Ready Player One- Ernest Cline

  • Wer online stirbt, ist wirklich tot!
    Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er - wie die meisten Menschen - in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos - in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!


    Dieses Buch ist definitiv anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Man kann es auch als Nicht-Gamer lesen, denn es hat auch mich überzeugt. Ab der ersten Seite ist die Geschichte spannend aufgebaut, legt aber ab Seite 200 so richtig los. Die Welt von OASIS wurde so realistisch beschrieben, dass man zeitweilig nicht das Gefühl hatte, man sei in einer virtuellen Welt, sondern mittendrin in einem spannenden Abenteuerbuch. Lediglich an manchen Stellen hätte ich mir ein Glossar gewünscht, da ich etliche, der im Buch aufgeführten, Computerspiele, Filme, Musik, etc. nicht kannte. Dies war zwar dem allgemeinen Verständnis nicht abträglich, hätte aber dem tieferen Verständnis gut getan. Dennoch ist dieses Buch wie ein Computerspiel, das süchtig macht bis man das Ende erreicht hat, man will immer weiterlesen und mitfiebern, wenn Wade sein virtuelles Abenteuer erlebt. Das Ende ist ebenso spektakulär wie überraschend. Dieser Showdown verpasst "Ready Player One" noch den letzten Schliff und endet mit einem Knall.


    Die Handlung wird aus Wades Sicht geschildert, was einen guten Einblick in seine Persönlichkeit liefert. Er ist ein ziemlich kluger Kopf, der sich mit Computern und technischen Gerätschaften sehr gut auskennt und auch die in OASIS gestellten Rätsel zu lösen vermag. Er ist der typische Nerd, der aber nach einer gewissen Zeit über sich hinauswächst und auch in der wirklichen Welt zu Punkten weiß. Auch die anderen Charaktere sind für Avatare sehr realistisch charakterisiert worden, sie sind zwar ebensolche Nerds wie Wade, werden aber nach und nach zu einer Einheit und erkennen einen tieferen Sinn in ihrem Leben der über OASIS hinausgeht: Liebe und Freundschaft.


    Sprachlich ist es flüssig zu lesen, auch wenn man als Laie ab und zu über unbekannte Begrifflichkeiten stolpert. Die Sprache ist sehr modern und vertechnisiert. Alles kann man deshalb nicht nachvollziehen, da man dazu die einzelnen Spiele und Filme gespielt bzw. gesehen haben muss, dennoch beschert dieses Buch dem Leser einige unterhaltsame Lesestunden.


    Das Cover ist sehr interessant gestaltet mit seiner verpixelten Darstellung und des Avatars in der Mitte. Auch das Pac-Man-Symbol ist eine gelungene Anspielung auf die 80er-Jahre und das Zeitalter der Technik. Sehr passend und modern.

  • Klappentext:

    Im Jahr 2044 hat die reale Welt für Wade Watts nicht mehr viel zu bieten. Daher flieht er – wie die meisten Menschen – in das virtuelle Utopia von OASIS. Hier kann man leben, spielen und sich verlieben, ohne von der bedrückenden Realität abgelenkt zu werden. Da entdeckt Wade in einem Online-Game den ersten Hinweis auf einen unsagbar wertvollen Schatz, den der verstorbene Schöpfer von OASIS in seiner Cyber-Welt versteckt hat. Plötzlich ist Wade eine Berühmtheit, aber er gerät auch in das Visier eines Killerkommandos – in OASIS und in der Realität. Wade weiß, dass er diese mörderische Hetzjagd nur überleben kann, wenn er das Spiel bis zu seinem ungewissen Ende spielt!

    Meine Meinung:

    „Ready Player One“ ist der Debütroman des Autors Ernest Cline. Nachdem man in die Welt der OASIS eingetaucht ist, lässt sie einen nicht mehr los – bis das Abenteuer vorbei ist!

    Die Cyber-Welt, die hier erschaffen wird, ist etwas ganz besonderes. Der Leser merkt gar nicht, wie sie einen gefangen nimmt. Die letzten 300 Seiten habe ich in einem Rutsch durchgelesen. Der Schreibstil ist flüssig und auch die vielen Fachbegriffe stören nicht im geringsten. Man denkt wirklich in der Zukunft gelandet zu sein.

    Gerade der krasse Unterschied zwischen der düsteren, realen Welt und der strahlenden Welt der OASIS sind sehr beeindruckend. Man kann absolut nachvollziehen, warum Wade hier hin flüchtet. Mich hat sie total beeindruckt und an mancher Stelle war ich sogar traurig, dass ich sie nicht auf eigene Faust erkunden durfte…

    Auch die Charaktere sind absolut überzeugend und halten so manche Überraschung parat. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive des Protagonisten Wade erzählt und macht sie somit für jeden zugänglich. Bei mir hat es ein paar Seiten lang gedauert bis ich mich in der zukünftigen Welt zurechtgefunden habe, aber danach hat der Roman einfach nur Spaß gemacht.

    Die Suche nach den verborgenen Schlüsseln hat ebsenso wie die damit verbundenen Rätsel dazu beigetragen die Spannung kontinuierlich aufrecht zu erhalten. Das Buch zur Seite zu legen, war praktisch nicht möglich, da so die Dynamik unterbrochen worden wäre.

    Letztendlich war der Schluss stimmig und überzeugend. Gerne hätte ich noch weiter gelesen, weil für mich noch einige Fragen offen geblieben sind wie es mit den Protagonisten weitergeht. Aber vielleicht ist dies ja vom Autor beabsichtigt um noch einen weiteren Teil zu schreiben?!


    Alles in Allem ein Buch, das mich absolut überzeugt hat und zu meinem Lesehighlight des Jahres 2012 gekürt wurde. Wir werden in eine zukünftige Welt geschickt, in der es noch Moral und Freundschaft gibt und Geld eben doch nicht alles ist.

    Bewertung:
    5/5 Sterne!

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    Nur was für echte 80er und Computerspiele-Fans!


    Wir schreiben das Jahr 2044, die meisten Menschen fliehen vor der bedrückenden Realität in die virtuelle Welt von OASIS. Vor wenigen Jahren starb James Halliday, Schöpfer dieser unwirklichen Welt, und hinterließ ein in die OASIS einprogrammiertes Rätsel – sogar drei, um genau zu sein. Der Gewinner, der als erstes diese Rätsel löst, wird James Hallidays Milliarden erben und auch die Kontrolle über die OASIS bekommen. Der junge Wade gehört mit Leib und Seele zu den „Jägern“ – denen, die auf der Suche nach dem Easter Egg von Halliday sind. Und dann findet er plötzlich den ersten Hinweis und schafft sich dadurch mächtige Feinde, die schon bald nach seinem Leben trachten …


    Der Anfang von „Ready Player One“ las sich spannend und vielversprechend. Sofort tauchte ich in die Welt von Wade Watts ein und von Beginn an war er mir sympathisch.


    Leider verflog dieser sehr gute erste Eindruck ziemlich rasch. Ich bin zwar in den 80er Jahren geboren, jedoch kein „80er Fan“ und somit konnte ich mit vielen „Andeutungen“ auf Spiele, PC-Spiele, Filme und Musikstücke aus den 80ern nichts anfangen. In den ersten Kapiteln des Buches störte mich das nicht sonderlich, da ich die Geschichte trotzdem genießen konnte.


    Allerdings kam mir der weitere Verlauf des Buches an einigen Stellen zu „glatt“ vor und teilweise auch unrealistisch. Wade Watts ist quasi ein wandelndes 80er-Lexikon, hat alle Filme aus den 80ern gleich mehrmals gesehen, kennt alle Musikstücke und Spiele/PC-Spiele aus dieser Zeit. Ich fragte mich die ganze Zeit, wann ein Schüler die Zeit haben kann, sich so viel mit den 80er Jahren zu beschäftigen, der eben auch den ganzen Tag die (virtuelle OASIS-)Schule besuchen und Hausaufgaben machen muss!?


    Hinzu kommt, dass sämtliche in die Rätsel von OASIS-Programmierer Halliday eingeflochtenen 80er-Andeutungen immer nur damit erklärt wurden, es sei Hallidays Lieblingsfilm/-song/-spiel etc. gewesen. Andererseits soll er auch quasi 24/7 an der OASIS programmiert haben, also stellt sich hier auch die Frage danach, wie ein milliardenschwerer Programmierer so viel Zeit haben kann, sich mit der Popkultur der 80er zu beschäftigen. Außerdem fand ich es seltsam, dass er mehrere Lieblingsfilme/-songs/-spiele gehabt haben soll. Kurzum: Die Erklärungen, warum gewisse Anspielungen auf die 80er in Hallidays Rätsel eingebaut waren, fand ich zu wenig abwechslungsreich.


    Insgesamt begann „Ready Player One“ für mich stark, den Mittelteil fand ich allerdings relativ eintönig. Zum Ende hin wurde es noch mal spannend, obwohl Vieles auch vorhersehbar war.


    Ein Computerspiele-Fan zu sein, reicht meines Erachtens leider nicht aus, um „Ready Player One“ von der ersten bis zur letzten Seite genießen zu können. Vielmehr sollte man sich vor allem mit den 80ern auskennen (nicht nur ein "80er-Fan" sein!) UND ein „Zocker“ sein. Dann steht einem Lesevergnügen nichts im Wege.


    Für mich leider nur ein mittelmäßiges Buch.


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  • Die Rezension von Angelcurse spiegelt auch meine Meinung wider. Stellenweise ein sehr spannendes Buch, stellenweise wohl nur etwas für echte Computerspiele-Freaks und vor allem 80er-Jahre-Fans. Obwohl ich mich an die 80er noch sehr gut erinnern kann, waren mir nicht alle erwähnten Spiele, Filme und TV-Serien ein Begriff.


    Ich habe mich auch gefragt, woher die Mitspieler die Zeit genommen haben, sich dieses ganze Wissen anzueignen und neben dem Videospielen auch noch Filme und Serien zu gucken. Auch deren Tag hat nur 24 Stunden :-).


    Zwischendurch hat das Buch seine Längen, die Spannung flacht immer wieder ab. Der Ausgang ist zwar vorhersehbar, geht aber in Ordnung. Die Charaktere fand ich sehr gelungen und sympathisch. Und vor allem, dass am Ende die Ausgabe steht, dass Freundschaft wichtiger ist als Ruhm und Geld und man sich auf seine Freunde wirklich verlassen kann, das hat mir ausgesprochen gut gefallen.


    Empfehlen würde ich das Buch allerdings auch vor allem echten Computer- und 80er-Jahre-Fans.

  • Der Einstieg in die Geschichte um Wade oder Parzival, wie er sich in der OASIS nennt, ist etwas ungewöhnlich. Cline hat ein Setting geschaffen, das auf der einen Seite erschreckend weit entfernt von der heutigen Welt, andererseits aber durchaus vorstellbar ist.


    Der Schreibstil des Ich-Erzählers ist auch eher ungewöhnlich. So benutzt er gerade zu Anfang des Buches viele Fußnoten, Klammern und weitere kleine Erläuterungen. Als Leser habe ich mich durch die vielen, unkompliziert eingeschobenen Informationen und Erklärungen aber direkt angesprochen gefühlt. Die Sprache ist manchmal etwas derb, ohne Details zu beschönigen, jugendlich, wirkt aber dennoch nicht künstlich.


    Es gibt nur Kleinigkeiten, die mich wirklich gestört haben: so mutiert Wade von einer zur nächsten Seite vom schüchternen Einzelgänger in ein wahres Chat-Flirttalen. Ich bin beim Lesen wirklich drüber gestolpert und das darf meiner Meinung nach nicht sein.


    Ansonsten habe ich das Buch wirklich gern gelesen, auch wenn es mich zunächst nicht ganz so wie erwartet gepackt hat, was aber auch an der Tatsache liegen kann, dass ich wenig Zeit und dadurch ein kleines Lesetief hatte.


    Besonders für Leser, die in den 80er Jahren groß geworden sind oder zumindest einige Filme, Comics oder Erzählungen aus dieser Zeit kennen, bietet „Ready Player One“ ein ganz besonderes Schmankerl: der Mitbegründer der OASIS war nämlich (genauso wie der Autor selber) ein großer Fan der 80er, so dass die gestellten Aufgaben und Rätsel Spiele wie „Pacman“, Serien wie „Knight Rider“ oder Filme wie „Die Ritter der Kokosnuss“ aufgreifen.


    Die letzten 200 Seiten – einem wahren Showdown gleich – ließen mich mit dem Wunsch zurück, eine Fortsetzung zu dem Buch zu lesen. Ich vermute zwar, dass die Geschichte an sich zuende erzählt ist, aber trotzdem steckt im Schluss und in den Figuren selber Potenzial für eine weitere spannende Story. Ernest Cline ist auf jeden Fall ein Autor, den ich mir merken werde. Ich vergebe 7 von 10 Sternen.

  • Ich fand dieses Buch absolut großartig und fesselnd. Die Welt, die in "Ready Player One" gezeichnet wird, ist zugleich faszinierend und beängstigend. Ich würde das Buch unheimlich gerne von Joss Whedon verfilmt sehen, ich glaube, er würde die Atomsphäre perfekt rüberbringen.


    Meiner Meinung nach muss man übrigens kein Fan der Computerspiele der 80er sein - ich kannte die meisten Spiele nicht, weil wir in den 80ern keinen Computer hatten. Die meisten Spiele, die im Buch angesprochen werden, kenne ich noch nicht mal vom Namen her. Das hat dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan. Die Filme dagegen sagten mir schon ein bisschen mehr, zumal auch neuere Fantasywerke wie das grandiose "Firefly" angesprochen werden. Ich habe mich immer gefreut, wenn ich ein Zitat oder eine Anspielung erkannt habe. Wenn es mir aber gänzlich unbekannt war, hat das Buch für mich trotzdem funktioniert.

  • Ich hab das Buch innerhalb von zwei Tagen inhaliert. Die Anspielungen auf die 80er haben mir Spaß gemacht, da ich vieles kannte und ich musste zwischendurch unbedingt noch mal meinen zwanzig Jahre alten Gameboy rausholen und eine Runde Zelda spielen. Ich war ganz erstaunt, dass das alte Ding noch angesprungen ist. :lache


    Ich spiele gerade auf dem Handy "Across Age DX", und auch so einen alten 2D Fantasy RPG Look hat und ich könnte schwören, dass der Zauberer, der am Anfang gezeigt wird, aussieht wie Halliday. :lache

  • Ich habe noch nie im Leben ein Computerspiel gespielt und viele der Anspielungen in diesem Buch habe ich sicher nicht verstanden, aber das Lesen hat trotzdem viel Spaß gemacht.


    Wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, hat mich eigentlich nur eines gestört, nämlich dass diess riesige Vermögen samt der dazugehörigen Macht schlicht an den besten Videospieler geht. Er hätte sonst was sein können, ein Verbrecher vielleicht, damit hätte die Welt dann ein Problem.


    Trotzdem werde ich das Buch weiterhin jedem in meiner Nähe empfehlen :wave


    ***
    Aeria

  • Ich habe es gerade als Zwischenbuch angefangen, bin, zugegegebenermaßen allerdings erst auf den ersten Seiten.


    Daher mal eine Frage in den Raum, ist es ansatzweise vergeleichbar mit Tad Williams´Otherland ?


    neugierige Grüße von Elbereth :wave

  • Das war ein absolut tolles Buch, das ich jedem empfehlen werde, der nicht bei drei auf den Bäumen ist.
    Elbereth - der Vergleich mit 'Otherland' hat sich mir auch aufgedrängt, und ja, vom Grundaufbau her ist es irgendwie vergleichbar. Allerdings viel kompakter als die gewaltige Otherland-Tetralogie, lange nicht so detailliert, was die virtuellen Welten angeht und auch nicht ganz so philosophisch. Dafür deutlich schneller, dynamischer und leichter wegzulesen.



    Hier meine Meinung:
    Ready Player One ist zunächst einmal das, was viele Dystopien (vor allem im Jugendbuchbereich) zu sein versuchen, aber einfach nicht schaffen: Eine beklemmend glaubhafte und dadurch faszinierende Vision einer düsteren Zukunftswelt. Sodann ist es ein großartiges Stück Popkultur und eine wunderbare Reminiszenz an die Film-, Musik- und Spieleikonen der Achtziger und frühen Neunziger. Und schließlich ein absolut spannender Rollercoaster-Ride, eine berührende Geschichte, ein Stück nervenzerfetzender Detektivarbeit - und einfach alles, was ein richtig guter Roman sein sollte. Die beste Unterhaltung, die man sich vorstellen kann.
    Das Buch spielt in einer gar nicht fernen Zukunft, deren junge Generation in eine weltweite Energiekrise hineingeboren wurde. Die Regierungen sind schwach, Armut und Obdachlosigkeit weit verbreitet, zentrale Energieversorgung eine schwache Erinnerung aus vergangenen Jahrzehnten. Strom gewinnt man nun nur noch aus Sonnenkollektoren, der reicht natürlich vorn und hinten nicht, Reisen können sich nur noch sehr reiche Menschen leisten. Die Großstädte mit zuverlässigen Knotenpunkten ins Internet sind überfüllt, denn der größte Teil der Menschheit flüchtet sich vor dem allgegenwärtigen Elend in eine gigantische virtuelle Realität - OASIS. Die OASIS erlaubt dank Videobrille und haptischen Eingabegeräten, vom Handschuh bis zum Ganzkörperanzug, das vollständige Eintauchen in eine bessere Welt und besteht aus unzähligen, zehntausenden Planeten, ist durch stetige Erweiterung und Integration anderer Systeme zu einem Mix aus Lebens- und Lernwelt, Entertainmentkonsole und Multiplayer-Spielsimulation geworden. Da Reisen in andere Welten im echten Leben unerschwinglich ist, flüchtet man in der Virtualität an die romantischen Plätze der Erde. Der Grundzugang zur OASIS ist kostenfrei, deshalb können auch Leute wie Wade daran teilnehmen, ein neunzehnjähriger Junge, der bei seiner ungeliebten Tante in einem heruntergekommenen Trailerpark lebt und seine Computerausrüstung vor den Liebhabern der Tante verstecken muss, damit die ihn nicht beklauen. Wade geht in der OASIS zur Highschool, wie inzwischen Millionen anderer Kids auch. In seiner Freizeit ist er mit seinem Avatar Parzival ein sogenannter Jäger, d.h. er sucht nach dem ultimativen Rätsel des mittlerweile verstorbenen Schöpfers der OASIS, Hallidays Ei. Wer es anhand kryptischer Hinweise findet, erbt Hallidays gesamtes Milliardenvermögen und kontrolliert damit auch die Firma, die OASIS betreibt.
    Wade verbringt all seine Zeit damit, sich mit Hallidays Leben, Interessen, Lieblingsserien, Musik und Automatenspielen jener Zeit vertraut zu machen, denn irgendwo da drin befindet sie die Lösung des Rätsels. Doch er kommt für fünf Jahre ebenso wenig weiter wie alle anderen Jäger und auch die Firma 101, ein gigantischer Telekommunikationskonzern, der im Buch die raffgierigen und gnadenlosen Interessen einer rein profitorientierten Großindustrie verkörpert, ohne Rücksicht auf Verluste. 101 beschäftigt eine riesige Abteilung mit tausenden von Jägern, den sogenannten Sechsern, die ebenfalls nach dem Ei suchen. Als Wade halb zufällig den ersten von drei Schlüsseln entdeckt, die die Tore zum Ei öffnen, ändert das sein Leben schlagartig. Sein Name erscheint oben auf dem bis dato leeren Scoreboard, das mit Beginn des Wettbewerbs online ging und macht ihn plötzlich berühmt. Doch damit gerät er auch ins Fadenkreuz von 101, die nicht nur wissen wollen, wie er den Schlüssel gefunden hat, sondern ihn auch als unliebsame Konkurrenz ausschalten wollen - und Wade deutlich machen, dass Anonymität in der OASIS nur relativ ist...
    Ab hier beginnt ein äußerst fesselndes Katz-und-Maus-Spiel, eine wilde Jagd online und offline - und eine bunte Reise durch die Popkultur-Ikonen der Achtziger und Neunziger, die die Kulisse für Wades Abenteuer stellen.
    'Ready Player One' ist großartige Unterhaltung und ist zugleich auch sehr klug geschrieben. Man fiebert intensiv mit den Figuren mit, die in ihren Sorgen und Nöten ungemein authentisch rüberkommen. Man liebt die Helden und hasst die Bösewichter mit echter Leidenschaft. Neben allem Abenteuer gibt es auch eine subtile Ebene, in der es um Freundschaft geht, um Ehrgeiz und Leidenschaft und ganz menschliche Dinge und ganz allgemein um die Frage, was im Leben wichtig ist.
    Ein echtes Juwel von einem Buch und wirklich höchst empfehlenswert.

    Ich hab' mich verirrt.
    Ich bin dann mal weg, um nach mir zu suchen.
    Sollte ich zurückkommen, bevor ich wieder da bin, sagt mir bitte, ich soll hier warten!