'Das Institut der letzten Wünsche' - Seiten 212 - 307

  • Eines muss man Ingeborg und Mathilda auf jeden Fall lassen - kreativ sind sie!
    Der alte Herr Steerweg möchte noch einmal nach Italien ans Meer, und sie pumpen ihn mit Schlafmittel voll und fahren mit ihm an die Ostsee, die für ihn natürlich das Mittelmeer ist.
    Dann bezahlen sie Schüler dafür, dass die dort 'rumtoben, Italienisch sprechen und auch schwimmen gehen, brrrh, in der Ostsee im April, da habe ich schon beim Lesen gefroren... :lache
    Aber auf diese Ideen muss man erst mal kommen.


    Ja, und nun zu Mathilda, Birger und Doreen.
    Nicht nur Mathilda denkt, dass irgend etwas mit Doreen nicht stimmt, ich auch!
    So viele mysteriöse Zufälle gibt's doch gar nicht,


    - erst taucht Birger an der Spree auf als Maik dort schwimmen will, Herr Mirusch hatte ihn im Vorfeld darüber informiert, weil er dachte, dass sie vielleicht Hilfe brauchen könnten. Woher hatte er aber die Handynummer oder die Hoteladresse von Birger?


    - Dann die Zeichnungen der Taube in den alten Büchern, die dann auch noch rein zufällig immer auf Mathildas Tisch lagen?


    - Der rote Kinderbody in dem Second Hand Laden, auch wieder mit einer Taube versehen.


    - Als Doreen dann auftaucht, stellt sich heraus, dass der Junge mit den blauen Haaren, ihr Sohn Kilian ist. ausserdem wurde der Body, seitdem die Stickerei darauf ist, noch nicht gewaschen, sonst hätte er sich nicht verfärbt.


    - Bei dem Besuch in dem stillgelegten Vergnügungspark taucht wieder Birger auf, früher als sie ihn bestellt hat und irgend jemand hat das alte, stillgelegte Riesenrad wieder in Betrieb genommen.


    Ist doch alles sehr seltsam, oder? Und dann kommt noch dazu, dass Daniel plötzlich wieder in ihrem Leben auftaucht, nee, dass das alles Zufall ist, kann ich nicht glauben.
    Könnte es sein, dass Mathilda das alles nur träumt?
    Um das heraus zu finden, hilft nur eins: weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen - und genau das mache ich jetzt. :grin

  • Es ist so spannend, dass ich hiernach sofort weiterlesen muss. Doreen wurde also gefunden, aber Mathilda (und auch ich) vermutet, dass irgendetwas nicht stimmt. Das bestätigt vor allem das Ende des Abschnitts, denn all die „Spuren“ sind anscheinend erst aufgetaucht, nachdem die Anzeigen geschaltet wurden. Birger zumindest scheint erstmal wieder zu Doreen gefunden zu haben. Der blauhaarige Junge ist, wie ich schon vermutet habe, tatsächlich Kilian.


    Der Ausflug in den Spreewald wurde wieder wunderbar beschrieben, es wirkte richtig magisch. Die Diskussionen bzgl. der Bild-Interpretation bei der Kunstausstellung haben mich zum Lachen gebracht, moderne Kunst ist schon speziell: „Diese Glassplitter mitten im Raum … was da wohl kaputtgegangen ist?“ (S. 256). Und Ewa und Jakob Mirusch scheinen ja auch eine besondere Beziehung aufzubauen, gemessen an der Anzahl an Blumensträußen von Herrn Mirusch.


    Bezüglich Daniel teile ich übrigens Eddies Meinung. Ich kann ihn nicht sonderlich leiden. Scheint aber auch keine Zukunft zu haben, sondern eher Mathilda über ihren Schmerz wegen Birger hinwegzuhelfen.


    Noch einige Zitate, die mir besonders gut gefallen haben:


    "Denk an die Sache mit der Seifenblasenwelt", flüsterte er neben ihrem Ohr. "Denk daran aufzupassen, dass sie nicht zu weit oben fliegt, wenn sie zerplatzt. Sonst fällst du zu tief." (S. 275)


    Weiß irgendjemand selbst, was er will?“ (S. 275)


    Wer gehört schon dahin, wo er ist?“ (S. 278)


    Wer man ist, weiß die Welt erst, wenn man damit fertig ist, zu sein.“ (S. 296) – Das Meer hat seine ganz eigene Art, Fragen zu beantworten.

  • Gerade ist mir noch eine Möglichkeit eingefallen, manchmal bin ich auch ein echter Depp :nerv


    Es könnte ja sein, dass Mathilda das Ganze nicht träumt, es könnte durchaus real sein, und Doreen ist gar nicht die echte Doreen, sondern eine Schwindlerin, die einfach nur das Erbe haben will und deshalb überall Hinweise platziert, wo sie zu finden ist. :gruebel
    Oder aber sie hat nie existiert und Birger hat einen anderen Grund, diese Suche in Auftrag zu geben?
    Der Privatdetektiv hat doch überhaupt keine Hinweise zu einer Doreen Taubenfänger gefunden, wenn ich das recht erinnere.
    Aber, eventuell habe ich auch nur schlicht und ergreifend zu viele Krimis und Thriller gelesen. ;-)


    Am liebsten möchte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, wenn nur nicht immer solche profanen Sachen wie essen oder schlafen dazwischen kämen. :lache

  • Zitat


    Original von Paulchen
    Bezüglich Daniel teile ich übrigens Eddies Meinung. Ich kann ihn nicht sonderlich leiden. Scheint aber auch keine Zukunft zu haben, sondern eher Mathilda über ihren Schmerz wegen Birger hinwegzuhelfen.


    Och, Daniel finde ich gar nicht so unsympathisch und ich glaube doch, dass da noch was geht mit den beiden.

  • Zitat

    Original von Bücherfreund
    Es könnte ja sein, dass Mathilda das Ganze nicht träumt, es könnte durchaus real sein, und Doreen ist gar nicht die echte Doreen, sondern eine Schwindlerin, die einfach nur das Erbe haben will und deshalb überall Hinweise platziert, wo sie zu finden ist. :gruebel


    Genau das ist auch mein Gedanke! Doreen ist mir irgendwie sehr unsympathisch, vielleicht hat Birger sich nur eingebildet, dass sie damals glücklich waren, bevor Doreen verschwunden ist.

  • Zitat

    Original von Bücherfreund


    Och, Daniel finde ich gar nicht so unsympathisch und ich glaube doch, dass da noch was geht mit den beiden.


    Ich hoffe ja eher auf Birger und Mathilda ;-). Auch wenn ich nicht mit einem Happy End rechne.

  • Ich glaube nicht, dass Mathilda nur träumt, das ist schon alles echt. Aber mit Doreen stimmt etwas nicht, da gebe ich Euch recht. Das ging jetzt wirklich alles zu einfach, der Body im Schaufenster, die Zeichnungen in den Büchern, das Foto... da wollte jemand gefunden werden. Ich glaube auch, dass sie nur auf das Geld aus ist - und ich hoffe nur, dass die Sache rechtzeitig auffliegt.


    Mein Eindruck ist, dass Daniel dazu da ist, Mathilda immer wieder auf den Boden der Realität zurückzuholen. Ihr Leben ist ja schon ziemlich abgehoben und gerade das Erfüllen der Wünsche hat ja eher wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Weihnachten im Sommer, das Mittelmeer an der Ostsee, eine wiederauferstandene Callas etc.
    Dass Mathilda wieder mit Daniel zusammenkommen wird, glaube ich nicht, dazu sind die beiden zu gegensätzlich. Aber an Mathilda und Birger glaube ich auch nicht - das wäre mir dann auch zu dick aufgetragen als Happy End!


    LG, Bella

  • Zitat


    Eines muss man Ingeborg und Mathilda auf jeden Fall lassen - kreativ sind sie!Der alte Herr Steerweg möchte noch einmal nach Italien ans Meer, und sie pumpen ihn mit Schlafmittel voll und fahren mit ihm an die Ostsee, die für ihn natürlich das Mittelmeer ist.Dann bezahlen sie Schüler dafür, dass die dort 'rumtoben, Italienisch sprechen und auch schwimmen gehen, brrrh, in der Ostsee im April, da habe ich schon beim Lesen gefroren... LachenAber auf diese Ideen muss man erst mal kommen.


    Stimmt. Da haben die beiden echt was los.
    Und dann mussten Mathilda und Ingeborg auch noch in das aprilkalte Meer - eine gruselige Vorstellung :grin.


    Interessant fand ich hier auch mal die Betrachtung aus Sicht eines Arztes, Daniels Gedanken auf S. 272 und 274. Ist schon schlimm und seelenlos, für alle Beteiligten.


    Mathilda hat zunehmend das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt mit Doreen und Kilian. Es sieht auch wirklich so aus, als hätte man die Spuren für sie gelegt.

  • Doreen ist gefunden! Der blauhaarige Junge soll der gemeinsame Sohn sein. Das ist mir zu einfach. Er wirkt auf mich wie ein weggelaufener Junge, der ohne Obdach lebt. Es werden die Suchplakate in den U-Bahnstationen viel erwähnt. Ist der 14 jährige blonde Junge vielleicht der Gitarrenjunge mit dem schwarzen Pulli? Warum sagt er Mathilda nicht, dass Doreen Taubenfänger/ (ich glaube, der Name ist Phantasie) die gesuchte Frau auf dem Plakat seine Mutter ist. Er gibt doch im Gespräch mit Mathilda zu, die Plakate gesehen zu haben. Warum ist er häufig in der Nähe und zur Stelle, wenn Mathilda unterwegs ist, verfolgt er sie? Hat Doreen zu starke finanzielle Interessen. Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass sie damals gar kein Kind bekommen hat und ein Spielchen Birger vorspielt. Man lässt doch seinen Sohn nicht auf einer Matratze in der Küche schlafen wie Aschenputtel vor dem Herdfeuer.

    Wann wurde die Taube auf den Babybody gestickt, warum ist er nie gewaschen worden? Die Entdeckung im Second Hand Shop war auch eine gelegte Spur, wie die zufälligen Bücher auf dem Tisch im Café.

    Was soll das mit Daniel und Mathilda?

    Wie geht es Maik? Lebt der ehemalige Radiomoderator noch?

    Die Kapitel sind ganz schön lang. Mir gefällt das Buch wirklich gut, doch etwas kürzere Kapitel würden einem mal eine zusätzliche Lesepause geben. Trotzdem will ich das Buch gar nicht aus den Händen legen und immer weiterlesen.

    Bei der Beschreibung von Mathildas Kleidung, sehe ich die Graziela Muster der 70er vor mir. http://www.bygraziela.com/

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Gucci,
    danke für den Link! Ich wusste gar nicht, dass es das noch gibt... Ich hatte damals die Herzchen-Bettwäsche in grün und orange und ich habe sie heiß und innig geliebt. :-] Wenn man alte Rappelkiste- oder Uhlenbusch-Folgen sieht, begegnet man diesen Mustern auch wieder. Wobei Mathilda in den 70er-Jahren ja auch noch Quark im Schaufenster war, mit gerade mal 25 ist sie ja ein Kind der 90er!


    Das der blauhaarige Junge Doreens leiblicher Sohn ist, glaube ich auch nicht, dass ist wirklich zu einfach. Mir kommt das alles zu sehr zusammengestrickt vor und ich denke, über kurz oder lang wird es den großen Knall geben.


    LG, Bella

  • Ganz schön spannend der Abschnitt, ohne die Ausflüge mit den Sterbenden wäre es fast zu ernst, aber die lockern das Ganze wirklich auf.


    Die Szene mit Daniel und Matilda, nun ja, hätte nicht sein müssen.


    Doreen ist also nicht Doreen, das erscheint mir fast sicher, sie möchte sich nur das Erbe krallen und hat womöglich den Jungen nur aufgegabelt. Der aber wirkt auf mich als habe er Gewissensbisse und will nicht so recht mitspielen.


    Baden in der Ostsee im April, brrr, obwohl, ich hab im Mai in der Nordsee gebadet die war auch ziemlich frisch.


    der link ist cool Gucci, danke. Wir hatten damals die Äpfelchenbettwäsche.

  • Zitat

    Original von Paulchen


    Genau das ist auch mein Gedanke! Doreen ist mir irgendwie sehr unsympathisch, vielleicht hat Birger sich nur eingebildet, dass sie damals glücklich waren, bevor Doreen verschwunden ist.


    :write :write


    In der Erinnerung ist manches himmelblau und wunderbar, weil man das Negative ausblendet.

  • Ich hätte nicht damit gerechnet, dass sich Doreen und Bilger so schnell finden. Aber da scheint eh nicht alles koscher zu sein? Zumindest der Body gibt ja Hinweise darauf.


    Mathilda und der blauhaarige Junge...den Gitarristen hab ich ins Herz geschlossen. Ich würde am liebsten ins Buch springen und ihn knuddeln und lieb haben. Vielleicht kommt er wirklich von der Straße und die falsche Doreen hat ihn gegen ein Entgelt zu diesem Spiel überredet und er hält es nicht aus einen Todkranken zu betrügen?


    Daniel und Mathilda...nee ich glaube auch nicht, dass das nochmal was wird. Dafür ist Daniel einfach zu korrekt und Mathilda zu chaotisch.


    Die Ideen von Ingeborg und Mathilda sind göttlich! Ich will sowas auch machen.

  • Ich weiß nicht, ob ich sowas wirklich machen wollte... Die Ideen sind schon toll und es ist sicher auch eine sehr abwechslungreiche Arbeit (von den vielen Weihnachten und Ballonfahrten mal abgesehen... :grin), aber ich fürchte auch, dass ich davon zuviel mit nach Hause nehmen würde, v.a. wenn es sehr sympathische Kunden sind oder sehr junge. Klar gibt es einem ein gutes Gefühl, wenn man so einen todgeweihten Menschen nochmal kurzzeitig richtig glücklich machen kann, aber wahrscheinlich würde es mich doch zu sehr belasten. Ich kann mich da innerlich einfach nicht genug distanzieren!


    LG, Bella

  • Zitat

    Original von logan-lady
    ?


    Daniel und Mathilda...nee ich glaube auch nicht, dass das nochmal was wird. Dafür ist Daniel einfach zu korrekt und Mathilda zu chaotisch.


    Die Ideen von Ingeborg und Mathilda sind göttlich! Ich will sowas auch machen.


    Ich finde ja Daniel macht sich von Kapitel zu Kapitel.


    Die Ideen sind gut aber mir wäre da sicher zu anstrengend. Vor allem die Logistik. Ideengeber oder Kerzenkleber könnte ja noch angehen aber ständig die Fahrerei? Mit Sanitäter und der halben Menschheit??? ne

  • Sicher ist es eine tolle Vorstellung, Menschen bei der Verwirklichung ihres letzten Wunsches zu begleiten und ihn zu ermöglichen, diese fremden Menschen noch einmal glücklich zu sehen und aber auch täglich mit ablaufender Lebenszeit konfrontiert zu werden. Mir gefällt die mediz. Vorbildung von Mathilda und Ingeborg gut, auch wenn sie nicht auf dem neuesten Stand der Forschung sind und nicht direkt in der Praxis können beide mit den Diagnosen mehr anfangen als medizinische Laien und fragen weniger nach. Natürlich sollen sie nicht behandeln, die Krankheiten sind weitgehend austherapiert, doch haben sie auch weniger Hoffnung und sind realistischer.
    Ich hätte sicher Freude an der Tätigkeit und würde mich befriedigt fühlen ein Stück weit helfen zu können, doch die Professionalität abzuschalten muss man erst lernen. Gerade wenn Gleichaltrige oder noch jüngere Menschen zu früh gehen müssen, ist es sicher schwer Distanz zu wahren und eine Schutzwand um sein Inneres zu behalten.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Zitat

    Original von belladonna
    Ich weiß nicht, ob ich sowas wirklich machen wollte... Die Ideen sind schon toll und es ist sicher auch eine sehr abwechslungreiche Arbeit (von den vielen Weihnachten und Ballonfahrten mal abgesehen... :grin), aber ich fürchte auch, dass ich davon zuviel mit nach Hause nehmen würde, v.a. wenn es sehr sympathische Kunden sind oder sehr junge. Klar gibt es einem ein gutes Gefühl, wenn man so einen todgeweihten Menschen nochmal kurzzeitig richtig glücklich machen kann, aber wahrscheinlich würde es mich doch zu sehr belasten. Ich kann mich da innerlich einfach nicht genug distanzieren!


    LG, Bella


    Ich denke, mir würde es ähnlich gehen.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Ich finde Daniel übertreibt mit seiner Aussage, dass sie aufpassen müssen, nicht in den Ruf zu kommen Sterbehilfe zu leisten. Das hätte ich ihm an Mathildas Stelle so richtig übel genommen. Ansonsten ist er ein ganz sympathischer Kerl. Birger sehe ich nicht mit Mathilda.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."