'Die Gabe des Himmels' - Seiten 296 - 398

  • Nachdem ich gestern keine Zeit hatte, irgendwas zu lesen, habe ich heute den nächsten Abschnitt fast verschlungen. Es ist so viel passiert, dass er sich ganz fix weglesen ließ.


    Zu Beginn war ich recht traurig darüber, wie es mit dem guten Jacques bergab ging. Hoffentlich bleibt er uns noch eine Weile erhalten! Gefreut hat mich hingegen Adrianus‘ Meisterprüfung und den Rückhalt, den er bei seinen Zunftbrüdern genießt. Auch wenn er sich, wie [Name vergessen] schon sagte, nun einen verlässlichen Erzfeind geschaffen hat.
    Zum Glück konnte Adrianus Louise noch retten und zumindest der Bürgermeister steht jetzt ebenfalls hinter ihm. Wahrscheinlich bereut Adrianus inzwischen manchmal, dass er das Studium nicht doch beendet hat, dann müsste er sich vielleicht nicht mit Philibert herumschlagen… Ich bin gespannt, ob wir noch erfahren, wer wirklich hinter dem Einbruch und dem Diebstahl der medizinischen Instrumente steckt. Philibert ist zwar der offensichtliche Übeltäter (und mir fällt auch kein anderer ein, so spontan), aber wer weiß…


    Dass es mit Fernand als Nachbarn noch Probleme geben würde, war direkt bei Adrianus' Einzug dort zu vermuten und sollte sich ja schließlich auch bewahrheiten. Wobei Adrianus und Léa denkbar leichtsinnig vorgegangen sind, bei aller Liebe. In dem Moment, indem ich noch den Gedanken „von wegen, da ahnt keiner was“ im Kopf hatte, stand Fernand auch schon vor der Tür. Wahrscheinlich wird er immer gieriger und Adrianus kann ihn irgendwann nicht mehr ruhigstellen, oder er bekommt einen anderen Grund, die beiden zu verraten. Adrianus wird vermutlich als Arzt weiterhin gebraucht, ich hoffe nur, man tut Léa nichts an. Oder die Leute lehnen seine Behandlung ab und sterben wie die Fliegen.


    Auch César taucht jetzt noch öfter auf. Klar, dass er jetzt sämtliches Ungemach darauf schiebt, dass er den horrenden Kredit nicht bekommen hat. Er ist einfach zu selbstgefällig. Insofern bin ich auch gespannt, wie lang seine guten Vorsätze, die er nach der Steinlawine gefasst hat, halten werden. Toll finde ich, dass wir ihn nach Florenz begleiten! Ich liebe Florenz und bin gespannt, ob er dort noch etwas Interessantes erlebt. Die Beschreibungen dieser Metropole der (fast schon beginnenden) Renaissance haben mir gut gefallen. Allerdings grassiert in der Nähe auch die Seuche – hoffentlich wird es nicht ausgerechnet César sein, der die Pest nach Varennes einschleppt, oh je…


    Zu diesem Widerling Luc will ich eigentlich gar nichts sagen. Die Barmherzigkeit dieser Bauern so skrupellos auszunutzen… Ich frage mich, wie viele Menschenleben im Verlauf der Geschichte noch auf sein Konto gehen müssen. Er selber wird vermutlich nicht so bald sterben, er wird ja noch als Bösewicht gebraucht, denke ich :D (Ich frage mich, ob er irgendwann auf diesen Mörder aus dem Prolog trifft. Irgendwas muss es mit dem Kerl ja auch noch auf sich haben und noch habe ich keine Ahnung, was es sein könnte).


    Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie es weitergeht. Das Petrarca-Zitat vor dem nächsten Abschnitt deutet ja bereits an, dass es nun im negativen Sinne zur Sache gehen wird...


    :lesend

  • Nö, ich kann mir nicht vorstellen, dass Adrianus bereut sein Studium nicht beendet zu haben, mit solchen Dummköpfen wie dieser Philibert müsste er sich so oder so rumärgern.


    Die Pest wird César wohl aus Florenz nach Hause begleiten und wem man für die Seuche die Schuld in die Schuhe schieben wird, ist ja auch abzusehen ...

  • Nach dem Eulen-WE frisch gestärkt muß ich mich jetzt hier einblenden :grin


    Also Philibert und Adrianus das werden in meinen Augen und Befürchtungen niemals Freunde. Von meiner Seite aber auch vollkommen verständlich. Adrianus weiß was zu tun ist und Philibert holt ihn immer wieder nur zum Aderlaß. Offensichtlich weiß er sonst keine Methode, mit einer Krankheit umzugehen. Die Zunftleute hat Adrianus anscheinend auf seiner Seite, das ist beruhigend.


    Adrianus und Lea werden in ihrer Verliebtheit schon sehr unvorsichtig. Hier bin ich gespannt, wann das Verhältnis auffliegt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben werden.


    Und der Bösewicht Luc bleibt uns in dieser Eigenschaft vermutlich auch bis zum Schluß erhalten. :fetch

  • Adrianus und Lea sind ziemlich unvorsichtig, ich bin gespannt wie lange Adrianus Nachbar noch den Mund hält. Ich glaube, dass geht nicht mehr lange gut.

    Dabei sind die beiden ein so schönes Paar.


    Philibert macht Adrianus das Leben schwer, ich bin gespannt, was er sich noch so alles einfallen lässt.


    Luc treibt auch wieder sein Unwesen, eigentlich wünsche ich ihm nur den Tod. Sorry, aber so empfinde ich... (und es ist ja ein Roman ;-) )


    Cesar macht sich in diesem Abschnitt auch nicht beliebter. Tja, in Florenz ist die Pest schon mal, bin gespannt ob sie vor ihm Vrannes erreicht oder ob er sie mit nach Vrannes bringt :gruebel

  • Was für ein toller Abschnitt. Hier passiert ja wirklich viel, was für die weitere Handlung hoffen, fürchten und bangen lässt.


    Den Tod oder zumindest ewiges Dahinsiechen im Hungertum darf man Luc schon wünschen, finde ich. Der kennt keinerlei Skrupel, da darf er auch keine Milde erwarten.


    Ich wundere mich ein bisschen über das Verhältnis zwischen Léa und Adrianus. Eigentlich hätte es schon längst auffliegen müssen. Es gibt doch Nachwächter oder sicher auch andere Leute, die noch spät mal unterwegs sind. Die beiden haben bisher super viel Glück gehabt. Ich könnte mir vorstellen, dass Fernand sie im Suff verrät und dann rafft ihn die Pest dahin :grin


    Was mich auch ein wenig verwundert, ist das blinde Vertrauen der Leute Philibert gegenüber. Irgendwem müsste doch mal aufgefallen sein, dass bei ihm die Leute wegsterben und nicht geheilt werden. Und dass es die Wundärzte sind, die den Menschen helfen.

  • Was mich auch ein wenig verwundert, ist das blinde Vertrauen der Leute Philibert gegenüber. Irgendwem müsste doch mal aufgefallen sein, dass bei ihm die Leute wegsterben und nicht geheilt werden. Und dass es die Wundärzte sind, die den Menschen helfen.

    Es wird verständlicher, wenn man die folgenden Faktoren bedenkt:


    - In der ständischen Gesellschaft des Mittelalters, wo jeder seinen Platz kannte, war das Vertrauen in Autoritäten viel größer als heute. Wenn jemand mit einem klangvollen Titel etwas behauptet hat, dann war das so; man hat es i.d.R. nicht angezweifelt.

    - Die Allgemeinbildung war schlecht. Die allermeisten Menschen wussten sehr viel weniger über medizinische Zusammenhänge als die studierten Doctoren.

    - Das Ursache-Wirkung-Denken, das für uns heute normal ist, gab es im Mittelalter in der Form noch nicht, bzw. es wurde gerade erst wieder in der Literatur der alten Griechen entdeckt. Im Grunde ist das aber eine Denkweise der Renaissance bzw. Aufklärung. Im Mittelalter herrschten magische Vorstellungen vor. Das macht es schwer, Gelehrten und Experten Fehler nachzuweisen ...

    - Der Doctor konnte sich immer auf die "Ausrede" zurückziehen: Wenn eine Therapie nicht anschlägt, hat Gott das eben so gewollt bzw. der Patient ist selbst schuld an seinem Zustand, denn er war sündhaft und erhält nun die gerechte Strafe. Diese "Logik" hat eigentlich niemand infrage gestellt.

  • Das Vorgeplänkel ist vorbei, jetzt wird es ernst. Die Pest mit allen Nebenfolgen ante Portas- und das Schließen derselben hilft nichts.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend