Beiträge von wampy

    Auch der vierzehnte Band konnte mich überzeugen


    Buchmeinung zu C. S. Harris – »Der Teufel von Bethnal Green«


    »Der Teufel von Bethnal Green« ist ein Historischer Kriminalroman von C. S. Harris, der 2025 im dp Verlag in der Übersetzung von Angelika Lauriel erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Who Slays the Wicked« und ist 2019 erschienen. Dies ist der vierzehnte Band in der Serie um Sebastian St. Cyr.


    Zum Autor:

    C. S. Harris, auch bekannt als Candice Proctor und C. S. Graham, ist die USA-TODAY-Bestsellerautorin von mehr als zwei Dutzend Romanen, darunter die historische Krimi-Bestsellerserie rund um Sebastian St. Cyr. Als ehemalige Akademikerin mit einem Doktortitel in europäischer Geschichte hat Candice einen Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht und in Spanien, Griechenland, England, Frankreich, Jordanien und Australien gelebt. Heute wohnt sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem pensionierten Armeeoffizier Steven Harris, in New Orleans, Louisiana.


    Zum Inhalt:

    London, Frühjahr 1814. Der gutaussehende, aber sittenlose, junge Lord Ashworth wird brutal ermordet aufgefunden. Die Tatumstände weisen auf eine weibliche Täterin hin. Sebastians Nichte Stephanie ist unglücklich mit dem Opfer verheiratet und so nimmt Sebastian St. Cyr die Ermittlungen auf.


    Meine Meinung:

    Dem ermordeten Lord Ashworth weint Sebastian St. Cyr, Viscount Devlin, ganz sicher keine Träne nach, denn er hält ihn für einen üblen Verbrecher, ohne es aber beweisen zu können. Er befürchtet aber, dass seine Nichte Stephanie für den Tod ihres Ehemanns verantwortlich gemacht werden könnte. Ashworths Kontakte zum russischen Zarenhaus rufen auch Lord Jarvis, den mächtigsten Mann im Reich, auf den Plan. Er möchte keine Ermittlungen, aber Sebastian und Hero wollen den Mörder überführen. Bei ihren Nachforschungen stoßen Sebastian und Hero auf Spione, vertuschte Verbrechen und marode Familienverhältnisse in mehr als einer Familie. Niemand sagt die Wahrheit und Sebastian hält es für möglich, dass seine Nichte die Täterin sein könnte. Historisch spielen die Beziehungen zwischen der englischen Krone, dem Zarenhaus und den Oraniern eine Rolle. Erneut wird auch die trostlose Situation vieler einfacher Leute thematisiert, die insbesondere gegenüber Adligen rechtlos waren. Auch diesmal ist es eine spannende und mit überraschenden Wendungen gespickte Geschichte geworden. Sebastian und Hero geraten in große Gefahr und müssen sich ihrer Feinde erwehren. Die Handlung ist voller Gewalt und eher zufällig stoßen die Ermittler auf die richtige Spur. Am Ende steht ein vollständig und nachvollziehbar gelöster Fall.

    Die Geschichte ist fesselnd, atmosphärisch und flüssig erzählt und das gezeichnete Bild der Zustände im London jener Zeit lässt mich erneut erschaudern. Die Figuren sind meist mit reichlich Grautönen gezeichnet. Die Anmerkungen der Autorin zum historischen Kontext sind interessant. Dieser Band schafft es, das hohe Niveau des Vorgängerbandes zu halten.


    Fazit:

    Dieser historische Kriminalroman hat mich sehr gut unterhalten und hat mich in fast jeder Hinsicht überzeugt. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0FHQ94PDT

    Solider Reihenauftakt mit Potential zu mehr


    Buchmeinung zu Friedrich Kalpenstein – »Ich bin Single, Kalimera«


    »Ich bin Single, Kalimera« ist ein humoristischer Roman von Friedrich Kalpenstein, der 2015 bei Tinte & Feder erschienen ist. Dies ist der Auftakt der Herbert-Reihe.


    Zum Autor:

    Friedrich Kalpenstein ist ein waschechter Bayer und wurde 1971 in Freising bei München geboren. Heute lebt der #1-Kindle- und BILD-Bestseller-Autor unweit seiner Heimatstadt im Ampertal. Die Leidenschaft fürs Erzählen begann mit Gutenachtgeschichten. So schrieb er zunächst Kinderbücher, ehe er seinen Schwerpunkt auf humoristische Romane verlagerte.


    Zum Inhalt:

    Herbert ist ein Single, der seinen Urlaub auf Rhodos diesmal in einem Familienhotel verbringen will. Natürlich will er auch etwas erleben und hofft auf eine Urlaubsbekanntschaft. Der Weg dahin ist aber steinig und manchem Urlauber dürfte der ein oder andere Aspekt bekannt vorkommen.


    Meine Meinung:

    Die Geschichte wird komplett aus der Perspektive des Singles Herbert erzählt. Herbert ist ein erfahrener Urlauber, der mit allerlei Wassern gewaschen ist. Manchmal wirkt er sympathisch, aber oft auch nicht. Um seine eigenen Ziele zu erreichen oder auch nur, um der Unterhaltung willen macht er sein Ding, oft auch auf den Rücken der Mitreisenden. Durchaus humorvoll werden Szenen aus einem normalen Urlaub beschrieben, der nicht ganz so abläuft wie geplant. Herbert teilt kräftig aus, muss aber auch etliches einstecken. Auch wenn nicht alle Ideen zünden, so habe ich mich doch gut unterhalten. Viele Passagen basieren auf Beobachtungen alltäglicher Urlaubsmissgeschicke, die in den Roman eingeflossen sind.


    Fazit:

    Ein humoristischer Roman zum Thema Urlaubsreisen mit einem Single, der mich gut unterhalten konnte. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B00TTWQ2X4

    siebzehn böse Weihnachtsgeschichten


    Buchmeinung zu Christine Rechl (Hrsg.) – »Arsen und Butterplätzchen«


    »Arsen und Butterplätzchen« ist eine Kurzgeschichtensammlung, die von Christine Rechl 2025 bei Pattloch Geschenkbuch herausgegeben wurde.


    Zum Autor:

    Christine Rechl ist in München aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie seit vielen Jahren in Coburg, wo sie sich ihren großen Garten mit Rehen, Hasen und anderen Tieren teilt. Kreativität und Erfindungsreichtum haben von Kindesbeinen an ihr Leben geprägt. Sie ist Grafik- und Textildesignerin mit internationalen Kunden und Autorin zahlreicher Bücher.


    Zum Inhalt:

    Diese Sammlung enthält 17 böse Weihnachtsgeschichten deutschsprachiger Autoren.


    Meine Meinung:

    Die Kurzgeschichten sind zwischen vier und fünfzehn Seiten lang und haben einen Bezug zum Weihnachtsfest, seien es Weihnachtsmänner, Bescherungen, festliche Aktivitäten oder Gäste zum Fest. Gemeinsam ist allen Geschichten ein böser Grundton zum eigentlich so friedvollen Fest. Manche Geschichten sind wirklich bitterböse, während andere eher hellgrau wirken. So dürfte für jeden Leser etwas dabei sein. Mir haben fast alle Kurzgeschichten gefallen und manche haben mich sogar begeistert.


    Fazit:

    Eine gelungene Sammlung von bösen Weihnachtsgeschichten, die mich bestens unterhalten haben. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.

    ASIN/ISBN: 3629015417

    Ein Cosy Krimi mit einer wenig sympathischen Hauptfigur


    Buchmeinung zu Harper Lin – »Maggie Bell und die tödlichen Seiten«


    »Maggie Bell und die tödlichen Seiten« ist ein Kriminalroman von Harper Lin, der 2024 bei Aufbau Digital in der Übersetzung von Eva Riekert erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »A Book to Kill For« und ist 2021 erschienen.


    Zum Autor:

    Harper Lin ist USA Today-Bestsellerautorin mehrerer cosy Crime Serien.

    Wenn sie nicht gerade liest oder Krimis schreibt, geht sie gerne zum Yoga, wandert oder backt mit Freunden und Familie.


    Zum Inhalt:

    Maggie Bell lebt im malerischen Fair Haven und arbeitet in einem Buchladen der besonderen Art. Als der Besitzer verstirbt, erbt sein Sohn Joshua Whitfield den Buchladen und beginnt alles umzukrempeln. Ein Handwerker stirbt unter zweifelhaften Umständen und auch Maggie Bell beginnt zu ermitteln.


    Meine Meinung:

    Manche Zutaten der Handlung kommen dem Leser bekannt vor. Kauzige Figuren, atmosphärisches Ambiente und Bösewichte bevölkern den Kosmos der Geschichte. Joshua hat klare Vorstellungen von der Zukunft des Buchladens, die Maggie nicht teilt. Joshua wirkt dominant und sieht blendend aus. Er wirkt auf Maggie ungemein attraktiv. Ungewohnt ist die Zeichnung der Hauptfigur als wenig sympathische Eigenbrötlerin, die zudem im Dorf eine Außenseiterin spielt. Maggie ist auch nicht gewillt, daran viel zu ändern. Der eigentliche Kriminalfall ist komplexer als zunächst gedacht und bietet die ein oder andere Überraschung.

    Die Geschichte wird aus der Sicht der Hauptfigur Maggie Bell erzählt. Maggies Begeisterung für Joshuas Aussehen nervte mich auf Dauer deutlich und die negative Beurteilung Maggies vieler anderer Figuren sorgte auch nicht für ein harmonisches Leseerlebnis.


    Fazit:

    Ein Cosy Krimi mit einer wenig sympathischen Hauptfigur war eine Überraschung für mich, die mich nicht überzeugen konnte, während der Kriminalfall und seine Auflösung positiv zu Buche schlugen. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B0DDKCJ76N

    Krimispaß vom Feinsten


    Buchmeinung zu Anthony Horowitz – »Tod zur Teestunde«


    »Tod zur Teestunde« ist ein Kriminalroman von Anthony Horowitz , der 2025 im Insel Verlag in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Marble Hall Murders« und ist 2025 erschienen.


    Zum Autor:

    Anthony Horowitz, geboren 1956 in Stanmore, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der englischsprachigen Welt, in Deutschland ist er vor allem durch seine Jugendbuchreihe um Alex Rider bekannt. Neben zahlreichen Büchern hat Anthony Horowitz Theaterstücke und Drehbücher zu verschiedenen Filmen und Fernsehserien (unter anderem Inspector Barnaby) verfasst. Seit seiner Jugend ist er Sherlock-Holmes-Fan. Im Insel Verlag erschien zuletzt Mord stand nicht im Drehbuch (2024). Anthony Horowitz lebt mit seiner Familie in London.


    Zum Inhalt:

    Eliot Grace, Enkel einer überaus erfolgreichen Kinderbuchautorin, soll die Serie um den Privatdetektiv Atticus Pünd fortsetzen. Lektorin Susan Ryeland soll ihn dabei unterstützen und gerät in Gefahr, als sie Informationen zum vermeintlichen Mord an seiner Großmutter einholt, den Eliot im Buch thematisieren will.


    Meine Meinung:

    Die Idee dieses Buches ist faszinierend. Ein Autor will in seinem Buch Hinweise auf einen realen Mord verstecken und den Täter aufzeigen. Die Protagonistin Susan Ryeland hatte eine längere Auszeit genommen, weil der ursprüngliche Autor der Serie einen Mord begangen hatte und auch Susan umbringen wollte. Ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte ist der Teil des Manuskripts, den Susan lektorieren soll. Als sie die Absicht des Autors erkennt, einen realen Mord im Buch zu thematisieren, stellt sie eigene Nachforschungen an und gerät mit der Familie Grace in Konflikt.

    Schließlich gerät sie in Verdacht, Eliot nach einem Streit mit ihrem Auto überfahren zu haben. Der ermittelnde Kommissar ist Fan der Reihe um Atticus Pünd und führt intensive Gespräche mit Susan, auch über die vorhandenen Teile des Manuskripts.So sind nun drei Haupterzählstränge zu erkennen, der Mord im Buch, der Tod der Kinderbuchautorin und die Verwicklung von Susan Ryeland am Tod von Eliot Grace. Jeder dieser Stränge hat seinen Reiz und ich war mehrmals auf der Suche nach Hinweisen im Manuskript zum Tod der Kinderbuchautorin. Der Autor beleuchtet auch die Situation der Buchverlage und das Ausschlachten besonders erfolgreicher Werke inklusive Sightseeing, Film- und Fernsehrechte. Viele der Figuren im Manuskript als auch in der realen Welt hatten Ecken und Kanten und boten Platz für Überraschungen. Susan Ryeland überzeugte mich mit ihrer Hartnäckigkeit und dem Willen, den Dingen auf den Grund zu gehen. Der ermittelnde Kommissar war der Sympathieträger schlechthin. Weniger gelungen fand ich den Showdown um Susan Ryeland, in dem sie sich massiv ihrer Haut erwehren musste. Die Auflösungen aller drei Stränge haben mich überzeugt und Lust auf eine Fortsetzung gemacht.


    Fazit:

    Eine Krimi in Krimi Geschichte, die mich prächtig unterhalten und Lust auf mehr gemacht hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (100 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde eher ruhig angelegter Krimis aus.


    ASIN/ISBN: 3458645152

    Jasmine blieb eine Gejagte


    Buchmeinung zu Jessie Garcia – »The Business Trip«


    »The Business Trip« ist ein Kriminalroman von Jessie Garcia, der 2025 bei dtv in der Übersetzung von Wolfgang Thon erschienen ist. Der Titel der amerikanischen Originalausgabe lautet »The Business Trip« und ist 2025 erschienen.


    Zum Autor:

    Jessie Garcia ist eine preisgekrönte Sportjournalistin und war Nachrichtenmoderatorin und -reporterin sowie News Director bei CBS Milwaukee. Sie hat Journalismus an vier Universitäten unterrichtet, mehrere Sachbücher geschrieben und eine Dokumentation produziert. Garcia kommt ursprünglich aus Madison, Wisconsin, hat zwei erwachsene Söhne und lebt mit ihrem Ehemann, einem Hund und einer Katze in Milwaukee.


    Zum Inhalt:

    Geschäftsfrau Stephanie ist auf dem Weg zu einem Kongress und die mittellose Jasmine ist auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Beide kennen sich nicht, sitzen aber im Flugzeug in der gleichen Reihe. Kurze Zeit später erhalten ihre Freunde verstörende Nachrichten. Was ist passiert?


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich lange Zeit gefesselt und in seinen Bann gezogen. Aus wechselnden Perspektiven wird die Flucht der mittellosen Jasmine vor ihrem gewalttätigen Freund erzählt und wie es mit ihr weitergeht. Jasmine wirkt vorerst sympathisch und nimmt eine erstaunliche Entwicklung. Im Gegensatz dazu sind fast alle anderen Figuren sehr einfach gezeichnet, entweder fast edle Ritter oder verabscheuenswerte Kreaturen. Die Handlung ist komplex mit einigen überraschenden Wendungen, aber am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Autorin den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss der Geschichte verpasst hat. Gefallen hat mir die Beschreibung der wachsenden Unruhe und Besorgtheit bei Stephanies Nachbar und ihren Kollegen. Jasmine entwickelt eine kaum glaubliche Energie, um ihre Chance auf ein besseres Leben zu nutzen. Ihre Skrupellosigkeit hat mich sehr überrascht. Leider gibt es auch viele Gewaltbeschreibungen in diesem Buch. Das Ende konnte mich nicht überzeugen und mein Lesevergnügen nahm deutlich ab.


    Fazit:

    Ein grandios startender Krimi, der sein Tempo zunehmend verliert und nicht das passende Ende findet. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten) und kann nur den vorderen Teil des Buches empfehlen.


    ASIN/ISBN: B0F4KWK7R5

    Intensive Erzählung, die mich mehr belastete als unterhielt


    Buchmeinung zu Myriane Angelowski – »Kölner Vergeltung«


    »Kölner Vergeltung« ist ein Kriminalroman von Myriane Angelowski, der 2025 im Emons Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Myriane Angelowski, in Köln geboren und im Bergischen Land aufgewachsen, studierte Sozialarbeit und arbeitete als Referentin für Gewaltfragen bei der Kölner Stadtverwaltung. Neben ihrer Arbeit als Autorin leitet sie Krimi-Seminare und Schreibworkshops.


    Zum Inhalt:

    Eine junge Mutter wird bei einer Messerattacke schwer verletzt. Ihr kleiner Sohn ist unauffindbar. Während Hauptkommissarin Maline Brass bei der Suche nach dem Kind gegen die Zeit kämpft, wird Hauptkommissarin Lou Vanheyden durch einen tragischen Schicksalsschlag aus der Bahn geworfen.


    Meine Meinung:

    Selten habe ich ein Buch mit einer so dunklen Grundstimmung gelesen. Fast jede der Figuren kämpft mit mächtigen Problemen und sucht nach einem Weg, damit zurecht zu kommen und vielleicht ein Stückchen Glück zu ergattern. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt und man leidet mit den einzelnen Figuren mit, weil die Emotionen packend beschrieben sind. Dies erwies sich für mich aber auf Dauer als Problem, da mich die Geschichte herunter zog. Mir fehlte ein Sympathieträger, das Licht am Ende des Tunnels und der rote Faden bei den Ermittlungen. Es gab drei wesentliche Handlungsstränge, die mehr oder weniger unabhängig voneinander abliefen. Die Messerattacke wurde durch die Suche nach dem verschwundenen Kind in den Hintergrund gedrängt. Als Leser wusste man aber bereits, was geschehen war. Kommissarin Lou Vanheyden war durch den tragischen Unfalltod ihrer erwachsenen Tochter völlig von der Rolle und agierte in ihrem eigenen Kosmos bei der Suche nach dem Unfallverursacher. Am Ende waren die Fälle nachvollziehbar gelöst und ich konnte mich wieder positiveren Dingen zuwenden.


    Fazit:

    Ein intensiver und packend erzählter Krimi aus Köln, der mir schlicht zu dunkel war. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten).


    ASIN/ISBN: B0DM5CDLRV

    Undercover als Komparse unterwegs


    Buchmeinung zu Dirk Trost – »Seemannsgrab für Norderney«


    »Seemannsgrab für Norderney« ist ein Kriminalroman von Dirk Trost, der 2025 bei Edition M erschienen ist. Dies ist der zwölfte Fall für den Anwalt Jan de Fries.


    Zum Autor:

    Schon als kleiner Junge verbrachte Dirk Trost seine Sommerferien regelmäßig in Ostfriesland. Er schmökerte den Sommer über in den Abenteuergeschichten von Enid Blyton und Erich Kästner und an langen Winterabenden in den »verbotenen« Krimis seines Großvaters, die ganz hinten im Kleiderschrank versteckt waren. Was lag da näher, als selbst Kriminalromane zu schreiben? Es sollte 50 Jahre dauern, bis sich dieser Kindheitstraum erfüllte.


    Zum Inhalt:

    Jan de Fries wird zu einem Leichenfund im Hafen von Norddeich gerufen, weil seine Visitenkarte beider Leiche gefunden wurde. Ein weiterer Leichenfund führt ihn nach Norderney, wo er sich entschließt, eine Komparsenrolle in einem Historiendrama zu übernehmen.


    Meine Meinung:

    Anwalt Jan de Fries und Hauptkommissarin Doro Oldenburg arbeiten in diesem Fall harmonisch zusammen. Beide wirken sympathisch und können sich ihrer Haut wehren. Allerdings könnten beide Charaktere die ein oder andere Ecke oder Kante vertragen. Nordseeatmosphäre und Inselflair gibt es reichlich. Die Informationen zum Filmdreh mit all den Beteiligten fand ich interessant. Fast ausschließlich wird die Geschichte aus der Perspektive Jans erzählt, der hartnäckig Licht ins Dunkle zu bringen versucht und dabei einigen Geheimnissen auf die Spur kommt. Auch wenn die Spannung erst spät auf Touren kommt war dies kein Manko, da mich die Geschichte auch so gefesselt hat. Im Rahmen des gelungenen Showdowns wird Jan aus einer aussichtslosen Lage gerettet. Die Auflösung ist nachvollziehbar und vollständig. Der Schreibstil ist mit Humor durchsetzt und leicht verdaulich. Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten.


    Fazit:

    Ein atmosphärisch starker Kriminalroman mit zwei sympathischen Hauptfiguren fast ohne Ecken und Kanten. Ich wurde sehr gut unterhalten und bewerte den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 2496718470

    Zu viele Zufälle verhindern eine bessere Bewertung


    Buchmeinung zu Heike van Hoorn – »Flutrache«


    »Flutrache« ist ein Kriminalroman von Heike van Hoorn, der 2025 bei beTHRILLED erschienen ist. Dies ist der vierte Band um Kriminalkommissar Stephan Möllenkamp und Lokaljournalistin Gertrud Boekhoff


    Zum Autor:

    Heike van Hoorn wurde 1971 in Leer/Ostfriesland geboren. Die promovierte Historikerin war Referatsleiterin in der Hessischen Staatskanzlei und ist Geschäftsführerin des Deutschen Verkehrsforums. Sie ist außerdem Mutter von Zwillingen und begeisterte Hobbygärtnerin. Durch die Recherchen zu ihren Kommissar-Möllenkamp-Krimis hat sie ihre Heimat Ostfriesland neu kennen und lieben gelernt. Heike van Hoorn lebt mit Mann und Kindern in Berlin.


    Zum Inhalt:

    Ein deutscher Unternehmer wird erschossen am Fuße einer gigantischen Lenin-Statue im niederländischen Teil Ostfrieslands aufgefunden. Zudem erhalten mehrere lokale Größen Briefe mit vermeintlich verseuchtem Inhalt.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat Stärken und Schwächen, die zu einem gemischten Eindruck führen. Die Figurenzeichnung fand ich gelungen und auch die Handlung war komplex. Gefallen hat mir die gute Zusammenarbeit der deutschen und der niederländischen Polizeibeamten. Die Informationen zur Geschichte der Kommunisten in Ostfriesland empfand ich als Bereicherung. Der Erzählstil mit den wechselnden Perspektiven war atmosphärisch und mit schwarzem Humor und mit einigen Slapstickeinlagen durchsetzt. Spannung war meist ausreichend vorhanden. Die beiden Hauptfiguren waren trotz einiger Kanten und Ecken sympathisch. Auffällig waren die starken Frauencharaktere, während einige männliche Figuren ein eher trauriges Bild abgaben. Die Auflösung war vollständig und nachvollziehbar. Soweit die positiven Aspekte. Die Handlung wurde an zu vielen Stellen durch Zufälle getrieben und die Risikobereitschaft vieler Figuren war sehr groß. Dazu kamen einige Stellen mit extremer Brutalität und Gewalt.

    Insgesamt habe ich mich meist gut unterhalten und beabsichtige einen weiteren Band der Reihe zu lesen.


    Fazit:

    Ein in weiten Teilen überzeugender Kriminalroman, der eine bessere Bewertung durch die vielen Zufälle verschenkt hat. Deshalb bewerte ich den Titel nur mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten. Eine Leseempfehlung gibt es trotzdem, denn spannend und unterhaltsam war es allemal.


    ASIN/ISBN: B0F52XWSBX

    Interessante Grundidee


    Buchmeinung zu Sabrina Hüsken – »Mord Life Balance«


    »Mord Life Balance« ist ein Kriminalroman von Sabrina Hüsken, der 2025 im dp Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Sabrina Hüsken wollte als Kind Pilotin werden – bis sie Bücher entdeckte und erkannte, dass sie nur ihre Fantasie braucht, um zu reisen. Heute bezeichnet sie sich selbst als Weltenbummlerin, was auf Bücher wie Reisen zutrifft. In ihren Romanen, Novellen und Kurzgeschichten erzählt sie, was zwischen den Zeilen schwebt. Sie schreibt die Geschichten, die sie selbst begeistern, die ihr Mut geben und ihr zeigen, dass es sich lohnt, für das, was man will und liebt, zu kämpfen.


    Zum Inhalt:

    Polizistin Neele Kettler tauscht ihren Großstadtjob in Hamburg gegen eine Stelle im beschaulichen Greisdorf an der Ostsee. Als im Gartencenter die Leiche der Besitzerin gefunden wird ist die junge Polizistin gefordert.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch ist angenehm zu lesen, vermittelt Atmosphäre eines kleinen Küstenortes und hat einige überraschende Wendungen. Die Hauptfigur Neele ist sympathisch und engagiert, hat aber keine Grautöne. Ihrem alten Chef weint sie keine Träne nach und dies wohl zurecht. Ihr neuer Chef Uwe ist fest verwurzelt im Dorfleben und recht stur. Kommissar Finn aus Lübeck ist ein Frauenschwarm und hat Zoff mit Uwe. Auch Neele ist vom Kommissar angetan und weiß ihn zu nehmen. Der Fall selber ist verwickelter als zunächst gedacht und dennoch hätte es etwas mehr Spannung sein dürfen, teilweise bedingt durch ihre amourösen Gedanken. Die Auflösung ist nachvollziehbar und durchaus überraschend.

    Die Geschichte wird nahezu komplett aus der Sicht Neeles erzählt und ihre Gedanken und Gefühle werden deutlich. Sie kämpft um ihren Platz und um Anerkennung für ihre Arbeit. Ich wurde gut unterhalten und konnte mich bei der Lektüre entspannen.


    Fazit:

    Ein Cosy-Krimi von der Ostseeküste, der mich gut unterhalten hat. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Spannung und etwas weniger Liebesgeschichte gewünscht. Deshalb bewerte ich den Titel mit drei von fünf Sternen (65 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0FV7CYT1Y

    Dieses Buch hat bei mir Spuren hinterlassen


    Buchmeinung zu Bernhard M. Schulz – »Frieden nicht in Sicht«


    »Frieden nicht in Sicht« ist ein Lern- und Lesebuch von Bernhard M. Schulz mit Illustrationen von Fritz Wolf, das 2025 im Geest-Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Bernhard Metternich Schulz wurde 1913 in Lindlar geboren. Das Handwerk eines Journalisten und Redakteurs lernte er „von der Pike auf“ bei Zeitungen, Zeitschriften und Pressediensten. Sein Weg führte von Köln über Hannover nach Berlin. In diesem Buch verarbeitet er seine Erfahrungen als Soldat der Wehrmacht. Schulz verstarb 2003.


    Klappentext:

    Das vorliegende Buch vereint eine Auswahl wichtiger, auch längerer Kurzgeschichten und Erzählungen von Bernhard M. Schulz, kombiniert mit einer Vielzahl von erstveröffentlichten Weltkrieg II-Skizzen und Karikaturen von Fritz Wolf. „Während Schulz sich ... parteipolitisch nicht zu erkennen gab, war Wolf ein überzeugter Linker und trat später auch in die SPD ein. Was aber beide bei ihrer Arbeit verband, war der Antimilitarismus und der Antiklerikalismus“, so beschreibt Heiko Schulze in einem Beitrag in der ‚Osnabrücker Rundschau‘ das journalistische Engagement von Schreiber und Zeichner. Eine Auswahl der zum Teil erstaunlich kritischen Feldpostbriefe aus den Jahren 1941 bis 1945 an seine Frau Gerda (einige auch in Original Sütterlin-Handschrift) verdeutlicht die skeptische Haltung von Bernhard M. Schulz gegenüber Militarismus und faschistischer Politik.


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat mich zum Nachdenken angeregt, gerade in der heutigen wenig friedvollen Welt. Bernhard Schulz hat etliche Kurzgeschichten vorwiegend aus den Zeiten vor und während des zweiten Weltkrieges beigesteuert, die das damalige Leben beschreiben. Meist sind es kurze Alltagsgeschichten, in denen die Veränderung der Lebenssituationen thematisiert wird. Die Soldatengeschichten beschreiben zuerst die ruhige Zeit in Frankreich und auf Alderney und später das tägliche Grauen im Russlandfeldzug, ohne besondere Kampfhandlungen in den Mittelpunkt zu stellen. Stattdessen wird unspektakulär gehungert und gestorben und die Leichen für die Zeit nach dem Frost gesammelt. Betroffen hat mich besonders die Situation der russischen Menschen in den besetzten Dörfern. Ebenso beeindruckend sind die Karikaturen von Fritz Wolf, die sehr gut zu den Geschichten passen.

    Zusätzlich sind etliche Feldpostbriefe des Autors an seine spätere Frau enthalten, manche sogar in Sütterlinschrift abgebildet. Diese wirken erstaunlich offen und geben die Entwicklung des Kriegsgeschehens auf besondere Art wieder.


    Fazit:

    Dieses Lern- und Lesebuch hat bei mir Spuren hinterlassen und deshalb bewerte ich es mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und gebe eine klare Leseempfehlung.


    ASIN/ISBN: 3690645107

    Erneut eine faszinierende Fortsetzung


    Buchmeinung zu Andrea Penrose – »Die Verschwörung von Somerset House«


    »Die Verschwörung von Somerset House« ist ein historischer Kriminalroman von Andrea Penrose, der 2025 im dp Verlag in der Übersetzung von Tobias Eckerlein erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Murder at Somerset House« und ist 2025 erschienen. Dies ist der neunte Band aus der Serie Wrexford & Sloane.


    Zum Autor:

    Andrea Penrose ist Bestsellerautorin historischer Belletristik, darunter die gefeierte Krimiserie über Wrexford & Sloane. Außerdem hat sie unter den Namen Cara Elliott und Andrea Pickens mehrere Regency-Romane veröffentlicht. Ihre Romane wurden bisher in zehn Sprachen übersetzt. Andrea Penrose war dreimalige RITA-Award-Finalistin und erhielt zahlreiche Literaturpreise, darunter zwei Daphne Du Maurier Awards for Historical Mystery und zwei Gold Leaf Awards.


    Zum Inhalt:

    Lord und Lady Wrexford ermitteln diesmal im Mordfall eines Mitglieds der Royal Society und Lord Wrexford lernt eine Halbschwester mit einer besonderen Begabung kennen.


    Meine Meinung:

    Erneut hat mich dieser neue Band erneut von Anfang an mitgenommen. Diesmal werden schnellere Kommunikation und Staatsanleihen zur Finanzierung der Kriegsausgaben, die an der Börse gehandelt werden, thematisiert. Es geht um Geld und Macht und so mischen auch wieder diverse Geheimdienste mit.

    Die Ermittlergruppe um die Wrexfords ist umfangreich und in vielerlei Hinsicht kompetent. Kinder der Straße, Wissenschaftler, Bedienstete, Freunde, Verwandte und nicht zuletzt die Wrexfords bilden ein faszinierendes Team, in dem jeder seine Stärken einbringen kann. Besonders gefallen mir die Zusammenkünfte des Teams, wenn Ergebnisse ausgewertet, Ideen ausgetauscht und Aufgaben verteilt werden. Als Leser ist man mittendrin und doch wird man vom Fortgang der Ereignisse immer wieder überrascht. Es wird zunehmend spannender, aber auch gefährlicher. Wieder einmal braucht es Hilfe von fremder Seite, damit alle Ermittler unbeschadet aus den Verwicklungen hervorgehen. Als neues Element kommt die Halbschwester Wrexfords dazu, die hervorragend mit Tieren umgehen kann. Altersmäßig liegt sie bei den anderen Adoptivkindern und fügt sich nahtlos in deren Reihe ein.

    Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und die Gedanken und Gefühle der Beteiligten werden deutlich. Anfänglich ist Raum für einige Nebenhandlungen wie einen aus dem Zoo entflohenen Affen, auf den eine Belohnung ausgesetzt ist. Der Fall selber ist komplex und bei etlichen Figuren ist man unsicher über ihre Absichten. Nebenbei erhält der Leser Einsichten über das gesellschaftliche Leben jener Zeit.

    Das Eintauchen in den Kosmos der Wrexfords hat mir erneut riesiges Lesevergnügen gebracht und sehnsüchtig erwarte ich die Fortsetzung. Sehr lesenswert sind die Erläuterungen der Autorin zu historischen Persönlichkeiten, die im Roman erscheinen, und den wissenschaftlichen Fortschritten.


    Fazit:

    Die Fortsetzung der Reihe hat mich erneut bestens unterhalten. Der historische Kriminalroman ist nahezu perfekt und wird von mir mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) bewertet und erhält selbstverständlich eine Leseempfehlung.


    ASIN/ISBN: B0FNW5VWDW

    Autor und Sprecher in Bestform


    Buchmeinung zu Andreas Winkelmann – »Entführung im Himmelreich«


    »Entführung im Himmelreich« ist ein Kriminalroman von Andreas Winkelmann, der 2025 bei Knaur TB erschienen ist. Das ungekürzte Hörbuch wird von Charles Rettinghaus vorgetragen und ist bei Audio-to-go erschienen. Dies ist der zweite Band der Reihe, die auf und um den Campingplatz Himmelreich spielt.


    Zum Autor:

    Andreas Winkelmann, geboren an einem kalten Dezembertag im Jahre 1968 in einem kleinen Nest in Niedersachsen, ist der geborene Geschichtenerzähler. Schon als Schüler schrieb er erste Romane in Mathematikhefte. Von dort bis zum Bestsellerautor brachte er ein buntes und bewegtes Berufsleben hinter sich. So war er Bäcker, Soldat, Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsverkäufer und arbeitete in einer Honigfabrik.


    Zum Sprecher:

    Charles Rettinghaus, geboren am 24. Mai 1962 in Remagen, ist ein deutscher Synchronsprecher, Schauspieler sowie Hörbuch- und Hörspielsprecher.


    Zum Inhalt:

    Dauercamper und Ex-Schauspieler Björn Kupernikus und Annabelle Schäfer entdecken den Lieferwagen des Bäckers in der Nähe des Sees; die Schuhe des Vermissten stehen am Ufer. Die Backwaren sind im Auto, aber der Bäcker bleibt verschwunden.


    Meine Meinung:

    Auch der zweite Band der Reihe hat mir sehr gut gefallen. Die beiden Hauptfiguren Björn und Annabelle sind trotz einiger Grautöne sympathisch. Durch ihre recht normale Art animieren sie die Leser zum Miträtseln und Mitfiebern. Der kleine Hund Pinguin tut ein Übriges dazu. Die anderen Figuren sind einfacher gezeichnet, haben aber alle ein Alleinstellungsmerkmal. Manche verhalten sich ein wenig merkwürdig, manche leben eher zurückgezogen, manche scheinen etwas überzeichnet und manche wirken sogar ein wenig bedrohlich. Die Handlung ist komplex und bietet einige überraschende Wendungen. Die Geschichte wird meist aus der Perspektive Björns erzählt und seine Gedanken werden ausführlich geschildert. Auch die Beschreibung des Lebens auf dem Campingplatz macht Lust auf einen Campingurlaub. Der Showdown auf der Halloween-Party mit den ganzen Horrorverkleidungen gab einen besonderen Kick. Besonders gefallen hat mir der mit reichlich Wortwitz durchsetzte Schreibstil, der mich mitgerissen hat. Erneut war es ein wunderbares Lese- und Hörerlebnis, beim dem ich herrlich entspannen konnte. Der Vortrag von Charles Rettinghaus ist sehr gelungen und passt hervorragend zum Wohlfühlkrimi.


    Fazit:

    Dieser Wohlfühlkrimi hat mich in weiten Teilen begeistert. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Lese- und Hörempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0FR8VFGS1

    Fehlende Spannung und wenig überzeugende Figuren


    Buchmeinung zu Kelly Mullen – »Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste«


    »Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste« ist ein Kriminalroman von Kelly Mullen, der 2025 bei Rowohlt in der Übersetzung von Katharina Naumann erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »This Is Not a Game« und ist 2025 erschienen.


    Zum Autor:

    Kelly Mullen ist Autorin, Produzentin und Marketingmanagerin. Ihre kreative Arbeit für Marken wurde mit über fünfzig Preisen ausgezeichnet, als leitende Produzentin hat sie unter anderem den für den Oscar nominierten Film Trumbo und den Dokumentarfilm Dads verantwortet. Kelly Mullen ist in Iowa geboren, heute lebt sie mit ihrem Mann und einigen geretteten Katzen in London.


    Zum Inhalt:

    Rosemary McLane wird mit einem dunklen Geheimnis erpresst und erscheint mit ihrer Enkelin Addie, die ein erfolgreiches Computerspiel mit Mördersuche erstellt hat, auf einer Feier. Dort trifft sie auf eine Gruppe von Menschen, die ebenfalls dunkle Geheimnisse hüten. Bald darauf wird die Gastgeberin ermordet und Rosemary und Addie beginnen zu ermitteln, weil die Polizei erst nach Abflauen eines Sturms kommen kann.


    Meine Meinung:

    Das Setting klang vielversprechend: Abgelegenes Gebäude, begrenzte Anzahl von Figuren, wetterbedingte Notlage und viele zu lüftende Geheimnisse. Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Ermittlerinnen erzählt, deren Gefühlswelt so deutlich werden kann. Addie kennt das Geheimnis ihrer Großmutter nicht und muss ihr mühsam Informationen entlocken. Diese beiden Figuren werden detailliert mit Ecken und Kanten beschrieben und auch ihre Probleme werden angesprochen. Es werden Bezüge zur Spielewelt aufgezeigt und die Handlung entwickelt sich analog. Die Figuren empfand ich nicht besonders sympathisch und ihr Vorgehen mit Gesprächen und unerlaubtes Betreten diverser Räumlichkeiten war grenzwertig. Die Versuche mit Geheimgängen und weiteren Toten Spannung zu erzeugen konnten mich nicht überzeugen. Spannung blieb Mangelware, aber wenigstens kamen Rosemary und Addie sich näher. Eventuelle Anspielungen auf Miss Marple wirkten für mich aufgesetzt. Trotzdem gab es eine nachvollziehbare Auflösung und Rosemary offenbarte Addie ihr Geheimnis. Der Sprachstil war okay und durchaus atmosphärisch. Die Informationen über die Konstruktion von Mörderspielen waren interessant. Insgesamt blieb mein Lesevergnügen aber im überschaubaren Rahmen.


    Fazit:

    Mich hat dieser Kriminalroman mit fehlender Spannung und wenig überzeugenden Figuren weitgehend enttäuscht. Deshalb bewerte ich den Titel mit zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) und spreche keine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0F3L2R8JZ

    Die Geschichte um Mads Madsen hat mich begeistert


    Buchmeinung zu Andreas Izquierdo – »Über die Toten nur Gutes«


    »Über die Toten nur Gutes« ist ein Kriminalroman von Andreas Izquierdo, der 2025 im DUMONT Buchverlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Andreas Izquierdo ist Schriftsteller und Drehbuchautor. Er wurde am 09. August 1968 in Euskirchen (Deutschland) als Sohn einer spanischen Krankenschwester und eines deutschen Ingenieurs geboren.


    Zum Inhalt:

    Mads Madsen arbeitet als Trauerredner in Glücksburg an der Ostsee. Nun soll er auf Wunsch seines ehemals besten Freund Patrick die Abschiedsrede halten. Vor Jahren haben sich Mads und Patrick aus den Augen verloren. Bei der Sammlung von Informationen über den Verstorbenen sticht Mads in ein Wespennest und gerät in große Gefahr.


    Meine Meinung:

    Mich hat schon das Buchcover begeistert. Ein Hund hebt an einem Sarg sein Hinterbein und irgendwie gehört dies nach dem Verständnis des Trauerredners zu seinem Job. Schon die ersten Kapitel zeigen einen glänzend aufgelegten Autor, der mit den Erwartungen des Lesers spielt. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick aussieht. Diese Episode zeigt den mit schwarzem Humor durchsetzten Schreibstil des Autors, der ein aufmerksames Lesen erfordert. Die Geschichte wird aus der Perspektive des Trauerredners erzählt, so dass dessen Gefühle deutlich spürbar werden. Mads, sein Vater Fridtjof, sein bester Freund Fiete, dessen neue Liebe und Hauptkommissarin Luisa Mills sind alle etwas verschrobene und eigenwillige Charaktere, die aber liebenswürdig und sympathisch wirken. Der späte Patrick erscheint viel dunkler und unsympathischer als der Patrick, den Mads gekannt hat. Auch hat er mächtige Feinde gehabt, denen Mads nun auf die Füße tritt. Es braucht Ideenreichtum und einige überraschende Wendungen, damit Mads den Kopf aus der Schlinge zieht. Manches an der Geschichte wirkt wenig glaubwürdig und doch war es ein Vergnügen der amüsant erzählten Handlung zu folgen. Der Showdown und die Schlusspointe haben gepasst und für einen angemessenen Abschluss gesorgt.


    Fazit:

    Ein etwas anderer Krimi, der mit einem ungewöhnlichen Ermittler, schrulligen Figuren und ideenreicher Handlung punktet. Da ich mich glänzend unterhalten habe, bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (95 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: B0F4GJ6GB3

    Die Senioren ziehen ihr Ding durch


    Buchmeinung zu Richard Osman – »Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code«


    »Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code« ist ein Kriminalroman von Richard Osman, der 2025 bei List in der Übersetzung von Sabine Roth erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »The Impossible Fortune« und ist 2025 erschienen. Dies ist der fünfte Band der Mordclub-Serie.


    Zum Autor:

    Richard Thomas Osman (* 28. November 1970 in Billericay, Essex) ist ein britischer Komiker, Produzent, Fernsehmoderator, Autor und Co-Moderator der BBC One TV-Quizshow Pointless.


    Zum Inhalt:

    Während einer Hochzeitsfeier wird Elizabeth von einem Gast angesprochen, der eine Bombe unter seinem Auto entdeckt hat. Als kurze Zeit später seine Geschäftspartnerin nach einem Essen mit den Senioren getötet wird, hat der Mordclub eine neue Aufgabe gefunden..


    Meine Meinung:

    Dieses Buch hat meine hohen Erwartungen erfüllt und mich teilweise sogar begeistert. Die vier Senioren sind ein wenig gealtert und Elizabeth ist von Trauer geplagt. Ron und Ibrahim sind mit eigenen Problemen beschäftigt, die als ausführliche Nebenhandlungen in den Roman einfließen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt und enthält eine ordentliche Prise meist schwarzen Humors. Die Figuren sind gewohnt skurril und haben ihre Ecken und Kanten. Der Erzählstil ist angenehm, leicht verdaulich und sehr unterhaltsam. Die Handlung ist komplex konstruiert und die umfangreich und detailliert geschilderten Nebenhandlungen fügen sich am Ende scheinbar nahtlos ein. Lange Zeit sorgen eher die Nebenhandlungen für Spannung, während die Aktivitäten im Hauptfall nicht so recht vorankommen. Gegen Ende ziehen Tempo und Spannung deutlich an und überraschende Wendungen bringen die Wahrheit ans Licht. Mir hat es viel Spaß gemacht, dieser Schilderung zu folgen.


    Fazit:

    Ein ruhiger Kriminalroman, mit Humor erzählt, der die sympathischen Senioren auf typisch britische Art agieren lässt und mich sehr gut unterhalten hat. Deshalb bewerte ich den Titel mit fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 3471360654

    Verliert sich oft in Nebenhandlungen


    Buchmeinung zu Michelle Salter – »Die Toten von Crookham Hall«


    »Die Toten von Crookham Hall« ist ein historischer Kriminalroman von Michelle Salter, der 2025 im dp Verlag in der Übersetzung von Andrea Kienitz erschienen ist. Der Titel der englischen Originalausgabe lautet »Death at Crookham Hall« und ist 2023 erschienen.


    Zum Autor:

    Michelle Salter schreibt historische Kriminalromane, die in ihree Heimat Hampshire spielen und von realen Ereignissen im Großbritannien der 1920er Jahre inspiriert sind.


    Zum Inhalt:

    England, 1920. Die Reporterin Iris Woodmore soll über den Wahlkampf in ihrer Heimat berichten, bei dem sich erstmals zwei Frauen um einen Parlamentssitz bewerben. Bei ihren Recherchen kommt sie auf die Spur von Geheimnissen und Unregelmäßigkeiten. Auch zum Tod ihrer Mutter Violet, einer aktiven Suffragette, gibt es neue Informationen.


    Meine Meinung:

    Iris Woodmore ist eine interessante Figur und ein Kind ihrer Zeit. Sie ist keine Superheldin, aber sie ist engagiert mit dem Willen, Missstände aufzudecken und zu beseitigen. Sie hat ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der sehr gut vernetzt ist und ihr einigen journalistischen Spielraum lässt. Viele der anderen Figuren sind für einen Cosy Krimi mit etlichen Grautönen eher ungewohnt. Der Kriminalfall steht selten im Mittelpunkt, sondern wird als Einstieg in die Betrachtung gesellschaftlicher Strukturen und die Rollen der Frauen genutzt. Die Stärken der Journalistin liegen in ihren Fähigkeiten beim Zuhören und beim Aufbau von Vertrauen. Das gezeichnete Bild vom Leben auf Crookham Hall ist erschütternd und doch glaubhaft. Dies gilt auch für die Arbeit der Justiz, die mit dunklen Farben beschrieben wird. Es gibt einige überraschende Wendungen und am Ende steht eine nachvollziehbare und vollständige Auflösung. Die Spannung leidet unter den vielen Nebenthemen und zieht erst gegen Ende deutlich an. Der Schreibstil ist angenehm und atmosphärisch. Das Flair der Zeit wird deutlich und Iris Woodmore passt als sympathische Ermittlerin und Kämpferin gegen Unrecht sehr gut dazu.


    Fazit:

    Ein historischer Kriminalroman mit einer sympathischen Hauptfigur und Stärken in der Figurenzeichnung, der sich leider zu oft in Nebenhandlungen verliert. Deshalb bewerte ich diesen Titel nur mit drei von fünf Sternen (60 von 100 Punkten). Wegen des erkennbaren Potentials werde ich aber einem Folgeband eine Chance geben.


    ASIN/ISBN: B0FLDXVZC8

    Groth und Gerstacker gehen einen oft steinigen Weg


    Buchmeinung zu Susanne Tägder – »Die Farbe des Schattens«


    »Die Farbe des Schattens« ist ein Kriminalroman von Susanne Tägder, der 2025 bei Tropen erschienen ist. Dies ist der zweite Fall für Hauptkommissar Groth, der in der Nachwendezeit in Mecklenburg ermittelt.


    Zum Autor:

    Susanne Tägder, geboren 1968 in Heidelberg, hat in Deutschland und den USA studiert und arbeitete danach als Richterin in Karlsruhe. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Schweiz und in Kalifornien. Für ihre literarischen Texte wurde sie u. a. mit dem Walter-Serner Preis und dem Harder Literaturpreis ausgezeichnet.


    Zum Inhalt:

    Mecklenburg, 1992. Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da erreicht Hauptkommissar Arno Groth ein Notruf: Im Mönkebergviertel, einer Plattenbausiedlung, verschwindet der elfjährige Matti Beck auf dem kurzen Weg zum Einkaufen spurlos. Aus der Suchaktion wird bald eine Mordermittlung.


    Meine Meinung:

    Wie schon im ersten Fall stehen eher die Figuren und ihre Geschichte im Mittelpunkt als der eigentliche Fall. Kommissar Groth wirkt auch diesmal angeschlagen, obwohl er vorsichtig Kontakte knüpft. Groth leitet eine Suchaktion nach einem verschwundenen Jungen, die zu einer Mordermittlung führt. Schnell rückt ein Obdachloser als Hauptverdächtiger in das Zentrum der Ermittlungen, aber Groth ist nicht überzeugt, zumal er einen Hinweis auf einen ähnlichen Fall in der Vorwendezeit erhält. Kollege Gerstacker ist wegen seiner Stasi-Vergangenheit aus dem Dienst entfernt worden, doch er kennt den alten Fall und er geniest das Vertrauen Groths. Groth überzeugt Gerstacker zu einer Zusammenarbeit und gemeinsam machen sie sich auf die Tätersuche.

    Das Buch wirkt unauffällig, leise und unspektakulär, und doch wurde ich mehr und mehr in den Bann der Geschichte gezogen. Meist wird die Geschichte aus der Perspektive des Hauptkommissars erzählt, aber einige Kapitel folgen einer jungen Frau, die als Taxifahrerin arbeitet. Oft geht es um Alltägliches, das ein Gefühl für die jeweilige Zeit und die betroffenen Personen erzeugt. Die meisten Figuren wirken angeschlagen und vom Leben gezeichnet. Viel Zeit steckt die Autorin in die Beschreibung des Lebensgefühls und der damaligen Zustände. Der angenehm zu lesende Schreibstil schildert unaufdringlich, aber dennoch präzise die Entwicklung der Ereignisse. Groth, die Taxifahrerin und der ostdeutsche Kollege wirken mit Abstrichen sympathisch, denn sie haben ihre Ecken und Kanten und sie haben jeweils etwas zu verdauen. Obwohl lange Zeit relativ wenig passiert, hat mich die Geschichte mehr und mehr fasziniert und gefesselt. Zum Ende hin zieht das Tempo deutlich an und die Ermittlungen können erfolgreich beendet werden.

    Der Reiz der Geschichte liegt vor allem in den Milieuschilderungen und den aussagekräftigen Figuren, die ihren Weg gehen, auch wenn am Ende nicht alle gewonnen haben. Groth ist ein reflektierender Mensch, der seine Schwächen erkennt, sich aber schwer tut, etwas dagegen zu tun.


    Fazit:

    Ein Kriminalfall, der oft wie eine Milieustudie wirkt, mich aber erneut mehr und mehr fesseln und begeistern konnte. Deshalb vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.


    ASIN/ISBN: 3608502734

    Gelungener Serienauftakt mit sympathischen Ermittlern


    Buchmeinung zu Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz – »Der Tote am Sandstrand«


    »Der Tote am Sandstrand« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz, der 2025 bei Lübbe erschienen ist.


    Zum Autor:

    Nina Ohlandt, ausgebildete Sprachlehrerin, arbeitete in vielen Berufen, bis sie zu ihrer wahren Berufung zurückfand: dem Krimischreiben. Ihre Nordsee-Krimireihe mit John Benthien als ermittelnden Kommissar war sensationell erfolgreich. Nina Ohlandt starb im Dezember 2020.

    Die Krimireihe der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt wird von Jan F. Wielpütz fortgesetzt, der als Verlagslektor Krimi- und Thrillerautoren betreute und - teils unter Pseudonym - mehrere Bücher veröffentlichte, die auf der SPIEGEL-Bestsellerliste standen.


    Zum Inhalt:

    Frisch verwitwet kehrt Kommissarin Hannah Bülow in ihr Heimatdorf Ostersande zurück. Kurz darauf wird ein Psychiater, den sie seit ihrer Jugend kannte, erschlagen am Strand aufgefunden. Zusammen mit der Kriminalpolizei aus Wismar beginnt sie zu ermitteln.


    Meine Meinung:

    Neben dem Kriminalfall spielen persönliche Angelegenheiten der Kommissarin eine gewichtige Rolle. Bei einem Bootsunglück war 1993 eine Jugendfreundin von Hannah gestorben und ihr Vater gibt ihr eine Mitschuld daran. Sukzessive erfährt der Leser mehr über die damaligen Geschehnisse und in der Jetztzeit gibt es einen zweiten Todesfall. Außerdem versucht Hannah das Verhältnis zu ihrem Vater zu verbessern. Lange Zeit ist nicht klar, ob die beiden Morde mit dem Unglück von 1993 zusammenhänge, denn es gibt auch aktuelle Motive.

    Hannah ist Dorfpolizistin und der Autor bemüht sich sehr, Hannahs Mitarbeit an den Ermittlungen zu legitimieren. Die beiden Wismarer Kollegen scheinen Hannahs Hilfe zu brauchen, zeigen sich aber im weiteren Verlauf als kompetente Ermittler. Mir hat der angenehm zu lesende ruhige Schreibstil sehr gut gefallen, da er auch atmosphärisch wirkt. Auch die Figurenzeichnung konnte mich mit vielen Grautönen überzeugen. Die Handlung war komplex mit einigen Überraschungen. Einzig die vielen Nebenhandlungen taten dem Spannungsbild nicht immer gut. Am Ende zog das Tempo deutlich an und es gab einen passenden Showdown. Der aktuelle Fall und die Geschehnisse in der Vergangenheit wurden vollständig und nachvollziehbar aufgelöst.


    Fazit:

    Mir hat dieser Serienauftakt vor allem wegen des Schreibstils und der Figurenzeichnung sehr gut gefallen. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung für die Freunde ruhiger und atmosphärischer Krimis aus.


    ASIN/ISBN: 3404194950

    Eine Karikatur als Hauptfigur


    Buchmeinung zu Petra Erna Jörns – »Kerwe, Kater und Kadaver«


    »Kerwe, Kater und Kadaver« ist ein Kriminalroman von Petra Erna Jörns, der 2025 im dp Verlag erschienen ist.


    Zum Autor:

    Petra Erna Jörns erblickte 1964 in der schönen Pfalz das Licht der Welt. Schon früh schlug ihr Herz zum einen für die Natur und zum anderen für das Fabulieren. So studierte sie Biologie in Kaiserslautern und betreut nun seit über 25 Jahren als selbstständige Biologin die Naturschutzgebiete ihres Heimatlandkreises.


    Zum Inhalt:

    Kommissar Jonas Braun tritt seinen Dienst in seiner südpfälzischen Heimat an. Sein erster Fall ist ein toter Landwirt in der Jauchegrube und er erhält die Unterstützung seiner Tante Sabine Spieß, einer pensionierten Staatsanwältin. Nebenbei muss er sein chaotisches Privatleben auf die Reihe bringen.


    Meine Meinung:

    Diese Buch verfügt über eine Menge pfälzischen Lokalkolorits, da viele Reden im Dialekt gehalten sind, dabei aber gut verständlich bleiben. Der Schreibstil ist angenehm und leicht verdaulich. Zwei Kuchenrezepte und ein als Glossar bezeichnetes Personenverzeichnis runden den Inhalt ab. Das Buch wird als humorvoll beworben, aber ich empfand einige Figuren eher als Karikaturen. Die Zeichnung der Figuren des Kommissars, seiner Exfreundin und seines Kollegen war für mich eine echte Spaßbremse. Bei der zweiten Hauptfigur Sabine Spuieß, einer pensionierten Staatsanwältin, zeigt die Autorin, dass es auch anders geht. Kommissar Jonas Braun kommt kaum zum Ermitteln, da seine privaten Probleme viel Zeit und Energie erfordern. Ermittlungsergebnisse kommen eher zufällig zustande und der Kommissar tappt lange Zeit im Dunkeln. Seine Tante geht deutlich geordneter und planvoller vor. Sie war mir deutlich sympathischer als der junge Kommissar, der oft verloren wirkte. Als die beiden Ermittler ihre Informationen zusammen besprechen, kommen sie auf die richtige Spur. Dieser Abschnitt hat mir gut gefallen, aber der dominierende Eindruck war die ärgerliche Figurenzeichnung des Kommissars und seines direkten Umfelds.


    Fazit:

    Dieser Titel hat viele Zutaten eines soliden Regiokrimis, insbesondere der angenehme und atmosphärische Schreibstil. Leider wirken etliche Figuren wie Karikaturen und beeinträchtigen mein Lesevergnügen massiv. Deshalb bewerte ich das Buch nur mit zwei von fünf Sternen (50 von 100 Punkten) und sehe von einer Leseempfehlung ab.


    ASIN/ISBN: B0FJMPL5BB