'Der Untertan' - Seiten 362 - Ende

  • Die Hochzeitreise ist für Guste die reine Katastrophe. Anscheinend traut sie sich nicht allein in Rom auf Besichtigungstour zu gehen und sitzt nur im Hotel herum, während Diederich völlig ausflippt vor Begeisterung, seinem geliebten Kaiser huldigen zu dürffen. Seine Verehrung erinnert an die fanatischsten Fans, wenn es um Teeny-Idole geht. :pille

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Raffaella Romagnolo: Bella Ciao

  • Huch, nur zwei Beiträge im letzten Abschnitt? Haben alle zwischendrin das Buch abgebrochen?


    Ich glaube, “Der Untertan“ sollte man mit 20 als Karriereratgeber lesen. Die perfekte Anleitung zu Intrigen und Illoyalität. :grin Diederichse gibt es leider so viele.

  • Ich habe es auch nicht abgebrochen, aber leider auch noch nicht zu Ende gelesen. Für dieses Buch brauche ich Zeit und Ruhe, und die habe ich im Moment während der Woche einfach nicht. Da ist mir dieses Buch gerade zu anstrengend. Ich hoffe, am Wochenende den "Untertan" beenden zu können.

  • Mir fehlen noch 63 Seiten bis zum Schluss - aber die Motivation dazu ist recht gering. Ich habe versucht sie mir ein wenig zu erhöhen, indem ich mir die recht werkgetreue Verfilmung von 1951 angeschaut habe. Aber die lächerliche Schlussszene dort brauche ich nicht unbedingt in aller Ausführlichkeit lesen, um mir ein Urteil über diese widerliche Untertan-Figur zu bilden.


    Interessanter fand ich den Wikipedia-Artikel über den Film. Besonders die Begründung, warum er in der jungen BRD so lange zensiert und nicht gezeigt werden durfte. :gruebel

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  • indem ich mir die recht werkgetreue Verfilmung von 1951 angeschaut habe

    Wo hast Du denn den Film gesehen? Der interessiert mich auch.

    Ich lese jetzt nach dem Buch noch "Königs Erläuterungen".


    Gefallen hat mir das Buch sehr gut, da es die Stimmung und Psychologie dieser Zeit wohl recht gut einfängt. Unsere Leserunde hätte aber - mal wieder - sehr viel mehr Abschnitte vertragen können. :keks

    Jeder Abschnitt ist so inhaltsreich, dass ich kaum alles erst am Ende schreiben und kommentieren kann oder will. Man kann natürlich bereits vorher schon was schreiben ... aber dann bräuchten wir gar keine Unterteilung, denn das geht ja immer.

  • Wo hast Du denn den Film gesehen? Der interessiert mich auch.

    Den Film hatte ich vor Jahren einmal auf eine meiner Festplatten aufgenommen. Da war wohl gerade mal wieder ein entsprechender Thementag auf 3sat. Zum Glück hatte ich ihn zwischendurch nicht gelöscht. Er passt wirklich gut zur Lektüre.

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  • Der Untertan ist ja Teil einer Trilogie, danach folgen noch Die Armen und Der Kopf. Hat diese beiden Bücher auch schon jemand von euch gelesen?


    Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg folgte ja die Abdankung des Kaisers. Mich würde interessieren, wie Diederich sich anschließend verhielt. Da er immer ein Gespür für Machtstrukturen hatte und sein Fähnchen immer geschickt in den Wind hielt, dürfte dies auch das Ende seiner Kaisertreue gewesen sein.

  • Das wusste ich nicht. Diese beiden anderen Bücher sagen mir auch gar nichts.


    Natürlich wäre Diederichs Reaktion auf die Katastrophe des ersten Weltkrieges auch interessant. Er hätte sich ja ehrenhalber freiwillig melden müssen ...


    :gruebel


    ... und danach mit seinem Kaiser ins Exil gehen.

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  • Fertig!!! :freude

    Fühle mich gerade wirklich so, als ob ich eine Höchstleistung vollbracht hätte.


    Der Wahlkampf zog sich gefühlt unendlich hin.

    Die apokalyptischen Zustände bei der Enthüllung des Denkmals waren endlich mal wieder humorvoll - und grandios beschrieben. :)

    Ich hatte mich gefragt, ob Emmi etwa schwanger war. Das hat sich ja noch geklärt.

    Und bei Diederichs Ansichten zu Abwägung zwischen Ehefrau und männlichem Nachkommen wollte ich das Buch am liebsten in die Ecke werfen. 8|

  • Der Untertan ist ja Teil einer Trilogie, danach folgen noch Die Armen und Der Kopf. Hat diese beiden Bücher auch schon jemand von euch gelesen?

    Ich habe von den beiden anderen Büchern noch nie gehört. Motiviert, sie zu lesen, bin ich zurzeit auch nicht. Bis auf weiteres war mir der Untertan intellektuell genug. Jetzt freue ich mich auf ein paar entspannende Bücher. ;)

  • Die Hochzeitreise ist für Guste die reine Katastrophe. Anscheinend traut sie sich nicht allein in Rom auf Besichtigungstour zu gehen und sitzt nur im Hotel herum, während Diederich völlig ausflippt vor Begeisterung, seinem geliebten Kaiser huldigen zu dürffen. Seine Verehrung erinnert an die fanatischsten Fans, wenn es um Teeny-Idole geht. :pille

    Diese Hochzeitsreise nach Rom, in dem Diederich quasi unbeauftragt den Herold für "seine Majestät den Kaiser" spielt, fand ich einerseits total lächerlich und witzig geschrieben. Wie bescheuert, aber auch verblendet muss man sein, um sich so zu erniedrigen und sich dann auch noch toll dabei zu fühlen?
    Andererseits ist das ganz und gar nicht lustig, wenn man bedenkt, was nach den Diederichsen und ihrem Kaiser auf die Welt zugekommen ist. Die Ursachen dafür liegen genau in dieser nationalistischen Gesinnung.


    So habe ich für mich auch das Ende interpretiert. Mann lässt Diederich dem alten Buck als Teufel erscheinen und besiegelt so sein Ende. Die Diederichse der Welt als größte Gefahr für Demokratie und freiheitliches Denken. Wie passend und wie traurig und beängstigend wahr.

  • Der Untertan ist ja Teil einer Trilogie, danach folgen noch Die Armen und Der Kopf. Hat diese beiden Bücher auch schon jemand von euch gelesen?


    Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg folgte ja die Abdankung des Kaisers. Mich würde interessieren, wie Diederich sich anschließend verhielt. Da er immer ein Gespür für Machtstrukturen hatte und sein Fähnchen immer geschickt in den Wind hielt, dürfte dies auch das Ende seiner Kaisertreue gewesen sein.

    Die anderen beiden Bücher kenne ich nicht. Wenn ich das richtig verstehe, kommt Diederich nur im Teil "Die Armen" vor und das Buch handelt nur bis kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges. In "Der Kopf" geht es um etwas anderes.

    Ich denke eher, dass Diederich zum jammernden "früher war alles besser"-Menschen mutiert, den alten Zeiten hinterher weint und für alles, was schief gegangen ist, den Juden die Schuld gibt. Er dürfte zu der Zeit ja schon ein älterer Herr gewesen sein.

  • Der hätte sich niemals freiwillig gemeldet. Und wenn, dann nur gleich als Offizier und weit entfernt von der Front.

    Genau das denke ich auch. Ich kann ihn mir gut vorstellen, wie er die jungen Männer kurz vorm Abitur an die Front drängt. So wie es beispielsweise Remarque in "Im Westen nichts Neues" erzählt.