'Das Haus in der Nebelgasse' - Seiten 270 - 359

  • Zitat

    Original von Bücherfrau
    Ich hatte ein bisschen Sorge, dass Stephen dann zu negativ herüberkommt. Wenn sich jemand von einem kranken Partner/in trennt, führt das auch heute noch zu Gerede und Kritik, da bin ich mir sicher. Eine Freundin brachte mich auf den Schriftsteller William Thackeray, der sich in einer ähnlichen Situation befunden hat, und ich habe mich daran orientiert. Ich denke, dass Figuren durchaus auch dunklere Seiten haben und dennoch liebenswert bleiben können. Fleming ist kein strahlender Held, sondern ein Mann mit Schwächen und Stärken.


    Das hast du schön geschrieben! Und ja, ich denke schon, dass es Gerede und Kritik gibt, wenn sich jemand von seinem kranken Partner trennt. Das muss man dann aushalten können, sicher werden auch Matilda und Stephen auf unverständige Menschen stoßen. Aber ich finde nicht, dass Stephan deswegen negativ rüberkommt. Wie du selber schreibst: Figruen brauchen auch "dunklere" Seiten. Mir sind solche Charaktere wesentlich lieber, da realistisch und menschlich, als Romanfiguren, die immer alles "richtig" machen.

    "Wir brauchen alle immer mal wieder Beschäftigungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen." Tracy Chevalier, Violet, Atlantik Verlag 2020

  • Ich habe gestern diesen Abschnitt beendet. Leider bin ich dies letzten Tage nicht wirklich zum Lesen gekommen.


    Gefallen hat mir der Abschnitt aber richtig gut. Es ist viel passiert und spannend war es auch.
    Die Schatzsuche im Keller des Hauses. Puh ich hätte mich das nicht getraut. Aber da ist ja wirklich einiges bei herausgekommen und langsam fügt sich zusammen, was damals passiert ist. Ob noch herauskommt was aus diesem Anthony geworden ist? :gruebel


    Fleming ist verheiratet, aber seine Frau ist nervenkrank. Das war wirklich überraschend für mich und bestimmt ein Schock für Matilda


    Zitat

    Original von Rouge
    Ich finde das Verhalten von Fleming auch mehr als anständig. Er versucht ja wirklich nur das Beste, damit seine Frau vielleicht doch wieder gesund wird. Es ist schon traurig, wenn man liest, wie damals zum Teil mit psychisch kranken Menschen umgegangen worden ist. Es gab ja wirklich keine anständige Therapie für sie, keine Tabletten gegen Depressionen oder Ängste. Sie sind einfach weggesperrt worden.


    Das sehe ich genauso. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man früher noch sehr drastische Mittel bei Nervenkrankheiten anwandte, z.B. mit Stromstößen oder kalten Wasserduschen.


    Ich bin jetzt so gespannt wie die Geschichte endet und hoffe auch auch ein Happy End für Matilda und Fleming.

    Gruß Sabine


    ich lese: "Ohne Ausweg" von Kathrin Lange

    ich höre: "Drei Schwestern am Meer" von Anne Barns

  • Zitat

    Original von JaneDoe


    Wenn Flemings Frau irgendwo verwahrlost vor sich hin vegetieren würde, dann hätte man ihm das übel nehmen können, dass er nicht besser für sie gesorgt hat. Aber du hast sie bestmöglichst versorgt untergebracht und durch das Gespräch mit dem Arzt sichergestellt, dass sich an ihrem Zustand nichts mehr ändern wird. Ich finde nicht, dass Fleming eine dunkle Seite hat, er wirkt auf mich offen und ehrlich. Dass er bei Matilda nicht gleich mit der Tür ins Haus gefallen ist und ihr gesagt hat, dass er verheiratet ist, ist doch verständlich. Er musste ja auch selbst erst mal seine Gefühle sortieren. Und sein Leben geht weiter und da ist es doch schön, wenn er die die Chance auf ein neues Glück erhält. Meine volle Sympathie hat er :-)


    Kann ich so nur voll und ganz :write.

  • Ein wirklich beeindruckender Abschnitt - der Einbruch in den Keller im Haus der Ancrofts war so atmosphärisch und spannend, dass ich mich richtig von der Außenwelt abgeschirmt habe. Die Aufregung der Beiden, als sie die älteren Mauerbestandteile entdecken, das hat einen richtig angesteckt.


    Umso menschlich tragischer dann die Geschichte um Stephens Frau. Dass er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten nach wie vor um sie kümmert finde ich sehr anständig von ihm, und dass er überhaupt moralisch mit sich hadert, weil er sich für Mathilda erwärmen kann, zeigt ja schon, dass ihm seine Frau trotz allem noch viel bedeutet. Was die Leute von ihm halten können, scheint ihn eher weniger zu bedrücken.


    Gestolpert bin ich über einen Dialog an der Schule, als sich Mathilda und eine andere Lehrerin darüber unterhalten, dass deutschsprachige Weihnachtslieder geprobt werden. Gibt es dazu einen besonderen Hintergrund, Susanne? Außerdem fand ich die Erwähnung interessant, dass die Männer zu der Zeit keine Eheringe trugen - gab es dafür einen Grund? Wann hat sich das geändert?

    SUB 220 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Susanne Michl u. a. - Zwangsversetzt. Vom Elsass an die Berliner Charité. Die Aufzeichnungen des Chirurgen Adolphe Jung (1940 - 1945)

    :lesend Antonio Iturbe - Die Bibliothekarin von Auschwitz

    :lesend Anthony Doerr - Alles Licht das wir nicht sehen (Hörbuch)

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  • Zu den Weihnachtsliedern: Miss Fellner ist die Deutschlehrerin. Wenn eine Sprache unterrichtet wird, macht man das doch auch mit Liedern. Außerdem waren die Kontakte zwischen GB und Deutschland vor dem 1. WK sehr eng, und es fand ein kultureller Austausch statt. In vielen Familien galt es als vornehm, deutsche Gouvernanten und englische Kindermädchen zu haben.


    Zu den Ringen: Hier ist ein interessanter Eintrag bei Wikipedia, schau mal unter "double-ring ceremony" nach, wenn du magst:


    https://en.wikipedia.org/wiki/Wedding_ring