Der Sandmaler - Henning Mankell

  • Einleitung/ Info


    Henning Mankell
    Der Sandmaler
    Originalsprache: schwedisch
    Gebundenes Buch, 160 Seiten, 20,00 €
    Paul Zsolnay Verlag
    ISBN: 978-3-552058545


    Henning Mankell (1948 bis 2015) ist vor allem durch seine Krimi-Reihe mit Kommissar Wallander bekannt. Der Autor hat aber auch diverse Romane geschrieben, die in Afrika spielen beziehungsweise davon handeln, beispielsweise „Der Chronist der Winde“ (2000) oder „Die rote Antilope“ (2001). „Der Sandmaler“, ursprünglich 1974 erschienen, ist sein erster Afrika-Roman, nachdem er 1972 eine zweijährige Reise dorthin unternahm. Mankell lebte in Schweden und Mosambik und bezeichnete Afrika als seine Wahlheimat.


    Handlung


    Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt und nur an sein Vergnügen denkt, geht Elisabeth mit offenen Augen an dieses fremde Land und versucht es zu verstehen. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen.


    Covergestaltung und Buchtitel


    Durch das Cover (und den Autorennamen) bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Ich finde das Cover sehr gelungen, weil es schlicht aber ausdrucksstark ist. Auch der Buchtitel gefiel mir von Anfang an und hat nach Lektüre des Buches noch einen tieferen Sinn.


    Meinung


    Ich habe das Buch an einem Abend ausgelesen, was eigentlich schon alles aussagt. Zwar ist das Buch mit 160 Seiten nicht besonders umfangreich, aber die Geschichte hat bei mir Interesse geweckt und ich habe gerne verfolgt, wie sich Elisabeths Urlaub und ihr Charakter sich entwickeln.
    Mankell kann unglaublich gut eine bestimmte Stimmung einfangen. Durch die Art und Weise der Beschreibung der Außenwelt spiegelt er die Innenwelt der Person, ihre Gedanken und Auffassungen. Ich konnte mich außerdem gut in die Protagonistin hineinversetzen, auch wenn ich ihre Verbindung zu Stefan nicht richtig verstanden habe. Ihr selbst fallen zwar seine negativen Charakterzüge auf, aber doch muss es auch anziehende Charakterzüge an ihm geben, weswegen sie doch recht viel Zeit mit ihm verbringt. Diese anziehenden Seiten konnte ich als Leserin nicht nachvollziehen.
    Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt an dem Buch und zwar kam es mir, vorallem anfangs, etwas belehrend vor. Ich hatte den Eindruck Svens Charakter dient nur dazu das Kritikwürdige an den Verhältnissen, der den Folgen der Kolonialisierung, dem Kapitalismus und der Tourismusindustrie hervorzuheben und zu erklären. Passenderweise ist Sven dann auch noch Lehrer. Mit der Zeit hat der Charakter aber gewonnen und etwas Tiefe hinzuerlangt, sodass mich das Erklärende nicht mehr gestört hat. Ich war auch der Meinung, dass es in irgendeiner Art und Weise für die Entwicklung der Geschichte beziehungweise dem was der Autor mit der Geschichte ausdrücken möchte, notwendig ist und vielleicht ist es so glaubwürdiger, als wenn sich Elisabeth selbst informiert – jedenfalls für die damalige Zeit. Heute würde die Protagonistin ihre Gedanken und die Dinge, die ihr auffallen wohl einfach im Internet recherchieren.
    Außerdem kann man sich durchaus vor Augen halten, dass Mankell, als er dieses Buch schrieb, erst 26 Jahre alt war und noch nicht so eine große Schreibpraxis hatte wie in späteren Jahren.


    Fazit


    Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ich würde es weiterempfehlen und werde nun auch einen weiteren Afrika-Roman von ihm lesen, obwohl ich dabei bisher immer etwas zögerlich war und mich an die Wallander-Krimis gehalten habe.
    10/10 Eulenpunkte.


    ASIN/ISBN: 3552058540

    ASIN/ISBN: 3423217529

  • Der Afrika-Roman "Erinnerung an einen schmutzigen Engel" ist ähnlich gut wie Der Sandmaler.
    Handelt in Mocambique.


    Bei Der Sandmaler dachte ich zunächst wegen des geringen Umfangs, es wäre ein kleiner Roman, doch aufgrund seiner Kompaktheit wirkt er nicht kurz.


    Ich denke, Der Sandmaler zeigt mit Elizabeth und Stefan praktisch eine Person mit zwei Möglichkeiten. Entweder die Realität erkennen und genau hinsehen oder wegsehen, um sein komfortables Leben nicht zugefährden. Man muss sich entscheiden. Klar, wie Henning Mankell selbst sich entschieden hatte. Er war der Realität verpflichtet.

  • Zitat

    Original von Nadezhda
    Welchen hast du dir denn ausgesucht?


    Ich dachte an "Der Chronist der Winde". :-)


    Man kann am "Sandmaler" schon auch einiges mehr kritisieren an Ausführlichkeit oder ob es dem Thema gerecht wird oder nicht zu oberflächlich ist, et cetera. Aber ich finde es gut erzählt und angenehm zu lesen. Sicher wird jemand der tiefes Eintauchen in die Problematiken sucht dies hier vermissen. Es ist aber eben auch eine Kunst auf so kleinem Raum eine runde Geschichte zu erzählen.


    Stefan sieht aber nicht nur weg, er sieht oberflächlich hin und entscheidet sich dafür die Lage auszunutzen. Er ist nicht schockiert und empfindet kein Mitleid, vielmehr empfindet er das Gefühl bessergestellt und irgendwie "wertvoller" zu sein. Wohingegen Elisabeth am Anfang "nicht so genau hinschauen will", aber dann gar nicht wegschauen kann, ihr Charakter lässt ein Ignorieren quasi nicht zu. Ich empfinde die beiden nicht als zwei Handlungsalternativen sondern als zwei völlig gegensätzliche Charaktere. Meiner Meinung nach gibt es einen Unterschied zwischen Ignorieren / Wegsehen und bewusstem Ausnutzen der Gegebenheiten. Damit will ich nicht sagen, dass Stefan "böse", sondern nur, dass für mich noch eine Art und Weise damit umzugehen dazwischenliegt.

  • "Der Chronist der Winde" hat mich sehr bewegt. Ich hätte dir nach meinen persönlichen Leseerfahrungen genau diesen Afrika-Roman von Mankell empfohlen. :-)


    Werde demnächst mal wieder das Büchlein "Ich sterbe, aber die Erinnerung lebt" lesen. Da geht es um die Memory Books, die aidskranke / HIV-positive Eltern ihren Kindern schreiben.

  • Mankells Geschichte stammt aus dem Jahr 1974, sie liegt nun in der deutschen Übersetzung vor. Sie spricht Themen an, die uns auch heute noch beschäftigen. Gedankenlose Touristen, die im Urlaub nur Strand und Bar besuchen, gibt es heute wie damals reichlich. Sie interessieren sich nicht für Land und Leute, sie wollen nur ihren Spaß. Dafür steht Stefan in diesem Buch. Hätte er nicht Elisabeth an seiner Seite, würde er vermutlich die wenigen Ausflüge auch nicht gemacht haben. Elisabeth steht für eine andere Kategorie von Urlaubern. Sie möchte schon etwas über das Leben der Menschen im Land erfahren, auch wenn sie das am Anfang ihrer Reise wohl selbst noch nicht weiß. Sie lässt sich einfangen von ihrer Umgebung, lernt eine einheimsche Familie kennen und erfährt von Sven einiges über die Geschichte und die Bevölkerung. Diese Reise macht sie reifer und sicherer, während Stefan weitgehend der Alte bleibt.
    Der Titel „Sandmaler“ irritiert vielleicht ein wenig, denn der hat tatsächlich nur einen sehr kurzen Auftritt. Aber möglicherweise war das ja auch nur als Metapher gemeint. Das flüchtige Bild im Sand, das man sich ansehen, aber nicht mitnehmen kann. Mitnehmen kann man nur den Eindruck des Bildes, das man gesehen hat.
    Dass der Sozialismus uns rettet und der Kapitalismus ja schuld ist an den Umständen im Land, ist vielleicht etwas zu einfach dargestellt. Die Kritik ist natürlich berechtigt, die reichen Länder beuten die armen Nationen aus. Die Armut wird zum Problem, von dem sich die Betroffenen kaum befreien können. Aber wäre das im Sozialismus wirklich besser? Einige Länder haben es versucht, ein Erfolgsmodell war es nicht. Ich denke auch nicht, dass man Sozialismus und Kapitalismus gegeneinander stellen sollte. Würde der Kapitalismus nach den fairen Regeln seiner Erfinder ablaufen, würde es den Menschen überall gut gehen. Denn Unterdrückung, Zollschranken und Protekionismus dürfte es dann nicht geben. Leider sieht die Realität anders aus. Der Sozialismus ist theoretisch ebenfalls ein gutes Modell, aber in der Praxis stehen Korruption und Egoismus dem Funktionieren im Wege. Ich will damit sagen, dass es nicht auf das System ankommt, unter dem Menschen leben. Es kommt auf die Menschen an, die es ausüben. Und da es keine perfekten Menschen gibt, gibt es auch keine perfekten Systeme.
    Die Systemkritik im Buch soll vermutlich auch nur ein Anstoß sein, mal intensiver darüber nachzudenken. Nachdenken sollten wir auch über unser Verhalten im Urlaub, wenn der uns in ein fremdes Land führt. Für eine umfassende kritische Betrachtung ist dieses Buch zu kurz. Als Impulsgeber und Anregung zum Nachdenken ist es aber sehr gut geeignet. Auch heute noch.

  • Ein Erschüttender und Erschreckender Roman über Afrika


    nhaltsangabe : Quelle Hanser-Verlag



    Eine junge Frau auf der Suche nach sich selbst. "Der Sandmaler" – der erste Afrika-Roman von Bestsellerautor Henning Mankell


    Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth dieses fremde Land verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit des Landes, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.




    Meine Meinung zum Autor:


    Henning Mankell hat mit seinem Roman „ Der Sandmaler „ einen beeindruckenden Afrikaroman geschrieben. Der einem beim Lesen unter die Haut geht und nachdenklich macht. Er reiste 1971 zum ersten mal nach Afrika, nach Guinea Bissau das an der Westküste zum Atlantik liegt, es grenzt an den Senegal und Guinea . Es gehört zu den Ärmsten Ländern dieser Welt, ein Land das mal eine Kolonie war. Diese Reise inspirierte ihn einen Roman über Afrika zuschreiben, obwohl er schon 1974 in Schweden unter dem Originaltitel Sändmalaren erschien, ist er immer noch Top Aktuell, schön das er jetzt endlich ins Deutsche übersetzt wurde. Mankell hat alles sehr lebendig und Authentisch beschrieben, sein Sprach-und Schreibstil sind klar, kraftvoll und sehr Bildhaft. Er reißt einem mit beim Lesen und lässt uns an der Reise nach Afrika seiner Figuren teilhaben. Ein Afrika wie es wirklich ist, die Einheimischen dort wie sie leben, ihre Mentalitäten, der Analphabetismus, das Manko der Bildung, die hohe Arbeitslosigkeit, von Tourismus, Kapitalismus, alles was an Geld eingenommen wird fließt zurück nach Europa und Amerika. Es ist Afrika Pur, zwischen Pompösen Villen und Wellblechhütten. Der Grase Unterschied zwischen Arm und Reich. Ein Land das unter dem Kolonialismus ausgebeutet wurde und tiefe Wunden und Spuren zurückgelassen hat. Die Überlebenskunst der Einheimischen, ist zu bewundern, obwohl sie man gestern wie heute immer noch ausbeutet. Die Gedankenlosigkeit der Touristen ist zu bedauern. Ein Buch das den Autor geprägt hat. Der Roman hat mich sehr tief berührt und sehr nachdenklich zurückgelassen. Mankell hält uns mit seiner Geschichte den Spiegel vor, wie gut es und doch geht.



    Meine Gedanken zum Inhalt:


    Man konnte sich ein sehr gutes Bild von Stefan und Elisabeth machen, zwei Menschen wie sie nicht unterschiedlicher sein können. Zwei Ehemalige Schüler, die sich nach dem Abi zufällig in Stockholm auf den Flughafen treffen um in Afrika Urlaub zu machen. Stefan, war mir gleich unsympathisch, ein Egoist der in erster Linie an sich denkt, aus reichem Elternhaus stammt, einfach großspurig. Wie es den schwarzen geht interessierte ihn wenig, Hauptsache Urlaub und das er Spaß hat. Allein wenn ich an da schwarze junge Mädchen Yene denke, die er in seiner Geilheit abschleppt und mit ihr kostenlosen Sex hat und mit ein paar lumpige Scheine für ein Taxi nach Hause schickt. Das Yene das Geld zum Überleben ihrer Familie braucht, daran denkt er nicht.


    Elisabeth dagegen geht mit offenen Augen durch Afrika, nimmt Teil am Leben der Schwarzen, vieles erfährt sie durch den Dänen Sven einen Lehrer. Ihr Interesse ist echt, es erschüttert sie was in diesem Land passiert. Der kleine Fremdenführer Nobu, der die Schule schwänzt um Geld zu verdienen, hat mich erschüttert. Ich habe Elisabeth für ihren Mut bewundert, als sie dem Kellner in ihrem Hotel, ihre Adresse von Schweden gab, den er möchte dort Arbeiten um richtig Geld zu verdienen, den der Lohn in Afrika ist sehr niedrig. Man beutet die Menschen immer noch aus.


    Es war schön mit Elisabeth, Stefan und Sven Afrika zu erkunden und es von der anderen richtigen und wahren Seite kennen zu lernen. Elisabeth eine junge Frau die noch ihren Platz im Leben suchte und durch Afrika geprägt wurde.


    Es war erschütternd zu erfahren unter welchen Bedingungen die Einheimischen dort Leben. Obwohl der Roman 1974 erschien ist er noch immer hoch Aktuell.....


    :lesend

    „Lesen heißt durch fremde Hand träumen.“ (Fernando Pessoa)

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  • Gedanken sprühen


    Inhalt:
    Stefan und Elisabeth treffen sich auf dem Flug nach Afrika kurz nach dem Abitur wieder. Gegen Ende der Schulzeit hatten sie eine flüchtige Beziehung. Während Stefan das Strandleben genießt, will Elisabeth dieses fremde Land verstehen. Sie freundet sich mit einem Lehrer an, der ihr die historischen Hintergründe erklärt, und der einheimische Guide Ndou führt sie durch die ärmsten Viertel. Elisabeth lernt, die Welt und ihr eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen. Bereits in Mankells erstem Afrika-Roman sind seine späteren großen Themen versammelt: die Schönheit des Landes, die Überlebenskunst der Einheimischen, die Gedankenlosigkeit der weißen Touristen und die Nachwirkungen des Kolonialismus.


    Mein Fazit:
    Das Cover sticht einem sofort ins Auge - wunderschön, aber dennoch schlicht. Finde ich dennoch passend zu dem Buch.


    Der Leser wird auf eine Reise nach Afrika mitgenommen, eine Reise die alles zeigt - auch die Seiten, die sich einige Touristen nicht ansehen - die unschönen Seiten. Teilweise fühlt man sich beim Lesen wie in einer anderen Welt. Der Schreibstil ist sehr "realitätsnah" - bzw. so detailreich, dass man sich diese Realität eben wirklich vorstellen kann.


    Das Buch bietet eine interessante Geschichte von zwei unterschiedlichen Reisen in dieser Region - aber es geht weit darüber hinaus, denn das Buch regt zum Nachdenken an, die Gedanken lassen einem nicht mehr los, und das finde ich anhand der aktuellen Situation mit der wir in Europa konfrontiert sind auch gut so.

  • Kurz nach dem Schulabschluss gönnt sich die junge Schwedin Elisabeth eine Reise nach Afrika. Bereits im Flugzeug trifft sie auf Stefan, einen ehemaligen Klassenkameraden, der das gleiche Ziel hat. Die Reise nach Afrika wird für Elisabeth unvergesslich bleiben.


    Henning Mankell schrieb diesen Roman, seinen ersten Afrika-Roman, bereits 1974, im Alter von 26 Jahren. Erst jetzt wurde „Der Sandmaler“ in Deutschland veröffentlicht, ist aber immer noch durchaus aktuell. Der Autor bereiste 1971 erstmals Afrika, einige seiner wichtigsten Romane spielen dort, Afrika war Mankell sehr wichtig.


    Erzählt wird der Roman in einfacher Sprache und größtenteils kurzen Sätzen, ist also einfach zu lesen. Die beiden Protagonisten erleben zwei interessante Wochen, wobei sie sie ganz unterschiedlich nutzen, Stefan ganz als Tourist, das Land selbst interessiert ihn wenig, allerhöchstens die Möglichkeit, einmal mit einer Afrikanerin schlafen zu können. Anders Elisabeth, die durch den Lehrer Sven, der im selben Hotel logiert, viel über die Hintergründe des Landes erfährt, aber auch eigene Erfahrungen macht, eine afrikanische Familie kennen lernt und das Land nicht nur aus Touristensicht sieht. Sie erfährt, was der Kolonialismus mit dem Land, dessen Name nie erwähnt wird, angestellt hat, wie Land und Leute immer noch ausgebeutet werden, nicht nur von der neuen Regierung, sondern auch durch den Tourismus, der zwar Geld bringt, dieses aber nicht den Bewohnern zugute kommt.


    Leider sind die Charaktere nicht wirklich überzeugend, für mich passt schon ihr Alter nicht, etwas älter wären sie glaubhafter gewesen. Ich denke aber, es ist gewollt, die Charaktere als gegensätzliche Stereotype zu zeigen und damit die Situation des Landes noch mehr zu verdeutlichen. Dazu passt auch Sven, der „Wissende“. Bedenken muss man auch, dass der Roman sehr kurz ist.


    Die Themen sind heute noch aktuell und durchziehen Mankells Afrika-Romane. Gerade durch die einfache Erzählweise und dadurch, dass der Leser zusammen mit Elisabeth, aber auch mit Stefan, das Land kennen lernt, wirkt das Leid des Landes bzw. seiner Bewohner, eindringlich und bedrückend und gibt dem Leser Stoff zum Nachdenken. So wirkt der Roman lange nach.


    Ich empfehle den Roman sehr gerne weiter.

  • Meine Meinung:


    Nach ihrem Abitur treffen sich Elisabeth und Stefan zufällig am Flughafen. Beide haben ganz unabhängig voneinander eine 14-tägige Reise nach Afrika gebucht. Währens Elisabeth Land und Leute kennenlernen möchte, verfolgt Stefan ganz andere Ziele: Schwarze Frauen abschleppen, Party machen und am Strand faulenzen. Sollte sich etwas mit Elisabeth ergeben, wäre er auch dem nicht abgeneigt. Der Leser begleitet die beiden Schweden, die unterschiedlicher nicht sein könnten auf ihrer Reise.


    In diesem Roman hat Henning Mankell seine ganz persönlichen Eindrücke seiner ersten Afrikareise verarbeitet. Damals war er nicht viel älter als seine beiden Protagonisten. In Schweden erschien dieser Roman als sein erstes Buch bereits in meinem Geburtsjahr 1974. Gut, dass die deutsche Übersetzung erst jetzt herauskam, denn wäre dies der erste Roman gewesen, den ich von ihm gelesen hätte, hätte ich definitiv seine besten Werke verpasst. „Der Sandmaler“ war für mich ok, aber mehr leider auch nicht. Ich bin mit den Protagonisten überhaupt nicht warm geworden. Sie blieben mir während der ganzen 160 Seiten viel zu blass und oberflächlich. Das war ich von seinen „Wallander-Romanen“ komplett anders gewohnt. Kurze Sätze und ein einfacher Sprachstil ließen mich das Buch schnell lesen, den Anspruch habe ich allerdings vermisst – ebenso wie die für mich wichtigen Landschaftsbeschreibungen.


    Einziger Pluspunkt: Nach wie vor ist die Thematik des Buches aktuell und das Leid von Land und Leuten hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Das ist der Grund, warum ich für „Der Sandmaler“ sechs Punkte vergebe.

    Wer lesen will, der liest, und jedes Buch wird gefunden von dem, der es sucht.
    (Eduard Engel)