'Die Liebe in den Zeiten der Cholera' - Seiten 409 - 509

  • Was soll ich sagen: Ich habe fertig gelesen.


    Der Roman endet, wie ich es vermutet habe und, wie ich finde, in sehr gelungener Art und Weise. Zum Schluss reist die Liebe doch noch unter der Flagge der Cholera, die für die beiden übrig gebliebenen, mittlerweile vom Alter gezeichneten Hauptfiguren so etwas wie einen letzten Schutzort bildet, eine Hülle, die die Außenstehenden aussperrt.


    Mir gefällt die selbstverständliche Achtung, mit der Marquez diese letzte Liebe zwischen Fermina und Florentino beschreibt, auch dass sie sich nicht lächerlich machen mit ihren Unzulänglichkeiten und auch nicht mit einer plötzlich wieder erwachenden Jugendlichkeit, die uns der Autor erspart.


    Auch wenn mir der Roman zwischendrin kurz entglitten ist, war dieser in sanften Tönen dahinfließende Roman wirklich ein Leseerlebnis für mich.

  • Ferminas Sohn breitet ja seine Ansichten über die Alten vor Florentino aus. Alle ab 60 könnten seiner Meinung nach in der Zukunft für sich und abseits leben, so wären sie nicht einsam und man ginge dem Generationenstreit aus dem Weg.
    Ferminas Tochter Ofelia ist ja entsetzt darüber, dass ihre Mutter eine, wie sie meint, auch sexuelle Beziehung zu einem Mann hat, in ihrem Alter, wo sie sich selbst doch schon zu alt für dergleichen findet.
    "Liebe in unserem Alter ist lächerlich", schrie sie,"aber in ihrem Alter ist sie eine Ferkelei!"


    Du hast Recht, Herr Palomar, hier wird ein Tabu gebrochen, das auch heute noch nicht ganz beseitigt ist.

  • Gabriel Garcia Marquez ist der Inbegriff des magischen Realismus.
    Ich frage mich, inwieweit man diesen Begriff auch auf "Liebe in den Zeiten der Cholera" anwenden kann. Es wird durchgehend realistisch erzählt, dennoch entstehen einige Bilder aus bestimmten Motiven, wie die am Schluß angekündigte „ewige“ Fahrt auf dem Fluss, die sich magisch anfühlen.

  • Ich möchte mich bei euch bedanken, dass ich den Roman quasi durch eure Augen noch einmal lesen durfte. Dadurch habe ich Perspektiven gefunden, welche sich mir damals gar nicht eröffnet haben. :knuddel1 :anbet :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Ich bin auch fertig mit dem Buch.


    Hat Florentino also doch noch sein Ziel erreicht und Fermina erobert. Heißt das Buch jetzt eigentlich so weil sie am Ende auf einem Schiff unter der Cholera-Flagge umherfahren?


    Komisch, so richtig sympathisch waren mir weder Fermina noch Florentino. Ein Pluspunkt hat Florentino bei mir gesammelt, als er einen Leserbrief an eine größere Zeitung geschrieben hat und sich über das andere Blatt, welches im Dreck der Leute rumwühlt, beschwert hat. Solche Blätter scheint es anscheinend überall und zu jeder Zeit zu geben. :rolleyes

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Zitat

    Original von Macska
    ...
    Heißt das Buch jetzt eigentlich so weil sie am Ende auf einem Schiff unter der Cholera-Flagge umherfahren?
    ...


    So habe ich es jedenfalls verstanden. Die Seuche als nicht nur isolierende Macht, sondern auch als schützendes Schild - ein interessanter Gedanke.

  • Ich hatte so meine Probleme mit dem Buch und habe bis zu diesem Abschnitt gebraucht, um richtig reinzufinden, vor allem weil mich Florentino die meiste Zeit ziemlich genervt hat, aber es hat sich gelohnt durchzuhalten.
    Dieser letzte Teil hat mir sehr gut gefallen, sogar Florentino ist mir sympathisch geworden.


    Erschreckend fand ich die Meinung von Ferminas über die Älteren und das Zusammenleben der Generationen.

  • Auch ich habe fertig.


    Auch ich hatte mit einigen Abschnitten meine Probleme. Am besten gefiel mir der 2. Abschnitt. Dort waren Fermina und Urbino richtig sympathisch. Ein richtig nettes, sich leibendes Ehepaar.
    Im Lesefluss störten mich etwas die Zeitensprüngen. Zu Beginn starb Urbino, dann waren alle wieder jung. Florentino war mir die ganze Zeit unsympathisch. Vielleicht trug seine Ungepflegtheit und auch seine heimlichen Affären dazu bei. :gruebel


    Und dann doch ein versöhnliches Ende. :gruebel Wobei die posthumen Verdächtigungen gegen Urbino nicht nötig waren :schlaeger Er war treu - bis auf einmal. :grin Und dass die Freundin nicht die Wahrheit sagte? Vielleicht sie gerne mit Urbino :gruebel

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Hach, was für ein Ende - ich hab gehofft, dass die beiden zusammen kommen, aber befürchtet, dass das kitschig rüberkommt und alles ruiniert. Aber denkste, gerade diese letzten Seiten waren unglaublich bezaubernd und sehr rührend :anbet


    Ein tolles Buch, dass ich ohne diese LR sicher so schnell nicht gelesen hätte, was für ein Genuss :kiss


    Was mich am meisten überrascht hat, war, dass mir am Ende Florentino und Fermina noch total sympathisch wurden. Es war irgendwie als wären beide ihr Leben lang nicht sie selbst, weil der andere gefehlt hat - jetzt da sie endlich zusammen sind, sind sie die Personen, die sie vorher nie sein konnten :knuddel

  • So , jetzt bin ich auch durch.


    Im Nachhinein muß ich allerdings sagen: es ist wohl definitiv nicht mein Buch ;-).
    Auch wenn ich die langsame Erzählweise und die Art der Beschreibungen und den pfiffigen Humor in dem Buch sehr mag, die Geschichte selbst geht wohl eindeutig an mir vorbei. Ich weiß schon was der Autor damit wohl aussagen wollte: das die Liebe eben all die Zeit überdauert hat und am Ende doch gesiegt hat, weil am Ende sind ja Fermina und Florentino zusammen. Ganz ehrlich: ich kann das nicht nachvollziehen..... jedenfalls nicht SO. Für mich macht das nur den Eindruck das Fermina nach Doktor Urbinos Tod eben halt jetzt den Florentino "erhört" , weil sie eben nicht allein sein will (wer will das schon). Und große Auswahl dürfte man in dem Alter ja nicht mehr haben. Florentino war immer verrückt nach ihr. Also nimmt sie halt den......
    Ich kann diese "Liebe" zwischen Fermina und Florentino nicht nachvollziehen (und dementsprechend am Ende das auch nicht so wirklich sehen das "die Liebe siegt").
    Florentino ist absolut unsympathisch in seiner jahrelangen Besessenheit von Fermina (immerhin ist zwischen den beiden im Grunde gar keine Liebe gewesen...... das war doch eine einzige Illusion, die waren verknallt, er noch mehr wie sie, und dieser Illusion ist Florentino all die Jahre hinterhergerannt...... die waren doch nie zusammen, Fermina wollte Florentino im Grunde doch gar nicht, hat ihn doch damals ratzfatz abserviert - ich meine: sie hätte den Kerl ja haben können...... also mir erschliesst sich da keine Liebe).
    Und Fermina....... kam sie mir in der Beschreibung der Ehe - vor allem in der Szene von Doktor Urbinos Tod - doch wie eine liebende Ehefrau vor, hat man später den Eindruck sie wüsste das was sie all die Jahre hatte gar nicht wirklich zu würdigen.
    Sorry, in meinen Augen ging es ihr wohl eindeutig zu gut und die Dame hat schlichtweg den Eindruck was verpasst zu haben. Doktor Urbino mit seiner Affäre im Alter wohl auch, sowas nennt man dann wohl "zweiten Frühling" :pille :pille, wenn alle später meinen "das kann ja wohl nicht alles gewesen sein" und meinen was verpasst zu haben.
    Florentino ist mir eigentlich so unsympathisch, das ich ihn für schlichtweg indiskutabel halte (nicht allein sein wollen hin oder her.... der hat sie doch definitiv nicht mehr alle !!)
    Und von wegen keine Liebe zwischen Fermina/Urbino?? Ich sehe das nicht so.... sie mögen nicht VERliebt gewesen sein, aber Liebe sehe ich da eigentlich schon. Aber egal. Schade irgendwie das die berühmten Schmetterlinge im Bauch (die schnell vorbei gehen) höher bewertet werden wie so eine langjährige Beziehung . Kann ich nicht nachvollziehen.
    Fermina und Florentino am Ende.... okay, meinetwegen sollen sie halt zusammen sein und eine leidenschaftliche Beziehung führen. Ich gönns denen ja trotz allem irgendwo. Aber halt nur, weil man sagen muss: denen ist jeder Tag geschenkt, die Wahrscheinlichkeit das die beiden noch so lange haben um die rosarote Brille nochmal zu verlieren ist ja nun relativ gering :grin


    Schöne Erzählweise !!!!!!!! Muss ich unbedingt nochmal betonen. Aber der Inhalt (bzw. der Sinn des Ganzen) geht definitiv voll an mir vorbei. Ich sehe das komplett umgekehrt ;-).

    "We are ka-tet...We are one from many. We have shared our water as we have shared our lives and our quest. If one should fall, that one will not be lost, for we are one and will not forget, even in death."Roland Deschain of Gilead (DT-Saga/King)

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  • Ich würde das was Florentino und Fermina verbindet auch nicht unbedingt als Liebe bezeichnen. Florentino ist für mich besessen von Fermina und erreicht am Ende sein Ziel. Bei Fermina ergibt sich durch die ständigen Besuche und Gespräche eine Vertrautheit, die in einer "Beziehung" enden. Irgendwie ist es für mich nichts anderes als mit dem Doktor, nur das die Beziehung mit dem Doktor aus der Panik heraus entstanden ist, die Beziehung zu Florentino dagegen aus der Einsamkeit heraus.

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Ja, stimmt irgendwie.
    Allerdings würde ich von Fermina sagen das die erstere Beziehung (also die zum Doktor) aus Trotz entstanden ist. DIe hat den doch genommen, damit Hildebranda aus dem Rennen war (denn nachdem die Hildebranda so von dem Doc geschwärmt hatte, da plötzlich hat Fermina ihn erhört :grin ).
    Ja, und die Beziehung zu Florentino entstand aus Einsamkeit. Eben um nicht allein zu sein, das kann ich auch verstehen, aber ............ entschuldigt, mir geht Florentino sehr gegen den Strich. Bevor ich mir DEN an die Knochen binde, da kaufe ich mir lieber ein ganzes Rudel Hunde und bin dann auch nicht alleine. Mir ist der Typ regelrecht unheimlich in seiner Besessenheit (und was der Knilch mit der 14-jährigen getrieben hat, hab ich ihm auch garantiert nicht verziehen).


    Dementsprechend gefällt mir auch die Ehe mit dem Doc sehr viel besser, ich schätze weil mir diese ruhige Art vom Doktor Urbino tausendmal lieber ist und - auch wenn zwischen beiden nie die große Leidenschaft war - definitiv über die Jahre etwas tiefes (Respekt, Freundschaft, eher schon mehr wie Freundschaft, manchmal kann man das von Liebe kaum bis gar nicht trennen) gewachsen ist.


    Ich denke gerade über den Titel des Buches nach. "Die Liebe in den Zeiten der Cholera". Wenn man jetzt sagt das Fermina im Grunde beide nicht geliebt hat ........ und Cholera ja eine furchtbare, schlimme Erkrankung ist......... könnte man den Titel so verstehen "Liebe ist Illusion" bzw. wie man es auch dreht und wendet und die Liebe verzweifelt sucht, man findet ständig nur was anderes (okay, meine Gedanken drehen gerade etwas seltsame Wege..... )
    Hmmmmm....... unter DEN Gesichtpunkten gefällt mir das Buch dann doch wieder sehr. (Mir hätte es nicht gefallen wie ich das erst gedacht habe: Doktor/fermina Ehe ohne Liebe, Fermina/Florentino finden am Ende ihre leidenschaftliche Liebe zueinander, die immer hätte sein sollen, von seit sie 13/18 waren - so ähnlich kommt es im Klappentext jedenfalls rüber) .
    Weiß jemand ob das Buch auch als Originaltitel (übersetzt) so heisst wie der deutsche Titel? Mein Spanisch ist leider zu besch..... als das ich das wüsste.
    Also: wenn ich es so auffasse, das dieses vermeintliche Happy-End im Grunde doch gar kein Happy End ist.............. also dann gefällt mir das Buch sogar sehr. (Und ich kann mir eigentlich auch nicht vorstellen das Florentino als sympathische Figur gedacht war).


    Auf jeden Fall ist das garantiert ein Buch, das man in verschiedenen (Alters)Lebensphasen immer wieder anders liest bzw. auffasst. Davon gibt es nur wenige Bücher - viel zu selten.

    "We are ka-tet...We are one from many. We have shared our water as we have shared our lives and our quest. If one should fall, that one will not be lost, for we are one and will not forget, even in death."Roland Deschain of Gilead (DT-Saga/King)

  • Ich fand auch, sie haben nicht aus Liebe geheiratet aber die Liebe kam im Laufe der Zeit. Man hat schon gemerkt, nach der Hochzeitsnacht waren sie verbunden. Daraus erwuchs eine tiefe Liebe bis zum Ende von Urbino und vielleicht darüber hinaus.
    Florentino hingegen hat sie nie geliebt. Na ja, sie wollte eben auch mal ein Abenteuer im Alter - wohl eher Zeitvertreib. :gruebel


    Wie ich schon schrieb, ich las das Buch mit total unterschiedlichen Gefühlen. Von einigen Abschnitten war ich total gefesselt und fand sie wundervoll, einige haben mir weniger gut gefallen. Der Schreibstil als solcher war hervorragend.


    Hätte ich nicht mitgelesen, hätte ich definitiv etwas versäumt. :wave

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Zitat

    Original von Clare
    Was soll ich sagen: Ich habe fertig gelesen.


    Der Roman endet, wie ich es vermutet habe und, wie ich finde, in sehr gelungener Art und Weise. Zum Schluss reist die Liebe doch noch unter der Flagge der Cholera, die für die beiden übrig gebliebenen, mittlerweile vom Alter gezeichneten Hauptfiguren so etwas wie einen letzten Schutzort bildet, eine Hülle, die die Außenstehenden aussperrt.


    Das Ende des Romans fand ich auch sehr passend. Die Aussagen von Ferminas Tochter fand ich schon sehr heftig. Statt sich zu freuen, daß ihre Mutter nicht allein ist, wird diese bestimmt. Und auch Urbino muss von seiner Frau gemaßregelt werden: Leise, aber streng sagt sie:"Auch du?" :rofl


    Zitat

    Original von Macska


    Komisch, so richtig sympathisch waren mir weder Fermina noch Florentino. Ein Pluspunkt hat Florentino bei mir gesammelt, als er einen Leserbrief an eine größere Zeitung geschrieben hat und sich über das andere Blatt, welches im Dreck der Leute rumwühlt, beschwert hat. Solche Blätter scheint es anscheinend überall und zu jeder Zeit zu geben. :rolleyes


    Sympathisch waren die beiden mir auch nicht :gruebel ....


    Alles in allem ein sehr interessantes Buch, daß ich durch die LR sicher nicht so schnell gelesen hätte. Einige Passagen plätscherten so dahin, während ich andere Absätze regelrecht verschlungen habe. :wave

  • Dieser letzte Abschnitt hat mich sehr gerührt und berührt. Wunderbare Sätze sind darin enthalten.
    Am Anfang des Buches dachte ich, so trampelig wie Florentino sich auf der Trauerfeier vrehält, kann er niemals Ferminas Herz erobern. Und dann schreibt er ein Jahr lang gefühlvolle Briefe, die ihr durch ihre Trauerzeit helfen. Das hat mich sehr bewegt, denn gerade in einer solch einsamen Zeit steht er ihr bei ohne aufdringlich zu sein. Ich empfinde das als tiefen Respekt une ein großes Zeichen der Freundschaft.


    Die Flussfahrt hat auch für mich eine hohe Symbolkraft. Vom Leben gezeichnet, von der Gier der Menschen zerstört, fahren sie auf diesem zerstörten Fluss dahin in einer nie enden sollenden Fahrt. Die Flussfahrt unter der Flagge der Cholera ist Fluch und Segen zugleich. So habe ich die lebenslange Abhängigkeit Florentinos zu Fermina das ganze Buch über empfunden.


    Ich sehe Florentina nicht ganz so kritisch. Er hat Seiten, die mir unverständlich und verschlossen bleiben, teilweise auch beängstigen, es gibt aber eine ganz zauberhafte und einfühlsame Seite an ihm. Und jemand, der so intensiv an die eine Liebe glaubt, ist mir nicht gänzlich unsympathisch.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Zitat

    Original von Regenfisch
    Dieser letzte Abschnitt hat mich sehr gerührt und berührt. Wunderbare Sätze sind darin enthalten.
    Am Anfang des Buches dachte ich, so trampelig wie Florentino sich auf der Trauerfeier vrehält, kann er niemals Ferminas Herz erobern. Und dann schreibt er ein Jahr lang gefühlvolle Briefe, die ihr durch ihre Trauerzeit helfen. Das hat mich sehr bewegt, denn gerade in einer solch einsamen Zeit steht er ihr bei ohne aufdringlich zu sein. Ich empfinde das als tiefen Respekt une ein großes Zeichen der Freundschaft.


    Das er ein ganzes Jahr die Briefe schreibt, hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Damit hat er ihr sehr geholfen, über den Tod ihres Mannes hinwegzukommen.


    Die Flussfahrt finde ich einfach herrlich! Losgelöst von allen Konventionen können die beiden endlich mal sie selbst sein! :wave

  • Ich habe vor einigen Tagen nun auch endlich den Roman fertig lesen können und bin immer noch ziemlich hin und her gerissen. Deshalb fällt es mir schwer, mich zu diesem Buch zu äussern. Aber Clare hat das schon ganz am Anfang vom Thread wunderbar hinbekommen.



    Der Autor hat eine sehr schöne Erzählweise und bei mehreren Sätzen musste ich einfach inne halten, damit der ganze Sinn einer Aussage auf mich wirken konnte. Noch selten habe ich ein Buch gelesen, das mich mit Worten so berühren konnte.
    Jedoch hätte ich mir mehr Abschnitte gewünscht, damit man das Buch auch mal zur Seite legen konnte, ohne gleich den Faden zu verlieren.


    In der Geschichte werden mehrere Aspekte der Liebe aufgezeigt und diese Vielseitigkeit war sehr eindrücklich. Ich bin davon überzeugt, dass zwischen Fermina und Urbino eine andere Art von Liebe vorhanden war, als schliesslich bei Florentino und Fermina. Neben diesen beiden Liebesverhältnissen werden aber noch andere Beziehungen erwähnt, die so anders sind (z.B. die Beziehung des Kapitäns oder das Verähltnis zwischen Florentino und América), aber trotzdem als Liebe aufgefasst werden.


    Dennoch bin ich etwas enttäuscht, dass viele Andeutungen gemacht werden, die aber dem Leser für immer ein Geheimnis bleiben werden. Als Beispiel möchte ich hier die "Vergewaltigung" von Florentino aufführen. Oder auch den Bürgerkrieg, der omnipräsent zu sein scheint, aber Details werden nicht verraten.


    Im Grossen und Ganzen ist es ein grossartiger Roman, den ich wohl nicht fertig gelesen hätte, wenn die LR nicht gewesen wäre.