'In 80 Tagen um die Welt' - Kapitel 01 - 06

  • Irgendwie ist es schon witzig, ein Buch zu lesen, dass man so gut zu kennen glaubt, weil man schon so viele Verfilmungen gesehen hat.
    Ich denke da am ehesten an die Verfilmung mit David Niven und Pierce Brosnan.
    Gleich am Beginn haut es mich von den Socken weil Phileas Fogg blond ist :gruebel wie ungewöhnlich, das hab ich jetzt gar nicht erwartet. Dass Mr. Fogg ein seltsamer Kauz ist, wissen wir ja, aber hier im Buch erscheint er noch spleenierger. Er hat so eingefahrene Gewohnheiten, dass es mir wie ein Wunder erscheint, dass er diese Wette auf sich nimmt und tatsächlich um die Welt reisen will.
    Was hier am meisten auffällt, ist das Fehlen der Ballonfahrt über die Alpen oder waren es die Pyrenäen :gruebel.


    Fast vergessen hätte ich auch die "Nebengeschichte" des Banküberfalls mit dem Diebstahl von 55.000 Pfund. War echt amüsant zu lesen, wie in England damals Geldgeschäfte in Banken abgewickelt wurden.

    Who is Keyser Soze?


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  • Ich habe gestern Abend die Trilogie von Stieg Larsson fertig gelesen und hatte überhaupt keinen Bock auf den Verne :-(
    Aber ich habe schon meine letzten vier Leserunden abgesagt und dachte ein wenig Disziplin wäre angesagt.
    Obwohl ich die Story aus den Verfilmungen kenne, auch wenn sie nicht mehr sehr gut präsent ist, fand ich das Buch von Anfang sehr spannend. Ich habe gleich die ersten zwölf Kapitel gelesen.
    Dass Fogg im Buch als blond beschrieben wird, hat mich auch erst etwas irritiert, aber die Filme sind wie geschrieben schon lange her.
    Passepartout hatte ich nicht als so eine "Sportskanone" in Erinnerung.

  • Zitat

    Original von buttercup
    Passepartout hatte ich nicht als so eine "Sportskanone" in Erinnerung.


    Ja, stimmt daran konnte ich mich auch überhaupt nicht entsinnen, deshalb macht es jetzt sogar noch mehr Spass das Buch zu lesen.


    Schön, dass du dich doch noch aufraffen konntest :knuddel1

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  • Die Verfilmungen kenne ich gar nicht - aber vielleicht ja ganz gut so.
    Gelungen ist das Zusammentreffen der beiden sehr unterschiedlichen Hauptcharaktere: Passepartout, der früher ständig unterwegs war und sich nun nach Ruhe sehnt, und sein "Gegenstück " Fogg, der bislang als sesshaft galt und den nun die Abenteuerlust gepackt hat. Bisher
    vielversprechend.

  • Was ich beeindruckend finde, ist wie effizient Verne schreibt. Bis zum Ende des 6. Kapitels bin ich in meiner Ausgabe gerade mal auf Seite 37 angelangt. Trotzdem ist die Handlung schon in vollem Gange und ich kann mir ein gutes Bild von schon drei Figuren machen. Natürlich sind die drei Charaktere als Typen so überspitzt dargestellt, dass ich sofort ein Bild im Kopf hatte, dass ich aus einer Schublade aus meinem Kopf ziehen konnte :-) Aber mir macht es wieder richtig viel Spaß, das Buch zu lesen. Mir gefallen die knappen, leicht ironisch angehauchten Kommentare von Fogg, aber auch vom "Erzähler"


    Liebe Grüße,
    Antje

  • Ich hab das Buch jetzt mit einiger Verspätung zu x-ten Mal angefangen (Martin und Rice sind einfach gar zu verlockend). Von dieser Geschichte kann ich einfach nicht genug bekommen!
    Bei der gaaanz genauen Beschreibung von Foggs Tagesablauf fqang ich immer an zu kichern. Irgendwie erinnert mich das an mich. Lesen, arbeiten, eulen, RP spielen, lernen, lesen. Na, noch zähle ich nicht die Minuten, bis ich zurück zum Computer komme. Trotzdem, für einen unverbesserlichen Pedanten wie mich wäre Fogg doch perfekt :grin

  • Ich musste auch kichern, als ich Foggs Tagesablauf gelesen habe - aber eher deswegen, weil ich das reine Gegenteil bin :-)
    Die Augen hab ich gerollt, als er seinen ersten Diener entlassen hat, weil sein Rasierwasser 2 Grad zu kalt war ;-)


    Liebe Grüße,
    Antje

  • Ich habe gerade auch noch angefangen, das Buch zu lesen und war so schnell in der Handlung drin und vom Schreibstil gefesselt, dass ich die ersten 6 Kapitel schon hinter mich gebracht habe.


    An den Film kann ich mich nicht mehr richtig erinnern, war auf jeden Fall überrascht, wie zwanghaft Phileas Fogg ist... um so erstaunlicher, dass er sich so spontan ohne weitere Planung auf die Wette einlässt.
    Bin gespannt, ob noch darauf eingegangen wird, ob der ungeregelte Ablauf der Reise ihm Probleme bereitet.

  • Ich habe gestern schon mal mit dem Lesen begonnen und nachdem sich das Buch so schön und flüssig liest bin ich schnell mit den ersten beiden Abschnitten fertig geworden.
    Ich habe immer ein wenig Respekt einen sogenannten Klassiker zu lesen weil ich denke die Sprache ist mir zu schwierig oder der Stil zu anspruchsvoll. Aber das ist hier zum Glück gar nicht der Fall. Ich war ganz schnell in der Geschichte drinnen und es macht Spaß zu lesen. :-)
    Die Beschreibung des strikten Tagesablaufes des Herrn Folge fand ich ja sehr witzig. Umso erstaunter war ich dann , dass er sich so schnell zu der Reise um die Erde entschlossen hat.
    Und der arme Diener Passepartout hat gedacht er hat nun endlich einen beständigen Job gefunden und muss gleich auf Weltreise gehen. :lache
    Hat Fogg wirklich etwas mit dem Bankraub zu tun ?? Das würde ja gar nicht zu seinem sonstigen Verhalten passen :gruebel

  • Ich habe den ersten Abschnitt auch ruckzuck beendet, das geht ja ziemlich fix und meine anfänglichen Bedenken, dass der Stil nicht so mein Fall sei, haben sich ganz schnell verflüchtigt. Mir geht es da wie Loewin:


    Zitat

    Original von Loewin
    Was ich beeindruckend finde, ist wie effizient Verne schreibt. Bis zum Ende des 6. Kapitels bin ich in meiner Ausgabe gerade mal auf Seite 37 angelangt. Trotzdem ist die Handlung schon in vollem Gange und ich kann mir ein gutes Bild von schon drei Figuren machen.


    Das finde ich auch sehr interessant. Viel Platz war ja bisher noch nicht, um die Figuren zu entwickeln, aber ich habe trotzdem schon genaue Vorstellungen von Fogg und Passepartout. Es gefällt mir bisher wirklich sehr gut, vor allem die Reaktionen auf die spontane Weltreise in England habe ich als sehr witzig empfunden. :grin


    Von den vielen Verfilmungen kenne ich übriges nur die mit Jackie Chan als Passepartout..die ist ja nicht so textgetreu.. :lache

  • Zitat

    Original von Schwarzes Schaf


    Von den vielen Verfilmungen kenne ich übriges nur die mit Jackie Chan als Passepartout..die ist ja nicht so textgetreu.. :lache


    Diese Verfilmung habe ich auch gesehen! Aber es ist schon ewig her und ich kann mich gar nicht mehr genau daran erinnern!
    Vielleicht schau ich es mir demnächst noch mal an. :-)

  • Beim Stil kann ich mich nur anschließen - obwohl das Buch sehr altertümlich geschrieben ist, kann ich mich gut darauf einlassen. Und ja, Verne schreibt sehr knapp, aber dadurch ist das Lesen sehr kurzweilig und ich komme gut vorwärts! Ich fand es schade, als die Perspektive plötzlich zu dem Detektiv wechselt, schließlich will ich wissen, wie es Fogg und Passepartout auf ihrer ungewöhnlichen Reise ergeht!


    Fogg ist schon ein sehr ungewöhnlicher Mensch. Seinen früheren Diener nur aufgrund eines minimalen Temperaturunterschieds zu entlassen :pille. Ansonsten beäuge ich ihn zwar mit Sympathie, aber skeptisch. Bliebt zu hoffen, dass er sein allzu genaues Wesen noch etwas ablegt.


    Den Witz mit Passepartouts Namen habe ich nicht verstanden :-( Er wird so geschildert, dass man ihn als Leser fast mögen muss. Weiß jetzt noch nicht, ob ich ihn deswegen gut finde oder nicht.


    Es sind schon zahlreiche Details aufgetaucht, bei denen ich mir unterm Lesen denke, dieses und jenes wäre es wert zu googeln. Leider vergesse ich es dann meistens. Weiß jemand, ob die Reise in 80 Tagen um die Erde zur Erscheinungszeit des Buches möglich war? Oder bereits durchgeführt wurde?


    Zitat

    Original von RougeHat Fogg wirklich etwas mit dem Bankraub zu tun ?? Das würde ja gar nicht zu seinem sonstigen Verhalten passen Grübeln


    Nein, sicher nicht! Aber allein die Idee, von einer reinen Personenbeschreibung auf einen Verbrecher zu kommen, ist für heutige Zeiten undenkbar! Interessanter Gedanke, auch in dem Zusammenhang, dass selbst in Pässen so wie ich es verstanden habe, kein Bild sondern nur eine Beschreibung zu finden ist.

    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263

  • Ich habe das Buch als Kind das erste Mal gelesen - weiß nicht, wie alt ich damals war, vielleicht um die zehn. Damals habe ich mir keine großen Gedanken über die Glaubwürdigkeit von Romancharakteren gemacht.
    Im Lauf der Zeit habe ich das Buch ein paarmal wiedergelesen und von Mal zu Mal rückte die Frage mehr in den Mittelpunkt, ob Mr. Fogg besonders cool ist oder einfach nicht alle Latten am Zaun hat.
    Manches von dem, was Verne schildert, ist derart krass - gerade das mit dem falsch temperierten Rasierwasser -, dass ich mich frage, ob er selbst in dieser Hinsicht unsicher war, also Fogg absichtlich so schildert, dass man sich als Leser immer wieder diese Frage stellt. Immerhin ist Fogg, wie sich nach und nach herausstellt, als Mann durchaus begehrenswert - und nicht nur wegen seines Vermögens. Dann kann er doch nicht nur ein reicher Knallkopp sein, sondern ist offenbar auch irgendwie sexy.

  • Der arme Passpartout kann einem ja richtig leid tun! Da freut er sich auf ein geregeltes Leben im immer gleichen Trott und was muss der arme Kerl machen, eine Weltreise unter Zeitdruck, kein Wunder dass er vergisst das Gas abzudrehen.


    Zitat

    Original von Zefira
    Manches von dem, was Verne schildert, ist derart krass - gerade das mit dem falsch temperierten Rasierwasser -, dass ich mich frage, ob er selbst in dieser Hinsicht unsicher war, also Fogg absichtlich so schildert, dass man sich als Leser immer wieder diese Frage stellt.


    Ich denke, dass bei der Schilderung von Fogg auch Vorurteile gegenüber den spleenigen Engländern eine Rolle spielen, immerhin war Jules Verne ja Franzose und ich könnte mir vorstellen, dass es damals in Frankreich ein weit verbreitetes Vorurteil war, dass die Engländer prinzipiell nicht alle Tassen im Schrank haben.

  • Ich wollte euch ja mal meinen Verne zeigen:



    Das Buch ist 1956 im Verlag Aufbau Berlin erschienen. Wir haben es von einer Tante geschickt bekommen, die in der DDR lebte (wo genau, weiß ich nicht mehr).


    Und das ist die Illustration zum 4. Kapitel:



    Beachtet mal Foggs knackiges Hinterteil :wave

  • Oh Zefira, Dein Buch schaut ja super super schön aus!! Ich lese es im Moment als ebook auf meinem Tolino! Aber Dein Buch ist wiklich ein kleiner Schatz!
    Und Fogg hat wirklich einen knackigen Hintern! :lache :lache

  • Wow :wow da hast du ja einen echten Schatz! So knackig habe ich mir Fogg bei weitem nicht vorgestellt - ich sollte ihn direkt mal mit anderen Augen sehen :-]. Steht eigentlich irgendwo, in welcher Altersgruppe der Gute einzuordnen ist? Ich hätte ihn mehr auf einen Herrn gesetzteren Alters (so ab 50) geschätzt.


    Bei meiner Anaconda-Ausgabe sind die Original-Illustrationen drin, die sind zwar auch schön, können aber mit Zefiras Bebilderung natürlich nicht mithalten. Sehr hilfreich finde ich die Karte mit der Reiseroute am Ende.


    Und was mich auch noch freut: Jedes Kapitel hat eine kurze Überschrift, ist das bei euch auch so? Erinnert mich an Kinder- und Jugendbücher, bei denen das auch so war.

    „Aber das macht unser Leben aus, nicht wahr? Dass wir durch Begegnungen zu dem werden, was wir schlussendlich sind.“ Michael Düblin, Der kalte Saphir, Seite 263