau sich einem dritten offenbart… Dies vermisse ich in der Geschichte wirklich. Wobei es sicher leider nur allzuoft traurige Wirklichkeit ist, daß genau das nicht passiert. (das wäre übrigens auch ein genialer Aufhänger für die Geschichte gewesen, dies ausdrücklich zu thematisieren.)


    Revolutionär
    Abschreckende orthographische und grammatikalische Fehler! Kommata sind kein schmückendes Beiwerk, sondern echte Lesehilfen! (Ich könnte mich heute noch stundenlang darüber aufregen, daß in der Schlechtschreibreform da soviel an den Regeln gelockert wurde!!)
    Der Text selbst bleibt mir inhaltlich weitgehend unklar. Ich weiß nicht, wer da auf dem Teppich bleibt, aber ich weiß, das jener (der Teppich) blau ist. Immerhin, das könnte wichtig sein! Daß es irgendwie ein Problem gibt, daß ihm Tränen in die Augen treibt, bemerke ich auch. Hat er Zwiebeln geschnitten auf dem blauen Teppich, oder hat er eine 5 in Mathe heimgeschleppt?? Es wird aber ja alles gut werden, erfahre ich wenig später zu meiner Beruhigung. Zwischenzeitlich erinnere ich mich an das Wettbewerbsthema und frage mich erstaunt, ob er vielleicht schwanger sein könnte. Immerhin, Fantasystories sind ja durchaus auch vertreten. Meine Skepsis bleibt ob des folgenden Dialogs bestehen. Gerührt betrachte ich die Zärtlichkeit der Gesten und der vorsichtigen Worte – das kann nur geflüstert gesprochen sein, mit leicht behauchter Stimme, wie sie bei bekifften manchmal vorkommt.
    Ich bin versucht der trauten Runde etwas Tee anzubieten, die da eine Ganze Weile sitzt, damit sie was zu tun bekommen, bevor sie ihren Kopf auf seinen Bauch legt, der offenbar doch eine gewisse Wölbung aufzuweisen hat und merkwürdige Geräusche fabriziert. Ich erinnere mich meines Spiegelbildes und nicke zustimmend. Sowas kommt ja vor, ebenso wie diese etwas merkwürdigen Geräusche – ihr wißt schon. Davon schweigt man sonst lieber…, aber Verdauung muß eben sein. Von dem, was man da so fühlen könnte, schweige ich aber nun doch besser. Hand und Fuß hat das jedenfalls nicht!
    Die gesamte Geschichte kann ich nur ironisch lesen. Alles bleibt etwas im Nebel der Gefühlsduselei, etwas ätherisch und schwammig. Wieder frage ich mich, was eigentlich erzählt werden soll. Auch dieser Geschichte fehlt eine Handlung und irgendein Ziel. Nett Idee, aber auch hier fehlt es deutlich an Übung im Schreiben. Unbedingt weitermachen!!!

  • Ein nicht ganz leichtes, darum aber auch interessantes Thema. Insgesamt wurde wenig kreativ damit umgegangen, was nicht heißt, dass es nicht den in oder anderen lesenswerten Text gab.


    Mai 2108
    Ein Thema, das spätestens seit "Gattaca" in dieser einfachen Form durch ist. Fügt dem Thema nichts Neues hinzu.


    Geschwängert
    Weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ein Inzest mit vagen Folgen (auf wen bezieht sich das "tot"?) in Form einer recht aufgesetzten Stichomythie. Uninteressant.


    Liebeslügen
    Frau will, Mann nur ihrzuliebe. Wenn er sich schon glimpflich der Sache entronnen sieht, schlägt das Schicksal gnadenlos zu. In Text gegossenes Geschlechterklischee.


    Jahresringe
    Schöne Idee, den Wandel eines Kinderwunsches zu thematisieren, ihn nicht als naturgegebene Konstante im Leben eines jeden Menschen zu verkaufen. Die Protagonistin trauert ja ganz und gar nicht um vertane Chancen, sondern der Blick ist - ganz der einfachen Struktur des Textes gemäß - stets nach vorn gerichtet. Das ist in seiner Einfachheit nicht brillant, aber doch überzeugend gelöst.


    Rosie
    Vielleicht die interessanteste Idee des Wettbewerbs, das Schwangerschaftsthema mit dem der Euthanasie zu verbinden. Das wirkt ein bisschen anachronistisch, aber wir befinden uns ja auch in Karow-Einvach. Sprachlich und orthographisch wird gegen Ende ein bisschen geschludert, was wegen des frühen Einstelldatums etwas lieblos wirkt. Trotzdem gelungen.


    Anfang
    Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt? Wohl eher nicht. Pseudorealismus mit überrissener Pointe.


    Gewissheit
    Der Text konzentriert sich auf nichts. Da sind Selbstvorwürfe, die Karriere, die gescheiterte Ehe wegen nicht eintretender Schwngerschaft (wie vormodern! Gibt es so was heute noch?), der schon fast neurotische Kinderwunsch, der One-Night-Stand (als unbewusste Übersprungshandlung?). Die Versatzstücke werden nicht aufeinander bezogen und so führt das zu einem ziemlich lauen Ergebnis.


    Problemlösung
    Völlig überzeichneter Machismo aus der radikalen Innenperspektive. Wen soll das schockieren? Oder interessieren?


    Vorfreude
    Diese eigenartigen Schwangerschaftsblogs habe ich neulich auch mit einigem ethnologischen Interesse zur Kenntnis genommen. Schöner Text, der mal ein bisschen differenzierter an das Thema rangeht.


    Seelenwanderung
    Ich hab nichts Prinzipielles gegen Schwangerschaft. Aber was in drei Teufels Namen ist denn der Sinn an dieser Körperübernahme? "Er durfte nicht schwach sein, sie brauchte ihr Werkzeug in seiner vollen Stärke." Werkzeug? Wozu? "Sie würde ihn als Waffe einsetzen und wenn er irgendwann im Kampf fiel, würde sie sich einen neuen Wirtskörper suchen. Es gab genügend Schwangere." Und wenn das der Fall ist, wieso das ganze Boohay vorher? Ganz misslungen.


    Klimawandel und der Dalai Lama
    Manch eine Pubertät endet nie. Ich hätte gut ohne die beiden Kalendersprüche von Kollegin und Dalai Lama leben können.


    Halluzination
    Rosemary's Baby revisited oder doch ein telepathisch begabter Embryo? Das Thema Vernachlässigung des eigenenLebens im Kernschatten der Kernfamilie ist ein gutes, hier aber leider vollkommen verschenkt.


    Frostige Zeiten
    Relativ kreativ mit dem Thema umgegangen, aber Armin Balsziehwitz bleibt leider ein sehr flaches Abziehbild. Schade drum.


    Geprägt für's Leben
    An diesem Text stimmt nichts. Unrealistisches Setting, pathetischer Ton, hanebüchene Pointe.


    Was vergessen?
    Eigentlich kein dummer Ansatz, bleibt aber zu sehr im Heftchenroman-Tralala-Ton stecken. Von hier aus könnten gewiefte Liebesromanautor/innen jetzt das Buhlen des geläuterten Frauenhelds um die Liebste starten lassen. In sich nicht rund.


    Glückwunsch?!
    Ungewollte Schwangerschaft nach Vergewaltigung ist ein etwas schwierigeres Thema als es dieser Text weismachen will. Misslungen.


    Revolutionär
    Sprachlich zu blumig und unpräzise. Das Thema ist die Pointe, das geht selten gut.

  • Mal ganz allgemein:


    Muss denn "Schwangerschaft" immer und ausnahmslos zur Gesellschaftsanklage führen, irgendetwas , irgendein Verhalten, Zustände, "anprangern".
    Warum wird "Schwangerschaft" nur mit negativen Stories verknüpft?
    Angst vor dem "Eva-Prinzip"?

  • Zitat

    Original von Humpenflug
    Warum wird "Schwangerschaft" nur mit negativen Stories verknüpft?


    Vielleicht haben hier keine glücklichen Mütter mitgeschrieben?
    Und wenn man selbst noch keine Kinder hat, ist das Thema halt auch nicht einfach. ;-)

  • Zitat

    Original von Humpenflug
    Mal ganz allgemein:
    Muss denn "Schwangerschaft" immer und ausnahmslos zur Gesellschaftsanklage führen, irgendetwas , irgendein Verhalten, Zustände, "anprangern".


    Davon kann wohl nicht die Rede sein. Viele der Geschichten sind weit entfernt von Gesellschaftsanklage, vielmehr thematisieren sie meistenteils individuelle "Zustände".


    Zitat

    Original von Humpenflug
    Warum wird "Schwangerschaft" nur mit negativen Stories verknüpft?
    Angst vor dem "Eva-Prinzip"?


    Puh, mal im Ernst. Wer will den eine Geschichte über Mutterglück in der Schwangerschaft lesen? Ich nicht. Außerdem sind nicht alle Stories negativ.

  • Die folgenden Beurteilungen repräsentieren meine subjektive Meinung, die niemand zu teilen gezwungen ist.


    Mai 2108
    Ist diese Zukunftsvision nun vorrangig kritisch oder humoristisch gemeint? Die Idee wirkt leider unausgegoren, als Satire auf jeden Fall zu platt und banal. In der Schlusspointe erkenne ich auch keine Logik. Sorry.


    Geschwängert
    Sehr experimenteller Beitrag. Die Wellenlänge, auf der dieses Fragment liegt, funkt leider komplett an mir vorbei.


    Liebeslügen
    Flüssig und fehlerfrei erzählt. Das reicht diesmal für einen Punkt – quasi als Einäugiger unter den Blinden. Inhaltlich im Westen nichts Neues. Und im Osten auch nicht. (Ich persönlich hätte außerdem die beiden Erzählperspektiven auch visuell verdeutlicht, z.B. durch kursive Schrift oder verschiedene Farben.)


    Schwangerschaft
    Tja, was sagt man nun dazu? Eigentlich gibt es hier überhaupt nichts zu meckern, ein ganzes Menschenleben wird in einfachem, einwandfreiem Schreibstil abgehandelt. Genau das ist aber auch das Problem des Textes: Jede mögliche Angriffsfläche für Kritik wird von vornherein eliminiert, indem der/die Autor(in) sich einfach überhaupt nichts traut, das auf irgendeine Weise originell wäre oder anecken könnte. Mir fehlt hier der künstlerische Input; es wirkt, als hätte eine Maschine die Entwicklung der Protagonistin verfolgt. Bezeichnenderweise erstreckt sich diese Formelhaftigkeit bis in die Überschrift.


    Rosie
    Klasse! Ein gekonnt entworfenes und lebendig erzähltes Szenario. Gewandter Storyaufbau. Zwar nicht komplett klischeefrei, aber – mal ehrlich – das ist das Leben auch nicht. (Über das „beredte Schweigen“ musste ich übrigens sehr schmunzeln.) Bester Monatsbeitrag. Ich vergebe drei Punkte.


    Anfang
    Völlig belanglos. Keine erkennbare Struktur. Der Nächste bitte!


    Gewissheit
    Im Gegensatz zum vorherigen Text ist eine Strukturierung hier gegeben, die Belanglosigkeit dagegen bleibt. Der Umkippeffekt am Ende geht komplett in die Grütze. Auch ist mir völlig schleierhaft, warum hier Worte wie „Testergebnis“ oder „Badezimmerfliesen“ mit Bindestrich geschrieben werden.


    Problemlösung
    Diese blumige Beschreibung des größtmöglichen männlichen Arschlochtums vermag bei mir nicht so richtig zu punkten. Deutsch-englische Zusammenschraubungen wie „Bettfight“ sind mir etwas zu merkwürdig. (Da könnte man ja genauso gut „Bedkampf“ schreiben …) Und ich vermute mal, dass die „Schweißweiber“ kein beabsichtigter Gag sind und die „Flagge der Furchtbarkeit“ eher eine „Flagge der Fruchtbarkeit“ sein sollte, oder? Zumindest wird aber die Schlusspointe ordentlich rübergebracht. Mit einer oder zwei Überarbeitungen wäre hier insgesamt deutlich mehr drin gewesen.


    Vorfreude
    Locker-flockig erzählt, leider meilenweit von jeglicher Originalität entfernt. Der augenzwinkernde Erzählstil versinkt kläglich in einem Sumpf aus Binsen. Wenn ich wenigstens kotzen müsste, hätte der Text ja etwas bei mir bewirkt. Bedauerlicherweise habe ich ihn stattdessen schon beinahe vergessen. Worum ging’s noch mal?


    Seelenwanderung
    „Das Omen“ für Arme. Wenigstens mal ein andersgestaltiger Umgang mit dem Thema. Passabel erzählt. Allerdings weitgehend ohne Sinn. Was ist denn nun Dorillas Ziel? „Sie würde ihn als Waffe einsetzen.“ Aha. Gegen wen? Und wozu? Aus Spaß?


    Klimawandel und der Dalai Lama – Das Überleben der Menschheit hängt davon ab
    Leidlich komisch, letztlich nur eine Ansammlung verbrauchter Spöttereien auf möglichst engem Raum. Auf mich wirkt es so, als hätte ein 12-Jähriger das aufgeschrieben, was er sich unter einer Glosse vorstellt.


    Halluzination
    Ein schönes Beispiel dafür, wie sich mit ein klein wenig Originalität frischer Wind in ein Thema bringen lässt. Danke für diese Lektüre, mir hat’s gut gefallen. Lediglich ein paar Tippfehler trüben den Gesamteindruck ein wenig. Es reicht trotzdem für zwei Punkte.


    Frostige Zeiten
    Genau wie beim ersten Text muss ich hier sagen: Als Satire leider zu platt, und welchen anderen Zweck könnte diese Schilderung verfolgen? Okay, ich geb’s zu: Ich musste grinsen. Insofern kein Schuss in den Ofen, aber eben auch kein Volltreffer.


    Geprägt für’s Leben
    Dazu möchte ich eigentlich gar keinen Kommentar abgeben. Welcher Arzt würde ohne Zustimmung der Patientin eine Abtreibung vornehmen!? Völliger Humbug.


    Was vergessen?
    Diese Geschichte und ihr Schicksal tun mir wirklich leid. Sie ist zunächst recht viel versprechend unterwegs, auf halbem Weg kommt sie ins Stolpern, wird angefahren und schleppt sich zum Sterben an den Straßenrand.


    Glückwunsch!?
    Ein Bündel Strohhalme ist weniger abgedroschen als dieser Text.


    Revolutionär
    Na ja, sonderlich revolutionär finde ich diesen Text nicht. Einfach eine männliche Schwangerschaft ohne Erklärung in den Raum zu stellen ist ungefähr so sinnvoll wie eine Packung Holzkohle ohne Grill und Würstchen. Mit derlei Kuriositäten in einer ansonsten realistischen Atmosphäre kann ich mich nur schwer anfreunden. Ordentliches Korrekturlesen hätte auch nicht geschadet.

  • @Barthlebooth

    Zitat

    Puh, mal im Ernst. Wer will den eine Geschichte über Mutterglück in der Schwangerschaft lesen? Ich nicht. Außerdem sind nicht alle Stories negativ


    :lache
    Auch wieder wahr.
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    S c h w a n g e r s c h a f t
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    Mai 2108
    Ein Blick in die Zukunft, Schwangerschaft als Wissenschaft und Experiment, ein Dialog mit kritischem Einschlag: Nichts auszusetzen. Guter Gedanke. Könnte noch forscher sein und sich mehr von 2008 lösen.
    Geschwängert
    Von "Zwölf" bis "Tot". Die Gretchen-Frage in neuem Deutsch und im aktuellen SMS-Format! Eine tragische Steigerung von "Weissnicht" bis "Tot". Richtig harter Stoff. Ein bissl was zum Nachdenkeln. Was ich hiermit manchem Klugscheißer dringlichst anrate.
    Liebeslügen
    Pfiffiger Wechsel der Perspektive, auktoriales Pingpong. Das bringt Tempo in die Geschichte. Schwachpunkt ist meiner Ansicht nach die Pointe, die leider ohne richtigen Trommelwirbel (was immer ich damit meine) hingesetzt wurde. Ein Kuckucks-Kind wie angeblich 30% im Lande. Eine durchaus (und endlich mal) positive Geschichte. Doch, meine ich so.
    Jahresringe
    Man nickt verständnisvoll mit. Der fade Leitfaden folgt der Fadheit und Geworfenheit dieses Lebensfadens. Form und Inhalt in Übereinstimmung!
    Journalistisch exakte Aussagen "auf den Punkt", ohne Schnörkel und Girlanden.
    Rosie
    Kaspar-Hauser-Artige Gesellschaftsverdusterung. "Beredtes Schweigen" - hüstel. Punktefavorit, da handwerklich blitzsauber und mit einer inhaltsschweren Geschichte fortlaufend erzählt. Künstliche Befruchtung, Behinderung, gesellschaftliches Außenseitertum, Thealtergruppe, Stammtisch, Mord und Totschlag! Viel mehr geht nicht.
    Anfang
    Ja, so ist das: Frauen, nicht Männer, werden schwanger. Landtag? Karriere? Und die Schwangerschaft definiert nun einen neuen Anfang.
    Soweit so klar. Dann, so scheints, ist der Autorin die Luft ausgegangen.
    Gewissheit
    Der neue Job, der Stress, "sie durfte jetzt nicht", sie will kein Kind, aber doch. Eine Hormongeschichte, die im Feuchtgebiet endet (und die Männer nie begreifen werden).
    Problemlösung
    "Als das Küchenmesser aus edlem, rostfreien Solinger Stahl ihre Kehle aufschlitzte, als das Blut gurgelnd aus ihr heraus gepumpt wurde, da fühlte er sich unendlich frei" - Na also: Lösungsorientiert, nicht ewiges sozialtherapeutisches Problemgequatsche. Punkte! Steigerung, Dynamik, Handlungslogik, Wendung, Finale, gutes Deutsch, dramatische Interpunktion: Prima Geschichte.
    Vorfreude
    Vor Freude kotzen! Leckere Atmosphäre von Klotür, Übelkeit und Gewürge, Schwangerschaftsgrinsen. Und wenn alle Kotzen, kotzt der Erzähler im letzten Satz mit. Klasse geschrieben. Vermutlich in einem Zug ohne große Korrekturen. Verräterisch ist das Wort "Gynäkologe". Der Autor hat den Drang oder Hang bisweilen das Niveau zu verlassen und sich selber auf die Schippe zu nehmen. Diese Drehung verstehe ich nicht so richtig, ist aber ein interessantes Stilmittel. Sehr gut.
    Seelenwanderung
    Eine Gruselgeschichte! Wow. Dorilla, dunkel und seelenlos, nistet sich bei einer Wirtin ein und lässt sich reinkarnieren. Das unsterblich Böse gebiert sich selber und wird Knappe bei einem Ritter, lernt das Schwert zu schwingen und gefährlich zu sein. Eine Persiflage auf ein Genre, das ich persönlich weder besonders kenne noch liebe. Aber gut geschrieben!
    Klimawandel und der Dalai Lama - Das Überleben der Menschheit hängt davon ab
    Die Blume wird vom geilen Schmetterling geschwängert und zugleich wird sie von der unverständigen Menschheit um ihre Zukunft betrogen und vom Aussterben bedroht. Alles hängt ja irgendwie mit allem zusammen. Eine Geschichte, die mich tief ins Herz trifft, die mir richtig nahe geht, auch wenn sie nur im Vorbeigehen heruntergetippt wurde.
    Halluzination
    Das Ungeborene im Mutterleib meldet sich zu Wort und mahnt die Schwangere, gefälligst an die finanzielle Absicherung "unserer beiden Zukunft" zu denken. Und das ist auch in Ordnung so. Das Denken aus dem Uterus kommt ohnehin zu kurz.
    Frostige Zeiten
    Die Eisbärin ist "trächtig" und der Zoomanager gerettet. Eine schöne und zukunftsweisende Episode. Nicht wirklich erschütternd ist der berechnende Charakter des Zoodirektors und seine Hybris. Irgendwie kommt mir die Geschichte bekannt vor.
    Geprägt für`s Leben
    Auch lösungsorientiert. Sogar doppelt, nö: dreifach. Sie hat Spaß, wird zur Abtreibung gezwungen und beseitigt einen Mediziner, der ohnehin nicht gut weg kam bei dieser Geschichte. Klassischer Showdown, der dann allerdings vor Gericht zur Verhandlung kommt, weil die post natale Abtreibung nicht legal ist. Ein harter Anklageton in dieser Geschichte! Das Mädel, nennen wir sie Gretchen statt Mary, knallt Doktor Faustus nieder, nachdem jener legal den Sägling ersäuft hatte. Originell! Nachdenkenswerter Ansatz. Ab und zu muss man mal die Geschichten umdrehen, um sie zu verstehen.
    Was vergessen?
    Noch ein Kuckucks-Kind diesmal in der Studentenszene. Sprachlich dem Millieu angepasst wird jetzt eben LEIDER "Liebeslügen" (siehe oben) erzählt. Flott, nicht ohne hintergründigen Witz. Legitim, das Thema etwas anders an zu setzen. Kann diese Geschichte aber einfach nicht bewerten.
    Glückwunsch!?
    Vielleicht bin ich auf dem falschen Fuß aufgestanden, wie meistens. Bei Tiraden wie "eine Mischung aus Angst, Wut, Trauer und Scham" geht mir leider immer der Hut hoch: Kanonische Betroffenheitsgrütze aus dem Vokabular der political correctness. Dabei ist das Thema brisant, die Geschichte in "Ich"-Perspektive (korrekt!) erzählt. Selbsterlebnis, Gefühle und Situatives werden durchmischt.
    Revolutionär
    Schwangere Männer habens auch nicht leicht! Dieser Umstand wird literarisch viel zu wenig gewürdigt. Aber hier geht es ja mehr um vorweg gefühltes Mutterglück und (@Barthlebooth)"Wer will den eine Geschichte über Mutterglück in der Schwangerschaft lesen? "
    Das könnte der Haken an dieser Story sein. Man muss mehr für die Kritiker schreiben. Rüge für das Mutterglück :hau

  • Mai 2108: Wenn man SF-Geschichten schreibt, die auch noch in hundert Jahren spielen, sollte man sich vorher einfach mal vergegenwärtigen, was sich innerhalb der letzten 100 Jahre technologisch entwickelt hat. Insofern wäre m.E. "Mai 2018" der bessere Titel gewesen. Ansonsten habe ich diese - handwerklich weitgehend einwandfreie - Geschichte als etwas lapidar, vorhersehbar und nicht wirklich spannend empfunden.


    Geschwängert: Stark reduziert, trotzdem weiß man, was erzählt wird, oder man meint wenigstens, es zu wissen. Allerdings löste diese Story bei mir nicht viel mehr als ein Schulterzucken aus. Ich fand sie uninteressant.


    Liebeslügen: "Vorgang", so nennt man "das" also, verstehe. :) Schöne Idee, aus wechselnden Perspektiven vom Sex nach Erkenntnis des Umstandes, dass sie nicht schwanger werden kann/können, zu erzählen. Aber die "Pointe" hat mir den Lesespaß versaut. Musste das sein? Wäre auch - oder gerade - ohne das eine schöne und solide Story geworden, die dann vielleicht sogar ein Pünktchen abbekommen hätte.


    Jahresringe: Es war zu erwarten, dass es einen solchen Beitrag geben würde. Zum Glück ist es dieser geworden. Unprätentiös, bis kurz vor Schluss auch weitgehend moralinfrei. Das Ende gefällt mir ganz persönlich nicht, aber das ist eine Geschmacksfrage. An und für sich guter und gut gemachter - wenn auch nicht sehr origineller - Beitrag zum Thema. Knapp an den Punkten vorbei.


    Rosie: Der stärkste Beitrag im Wettbewerb. Auf engem Raum ist eine ganze Sozialstruktur und ihre -entwicklung skizziert, und wenn manch ein Kritiker "Klischee!" schreit, dann irrt sich dieser, und nicht der Autor. Mein Favorit. Hoffentlich gewinnt diese Geschichte.


    Anfang: Etwas fehlerlastig, nicht gerade einfach zu lesen, keine Story im eigentlichen Sinn. Das Bild vom "Endlosband im Supermarkt" funktioniert m.E. nicht. Ging an mir vorbei, dieser Beitrag.


    Gewissheit: Ein sehr narrativ und unspannend erzählter Beitrag, bei dem mich das Ende dann schlicht nicht mehr interessierte. Eine Geschichte entsteht, wenn man vom Handeln erzählt, und nicht, wenn man Erinnerungen über den Leser ausschüttet. Diese Story ist nur Rückblende, und das auf eine Art, die keinen Spaß macht. Ja, und dann setzt auch noch die Blutung genau in diesem Moment ein. Ja, und dann hat der One-Night-Stand auch noch vermeintlich "gefruchtet". Ja, ist denn schon Weihnachten?


    Problemlösung: Schlecht (auf WEN bitteschön "wirkte" der Griff nach der Zigarette resigniert?) - und, vor allem: aufgesetzt - erzählt, uninteressantes Blabla, blöde Pointe, einfach eine doofe Geschichte. Hätte Minuspunkte bekommen, wäre das möglich gewesen. Ärgerlich.


    Vorfreude: Mein zweitliebster Beitrag. Stilistisch und handwerklich einwandfrei, lakonisch erzählt, sprachlich treffend, amüsant und nachvollziehbar. Und durch die abgewandelte Wiederholung des Eingangssatzes dicht an der Perfektion. Toll!


    Seelenwanderung: Keine Ahnung, was diese Geschichte eigentlich erzählen will, ich habe es nicht verstanden, wollte es nicht verstehen, weil dieses Ungetüm so sperrig daherkommt, dass ich ihm mit großem Abstand aus dem Weg gegangen bin. Vielleicht bedeutet der Name "Dorilla" irgendwas, vielleicht gibt es diese Figur, weiß der Geier. Interessiert mich nicht.


    Klimawandel und der Dalai Lama: Unkonventioneller und amüsanter Text, erholsamer Abstand zum Thema, hat zwar insgesamt die Qualität eines Blog-Eintrags, hat von mir aber vor allem aufgrund seiner wohltuenden Eigenartigkeit Punkte bekommen.


    Frostige Zeiten: Diese Story hätte nur einen Tick besser erzählt werden müssen, dann wäre sie richtig gut. In der Hauptsache ist sie etwas origineller als viele andere Beiträge, war deshalb auch ein Punktekandidat.


    Geprägt für's Leben: Großer Gott. Eine wirklich gruselige Geschichte, und zwar nicht etwa aufgrund der erzählten Handlung. Nee. Energisches Kopfschütteln.


    Was vergessen: Ja, zum Beispiel Halteseile für den Leser. Bei diesem Durcheinander wird einem sonst schwindlig. Ziemlich murksige Angelegenheit, die ihre eigene Pointe zerbröselt. Als würde ein Volltrunkener einen komplizierten Witz erzählen.


    Glückwunsch!?: Auch diese Geschichte musste wohl sein. Leider - im Gegensatz zu "Jahresringe" - nicht sonderlich gut gemacht. Ganz im Gegenteil. Gefällt mir überhaupt nicht. Wenn schon so einen Klischeeplot anpackt, muss man es RICHTIG gut machen, sonst verhebt man sich. Wie hier geschehen.


    Revolutionär: Verstehe ich nicht. Ich nehme an, dass es darum geht, dass der Junge das Kind austrägt. Mmh. Auch ziemlich durcheinander. Eher nicht so gut.


    Insgesamt haben mir nur fünf Beiträge gefallen, die anderen wurschelten ziemlich vorhersehbar mit dem - zugegeben eng gesteckten - Thema herum. Im Abgang ein schwacher Monat, von den Ausnahmestorys mal abgesehen.

  • Ich fand den Monat auch nicht so toll. Hier meine Gedanken zu den Texten:


    Mai 2108
    Mal abgesehen davon, dass ich glaube, dass die Menschheit im Jahre 2108 ganz andere Probleme hat, hat bei mir dieser Dialog zwiespältige Reaktionen ausgelöst. Zum einen gefällt mir die sprachliche Gestaltung nicht: Es wirkt alles ein wenig gestelzt. Aber vielleicht reden die Leute im 22.Jahrhundert ja so. Das Thema kommt mir irgendwie ausgelutscht vor, aber gut fand ich die Pointe. Und zwar nicht die Tatsache, dass Em schwanger ist, sondern das Em die Frau ist, was nach dem bis dahin erfolgten Dialogverlauf eher überrascht.


    Geschwängert
    Ein kryptischer Text ist ja an sich nichts verwerfliches. Aber dies ist einfach grottig. Es hat mir keinerlei Spaß bereitet die Story zu entschlüsseln. Insbesondere als sich herausstellt, dass dort jemand versucht mit 50 Wörtern die Themen Pädophilie, Inzest und Abtreibung zu verarbeiten.


    Liebeslügen
    Nett erzählt, die erotische Note funktioniert durchaus. Auch wenn mich die Formulierung "Sex haben" absolut abtörnt. Dafür gibts schönere Worte. Die Pointe kam für mich zwar tatsächlich überraschend, hinterließ aber einen faden Beigeschmack des schon 1000-Mal-gehört-habens. Dennoch, Summa Summarum: Daumen hoch.


    Jahresringe
    Positiv an diesem Text ist, das es fast der einzige ist, bei dem dem Kinderkriegen im Fazit ein Plädoyer gehalten wird. Insgeasamt hat mich die Aufzählung der Jahresringe aber nicht besonders beeindruckt. Da wäre vielleicht mehr drin gewesen.


    Rosie
    Ach wie schlecht die Welt doch ist. Tut mir leid, das Schicksal von Rosie ist für mich total überzogen und unglaubhaft. Ich will nicht abstreiten, dass Diskrimierung von Behinderten auch noch heute nicht selten vorkommt, aber in der Ausprägung wie sie in diesem Text dargestellt wird, davon bin ich überzeugt, treffen wir so etwas zum Glück schon lange nicht mehr an. Und übrigens, der gekünstelt phantasievolle Ortsname passt nicht wirklich in die Harz-Region (eher in die Hartz-Region ;.) )


    Anfang
    Dazu fällt mir nichts ein: Außer, das ist ein Fragment, ein Anfang ...
    ... einer Geschichte die mich Null interessiert.


    Gewissheit
    Das zweite Plädoyer fürs Kinderkriegen. Diesmal überzeugt die Pointe und rührt mich tatsächlich an. Der innere Konflikt der Protagonistin ist für mich nachvollziehbar und authentisch. Die Sprache ist fesselnd und kommt ohne großes Betroffenheitsgesülze aus. Top.


    Problemlösung
    Schon ein ekliger Typ, dessen kruden Gedankengängen man hier zu folgen gezwungen wird. Stößt mich ab. Ich habe nichts dagegen, auch Bösartigkeiten zu lesen, aber nicht so primitiv.


    Vorfreude
    Noch ein Unsympath. (Für mich zumindest) Diesmal kann man ihm jedoch ein wenig nachfühlen und zumindest schmunzeln. Und die Story ist sprachlich durchaus gelungen. Letztlich muss ich aber auch kotzen wenn eine solch memmenhafte Haltung Schule macht.


    Seelenwanderung
    Nee, das geht gar nicht. Die Idee an sich ist vielleicht nicht schlecht aber letztlich hängt sie als solche in der Luft ohne wirklich ausgeführt zu werden. Sprachlich mangelhaft.


    Klimawandel und der Dalai Lama - Das Überleben der Menschheit hängt davon ab
    Wenn Dieter Nuhr mal einen schlechten Tag hat, kommt so etwas dabei raus wie dieser Text. Dies ist für den Autor durchaus als Kompliment zu verstehen. Hat mich ein wenig unterhalten. Mehr aber auch nicht.


    Halluzination
    Ist es wirklich das Ungeborene was da redet, oder ist es eine Schizophrenie. Der Autor lässt uns im Unklaren und das ist gut so. Gefällt mir auch nach mehrmaligem Lesen.


    Frostige Zeiten
    Zunächst finde ich den Titel nicht besonders gelungen. Was hat ein Zoo-Eisbär mit frostigen Zeiten zu tun? Darüber hinaus geht mir die Moral von der Geschicht auf die Nerven. Aber immerhin sprachlich in der Spitzengruppe.


    Geprägt für's Leben
    Ohje, ein Deppen-Apostroph gleich im Titel. Das kann ja heiter werden. Wird es auch. Unfreiwillig.


    Was vergessen?
    Ja. Das Herz. "Echt Hammer, echt krass" ... Zu sehr authentische Gossen-Sprache kann die netteste Story kaputt machen. Etwas schöner geschrieben und der Text hätte schon irgendwie funktionieren können...


    Glückwunsch?
    Schon wieder ein Fragezeichen im Titel. Lasst es doch einfach weg! Das Fragezeichen wird einem im Text ohnenhin kompromisslos ins Hirn genagelt. Ansonsten viel Betroffenheitssoße, nichts Überraschendes, lahmes Klischee.


    Revolutionär
    Na ja revolutionär ist es seit Arnold Schwarzeneggers schrecklichen Klamauk nun wirklich nicht mehr. Aber ich fand den Text recht niedlich. Die Pointe hat mich amüsiert, auch wenn sie hier nicht das Copyright für sich beanspruchen kann. In der Ausführung fand ichs jedenfalls ganz nett und auch sprachlich durchaus gelungen.

  • Ich weiß nicht, weshalb viele diesen Monat eher schlecht fanden ...
    Keiner hat das Thema als Titel für seine Geschichte benutzt. Das ist doch mal was Positives :lache

    Man muss ins Gelingen verliebt sein,
    nicht ins Scheitern.
    Ernst Bloch

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  • Also ich weiß ja nicht, ob ich hier als Nichtschreiber überhaupt was äußern darf....


    Wenn ja, dann möchte ich sagen, dass ROSIE eine starken Eindruck auf mich gemacht hat. Kompliment an den Schreiber/die Schreiberin :wave

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Vorbemerkung:


    Als ich das Thema las, dachte ich: O nee. Zu diesem Thema wollte mir spontan überhaupt nichts einfallen. Dass dennoch 17 Texte zusammen kamen, war eine Überraschung. Umgekehrt war bei der Themenstellung klar, dass der inhaltliche Spielraum überschaubar blieb. Es war in meinen Augen kein besonders schlechter oder besonders guter Monat, aber sicher ein besonders schwieriger und spannender. Hier die kurze Einzelbetrachtung:


    Mai 2108


    Dialoge können sehr lebendig sein. Dieser wirkt leider ebenso künstlich wie manche Befruchtungsmethoden.


    Geschwängert


    Formal „mal was anderes“. Inhaltlich war mir der Text zu flach, sprachlich zu selbstverliebt.


    Liebeslügen


    Gelungener „stummer Dialog“. Schöne Sprache, knappe Beschreibungen. Etwas schade, dass der Titel zu viel verrät.


    Jahresringe


    Mein „Problemtext“ in diesem Monat. Der Aufbau ist originell, die Ausführung zielstrebig und konsequent. Probleme habe ich mit der zeitlichen Zuordnung. Auf der einen Seite ist der Text komplett in der Vergangenheit angesiedelt. Dies ist aber inhaltlich nicht möglich. Wenn die Protagonistin gestern (also knapp in der Vergangenheit) 71 Jahre alt war, war sie 1937 geboren worden. Dann aber kann sie nicht mit 11 (1948) von Dr. Sommer aufgeklärt worden sein, denn die BRAVO gab es erst seit 1956. Ebenso war es nicht möglich, sich mit 17 (1954) die Pille verschreiben zu lassen, denn das hätte in Deutschland frühestens 1961 geschehen können. Ok, all das ist vielleicht kleinkariert, die Geschichte könnte ja auch teilweise in der Zukunft angesiedelt sein, aber dann passt die Zeitform nicht mehr. Ich sehe vielmehr die Problematik, dass sämtliche Altersphasen in der Jetzt-Zeit angesiedelt zu sein scheinen. Das macht es mir schwierig, Punkte zu geben. Sorry


    Rosie


    Einer der beiden besten Texte in diesem Monat. Ich denke schon, dass der Autor diesen Text als Sieganwärter konzipiert hat. Die Sprache schafft in ihrer Nüchternheit einen angenehmen Kontrast zum dramatischen Inhalt.


    Anfang


    Anfang, sagte der Autor und fing an anzufangen. Mitten im Anfang fing er an, mit dem Anfangen wieder aufzuhören. Ich hörte auf, mit dem Lesen richtig anzufangen.


    Gewissheit


    Sprachlich saubere Story. Weibliche Widersprüchlichkeit glaubwürdig präsentiert. Punktekandidat für Betroffenheitsromanleserinnen, denen die Sprache nicht ganz egal ist.


    Problemlösung


    Gewollt locker. Aber vor allem gewollt. Die beste Lösung des Problems wäre gewesen, den Text einer sprachästhetischen Behandlung zu unterziehen. Der Autor kann schreiben. Hier will er zu viel.


    Vorfreude


    Wieder ein Betroffenheitstext. Aber einer der anderen Art. Kein Sieganwärter, weil er große Teile der Wertungseulen nicht erreichen kann. Mich schon. Der andere meiner beiden Lieblingstexte in diesem Monat. Diesbezüglich stimme ich mit Tom überein, wobei ich über die Reihenfolge gerne mit ihm streiten möchte.


    Seelenwanderung


    Jeder hat so sein Genre. Dies ist leider nichts meins. Deshalb hätte der Text schon überragend sein müssen, um mich zu erreichen.


    Klimawandel und der Dalai Lama - Das Überleben der Menschheit hängt davon ab


    Künstler oder Scharlatan? Beides. Wenn der Satz „Quatsch, das war ein Scherz!“ nicht gewesen wäre, hätte ich das richtig gut gefunden.


    Halluzination


    Gut geschriebene Mini-Horror-Story. Auch nicht mein Genre, aber überzeugend präsentiert.


    Frostige Zeiten


    Schöner Text, sprachlich phantasievoll, satirisch erfrischend. Allein: Zu durchsichtig und berechenbar.


    Geprägt für’s Leben


    „Lass mich los! Ich will das nicht! Bitte lass mich doch los!“ Ich las es dann trotzdem. Kann man dem Autoren / der Autorin noch helfen? „Helfen? Helfen!?! Sie haben doch keine Ahnung....“


    Was vergessen?


    Ja. Das Fragezeichen in der letzten Zeile. Zum Beispiel. Auch in diesem Text klingt die Sprache gewollt locker. Der Schluss überzeugt nicht.


    Glückwunsch!?


    „Ich konnte hören, wie er seinen Reißverschluss öffnete und seinen Schwanz herausholte.“ Der erste Teil des Satzes klingt noch logisch. „Ein stummer Schrei blieb mir in der Kehle stecken.“ Egal, war ja eh stumm. „Wie in Trance suchte ich meine Hose und die zerrissene Bluse“. Wo bist du, du Zerrissene, wo?
    Vielleicht bin ich jetzt unfair. Aber mit so einer Betroffenheitssoße kann man mich jagen.


    Revolutionär


    Diesem Text Punkte geben? „Das hättest du wohl gern, Mami!“ Grammatik und Zeichensetzung könnte man ihm eher schenken. Mami.

    „Streite niemals mit dummen Leuten. Sie werden dich auf ihr Level runterziehen und dich dort mit Erfahrung schlagen.“ (Mark Twain)

  • Da ich die Autoren der Geschichten nun sicher kenne, wollte ich noch was zu "Problemlösung" sagen:
    Ich hatte eine an Sicherheit grenzende Vermutung, dass diese Geschichte von Dir ist, Voltaire.
    Sie ist mir ebenso unsympathisch, wie Dein Gebaren hier im Forum im Moment. Es gab Zeiten, da habe ich Deine Beiträge sehr geschätzt. Zur Zeit sind diese allerdings regelmäßig mit einem ordentlichen Schuss Galle gewürzt, wie auch "Problemlösung". Und obwohl ich mit dieser Analogie die Todsünde der Germanisten begehe, Autor und Erzähler auf eine Stufe zu stellen, mache ich das gerne. Und öffentlich. Nicht per PN.

  • Ich habe nach der Diskussion im letzten Monat das Risiko nicht gescheut mich verreißen zu lassen, auch wenn ich kein Wiederholungstäter werde und finde es schade das die Geschichte nicht funktioniert hat- licht hat recht - es war - und sollte mehr auch nicht sein- eine kleine Skizze. Getroffen hat mich allerdings schwer die Kritik Pseudorealismus. Es war eine in der Mittagspause verfasste Geschichte im Ergebnis eines Mandantentermins in dem ich als Mann die Gefühle erfassen wollte, die meiner Ansicht nach in dem Auftrag lagen, den ich gerade erhalten hatte- Vaterschaftsfeststellungsklage, Unterhalt und möglichst Sicherung, wegen der beabsichtigten Auswanderung des Kindesvaters nach Kanada- allerdings war im wirklichen Leben das Töchterchen der Mandantin schon geboren und der Sohn von der anderen auch. @ Tom- du dachtest an das Band an der Kasse, ich an die Hintergrundmusik- und damit mein Fehler wenn ich dich nicht dazu bringe ans Endlosband mit Dudelmusik zu denken. Und der Spruch vom Anfang ist eben leider auch nicht meine Erfindung, sondern wohl der Standardspruch des Arztes.