Die Flüsse von London (Rivers of London / Midnight Riot) - Ben Aaronovitch

Die tiefgreifenden System-Arbeiten sind soweit abgeschlossen. Weitere Arbeiten können - wie bisher - am laufenden System erfolgen und werden bis auf weiteres zu keinen Einschränkungen im Forenbetrieb führen.
  • Das Buch beginnt ziemlich interessant und mit der gehörigen Portion trockenen Humor`s.
    Während Leslie scheinbar nach ihrer zweijährigen Londoner Pflichtstreife wie immer das große Los gezogen zu haben scheint, sieht es für Peter Grant nicht ganz so rosig aus. Doch das Leben hält noch einige Überrraschungen für ihn bereit und so wird er seit 50 Jahren der erste Zauberlehrling bei Inspector Thomas Nightingale.


    Dabei überrascht der Autor mit neuen, liebenswerten Charakteren wie Vater und Mutter Themse, ihren Fleisch gewordenen Flusskindern, einem toten Zeugen sowie der vampirischen Haushälterin Molly, die ganz nebenbei dem Hund das rohe, blutige Fleisch "wegnascht".
    Hier konnte der Autor mich gut unterhalten, allerdings fehlte mir der rote Faden in der Story, allzu oft weicht er ab, ja wirkt die Geschichte fast abstrus und übertrieben, so dass ich mich ziemlich oft habe ablenken lassen, fast so wie Aaranovitch seinen Protagonisten beschreibt.


    Daher konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln und ich vergebe 6 Punkte.

  • Zitat

    Original von Pusteblume 34
    ...
    Dabei überrascht der Autor mit neuen, liebenswerten Charakteren wie Vater und Mutter Themse, ihren Fleisch gewordenen Flusskindern, einem toten Zeugen sowie der vampirischen Haushälterin Molly, die ganz nebenbei dem Hund das rohe, blutige Fleisch "wegnascht".
    Hier konnte der Autor mich gut unterhalten, allerdings fehlte mir der rote Faden in der Story, allzu oft weicht er ab, ja wirkt die Geschichte fast abstrus und übertrieben, so dass ich mich ziemlich oft habe ablenken lassen, fast so wie Aaranovitch seinen Protagonisten beschreibt.


    Daher konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln und ich vergebe 6 Punkte.


    Genau so erging es mir auch mit dem Buch. Ich fand die Charakteren und die Ideen super Klasse und der Humor war genau nach meinem Geschmack. Aber irgendwie fehlte mir auch so ein wenig der rote Faden...
    Trotzdem werde ich mir den zweiten Teil auch noch zu legen. Irgendwie möchte ich doch wissen wie es weiter geht.

    "Katzen sind ein geheimnisvolles Völkchen. Es geht mehr in ihren Köpfen herum als wir uns vorstellen können. Das kommt ungezweifelt durch ihren engen Umgang mit Zauberern und Hexen." Sir Walter Scott

  • Ich habe den ersten Teil auch gerade beendet. Einen Vergleich mit Harry Potter hält die Story nicht stand.
    Aber ich war sofort in der Story drin, weil ich mit fast allen Ortsangaben Bilder verbinde. Den River Fleet bin entlang gewandert, am Beverly Brook habe ich einige Caches gefunden. Und Die Straßen von London sind mir ebenfalls bekannt. Deshalb hat das Buch für mich eine besondere Atmosphäre. Der zweite Teil liegt hier schon sowohl in Deutsch als auch signiert in Englisch. Der dritte Teil hat sich mein Mann bei einer Lesung gekauft.
    Das ist einen sehr individuelles Empfinden. Wer schon öfter in London war, der wird diese Reihe lieben.
    Ich werde die Reihe weiter verfolgen.

  • KLAPPENTEXT:
    Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben ... Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!


    AUTOR:
    Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u.a. Drehbücher zu der englischen TV Kultserie "Doctor Who" verfasst), arbeitet er als Buchhändler.


    EIGENE MEINUNG:
    Peter Grant ist nun endlich fertig mit seiner Polizeiausbildung und darf den Dienst antreten. Wenn es nach ihm ginge sollte sein Posten wie folgt beschaffen sein: wichtig, extrem gut bezahlt und nicht anstrengend. Doch da es ja immer anders kommt als man denkt, wird er der Büroarbeit zugewiesen. Als er jedoch einen Geist entdeckt, wird Meister Nightingale, ein etwas in Vergessenheit geratener Mitarbeiter der Londoner Metropolitan Police auf ihn aufmerksam. Und was ihn dort so alles erwartet, damit hätte weder Peter, noch ich gerechnet...
    Man kann Ben Aaronovitch einiges vorwerfen, aber eins ist seine Geschichte sicher nicht: voraussehbar. Immer wieder geht er neue Wege, zaubert (unheimliche) Fantasiefiguren aus dem Nichts hervor und hinterlässt dabei so manche Blutspur. Manches ging schon in den Bereich Grusel, was ich eigentlich nicht so sehr gern mag.
    Besonders angetan hat es mir Peter Grant. Der Held der Geschichte, der lange Zeit eher ein Anti-Held ist, eigentlich lieber wenig bis nichts tut und so gern mal mit seiner Kollegin Lesley ins Bett steigen würde. Auch von anderen leicht bekleideten Damen kann er nicht so gut wegsehen und tritt so oft wie möglich ins Fettnäpfchen. Diese vielen Ecken und Kanten, die er hat plus dieser Sinn für Ironie, machen ihn zu einem unglaublich sympathischen Charakter, den man einfach gern bei seinen Abenteuern begleitet. Ebenso wie seinen Mentor Nightingale, der genau die richtige Portion an Verschrobenheit gepaart mit ehrfürchtiger Ausstrahlung inne hat.
    Die Ermittlungen, die dieses ungleiche Paar, das vom Geisterjägerhund Toby begleitet wird, durchführen waren mir hingegen ein wenig ein Dorn im Auge. Eigentlich ist Aaronovitchs Schreibe locker, leicht, sarkastisch und lässt sich dadurch flüssig lesen, doch an einigen Stellen konnte ich den Gedankengängen der beiden Herren Zauberer bzw. ihres Erschaffers nur wage folgen und habe oft einfach den Faden verloren. Dadurch musste ich mich mühsam durch den ein oder anderen Abschnitt durch kämpfen, was mir das Lesevergnügen leider etwas gemindert hat.


    FAZIT:
    Auch wenn die Geschichte mit einigen Ecken und Kanten eher etwas holprig ist, lassen eben diese die Protagonisten des Buches sehr sympathisch wirken. Mit jedem Schritt ins Fettnäpfchen tritt Peter auch weiter ins Herz des Lesers und deshalb ist es kein Wunder, das man nach beenden seines ersten Polizeieinsatzes unbedingt weitere Ermittlungen mit ihm an der Seite erleben möchte. Wie gut, dass "Schwarzer Mond über Soho" bereits erschienen ist.

  • Ich habe mich total auf das Buch gefreut, der Inhalt hörte sich gut an und das Cover gefällt mir auch sehr gut. Beworben wird das Buch mit einem erwachsenen Harry Potter und da ich gerade diese Reihe total gern gelesen habe, war ich gespannt. Und wurde total enttäuscht.


    Ich muss zugeben, dass ich nur ca 100 Seiten gelesen habe und völlig genervt bin von der gezwungenen Witzigkeit. Der Erzählstil des Autors, der übrigens aus der Sicht von Peter Grant schreibt, hat mich total genervt, obwohl ich gern Bücher aus der Ich-Perspektive lese.


    Leider kann ich nicht viel mehr zu dem Buch sagen, ausser, dass ich es überhaupt nicht empfehlen kann. Ich denke, wenn nicht mit Harry Potter geworben worden wäre, wäre ich mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Leider kann ich nicht viel mehr zu dem Buch sagen, ausser, dass ich es überhaupt nicht empfehlen kann. Ich denke, wenn nicht mit Harry Potter geworben worden wäre, wäre ich mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen.

    Mein erster Gedanke: Wie? Es wurde mit Harry Potter geworben? :wow


    Doch ein rascher Blick auf die Buchrückseite ergab: Tatsächlich, ein meines Erachtens nach völlig irreführende Blurb von Diana Gabaldon, der falsche Erwartungen weckt.
    (Einmal mehr zeigt sich, mit welchen zweifelhaften Methoden einige Verlage gerne ihre Bücher bewerben.)


    Doch wenn man sich hiervon nicht beeinflussen lässt - eine Nähe zu Harry Potter empfand ich nun wirklich in keiner Textzeile - kann man Peter Grant bei seinen ebenso spannenden wie kurzweiligen Ermittlungen durch London begleiten. Ich stimme pepperann zu, dass das Buch stellenweise ein wenig holperig ist, doch bin ich wahrscheinlich ähnlich London-affin wie nordicute04, wodurch mir allein schon das Wiedererkennen vieler genannter Orte das Lesen zum Genuss machte. :-)

  • Zitat

    Original von Hope C.


    Doch wenn man sich hiervon nicht beeinflussen lässt - eine Nähe zu Harry Potter empfand ich nun wirklich in keiner Textzeile - kann man Peter Grant bei seinen ebenso spannenden wie kurzweiligen Ermittlungen durch London begleiten.


    Sehe ich genauso. Ich habs mir auch gekauft, weil mit der Ähnlichkeit zu Harry Potter geworben wurde :grin
    Ich fand jeden einzelnen Protagonist sympathisch und besonders.
    Vor allem gefiel mir Nightingale.


    :wave

    "Hutzenberge riesengroß.
    Hutzenberge makellos.
    Hutzenberge sind so weit.
    Hörst du meinen Hutzenschrei?"


    Freda die Berghutze

  • Der ganz große Fang war das Buch für mich jetzt nicht, aber ich habe es gern gelesen. Irgendwie hatte ich eine andere Vorstellung von der Geschichte gehabt.
    Aber der Schreibstil ist gut und auch der (vor allem ironische) Humor kommt nicht zu kurz.
    Alles in allem fehlte es aber an ein bisschen mehr echter Spannung.


    8 Punkte von mir.

  • Cover: sieht ziemlich cool aus mit dem knallroten Fluss und der Straßenkarte. Ich find es toll gestaltet.
    Meinung zum Inhalt: Mir hat die Kombi aus Kriminalroman und Fantasybuch außerordentlich gut gefallen. Ich hatte ja erst ein wenig dran gezweifelt, aber mich hat das Ganze trotzdem irgendwie ein wenig an Harry Potter erinnert (auch wenn es Nightingale natürlich wirklich gibt!). :D Ich fand die Idee, dass Flüsse menschenähnliche Wesen sein können einfach grandios und auch, wie der Konflikt zwischen Mutter und Vater Themse am Ende gelöst wird bzw wie es hier Reibereien gibt. Auch die Todefälle wurden logisch (soweit bei magischen Todesfälle möglich) aufgeklärt. Die Spannung kam auch nie zu kurz, bis zuletzt wusste ich nicht, mit was/wem wir es hier eigentlich zu tun haben und der Autor hat mich dann doch nochmal überrascht! Ich musste auch sehr oft laut lachen, weil ich manche Szenen dann doch zu amüsant fand. Ich finde es auch toll wie man Peter Grant am Anfang kennenlernt und wie er sich dann weiterentwickelt und wie lange manche Dinge einfach dauern. Ich mag es auch sehr mich in London zu bewegen, da kam mir dieses Buch gerade recht. Ich muss unbedingt bald Band 2 lesen!!
    Negativ ist mir wirklich nichts aufgefallen, die Sprache hat mir auch super gefallen, daher 10 Punkte! :)

  • Peter Grant ist Polizeianwärter in London. Eines Nachts trifft er auf einen Geist, der Zeuge eines Mordes gewesen ist, Peter hat offenbar mystische Fähigkeiten. Daraufhin wird er Thomas Nightingale zugeteilt, der nicht nur eine Sondereinheit leitet, die sich um mysteriöse Todesfälle kümmert und bislang nur aus ihm selbst bestand, sondern auch der letzte Zauberer ist. Er nimmt Peter als Lehrling auf, weist ihn in die Magie ein und stellt ihm einige außergewöhnliche Wesen vor. Und ein Mordfall wäre da auch noch zu lösen.


    Eine sehr interessante Konstellation, wie ich finde, und so geht man als Leser zusammen mit Peter staunenden Auges an die Geschichte heran – um, ebenfalls zusammen mit Peter, bald verwirrt die Stirn zu runzeln. Ben Aaronovitch erschlägt den Leser sehr schnell mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Viel davon hat mit den Flüssen von London zu tun, wie auch der Titel schon sagt. Dass die Flüsse mehr als fließendes Wasser sind, ist nicht weiter überraschend, schließlich liest man einen Fantasy-Roman. Doch was haben diese mit dem Mord zu tun? Und warum werden die Ermittlungen dauernd unterbrochen – oder gehört das alles doch dazu? Und neben all dem muss Peter sich noch im Zaubern üben, umziehen und hat mit seinen Hormonen zu tun.


    Über lange Strecken ist der Roman tatsächlich etwas verwirrend, der Autor scheint sehr schnell den roten Faden verloren zu haben – und doch fügt sich zum Ende alles recht gut zusammen. Über die Auflösung muss man zwar auch ein bisschen grübeln, aber am Ende habe ich recht zufrieden den Reader ausgeschaltet – und bin nun vielleicht sogar bereit noch einen weiteren Roman der fünfteiligen Serie zu lesen. Leider fehlt es dem Roman etwas an Spannung, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen fällt nicht wirklich schwer, man sollte aber schon dran bleiben, um den Überblick zu behalten. Gegen Ende zieht die Spannung dann doch noch an und vor allem die Szenen in der Oper fand ich richtig gut.


    Warum auch immer, ich hatte ständig das Gefühl, der Roman würde in der Vergangenheit spielen, wahrscheinlich wirkte seine Stimmung so auf mich. Doch Begriffe wie „Handy“ oder „Plasmafernseher“ holten mich immer wieder in die Gegenwart zurück. Tatsächlich hätte er wohl auch funktioniert, wenn er ein paar Jahrzehnte früher gespielt hätte.


    Interessant sind vor allem die Charaktere – und hier muss ich wieder auf die Flüsse zurückkommen, auf Mutter Themse, Vater Themse und ihre Nachkommenschaft. Ich wusste gar nicht, dass es im Zusammenhang mit London und Themse so viele Flüsse gibt. Auch Peter konnte schnell bei mir punkten, er erzählt selbst in Ich-Form, wodurch man tatsächlich die Geschichte mit ihm zusammen erlebt, und ist mir sehr sympathisch, ebenso wie Thomas Nightingale, der sicher in den Nachfolgeromanen noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann. Der Autor lässt Einiges an (britischem) Humor in seine Erzählung einfließen, so dass sie zwar manchmal voller Umwege scheint, aber nie zäh ist.


    Wie schon gesagt, am Ende war ich zufrieden mit dem Roman, es lohnt sich also, dran zu bleiben, auch wenn man zwischendurch Hänger hat. Als Gesamtpaket konnte die Geschichte mich überzeugen, so dass ich 8 Punkte vergeben und auch eine Empfehlung ausspreche, wer sich auch gerne einmal an einer etwas anderen Geschichte versucht, sollte zumindest einen Blick riskieren.