Brutale Fiktion vs. Brutale Realität - ein Diskussionsanstoss

  • Mich würde mal interessieren, wie die "Tierfreunde" hier zu Spinnen und Stubenfliegen in ihrer Wohnung oder Motten im Kleiderschrank stehen? Kann man im Sommer ja nicht immer vermeiden. Und sind sie alle Veganer? Oder was wäre mit Silberfischen oder Ameisen, das sind doch auch Lebewesen.


    Wenn es um's Prinzip geht, der Mensch in gewisser Weise nicht "über" den Tieren steht, ist die arme Maus auch kein höheres Lebewesen als die nervige Stubenfliege.


    Wespen habe ich schon mit Glas und Papier eingefangen und sie nach draußen geschickt und ihnen ordentlich die Meinung gesagt, ja nicht wiederzukommen, aber bei Stubenfliegen ist das sinnlos, da kommt die Klatsche zu Einsatz. Ich handle da also auch nicht nach dem "Gleichheitsprinzip".



    .

  • Zitat

    Original von Jan von der Bank: Ich muss Voltaire voll und ganz Recht geben! Der Teufel steckt im Detail. Wenn Du schreibst: Zitat: Original von Bücherfreund Aber genauso so schlimm finde ich es... ... dann kann man das einfach nicht so stehen lassen! Nein, nein Es ist eben nicht GENAUSO schlimm, wenn ein Tier stirbt oder Schmerzen leidet, als wenn das einem Mensch passiert. Punkt!Auch ich habe vollstes Verständnis für Tierschutz, etc.. Aber keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier machen zu wollen ist einfach - sorry - bescheuert! Tiere ÜBER den Mensch stellen zu wollen, ist noch bescheuerter! Ich rücke gerne von diesem Statement ab, wenn mir jemand eine Tiergattung nennt, die sich so für die Rechte und Achtung seiner Artgenossen einsetzt, wie Voltaire und ich in dieser (fruchtlosen) Diskussion! Grinsen __________________


    Hallo Jan,


    es gehört schon eine Menge Mut dazu, sich als Autor derart emotional bei den Eulen zu äußern. Respekt! Deine Kollegen äußern sich eher zögerlich an dieser Stelle.
    Was den Punkt der "fruchtlosen Diskussion" (der Grinsesmilie wurde nicht übersehen) angeht, bin ich weniger Deiner Auffassung. Der Sinn bzw. die Sinnlosigkeit einer Auseinandersetzung hängt weniger davon ab, dass die Disputanten am Ende zu einem Konsens gelangen. Eher ist es die Qualität der Argumente, die eine Diskussion fruchten und Überzeugungen aufgeben und annehmen lässt. Und zuweilen leidet das Niveau und wird gar persönlich, wenn die eigenen Argumente ausgehen. Genau an dieser Stelle zeigt sich eben auch die unterschiedliche Geisteshöhe der Eulen und vielleicht sollte gerade dieser Streit nicht dazu genutzt werden, den Unterlegenen platt an die Wand zu drücken.
    Da die Diskussion wie in der Vergangenheit bei anderen Themen auch Tendenzen aufweist, empfehle ich das untenstehende Buch ;-)


    Auf die Differenzierung zwischen Tier und Mensch würde ich gern noch eingehen.
    Die Unterschiede bestehen deutlich und die Spezies Mensch weist nur allzu gern auf ihre Überlegenheit hin.
    Aber ist der Mensch mit all seinen Begabungen, seinem Intellekt und seinen Fähigkeiten tatsächlich mehr Wert als ein Tier?
    Mit gutem Gewissen kann ich diese Frage nicht mit einem "Ja" beantworten.
    Die Biologie hat es eingerichtet, dass ich meine eigene Art vorziehe und begünstige, aber mir auch den Verstand mitgegeben, andere Arten nicht zu unterschätzen und zu respektieren. Im übrigen schließe ich nicht aus, dass es Tierarten mit einer höheren Sozialisation als der des Menschen gibt.
    Letztlich bleibt die Frage, ob der Mensch sich in seiner Absolutheit über alle Lebewesen stellen sollte.


    Vielleicht möchten sich die Biologen unter den Eulen dazu äußern.

  • Ich bin der Meinung, dass der Mensch mit seinen kognitiven Fähigkeiten, insbesondere der Fähigkeit die Folgen seines Tun oder Lassen für sich und andere Mit-Lebewesen abzuschätzen, auch eine gewisse Verantwortung übernehmen muß. Weltanschaulich kann man sich sicherlich streiten, ob alle Lebewesen immer und unter allen Umständen gleichzusetzen sind (vgl z.B. Albert Schweitzer).


    Die Tendenz Tiere ÜBER Menschen zu stellen ist mir jedenfalls auch schon aufgefallen und erschreckt mich.
    Hat nicht irgendjemand im Thread schon das Beispiel gebracht, dass Nachbarn häufig eher den Tierschutz alarmieren, wenn ein Tier gequält wird als das Jugendamt, wenn es um ein Kind geht?


    Manche Menschen scheinen von ihren Mit-Menschen so enttäuscht zu sein, dass sie ihre Zuneigung lieber einem Tier schenken, welches in seinem Verhalten verlässlicher ist.
    Interessanterweise ziehen sich diese Personen zwar häufig bewusst aus der Gemeinschaft zurück, die Segnungen der Sozialgemeinschaft nehmen sie aber dennoch in Anspruch.


    Am liebsten würde ich sagen: warum soll ich Personen mit meinen Steuerbeiträgen die Krankenversicherung oder Rentenversicherung bezahlen, wenn diese im Zweifelsfall eher einem gequälten Hund als einem Kind helfen? Sollen sie doch in den Wald gehen- vielleicht werden sie dort von einem Rudel Wildschweine aufgenommen, welche sie im Alter oder Krankheitsfall versorgen.
    Naja, tue ich aber nicht. Weil die Kernelemente von Humanismus und Toleranz eben sind, daß man sie jedem Mitmenschen entgegenbringen muß- auch demjenigen, der solche Werte selbst mit Füßen tritt.


    Aber wütend und traurig darf es mich dennoch machen, oder?


    Ich möchte übrigens ausdrücklich sagen, daß ich mich mit meinem Post auf niemand speziellen beziehe, schon gar nicht irgendjemanden aus diesem Thread.

    Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben.
    Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz. (Voltaire)

  • Zitat

    Original von Salonlöwin
    Die Unterschiede bestehen deutlich und die Spezies Mensch weist nur allzu gern auf ihre Überlegenheit hin. Aber ist der Mensch mit all seinen Begabungen, seinem Intellekt und seinen Fähigkeiten tatsächlich mehr Wert als ein Tier? Mit gutem Gewissen kann ich diese Frage nicht mit einem "Ja" beantworten. Die Biologie hat es eingerichtet, dass ich meine eigene Art vorziehe und begünstige, aber mir auch den Verstand mitgegeben, andere Arten nicht zu unterschätzen und zu respektieren. Im übrigen schließe ich nicht aus, dass es Tierarten mit einer höheren Sozialisation als der des Menschen gibt. Letztlich bleibt die Frage, ob der Mensch sich in seiner Absolutheit über alle Lebewesen stellen sollte.


    Du hast sehr gut ausgedrückt, was mir während den letzten Seiten dieser Diskussion auf der Seele lag. Danke.
    Diese Frage wird sich so nie beantworten lassen, und sie wird immer neuen Zündstoff liefern...

  • Zitat

    Original von nofret78


    Du hast sehr gut ausgedrückt, was mir während den letzten Seiten dieser Diskussion auf der Seele lag. Danke.
    Diese Frage wird sich so nie beantworten lassen, und sie wird immer neuen Zündstoff liefern...


    Auch mir gingen diese Gedanken im Kopf herum, allerdings hätte ich sie nicht so gut ausdrücken können. Danke,Salonlöwin :wave


  • Nicht ungefährlich diese Ansicht. Der Mensch hat im Gegensatz zu den Tieren ein klares Bewusstsein der eigenen Existenz. Er wird vom Verstand geleitet, nicht von seinem Instinkt.


    Ich sehe es als sehr gefährlich an, die Menschen und die Tiere auf eine Stufe zu stellen. Das würde ja diesen pathologischen "Tierfreunden" Recht geben, die das Leben einer Maus über das Leben eines Menschen stellen. Natürlich bestehen keinerlei Zweifel daran, dass der Mensch eben auch aufgrund seiner intellektuellen Überlegenheit die Tiere zu schützen hat. Das darf aber nicht so weit gehen, dass man Tiere quasi einen Fetischstatus zuerkennt und sie - etwas übertrieben formuliert jetzt - als die Krone der Schöpfung ansieht.


    Eine Frage von mir an die Mausschutzfraktion: Esst Ihr eigentlich Fleisch oder Fisch? Um diese Tiere essen zu können, mussten sie vorher getötet werden. Ist das - nach Eurem Duktus - Rechtens? Wie sind die Menschen zu behandeln/zu bezeichnen die für Euch die Tiere töten, damit Ihr was zu zwischen die Zähne bekommt?


    Wie überall - so auch hier. Fanatismus schadet nur und ist rundheraus abzulehnen. Auch der Fanatismus militanter Tierfreunde ist durch nichts zu rechtfertigen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Ich kann jetzt hier nur für mich sprechen. Als militanter Tierfreund /-schützer würde ich mich keinesfalls bezeichnen. Auch stellte ich Mensch und Tier nicht aus diesselbe Stufe. Salonlöwins Beitrag drückte für mich lediglich das aus, was mir in Gedanken während des Verfolgens dieser Diskussion durch den Kopf ging.
    Für mich kam es ansatzweise wieder durch(während des Verfolgens der Diskussion) , nämlich, dass sich der Mensch in seiner Überheblichkeit über alles stellt. Aber dies ist auch wieder ein Punkt, an dem sich die Geister scheiden und man sich zu Tode diskutieren kann ohne ansatzweise einen gemeinsamen Nenner zu finden.


    Deiner Aussage Voltaire, das Fanatismus, egal welcher Art schadet und abzulehnen ist - stimme ich ohne wenn und aber zu.
    Und ja, ich esse Fleisch. Aber für mich besteht da ein feiner Unterschied, ob ein Tier im Schlachthof schnell getötet wird, oder einem Hai bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten werden und das lebende Tier zurück ins Meer geworfen wird.
    Huch, zu spät gesehen - ich zähle nicht zur Mausschutzfraktion. Ich zähle mich als Mensch, welcher Mitmenschen die es verdienen respektiert und schätzt und dem der Erhalt der gefährdeten Arten nicht egal ist, der Quälerei und Folter ( ob Mensch oder Tier) jeglicher Art verurteilt.

  • *eieieiei*
    *seufz*


    Der Mensch wird vom Verstand geleitet, nicht von Instinkten...
    *öhm*


    Lies mal das Buch:
    Hoimar von Ditfurth: Der Geist fiel nicht vom Himmel
    oder was Ähnliches.


    Der Mensch ist ein Tier, halt ein etwas weiter entwickeltes Tier, als seine Mittiere. Ein Tier unter Tieren.
    Von der Natur aus ist der Mensch ein Omnivor, dh ein Allesfresser.
    Nur habe ich die Wahl, mich vegetarisch zu ernähren...
    Alle fleischfressenden Tiere fressen Fleisch von Tieren anderer Arten, es gibt (Ausnahmen gibt es vereinzelt) kein Tier das seine eigene Art frißt.


    Daß Menschen Menschen umbringen, aus Vergnügen, aus Habgier, aus Wut, usw. Ist das ein Zeichen, daß der Mensch höher entwickelt ist als seine Mittiere? :gruebel


    Und bevor ich gefragt werde, ob ich mich vegetarisch ernähre:


    Jede Religion, jede Philosophie enthält den Grundsatz:
    Du sollst nicht töten!


    Jetzt ergibt sich die Frage, wo beginnt Leben?
    Lebt ein Apfel, Milch, ein Ei?
    Genau diese Frage stelle ich mir und ziehe meine Grenzen.
    Ich lebe strickt vegetarisch, ich töte keine Fliege, nur weil sie sich ins Haus verirrt hat, ich habe Moskitonetze vor allen Fenstern.
    Aber - ich möchte nicht wissen, wieviele Ameisen ich heute beim Spaziergang zertreten habe, viele tote Fliegen am Kühlergrill vom Auto hängen, als ich Salat gewaschen habe, ob die Schnecke es jetzt überlebt hat? Usw, usf.

    Wenn mein Kopf auf ein Buch trifft, klingt es hohl. Das muß nicht immer am Buch liegen...
    (Georg Christoph Lichtenberg)

  • Zitat

    Original von nofret78
    Und ja, ich esse Fleisch. Aber für mich besteht da ein feiner Unterschied, ob ein Tier im Schlachthof schnell getötet wird, oder einem Hai bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten werden und das lebende Tier zurück ins Meer geworfen wird.


    Warst du mal in einem Schlachthof? :gruebel
    Ich kann nur jedem raten wenn die Möglichkeit besteht einen Schlachthof zu besuchen. Am besten dann, wenn eine Ladung Schweine eintrifft. Die Schweine merken genau was mit ihnen geschehen soll und schreien in höchster Todesangst. Mit "schnell getötet" hat das leider überhaupt nichts zu tun. :wave



    HeikeArizona
    So ganz habe ich deinen Beitrag nicht verstanden. Bist du Veganerin?
    Zudem bestreite ich, dass der Mensch ein Tier ist, wenn auch ein weiterentwickeltes Tier. Für mich gibt es die Gattungen Tier und Mensch, beileibe gehören Menschen und Tiere nicht derselben Gattung, allenfalls könnte man sie, will man denn Gemeinsamkeiten finden, als Lebewesen bezeichnen.
    Und was von Ditfurth schreibt interessiert mich nicht unbedingt. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Voltaire ()

  • Über die Frage, ob Menschen und Tiere auf gleicher Ebene stehen, darüber ist es wahrscheinlich müßig zu diskutieren.


    Die Frage ist: warum gibt es (immer mehr) Menschen die ein Tierleben ÜBER das eines Menschen setzen, denen Gewalt gegen Tiere mehr ausmacht als gegen Menschen? Ob nun real oder fiktiv sei mal dahingestellt.


    Würde man z.B. den Ansatz Schweitzers konsequent verfolgen, so müsste man jedem Leben die gleiche Achtung entgegenbringen und bei jedem Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) entscheiden, ob die Gründe, warum man diesem Leid zufügt, tatsächlich unumgänglich sind.


    ?( ?( ?(

    Ich weiß nicht, was das sein mag, das ewige Leben.
    Aber dieses hier, das diesseitige, ist ein schlechter Scherz. (Voltaire)

  • Voltaire
    Das die Tiere das merken bestreitet niemand, ebenso das sie Todesangst verspüren.Vielleicht sollte ich mir das wirklich einmal anschauen, derzeit kann ich meine Meinung nur nach dem vertreten was ich bisher in Erfahrung gebracht habe und kenne.
    Ich finde trotzdem, das zwischen dem genannten Beispiel ein feiner Unterschied besteht. Die Schweine werden getötet bevor man sie aufschneidet, Haie nicht.
    Meine Meinung.


  • Grundsätzlich kann ich das so :write


    Ich persönlich glaube, dass hier über zwei Extreme nun diskutiert wird.
    Wir haben hier erstmal von einer Tierquälerei ansich gesprochen. Und zwar aus dem einfachen Beweggrund von "Freude" oder "Spaß" einem wehrlosen Geschöpf etwas anzutun.
    Aber dies ist ja nun nicht vergleichbar mit der Nahrungskette. Wie sollten Tiere denn zum Tode finde, wenn sie nach ernährungsrechtlichen Grundlagen verwertet werden müssen, damit sie als Nahrung überhaupt zugelassen werden? Das sind zwei grund verschiedene paar Schuh.


    Ich esse Fleisch, möchte aber keine Schlachthalle von innen sehen, weil ich es einfach nicht ertragen könnte. Doch das ist m.M.n. kein Grund nun wieder auf urzeitliche Methoden der Schlachtung von Tieren zurückzugreifen.
    Ich habe durchaus meinen Respekt vor Tieren! Von Kind an wurde mir beigebracht, das Lebewesen - egal ob Mensch oder Tier zu achten und zu respektieren!
    Nie im Leben würde ich auf die Idee kommen, eine Fliege zu fangen und ihr die Flügel auszureißen, aber weiter leben zu lassen. Im Gegensatz dazu erschlage ich eine Fliege aber durchaus in meinem Haus mit der Fliegenklatsche.
    Was bin ich denn nun? Tierquäler mit einer nicht ganz so brutalen Ader und ein wenig Mitgefühl??

  • Ich glaube, die Diskussion kommt vonm eigentlichen Thema ab, aber ich möchte trotzdem etwas dazu sagen :-)
    Ich stelle Tiere nicht über Menschen und ich setze sie auch nicht in allen Punkten mit den Menschen gleich, aber wie schon angemerkt, per definitionem ist der Mensch auch ein Tier. Gut, er mag in der Evolutionsgeschichte einen höheren Platz einnehmen, aber im Prinzip ist es so. Dennoch versuche ich, auch Tieren so viel Respekt wie möglich entgegenzubringen.
    Seit ich 15 bin, bin ich Vegetarierin, und ich denke ernsthaft darüber nach, Veganerin zu werden. Gerade WEIL wir Menschen mit etwas mehr Vernunft gesegnet sind (oder sein sollten? :grin) als die meisten anderen Tiere, ist es nur richtig, wenn wir Verantwortung für andere Lebewesen übernehmen.
    Natürlich bewertet man den Tod eines Lebewesens der "eigenen Spezies" schlimmer als den einer Anderen.


    Zitat

    Original von Uta
    Mich würde mal interessieren, wie die "Tierfreunde" hier zu Spinnen und Stubenfliegen in ihrer Wohnung oder Motten im Kleiderschrank stehen? Kann man im Sommer ja nicht immer vermeiden. Und sind sie alle Veganer? Oder was wäre mit Silberfischen oder Ameisen, das sind doch auch Lebewesen.


    Silberfische oder Motten ( :lache) hatte ich noch nicht (außer im Nicknamen), deswegen kann ich dazu nicht viel sagen. Spinnen und Stubenfliegen stören mich entweder nicht ( was weiß ich denn, wer im Keller oder auf dem Dachboden seine Netze spannt, wenigstens fressen die die Mücken weg) oder ich verfrachte sie so vorsichtig wie möglich nach draußen. Veganerin bin ich wie gesagt nicht, aber ich habe Hochachtung vor Allen, die das durchziehen und überlege, ob ich das selber auch könnte. Ameisen sind eine schwierige Sache, das sind eben Tiere, denen man halt nicht ausweichen kann :-)
    Ich würde nie zum Spaß eine quälen oder töten, oder mit Absicht drauftreten, aber wenn ich über die Straße/Wiese/wolangauchimmer gehe und aus Versehen eine platttrete, gehe ich sicher auch nicht in die Ecke und heule. Die hat ihre faire Chance gehabt. :grin
    Außerdem darf man hier differenzieren: der Mensch und andere hoch entwickelte Lebewesen (Wirbeltiere) haben ein Zentralnervensystem mit Gehirn, Rückenmark etc.pp, eine Ameise und andere Insekten "nur" ein Strickleiternervensystem, weshalb sie gar nicht zu so komplexen Empfindungen befähigt sind.


    EDIT:

    Zitat

    Original von grottenolm
    Die Frage ist: warum gibt es (immer mehr) Menschen die ein Tierleben ÜBER das eines Menschen setzen, denen Gewalt gegen Tiere mehr ausmacht als gegen Menschen? Ob nun real oder fiktiv sei mal dahingestellt.(


    Ist das so? Ich habe die Erfahrung noch nicht gemacht, dass das wirklich immer mehr werden. Kann mir aber vorstellen, dass es daran liegt, dass sich die meisten Tiere gegen Menschen nicht wehren können, oder, dass den meisten Menschen durch andere Menschen schon mehr Schmerz zugefügt wurde als durch Tiere (ich will nicht sagen fast allen - das Schlimmste, was ein Tier mir angetan hat, war, als meine Katze, die wir vor Ewigkeiten hatten, mich gekratzt hat. Da tut jeder Tadel durch einen anderen Menschen mehr weh).


    Zitat

    Original von Voltaire
    Zudem bestreite ich, dass der Mensch ein Tier ist, wenn auch ein weiterentwickeltes Tier.


    "Tiere sind nach dem herkömmlichen Verständnis Lebewesen, die ihre Energie nicht durch Photosynthese gewinnen und Sauerstoff zur Atmung benötigen. "(wikipedia)
    Betreibst du Photosynthese ?( (nein, keine Angst, ich weiß schon, was du meinst)

    An apple a day keeps the doctor away - if well aimed.

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 Mal editiert, zuletzt von Motte ()

  • Zitat

    Original von JanvonderBank
    Warum, denkt ihr, lesen (oder schreiben) wir als gebildete, vielleicht sogar philanthropisch veranlagte Menschen eigentlich Bücher mit bisweilen blutigem, brutalem oder schlicht auch menschenverachtendem Inhalt?


    - Ist es ein Ventil? Oder macht gelesene Gewalt uns stumpfer?


    Ein interessanter Gedanke, mit dem ich mich auch oft beschäftige. Manchmal nenne ich mich selbst scherzhaft "total krank". Ich finde, das mit dem Ventil ist gut ausgedrückt, eben weil wir alle sowohl Gutes wie Böses in uns tragen. Ich erkläre mein Faible für "fiktiv" Blutiges immer damit, dass mein reales Leben in großer Harmonie verläuft. Vielleicht tobe ich mich auf diese Art aus. Würde mein Leben ungeordneter verlaufen, mit Sorgen und Stress, könnte ich mir vorstellen, rosarote Romantik zu Papier zu bringen, um mir eine friedliche Balance zu schaffen.


    Das erwähnte blutige Faible ist allerdings definitiv fiktiv, so kann ich Hochspannungsthriller, ob Buch oder Film, nicht ertragen, weil die dort beschriebenen Grausamkeiten auf verstörende Weise ins reale Leben umzusetzen sind und auch dort passieren. Zombies und Vampire hingegen, können von mir aus metzeln was das Zeug hält. Da bin ich relativ schmerzfrei.


    Grenzen gibt es jede Menge, u.a. die von dir erwähnte mit dem kleinen Hund ... ehrlich gesagt, ich habe nicht mal weitergelesen. Allerdings betrifft das für mich auch Grausamkeiten an Menschen. Wie könnte man das erklären?
    Ein Filmbösewicht wird zur Strecke gebracht und mächtig verprügelt. Bei den ersten Schlägen empfinde ich pure Genugtuung, endlich bekommt der Kerl, was er verdient. Doch sobald die Nase blutet, das Auge anschwillt und der Gegner weiterhin drauf kloppt, stellt sich in mir das dringende Gefühl ein, die Sache zu beenden. Auch wenn der Bösewicht noch so böse ist, irgendwann muss gut sein. Ich schalte an solchen Stellen um.


    Gruß
    Helene

  • Nun werde ich auch einmal meine Meinung mit in diese ethische Diskussion mit hineinbringen. Einer Diskussion, in der es keinen Konsens geben wird, aber in dem verschiedenen Meinungen gehört werden.


    Rein biologisch betrachtet, gehört der Mensch zu der Art Homo sapiens und gehört zwar als momentan am weitesten entwickeltes Wesen der Fauna der Erde an.
    Philosophisch betrachtet, grenzt sich der Mensch durch mehrere seiner Fähigkeiten von den restlichen Tieren ab wie bereits oben genannt. Alleine schon die Tatsache, dass wie über das wie der Behandlung anderer Wesen sprechen, gibt dem Menschen eine gewisse Einzigartigkeit, die er gerne Mal in Bezug auf die Natur ausspielt. Wobei es so etwas wie Raubbau an der Natur bereits bei den Urvölkern und eingeborenen gibt. So sind die Indianer als Beispiel immer weiter gezogen mit ihren Stämmen, wenn sie die Gegend um das Dorf herum so weit durchsucht und bejagdt haben, bis keine Herden mehr zum Jagen da waren. es gab sogar Völker, die zum Fische fangen einen gazen see vergifteten, nur um dan die toten Fische zu kommen, ungeachtet der anderen Lebewesen.
    Das soll nicht als entschuldigung dienen, dass einige Menschen sich der NAtur und den Tieren nicht nett gegenüber verhalten, es zeigt aber die Natur des Menschen auf, der ein Allesfresser ist. Wenn man als Veganer oder Vegetarier mit dem Leben argumentiert, sind es auch die Pflanzen die leben (da sie auch Organismen sind) und gerade auch bei Pflanzen, egal ob Getreide oder Mais wird versucht mit immer mehr Neuerungen und hochgezüchteten Arten, die gegen alle mögliche restitent sind und am besten schnell wachsen, auch nicht alles so biologisch und gerecht angebaut wird, wie es in der tierzucht gefordert wird.


    Ungerechtigkeiten sind überall zu finden, aber das würde mich nicht dazu bringen, das Fleischessen aufzugeben (und ja, ich habe mich schon intensiv mit Schlachthöfen, Tiertransport, Tiertötung und Massentierhaltung befasst -> ist ein bestandteil in meinemm Studium). Der einzelne Mensch muss aber wissen was er will 8in Bezug auf das Essen). Daher sollte jetzt weder ein Fleischesser noch Vegetarier oder Veganer ausgegrenzt werden, was mitunter auch vorkommt.
    Schlachthöfe und die technik dort, ebenso wie die Massentierhaltung sind nicht schön anzusehen, aber genauso wenig sind es genveränderte udn hochgezüchtete Pflanzen oder auch hochgezüchtete Haustiere, meiner Meinung nach. Ein Quälen von Tieren sollte nach Möglichkeit vermieden werden, aber es sollte einfach als eine Einstellung, wie man dazu steht, in jedem von uns dasein. denn der Mensch sollte zumindest davon Gebrauch machen, darüber nachzudenken, ob es gerade sinnvoll ist,w as er tut und warum er es tut.

  • Zitat

    Original von imandra777
    Wenn man als Veganer oder Vegetarier mit dem Leben argumentiert, sind es auch die Pflanzen die leben (da sie auch Organismen sind) und gerade auch bei Pflanzen, egal ob Getreide oder Mais wird versucht mit immer mehr Neuerungen und hochgezüchteten Arten, die gegen alle mögliche restitent sind und am besten schnell wachsen, auch nicht alles so biologisch und gerecht angebaut wird, wie es in der tierzucht gefordert wird.


    Meiner Erfahrung nach argumentieren aber die wenigsten damit, dass Tiere Lebewesen sind. Das wäre ja auch ein schwaches Argument, denn wie du schreibst, sind Pflanzen auch Lebewesen, und dessen sind sich die meisten Vegetarier/Veganer durchaus bewusst ;-) Ich ziehe wie wahrscheinlich die meisten Nicht-Fleischesser meine Grenze so: Tiere haben ein Nervensystem, Pflanzen nicht. Pflanzen reagieren zwar auch auf Umweltreize, aber nicht in dem Ausmaß wie Tiere. Und irgendetwas muss man ja essen- also esse ich das, was vermutlich am wenigsten leidet.

    Zitat

    Ungerechtigkeiten sind überall zu finden, aber das würde mich nicht dazu bringen, das Fleischessen aufzugeben


    Und genau das ist der Punkt, an dem jeder für sich ausmacht, ob er das in Kauf nimmt oder nicht; was er mit seinem Gewissen vereinbaren kann und was nicht. Ich bin zugegebenermaßen sehr idealistisch und konnte es irgendwann nicht mehr. Ich weiß, dass ich alleine die Welt dadurch nicht wahrnehmbar verändere, aber ich bin mit mir im Reinen (huch, ich komme sicher rüber wie die baumumarmende Esoterik-Tusse :lache), und das ist mir wichtig. Wenn ich Ungerechtigkeit durch meinen Beitrag verhindern oder verringern kann, dann tue ich das (und werde iiiirgendwann nach dem letzten Staatsexamen genau das auch zu meinem Beruf machen :lache). Zumal es bei der Umstellung auf eine fleischlose Ernährung für mich keine große Arbeit war. Ich habe das gerne gemacht und mache es immer noch gerne. Das mag man mir als jugendlichen Übereifer und Naivität auslegen - bitte. :-)

    An apple a day keeps the doctor away - if well aimed.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Motte ()