'Ein Mord von besserer Qualität' - Seiten 301 - Ende

  • Nun hab ich den letzten Teil gleich noch an den vorletzten drangehängt und bis zum Ende durch gelesen.


    Fawcett wird spektakulär im Haus von Mrs. Scott verhaftet, gesteht die Betrügereien, aber von Mord will er nichts wissen. Inzwischen habe ich ihm auch geglaubt. Witziger Weise steht seine „Gemeinde“ immer noch hinter ihm! Kein richtiger Geistlicher, ist doch egal, er konnte sooooo schön predigen. Die waren ja wohl richtiggehend hypnotisiert worden von dem geschickten Manipulator. Lizzie stand kurz davor, noch Prügel zu beziehen, nur weil sie geholfen hat, diese Machenschaften aufzudecken. Das fand ich sehr schön dargestellt, wie fixiert und verbohrt Menschen sein können … damals wie heute, wenn sie ihren persönlichen Helden gefunden haben.


    Schmalzlocke Pritchard war also das Flussphantom und überfällt Lizzie in ihrer Küche. Und gleichzeitig war er auch der Mörder. Okay, das Treiben als Flussphantom konnte ich noch nachvollziehen, der war so schön moralapostelig dargestellt, Straßenmädchen erschrecken, damit sie sich nicht mehr trauen, ihrem Gewerbe nachzugehen, ja, das kam gut rüber. Aber der Schritt zum Mord an einer wohlsituierten Ehefrau wurde mir ein bisschen zu wenig erläutert. Wobei ich das bei Pritchard doch irgendwie noch eher verstehen kann als bei der kühlen Mrs. Scott, die ein sehr gutes Leben führt und das alles riskiert – für was? Da fehlte es mir definitiv an Leidenschaft für einen Mordauftrag. Das alles, weil sie Fawcett so verfallen und doch mächtig eifersüchtig war? Oder aus reiner moralischer Entrüstung über die Affäre? Oder um Fawcett davor zu schützen, in Verruf zu geraten? Das liegt für meinen Geschmack auch am Ende noch zu sehr im Dunkeln.


    Trotzdem fand ich das Buch wieder gut, ein gemütlicher Krimi, mal was anderes als meine bluttriefenden Thriller, die ich sonst lese. Und beim nächsten Band – erscheint lt. Amazon Januar 2013 – wäre ich, wenn die Welt bis dahin nicht untergegangen ist, auch wieder dabei.

  • Naja, das Ende gefällt mir auch nicht sehr gut. Vom Pritchard als verrückter Mörder war ich wirklich enttäuscht, dass er im Auftrag von Mrs Scott gehandelt hat, fand ich dann schon etwas besser.
    Aber gefallen hat mir das ganze Buch nicht so richtig, irgendwie hat alles so aneinandergereiht gewirkt, so künstlich. Die Ich-Perspektive war im ersten Buch gut, aber ich habe den Endruck, dass sie die Autorin irgendwie hindert, richtig spannend zu schreiben.

  • Die Verhaftung von Fawcett fand ich auch spektakulär. ;-) Das hinter allem Mrs Scott steckt hätte ich nicht gedacht.


    Zitat

    Original von Wuermchen:


    Lizzie stand kurz davor, noch Prügel zu beziehen, nur weil sie geholfen hat, diese Machenschaften aufzudecken. Das fand ich sehr schön dargestellt, wie fixiert und verbohrt Menschen sein können … damals wie heute, wenn sie ihren persönlichen Helden gefunden haben.


    Das war eine brenzliche Situation für Lizzie. Zum Glück ist dann doch nichts passiert.


    Das Flussphantom überrascht Lizzie in ihrer eigenen Küche. :yikes Zum Glück kommen ihr Bessie und Daisy zu Hilfe. Ich konnte es mir bildlich vorstellen, wie die beiden auf das Phantom eindroschen und musste doch schmunzeln. ;-)


    Dieser Band hat mir noch am besten gefallen. Ich weiss gar nicht genau woran es lag. Vielleicht weil er in London spielte ? Oder ich den Fall interessanter fand als die anderen ? Für mich auf jeden Fall von "bessrer Qualität". :lache

  • Mir kam die Lösung etwas überraschend. Zwar hatte ich geahnt, dass jemand wie Prichard das Monster gibt, aber er hätte mMn auch vorher schon einen größeren Part bekommen können. So kam er mir vor wie dieser Kasper aus der Kiste. Der Kampf in der Küche war dann natürlich sehr dramatisch, obwohl man vorher ahnt, dass unvermutet Hilfe kommt.


    Bislang hatten wir es auch immer nur mit einem Mörder zu tun, der auch einen Auftrag ausführte. Diesmal steckten zwei Personen dahinter. Die gelegte Fährte habe ich aber entweder zu schnell gelesen, oder sie war diesmal nur in homöopatischen Potenzen vorhanden.


    Aber ich will mich nicht beschweren. Im Genre Cosycrime erfüllt dieses Buch alle Erwartungen. Wer es spannender und ausschweifender möchte, sollte einen Thriller wählen. Band vier lese ich auf jeden Fall auch.

  • Zitat

    Original von Büchersally
    Mir kam die Lösung etwas überraschend. Zwar hatte ich geahnt, dass jemand wie Prichard das Monster gibt, aber er hätte mMn auch vorher schon einen größeren Part bekommen können. So kam er mir vor wie dieser Kasper aus der Kiste. Der Kampf in der Küche war dann natürlich sehr dramatisch, obwohl man vorher ahnt, dass unvermutet Hilfe kommt.


    Yep, geht mir genauso. Mir kam Prichard als Mörder auch wie aus dem Hut gezaubert vor. Mrs Scott als Auftraggeberin fand ich da schon logischer und sie hatte wenigstens ihre Auftritte.


    Zitat

    Original von Büchersally
    Die gelegte Fährte habe ich aber entweder zu schnell gelesen, oder sie war diesmal nur in homöopatischen Potenzen vorhanden.


    :lache Eindeutig homöopatische Potenzen. :lache Ich habe auch nichts von einer Fährte mitbekommen.


    Im Großen und Ganzen wieder mal ein netter gemütlicher Krimi à la Anne Granger. Was mir allerdings weniger gefallen hat, ist die etwas merkwürdige Beziehung zwischen Ben und Lizzie. Ich empfinde ihr Miteinander etwas kühl und bin mir immer noch nicht sicher, ob es nun eine Liebesheirat war oder nicht. Den Schluß mit der Auflösung fand ich auch etwas langatmig. Dennoch bin ich mein 4. Teil wohl auch wieder mit von der Partie, weil ich weiß, daß Anne Granger es eigentlich besser kann.

  • sonnscheins Beitrag aus dem 2. Abschnitt:


    Zitat

    Original von Sonnschein
    Euren bisherigen Beiträgen hab ich eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
    Meine Spekulationen über den Liebhaber beziehen sich auch auf den Prediger.. ein bischen spukt mir Mr. Prichard im Kopf herum, aber warum weiß ich ehrlich gesagt nicht..


    Du machst mich irre. :lache:lache:lache

  • Zitat

    Original von -Christine-
    sonnscheins Beitrag aus dem 2. Abschnitt:



    Du machst mich irre. :lache:lache:lache


    Tja, mir macht man halt so schnell nichts vor! :lache
    Aber ich hatte den Verdacht im 3. Abschnitt ja schon auf Mrs. Scott geändert. Dass die beiden mehr oder weniger zusammen arbeiten, hätte auch ich nicht vermutet. Mrs. Scott hatte wohl von Pritchards Taten als Flussphantom erfahren (woher ist mir allerdings schleierhaft) und ihn somit in der Hand, dass er in ihrem Sinne weiter handeln würde...


    Zufrieden bin ich jedoch auch nicht mit diesem Band. Dass Lizzie auch noch von dem Phantom angegriffen wird, war m.M.n. zu vorhersehbar und erst recht, dass Hilfe nahen würde.. Aber warum gerade Daisy und Bessie als Hilfe auftauchten, konnte ich auch nicht so ganz nachvollziehen. :rolleyes


    Also ohne die Histo-LR hätte ich dem Buch - eher gesagt, der ganzen Reihe- wohl keine Chance gegeben. Die Cosycrimes sind wohl eher nicht so mein Beuteschema, obwohl ich ja auch Thriller nicht mehr so sehr bevorzuge. Hier waren es mir einfach zu viele Beschreibungen des viktorianischen Londons. Ich glaube nicht, dass ich den 4. Band mitlesen werde, zumal ich dann eh auf das TB warten würde.

  • Zitat

    Original von Sonnschein
    Zufrieden bin ich jedoch auch nicht mit diesem Band. Dass Lizzie auch noch von dem Phantom angegriffen wird, war m.M.n. zu vorhersehbar und erst recht, dass Hilfe nahen würde.. Aber warum gerade Daisy und Bessie als Hilfe auftauchten, konnte ich auch nicht so ganz nachvollziehen. :rolleyes


    Ja, das Lizzie in ihrem eigenen Haus vom Phanton angegriffen wurde, war wirklich etwas zu dick aufgetragen. Dann trifft Bessie Daisy in der Stadt und nur weil Daisy sich bei Lizzie bedanken will, schmeißt Bessie ihre Pläne über den Haufen und geht mit ihr mit. Wo kam nur diese plötzliche Freundschaft bei Hund und Katz auf ? :rolleyes


    Zitat

    Original von Sonnschein
    Also ohne die Histo-LR hätte ich dem Buch - eher gesagt, der ganzen Reihe- wohl keine Chance gegeben. Die Cosycrimes sind wohl eher nicht so mein Beuteschema, obwohl ich ja auch Thriller nicht mehr so sehr bevorzuge. Hier waren es mir einfach zu viele Beschreibungen des viktorianischen Londons. Ich glaube nicht, dass ich den 4. Band mitlesen werde, zumal ich dann eh auf das TB warten würde.


    Ooohhh neee ... :-(

  • Zitat

    Original von -Christine-


    Ooohhh neee ... :-(


    Ohhh doch! :wave


    Es können einem eben nicht alle Bücher gefallen. Diese "Landhaus-Krimis" liegen mir nunmal nicht so..

  • Ich gehe mit Eurer Meinung zum Ende des Buches absolut konform - es hat mir nicht wirklich gut gefallen. Wären bei der Demaskierung des Phantoms nicht unverzüglich die Schmalzhaare erwähnt worden, hätte ich im ersten Augenblick gar nicht gewusst, wer Mr. Pritchard noch gleich war. :rolleyes


    Dass die Scott etwas mit der Sache zu tun hat, damit lag ich dann ja wenigstens gar nicht so verkehrt. :-]


    Naja, und die typischen Zufälle mussten wohl leider wieder sein. Anders geht es bei dieser Krimi-Reihe wohl nicht.


    Cosycrimes. Musste ich erstmal nachlesen, was das ist. Ich kannte diesen Ausdruck noch nicht. Und ja, ich stimme zu, dass diese Reihe ziemlich cosycrimig ist. Mir gefällt das so sehr, dass ich nach wie vor gut über die kleinen Schwächen in der Story hinwegsehen kann. :-]


    Band 4 würde ich schon gern mit Euch lesen. Allerdings werde ich auch hier auf die Taschenbuchausgabe warten.

  • Sagen wir mal: nettes Ende, nettes Buch. Spannender als der Vorgänger, auch wenn die Auflösung mich nicht begeistert hat. Ich mußte auch mächtig überlegen, wer denn nun dieser Mr. Pritchard eigentlich war. Irgendwie geriet mir das Ende auch zu ausführlich, alles wurde bis ins kleinste Detail beschrieben und aufgeklärt.


    Falls ich Bd. 4 noch lesen werde, dann auf jeden Fall erst als Taschenbuch.

  • Also so Unrecht hatte ich mit meinem Verdacht zu Fawcett und Mrs. Scott nicht. Vielleicht war ich in meinem früheren Leben eine Art "Miss Marple"? :gruebel8o


    Anfangs dachte ich, dass kann doch gar nicht sein, dass Mrs. Scott da nicht mit drin hängt, ha... aber dann kam der Schlag und man hat sie doch noch entlarvt.


    Ich mochte das Buch und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich mag solche Bücher sehr gern, die man einfach so weglesen und auch wenig mitermitteln kann.