Beiträge von Andrea Koßmann

    Inhalt:


    Das hat der gestressten Mutter gerade noch gefehlt: Da dichtet sie ihrem Sohn zum Geburtstag eine witzige Familiengeschichte, und was geschieht? Sofort wird das Werk vom Ehemann an den Verlag gebracht - und verkauft sich prompt Abertausende Mal!
    Wie immer mischen sich eigene Erlebnisse und Erfindung auf unnachahmliche Weise, wenn Evelyn Sanders beschreibt, was nach so einem Überraschungserfolg alles passieren kann: angefangen bei Körben voller Fanpost und hochgefährlichen Spirituosen auf der Buchmesse bis hin zum vollendeten Chaos im ohnehin schon komplizierten Leben einer Großfamilie ...


    Meine Meinung:


    Das Leben eines Schriftstellers ist toll: Er sitzt schreibend am Strand, schaut auf das Meer, hat ab und zu ein paar tolle Interviewtermine und kann ansonsten machen, was er will. Wer DAS denkt, ist entweder selber kein Schriftsteller oder aber er hat dieses Buch von Evelyn Sanders nicht gelesen.


    In diesem Buch beschreibt sie in herrlich lockerer und humorvoller Art und Weise, wie ihr Leben als Schriftstellerin begann. Sie erzählt davon, dass ihr erstes Buch eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für ihren Sohn sein sollte. Ihr Mann aber fand das 'Manuskript' so gut, dass er vorschlug, das Ganze doch mal an einen Verlag zu schicken. Und wie der Zufall es dann so wollte, war sogar ein Verlag begeistert davon und so nahm alles seinen Lauf.


    Angefangen von der Buchveröffentlichung, über Radiointerviews bishin zu einer sehr, ich sag mal übersichtlichen, Vorlesung ist in diesem Buch alles enthalten, was einem Schriftsteller in seinen Anfängen passieren kann. Abgerundet wird das Buch mit Erzählungen über den Mann und Frau Sanders und natürlich über ihre fünf Kinder. Dass ein Familienleben in einer solchen Großfamilie turbulent zugehen kann, kann man sich vorstellen. Und vor allem dann, wenn die Mama auf einem Bestsellerautorin wird.


    Für mich war es bisher das erste Buch von Frau Sanders (ich weiß wirklich nicht, warum die Dame in all den Jahren so dermaßen an mir vorbeigehen konnte, ohne dass ich ihre Bücher entdeckte und ich bin heilfroh, dass mir dieses Buch von Freunden geschenkt wurde), aber es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein. Schon alleine deshalb nicht, weil sie in diesem Buch auch von ihren anderen Büchern erzählt, die sie bisher geschrieben hat. Und das macht verdammt neugierig.


    Ich habe oft geschmunzelt und konnte mich sehr gut in die verschiedenen Situationen hineinversetzen. Frau Sanders hat mir dies durch ihre bildhafte Erzählweise sehr leicht gemacht.


    Ein Buch, welches sicher nicht nur für Schriftsteller interessant ist. Diese werden es aber mit Sicherheit mit anderen Augen lesen und gerade sogenannte 'Newbies' werden es vielleicht nochmal überdenken, ob sie ein Buch veröffentlichen, denn wir wissen ja nun, was alles auf uns zukommen könnte und können vor allem nach dem Lesen dieses Buches nicht mehr sagen 'Das hätt´ ich vorher wissen müssen', denn wir wissen es ja nun.


    Ich freue mich auf weitere, heitere Lesestunden mit Evelyn Sanders.

    Meine Meinung:


    Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern


    Vor dem Lesen dieses Buches solltet Ihr Sicherheitsvorkehrungen treffen. Nämlich die, die Euch absolut ungestört lesen lassen. Ihr werdet jede Ablenkung, jedes Telefonklingeln, jedes Ansprechen und jede Türklingel dafür hassen, dass es Euch aus dem Bann dieses Buches zieht. Immer wieder werdet Ihr nervös sein, auf das Buch schielen und innerlich darum flehen, endlich weiterlesen zu können! Wetten?


    Zwei Wochen nach dem Selbstmord von Hannah bekommt Clay ein Päckchen nach Hause geschickt. In diesem befinden sich sieben Spielkassetten, die mit der Stimme von Hannah besprochen sind. Hannah erklärt gleich zu Anfang, dass jeder Zuhörer, der seinen Namen auf diesen Kassetten hört, einen Teil dazu beigetragen hat, dass sie sich das Leben nahm.


    Ebenso verweist Hannah auf eine Karte, die einige Zeit zuvor an den Zuhörer dieser Kassette per Post eingegangen ist. Auf dieser Karte befinden sich Kreuze. Kreuze, die Orte markieren, die wichtig für die Handlung sind und an die sich Clay begeben wird.


    Obwohl der Ich-Erzähler zunächst an einen üblen Scherz glaubt, klebt er direkt förmlich an den Kassetten und somit an den Erzählungen von Hannah. Genau wie der Leser will er der Sache auf den Grund kommen. Er will wissen, was all das zu bedeuten hat und natürlich warum Hannah sich das Leben nahm.


    Warum erwähnt Hannah Namen seiner Mitschüler und warum haben sie alle etwas mit ihrem Tod zu tun? Haben sie schlimme Sachen mit Hannah gemacht oder haben sie einfach Dinge getan, die im Nachhinein den berühmten Rattenschwanz hinter sich herzogen und somit eine Lawine ausgelöst haben?


    Die Kassettenerzählungen von Hannah sind in dem Buch zum besseren Verständnis in Kursivschrift gehalten, die Gedanken von Clay sind in normaler Schrift gedruckt. Immer wieder wechselt der Autor zwischen der Erzählung von Hannah und den tatsächlichen Erlebnissen von Clay hin und her. Aber zu keiner Zeit wirkt dieses Ping-Pong-Spiel verwirrend, sondern man taucht regelrecht in das Geschehen ein.


    In der Geschichte wird Clay in die vergangenen letzten Wochen gezogen, als Hannah noch lebte. Durch ihre Schilderungen kann er sich an einzelne Personen und Handlungen erinnern, die ihm damals vielleicht nebensächlich erschienen, die jetzt aber auf einmal eine ganz andere Bedeutung für ihn haben. Er sieht viele Dinge auf einmal klar, die damals unverständlich war. Der Autor legt sehr viel Empathie in die Beschreibung der Protagonistin Hannah. Schon sehr schnell kann der Leser nachempfinden, wie sie sich gefühlt haben muss. Gerade zum letzten Drittel hin mußte ich ein paar mal tief durchatmen und kämpfte mit den Tränen, weil mich die Geschichte sehr bedrückte.


    Der Autor hat es geschafft, mich direkt von der ersten Seite in seinen Bann zu ziehen und dieser Bann hat nicht eine Sekunde nachgelassen. Die ganze Zeit fragt sich der Leser, wie das Buch wohl enden mag und taucht zeitgleich in die Empfindungen und in die Psyche von Hannah ein. Was hat sie so dermaßen verletzt, dass sie ihr Leben beendet hat? Und was bewirken Gerüchte und Unwahrheiten, die ihren Lauf nehmen und unkontrolliert die Seele eines Menschen verletzen?


    Eigentlich ist dieses Buch im Genre der Jugendbücher angesiedelt, aber das sollte den erwachsenen Leser absolut nicht abschrecken. Denn die Geschichte von Hannah könnte in jeder Altersklasse stattfinden und zwar immer dann, wenn mehrere Menschen zusammenkommen, die viel zu wenig voneinander wissen, aber dennoch meinen, sich ein Urteil über andere Menschen machen zu können. Das Buch macht betroffen, regt zum Nachdenken an und macht zum großen Teil auch traurig.


    Dieser Debütroman des Autors hat mich absolut überzeugt und für mich ist dieses Buch ein Geheimtipp, der nicht einen Tag länger geheim bleiben sollte. Kauft dieses Buch und taucht zusammen mit Clay in den Strudel der menschlichen Emotionen und lasst Euch gefangennehmen von der Spannung, die Euch die Kehle zuschnüren wird. Ihr werdet es nicht bereuen!!


    Chapeau für ein bis ins Detail bestens geschriebene Buch, an das ich noch lange Zeit zurückdenken würde. Vor allem Hannah und Clay werden noch lange in mir wohnen. Ich freue mich auf weitere Bücher dieses Autors!


    'Tote Mädchen lügen nicht'.... denn sie haben nichts mehr zu verlieren....

    Meine Meinung:


    Nach dem Tod seiner Ehefrau Sarah findet Ben Murray beim Ausräumen des Kleiderschrankes ausgeschnittene Zeitungsartikel, die seine Frau anscheinend heimlich aufgehoben hat. In diesen Zeitungsartikeln befinden sich Berichte über die Entführung eines kleinen Jungen, der genau an dem Tag verschwand, an dem Sarahs Sohn Jacob, Bens Stiefsohn, geboren wurde.


    Warum bewahrte sie diese Zeitungsartikel auf? Und ist es Zufall, dass dieser Junge an genau dem Tag entführt wurde, an dem Jacob geboren wurde? Hat seine Frau das Kind entführt? Sie war doch selber schwanger, hatte aber ein Frühchen zur Welt gebracht. Ben stößt bei seinen eigenen Ermittlungen auf Ungereimtheiten und entschließt sich, mittels eines Detektivs der ominösen Sache auf die Spur zu kommen. Unter einem Vorwand beauftragt er den Detektiv, die eventuell wahren Eltern seines Stiefsohnes zu finden. Doch spielt der Detektiv Bens Spiel mit oder handelt er eigenmächtig und arbeitet zudem hinter dem Rücken von Ben, um dem wahren Grund seiner Ermittlungen auf die Spur zu kommen?


    Ein Spiel der Obsessionen beginnt und die Suche nach der Wahrheit entwickelt sich zu einem Verwirrspiel, bei dem der Leser sich irgendwann fragt „Wer jagt wen und warum?“


    Simon Beckett schrieb dieses Buch bereits im Jahre 1997 und aufgrund des Erfolges seiner David-Hunter-Serie wurde dieses Buch in Deutschland neu aufgelegt. Vergleichen kann man dieses frühe Werk mit seinen aktuellen Büchern nicht, denn die Thematik ist eine völlig andere. Während sich die Hunter-Thriller um einen forensischen Anthropologen drehen, geht es in 'Obsession' um die Auflösung eines Kriminalfalls. Doch eines haben beide Bücher gemeinsam: Die Spannung, die während des ganzen Buches zu finden ist. Einmal in den Sog der Geschichte gezogen, kann man das Buch nicht mehr zur Seite legen, denn man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und wie auch bei den Hunter-Büchern erkennt der Leser auch in diesem Werk, dass der Showdown am Ende noch mal das I-Tüpfelchen des Ganzen ist.


    Während Beckett seine aktuellen Thriller sehr blutig und ekelerregend schreibt, legte er in 'Obsession' den Wert mehr auf die Schilderung des Autismus, an dem Jacob leidet und dem eventuellen Entführungsfall. Sehr gut recherchiert beschreibt er das Leben des kleinen Jungen in seiner eigenen Welt und das Fegefeuer, in welches Ben gerät, als er dem Schicksal des kleinen Jungen auf die Spur kommen will. Auch bei dem Versuch, den Fall aufzuklären, verlässt sich Beckett in diesem Buch mehr auf psychologische Aspekte, denn auf blutige.


    Die Idee, dieses Buch (und ein weiteres, welches sich 'Flammenbrut' nennt und im Herbst 2009 in Deutschland erscheinen wird) erneut aufzulegen, war das Beste, was dem Verlag passieren konnte, denn so hat der Leser keine langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Büchern. Beckett macht süchtig und das merkt man direkt nach dem ersten Buch. Nur, wie oben bereits beschrieben, sollte man die neu aufgelegten Büchern nicht mit den aktuellen Büchern vergleichen, denn der Schreibstil des Autors hat sich in den mehr als 10 Jahren natürlich auch sehr verändert und vor allem weiterentwickelt. Also sollte man ‚Obsession’ für sich sehen und für sich gesehen gefällt es mir ausgesprochen gut.


    Zitat

    Original von unkreatives_ich


    du arme ;), dann bist du ja sicherlich nur am kaufen. ich finde das schon mit meinen beiden lieblingsautoren stressig.. ^^


    Jaaa, ich tu mir auch immer waaaaahnsinnig leid ;-(:grin


    Viel schlimmer ist es aber für mich, mir immer alle Erscheinungstermine zu merken. Dafür habe ich mir in diesem Jahr extra einen Kalender angelegt!! :-]

    Meine Meinung:


    Absolut NICHT peinlich!!


    Wenn DAS dabei rauskommt, wenn Mirja Boes mit einem Notebook bewaffnet quasi ‚Zwangsurlaub’ bei ihren Eltern machen muss, dann möchte ich, dass sie dies demnächst mindestens einmal im Jahr macht. Denn dieses Buch ist eines der lustigsten ‚autogenen Zeitreiseromane’ die ich je gelesen habe.


    Anfangs vermutete ich ja lediglich, Mirja Boes hätte sich klammheimlich an MEINEN Tagebüchern zu schaffen gemacht, aber am Ende wusste ich, dass sie sie anscheinend tatsächlich gestohlen haben muss. Zumindest kennt sie mich! Und meine Vorlieben. Zumindest die von damals. Aufgewachsen in einer ähnlichen Zeit (Mirja Boes entspringt dem Jahrgang 71 während ich eine 69erin bin), liebten wir die gleiche Musik, die gleiche Mode und anscheinend auch die gleichen Jungs. Zumindest konnte ich mich mit sehr vielen ihrer Erlebnisse identifizieren und habe so oft zustimmend genickt und gleichzeitig gelacht, dass ich jetzt eigentlich ein Schleudertrauma haben müsste.


    Genauso lustig wie wir Mirja Boes aus ihren Fernsehauftritten kennen, schrieb sie dieses Buch, von welchem sie in ihrem Prolog erwähnt, dass sie es schreiben MUSSTE. Für mich aber sieht der Inhalt des Buches alles andere als ein MUSS aus, vielmehr als ein Riesengaudi, den Mirja anscheinend hatte, als sie ihre alten Tagebücher aus den Kisten auf dem Dachboden ihrer Eltern rauskramte, um uns aus ihrem Leben zu erzählen.


    Aufgelockert werden die Seiten mit Fotos von ihr, ihren Freunden und wunderbaren Auszügen aus ihrem Tagebuch, die, verziert mit Herzchen und Jungsnamen, wirklich original aus meinen eigenen Tagebüchern stammen könnten. Was wir damals als super ernst empfunden haben, ist heute nur noch ‚unaussprechlich peinlich’, was wiederum zur Folge hat, dass es einfach nur lustig ist.


    Mirja Boes schreibt genauso wie sie spricht und genau das hat es einfach gemacht, mit ihr zusammen in ihre Vergangenheit zu reisen. Lebhaft konnte ich mir vorstellen, wie sie mir bei einer Tasse Tee gegenübersitzt und mir aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Die Geschichte über das ‚Glied’ ist klasse! Genauso wie die Erzählungen aus ihren Urlauben oder die ersten Kussversuche. Bei den ‚Tierversuchen’ war ich ein wenig erstaunt, doch ich glaube, jedes Kind hat so ähnliche Erfahrungen in seinem Leben gemacht. Das gehört irgendwie zum Lernen dazu. Meine Katze hört sich übrigens (noch) nicht an wie ein Moped. Aber ich trainiere mit ihr!! Versprochen!


    Ich finde es toll, dass Mirja Boes uns diesen Einblick in ihr Leben gegeben hat und noch toller finde ich es, dass sie es mit ihrer wunderbar humorvollen Art getan hat, die wir an ihr lieben. Ich freue mich nun auf ein weiteres Buch von ihr. Wie wäre es mit Auszügen aus ihrem aktuellen Leben? Kommt das Wörtchen ‚Glied’ immer noch darin vor? ;-) Und ich würd´s ja auch gerne sagen. Ihm. Sie wissen schon. Aber es ist kein ‚ihm’ da und deshalb werde ich damit warten, bis ‚ihm’ in mein Leben tritt. Und dann werde ich es ‚ihm’ sagen. Auch versprochen!!


    Hut ab für ein unterhaltsames, lustiges Buch, welches einem die Zeit wunderbar versüßen kann! Vor allem, wenn man gerade eine Erkältung hat oder vielleicht das Gefühl, als würde man nur noch 15 kg wiegen. Die 15-kg-Geschichte war nämlich auch klasse!! Und das Foto dazu noch mehr!


    Vielen Dank für dieses tolle Buch!

    Meine Meinung:


    Saukomisch!!


    Eigentlich wollte ich gerade schreiben, dass ich mich in diesem Buch zu 100 % wiedererkenne. Aber das wäre gelogen, denn nur 50 % handeln von mir (dem Katzenpersonal), die anderen 50 % erzählen das Leben MEINER Katze!! Ich frage mich, woher Ralf Schmitz sie kennt! Oder sind nachts doch alle Katzen grau? Sprich: Sind alle Katzen wirklich gleich? Sind alle Katzen SO? JA, SIE SIND ES!!


    Dass Ralf Schmitz ein wunderbarer Comedian ist, wissen wir ja mittlerweile alle aus seinen Fernsehauftritten. Aber dass er genauso wunderbar saukomisch SCHREIBEN kann, wie er redet, macht dieses Buch zu einem wahren ganz persönlichen kleinen Auftritt für den Leser.


    Der Autor erzählt uns seine ganz eigenen Erfahrungen mit seiner Katze Minky, die nun immerhin schon 23 Jahre bei und mit ihm lebt. Angefangen von der Frage "Was man alles falsch machen kann" über die Kötzelangewohnheiten von Katzen, das Miauen, das Stören, wenn man sich gerade mit zwischenmenschlichen Dingen (ähm) beschäftigen will, bishin zu den Katzenkrankheiten ist in diesem Buch alles vorhanden.


    Nur eines nicht. Nämlich die Antwort auf die Frage, nachdem WARUM. Warum lässt die Katze zunächst einen Countdown von 10 - 0 abspielen, bevor sie....(das müßt Ihr selbst herausfinden!) Warum sind (einige) Katzen wasserscheu? (Und andere so gar nicht?) Warum gibt es Unterschiede zwischen Katzen und Frauen? Aber gerade das macht es doch interessant oder? Wer möchte eine Katze schon verstehen? Ich zumindest nicht. Vor allem dann nicht, wenn es so lustige Bücher über diese Tierrasse gibt! Wenn alles logisch und verständlich wäre, hätte der Autor dieses Buch nicht schreiben können und oftmals ist es doch so, dass wir gerade über das lachen, was wir nicht verstehen. Und über das, was wir schon 1000 mal bei unserer Katze beobachten konnten und es ist erst dann so richtig lustig, wenn ein anderer darüber schreibt und man sich und sein Tier vollkommen in der Beschreibung wiederfindet.


    Während ich das Buch gelesen habe, lag meine Katze Jerry (9 Jahre, weiblich aber männlicher Name, gewöhnliche Hauskatze mit Countdown der nur von 5 auf 0 zählt!!) auf meinem Bauch und ich glaube, dass ihr im Anschluss an die wunderbaren drei Lesestunden übel war. Nicht etwa, weil ich ihr Milch zu trinken gegeben hätte oder gar rohes Schweinefleisch (das darf man nämlich nicht!!) sondern vielmehr deshalb, weil ich an so vielen Stellen so herzhaft gelacht habe, dass meine Katze sich auf meinem Bauch gefühlt haben muss wie auf einem Schiff bei einer Windstärke von 350!!


    Aufgelockert werden die witzigen Schilderungen immer wieder mit lustigen Fotos aus dem Menschen-Katzen-Leben von Ralf Schmitz und es gab auch ganz viele Fußnoten (schön farbig abgehoben), in denen man dann Wissenswertes über die Katzen lernen konnte. Am Ende gibt es noch einen Katzentest (Ich bin Typ A, ich schwöre!!) und die 10 Gebote. Einmal für den Katzenhalter und einmal für die Katze. Zum Ausschneiden. Und Hinhängen. Auch wenn ich bezweifel, dass meine Katze lesen kann. Zumindest nicht ohne Brille. Und ich glaube, die 10 Gebote in sie hineinzubekommen könnte genauso schwierig sein, wie eine Tablette in die Katze zu kriegen!


    Alles in allem hat es mir super viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und ich war am Ende wirklich traurig, dass es schon zu Ende war. Wenn ich meine Katze nun anschaue, kann ich sagen 'Du bist nicht anders! Du bist völlig normal!' Und das ist auch gut so!


    Herr Schmitz, ich wünsche Ihnen und Minka noch viele viele tolle Jahre und ich bin mir SICHER, dass irgendwann auch wieder eine andere Katze folgen wird. Einmal Personal, immer Personal! Also, bitte mehr davon bitte!! Wenn's sein muss, lese ich auch Ihr 'Schmitz´ Papageien`-Buch, wenn Sie es wirklich eines Tages schreiben sollten. Hauptsache lustig!! :-)


    Danke für ein paar tolle, lustige Lese-Katzen-Stunden!!

    Zitat

    Original von keinkomma
    Mr. und Mrs keinkomma hatten sich schon um den ersten Band gekloppt. Gestern kam "Voll beschäftigt" an - diesmal war ich schneller und hab schon die Hälfte verschlungen!


    Ich bin auf die "HUI"-Bücher (wie sie auf Uschmanns Internetseite genannt werden) eigentlich nur gekommen, weil ich "MURP" bei einer Aktion gewonnen hatte. Da ich Bücher lieber in einer richtigen Reihenfolge lese, habe ich mir halt diesen ersten Teil besorgt und nun sehe ich zu, dass ich den zweiten (Also "Voll beschäftigt") auch bald nachlegen werde :-)


    LG,
    Andrea

    Meine Meinung:


    Wenn ich sage, dass ich den männlichen Humorschreibstil von jungen Autoren sehr mag, so ist diese Tatsache keineswegs diskriminierend oder männerverachtend gemeint, sondern absolut ehrlich. Ich mag lustige Bücher und der Humor von männlichen Autoren ist doch immer anders, als der von Frauen. Trockener irgendwie. Rasanter. Direkter. Einfach Hartmut. Ja, ich bin der Meinung, dass der Name 'Hartmut' nicht länger einfach nur ein Name sein sollte, sondern in den Duden als 'Elativ' in der höchsten Steigerungsform von 'lustig' übernommen werden sollte.


    Der Ich-Erzähler lebt mit Hartmut in einer WG zusammen und oft habe ich mich gefragt, warum er Hartmut nicht einfach vor die Türe setzt, denn seine Lebensgewohnheiten sind nicht immer die, die ich jetzt als wohlerzogen oder angenehm ansehen würde. Andererseits stelle ich mir das Leben unseres Nebenprotagonisten ohne Hartmut sehr trostlos und langweilig vor.


    Wunderbar in Szene gesetzt, hat Oliver Uschmann (bei dessen Recherche ich darauf gestoßen bin, dass er im Ruhrpott 'gleich bei mir umme Ecke' wohnt und ich mich direkt zuhause fühlte, als die beiden Männer mal nach 'Recklinghausen' fuhren) das Leben dieser wunderbar chaotischen Zweier-WG. Nicht ein Kapitel war dabei, in welchem ich NICHT laut gelacht habe.


    Da ich auch die Bücher von Thommy Jaud gelesen, ach was sag ich, VERSCHLUNGEN habe, wage ich gerne einen Vergleich der beiden Autoren. Natürlich muss dieser spezielle Humor an sich dem Leser gefallen, sonst kann man über dieses Buch vielleicht nicht lachen, aber ich konnte es eben sehr wohl.


    Hartmut traut sich was und egal, was er macht, er macht es so, dass es einfach urkomisch wirkt. Sei es nun eine entdeckte Bombe im Keller seines Hauses oder aber die Tatsache, dass er einen wildfremden Fahrradfahrer in der Stadt vom Fahrrad prügelt. Alles hat einen Sinn. Auch, wenn man ihn erst viel später bemerkt.


    Und jetzt? Bereue ich erstens, dass ich vor kurzem meine Playstation 2 verschenkt habe und zweitens möchte ich gern wissen, wie es weitergeht mit Hartmut und "ihm" und bin froh, dass Herr Uschmann für mich, die erst jetzt seine Bücher in der riesigen Bücherwelt gefunden hat, schon mal auf Vorrat geschrieben hat. Ich freu mich drauf!!

    Zitat

    Original von Andrea Koßmann


    Ich hatte dies bereits getan und versuche auch sonst immer, dran zu denken :-) Diesmal gab es natürlich die volle Punktzahl! :-]


    PS: Habe gerade nochmal nachgesehen. In diesem Thread gibts zu dem Buch ZWEI Rezis und dementsprechend auch ZWEI mal eine Punktevergabe. Also ist doch alles okidoki :-)

    Zitat

    Original von Gummibärchen
    Ich habs jetzt auch gekauft.


    Eine kleine Bitte/Anmerkung am Rande: Ich finde ja die Rezis zwar aussagekräftiger als nur Punkteverteilung, aber wenn wir schon die Möglichkeit haben, die Bücher zu bewerten, würd ich es schön finden, wenn man es auch nützt. Ist ja nicht viel Arbeit ;-)
    Es gibt hier einige Rezis, aber nur 2 Stimmen (das ist bei ziemlich vielen Büchern hier so...).
    Klickt mal ruhig drauf...
    *Gummibärchen auf einer Mission* :lache


    Ich hatte dies bereits getan und versuche auch sonst immer, dran zu denken :-) Diesmal gab es natürlich die volle Punktzahl! :-]

    Meine Meinung:


    Erstklassiges Debüt


    Sie provoziert sie nicht. Sie macht ihnen keine Angebote. Sie macht ihnen keine Komplimente. Keiner der Schritte geht von ihr aus. Sie schaut lediglich wie weit sie gehen, bis sie selber die Handbremse zieht.


    Nicht ganz alltäglich ist der Job der jungen Jennifer, die unter dem Codenamen Ashlyn als sogenannte Treuetesterin unterwegs ist. Sie wird von Ehefrauen engagiert, die vermuten, dass deren Männer fremdgehen. Sie erfährt Details der Ehemänner und konstruiert zufällig scheinende Begegnungen. Nie geht sie zu weit. Bis zum ersten Kuss ist alles erlaubt, doch vor dem letzten Schritt outet sie ihre wahre Bestimmung, indem sie den Männern eine schwarze Visitenkarte mit einem leuchtend roten 'A' wie Ashlyn darauf, überreicht.


    Die Trefferquote der fremdgehenden Männer überschreitet locker die 50%-Marke ihrer Aufträge. Sie sagt, dass zwar nicht 95 % aller Männer fremdgehen, aber 95 % der Männer, deren Ehefrauen sie eines Seitensprungs verdächtigen, bestehen den von ihr durchgeführten Test.


    Während Jennifer sehr zurückgezogen lebt und mit Männern nicht viel am Hut hat, lebt ihr zweites Ich 'Ashlyn' die Wut, die sie aufgrund einer miesen Erfahrung in ihrer Familie gemacht hat, aus. Den Begriff der 'Mannalyse' hat sie sich zu Eigen gemacht und sie trifft mit dieser Art der Analyse bei jedem Mann ins Schwarze. Doch ist es wirklich immer so? Bei wirklich jedem Mann? Oder gibt es tatsächlich Männer, bei dem selbst Ashlyn sich mal in ihrer Meinung irren kann? Und gibt es vielleicht sogar einen Mann, der ihr zu Stein gewordenes Herz erweichen kann? Einen Mann, der ihre Gefühlsmauer, die sie für diesen Job braucht, durchbricht?


    Ashlyn schämt sich nicht für ihren Beruf, dennoch hält sie ihn vor ihrer Familie und ihren Freunden geheim, denn sie wüsste, dass sie nicht auf viel Verständnis stoßen würde. Immerhin ist letztendlich sie es, die den Ehefrauen die Wahrheit über ihre Männer sagt und letztendlich würde sie es sein, die die Ehe zum Scheitern bringt. Auch wenn es ja eigentlich der Mann ist, der seine Frau betrügt, so ist sie es doch, die die Wahrheit ans Licht bringt. Doch als ihr eines Tages eine gute Freundin von einer sogenannten Treuetesterin erzählt und ihr die eigene Visitenkarte unter die Nase hält, droht ihr Doppelleben aufzufliegen.


    In einem herrlich lockeren und leicht zu lesenden Schreibstil, der mir sehr imponiert hat, beschreibt die Autorin die Ausübung dieses Jobs und selbst als fast 40jährige Frau hätte ich nicht gedacht, dass ich noch so einiges über die Psyche von Männlein und Weiblein kennen lernen würde. Aber ich tat es. Absolut gut durchdacht und wunderbar detailliert beschreibt Jessica Brody die in dem Buch vorkommenden Personen. Kein Detail ist zuviel und keine Person wirkt auch nur annähernd langweilig. Die Autorin hat es in ihrem Debüt-Roman absolut verstanden, die Spannungspointen so zu setzen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann, wenn man erst einmal begonnen hat. Gerade im letzten Drittel nimmt die Spannung durch sich überhäufende Ereignisse derart zu, dass ich schneller als schnell lesen wollte.


    Natürlich gibt es auch Frauen, die ihre Ehemänner betrügen, aber in diesem Buch sind es halt die Männer, die bei der Geschichte an sich schlecht abschneiden. Und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?!) macht es natürlich sehr viel Spaß, das Buch zu lesen. Aufgrund des Rückentextes erwartete ich zunächst einen lustigen Frauenroman, doch ich habe mich GEtäuscht, was mich allerdings keineswegs zu einer ENTtäuschung bringen konnte. Denn mit der wunderbar in Szene gesetzten Beschreibung der diversen Psychen der Ehefrauen und deren Männer und den dazugehörigen Situationen und Schicksalen, entwickelte sich das Buch immer mehr zu einem interessanten, facetten- und faktenreichen und vor allem ernst zu nehmenden Buch, bei dem man sich am Ende wünscht, dass Jessica Brody schon bald ihren zweiten Roman auf den Büchermarkt bringt, der laut Innentext bereits in Bearbeitung ist.


    Selbst die fünfseitige Danksagung habe ich mit Spannung gelesen! Bis ganz zum Schluss! Und deshalb kann ich den Dank, den Jessica Brody dort auch an ihre Leser richtet, mit einem glücklichen Lächeln zurückgeben. Danke für dieses tolle Buch, von dem ich mehr als begeistert bin!!


    Fazit: Kaufen, lesen und am Ende traurig sein, dass es schon zu Ende ist!!


    Trailer zum Buch: http://www.youtube.com/watch?v=1RrCN5_KomE

    Zitat

    Original von Gummibärchen


    Dagegen :lache
    Zu teuer und zu schwer. Und nimmt viel Platz im Regal weg.
    Aber naja, sieht schon gut aus, das stimmt.
    Danke für die Rezi.


    Das Auge liest schließlich auch mit :-)


    Ich find´s nur immer nicht ganz so schön, wenn (wie in diesem Fall leider auch) zunächst zwei TBs erscheinen und dann ein gebundenes. Weil DAS sieht dann im Regal nicht GANZ so schön aus. Vor allem, wenn das nächste dann vielleicht wieder ein TB wird. Aber letztendlich entscheiden ja eh die inneren Werte :-)

    Meine Meinung:


    Mord in der Toscana


    Auch in ihrem dritten Buch 'Die Totengräberin' entführt uns Sabine Thiesler in die schöne Landschaft der Toskana. Getrübt wird diese wunderschöne Idylle allerdings vom Mord an Johannes. Der Mann von Magda überlebt seinen Seitensprung nicht, denn auch wenn er sich längst von seiner Geliebten getrennt hat, so ist für Magda 'das Leben zu Ende, wenn einer den anderen betrügt'. Denn so kennt sie es bereits aus ihrer Kindheit. Also tötet sie ihn kurzerhand und lässt ihre Umgebung in der Annahme, dass Johannes schlicht und ergreifend verreist ist.


    Magda vergräbt seine Leiche und eines Tages taucht Johannes' Bruder Lukas auf. Dieser macht sich Sorgen um Johannes und möchte der Sache auf den Grund gehen. Psychologisch gut durchdacht und excellent recherchiert beschreibt die Autorin den Wandel, der, aufgrund der hohen psychischen Belastung, in Magda vorgeht. Lukas hat es schon immer auf Magda abgesehen. Doch wird er nun, wo Johannes anscheinend verschwunden ist, ihr Herz gewinnen können? Und wird Magda Lukas so lieben, wie sie auch Johannes geliebt hat? Und was passiert, wenn auf einmal die Ex-Geliebte von Johannes auftaucht, weil sie sich die Frage stellt, wo der Mann, in den sie sich verliebt hatte, geblieben ist. Und dann gibt es noch Topo, den erfolglosen Buch- und Theater-Kritiker, der durch Zufall eine furchtbare Entdeckung macht....


    Die Autorin hat es geschafft, mich mit diesem Buch in den Bann zu ziehen. Ohne viel Blutvergießen baut sie Spannung auf und sie schaffte es sogar, mich zu verwirren. Denn ich konnte ab und zu selber kaum noch auseinanderhalten, was nun wahr ist und was eine psychische Wahrnehmungsstörung.


    Die Personen sind gut durchdacht und wirken sehr real. Fasziniert haben mich die Gedankengänge der einzelnen Personen, denn sie betrachten das Geschehen ja immer aus sehr subjektiver Sicht und so kann es schon mal passieren, dass jemand, der mit dem Mord an sich eigentlich gar nichts zu tun hat, sich dennoch schuldig fühlen kann und deshalb erpressbar ist. Allein deshalb, weil zwischen den Personen natürlich Stillschweigen und über das Geschehene herrscht.


    Und wie auch schon in den beiden vorangegangen Büchern wünschte ich mir am Ende, mal einen Urlaub in der Toskana zu machen. Auch wenn dort anscheinend schlimme Dinge passieren. Aber die Landschaft dort muss wunderschön sein und bietet sich wunderbar als Kulisse dieses Psychodramas.


    Zum Schluss noch ein Lob an den Verlag: Endlich mal ein gebundenes Buch von Sabine Thiesler! Ich würde mich sehr freuen, wenn weitere Bücher von ihr in der gleichen Form veröffentlicht werden.

    Meine Meinung:


    "Es hat in meinem Leben keinen Augenblick gegeben,….


    ….da ich dich nicht geliebt habe."


    Als Max Tivoli im Jahre 1871 geboren wird, trauen seine Eltern ihren Augen kaum. Er kommt nicht etwa als Baby auf die Welt, sondern als alter Mann im Babyformat. Der Vergleich zu einem 'Nissen' ist gegeben, denn Max sieht diesen kleinen Figuren mit dem weißen Bart, die sehr an Gartenzwerge erinnern, sehr ähnlich.


    Und auch wenn seine Eltern nun meinen, dass ihnen ein Glücksfall ins Haus geflattert kam, so weiß Max es doch besser. Es ist ein Fluch, der auf ihm liegt, denn je älter er wird, desto jünger schaut er aus. Er lebt sein Leben rückwärts und das hat nicht gerade Vorteile. Vor allem dann nicht, wenn man sich in ein Mädchen verliebt, welches gerade mal 14 ist. Max ist zu der Zeit 17, steckt aber immer noch in dem Körper eines alten Mannes. Was also soll das Mädchen nun tun? Sich in diesen alten Mann verlieben? Natürlich tut sie das nicht. Sie, das ist Alice, die das gesamte Leben lang Max' große Liebe ist.


    Je älter er wird, desto jünger scheint er nach außen und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis Alice und Max sich im ungefähr gleichen Alter wiedertreffen. Doch wird sie sich jetzt in ihn verlieben? Wird er ihr das geben können, wonach sie sich sehnt? Und wird Alice ihn glücklich machen? Oder denkt sie immer noch an ihre erste große Liebe Hughie? Max' besten Freund?


    Dass das Leben in dieser umgekehrten Reihenfolge kein Zuckerschlecken ist, bemerkt Max sehr schnell. Auch wenn er sich immer wieder die Worte seiner Mutter ins Gedächtnis ruft, die ihm eintrichterte, dass er das sein soll, für das andere Menschen ihn halten.


    Wunderschön beschreibt Greer in diesem Buch die Sehnsucht, die Max sein Leben lang begleitet. Die Sehnsucht nach seiner unerfüllten großen Liebe, der er lediglich in zwei Phasen seines Lebens recht nahe kommt. Und er beschreibt auch die wahnsinnige Einsamkeit, die in Max lebt. Es gibt nicht viele Menschen, mit denen er sein Geheimnis teilen kann. Nicht mal mit dem Menschen, den er doch so sehr liebt.


    Das Buch ist verfasst wie ein Tagebuch, welches Max an seine Hinterbliebenen schrieb und gerade zum Schluss hin trieb es mir sehr die Tränen in die Augen. Greer versteht es, Gefühle auf eine ganz besondere Art und Weise zu schildern. Man kann sehr gut nachempfinden, wie Max sich zu den verschiedenen Zeitzonen in seinem Leben fühlt. Und wenn ich anfangs vielleicht noch dachte, dass es so verkehrt doch nicht sein kann, als alter, weiser Mensch auf diese Erde geboren zu werden, um dann zu erleben, wie es ist wieder jung zu sein, so muss ich am Ende gestehen, dass ich froh bin, dass alles so ist wie es ist. Schon allein deshalb, weil Max ja letztendlich sein Leben lang die Endlichkeit seines eigenen Lebens vor Augen gehalten wird.


    Das Buch hat mich sehr berührt und wird mich sicher auch noch eine ganze zeitlang in meinen Gedanken begleiten.


    Wenn meine Recherchen korrekt sind, so basiert dieser Roman auf der Idee der Kurzgeschichte "Der seltsame Fall des Benjamin Button" von F. Scott Fitzgerald. Diese Geschichte wiederum wird derzeit in den deutschen Kinos mit Brad Pitt in der Hauptrolle gezeigt.


    Eine grandiose Erzählung von Andrew Sean Greer, von dem ich mir sicher seinen bereits vor diesem Buch erschienenen Roman "Die Nacht des Lichts" lesen werde.

    Meine Meinung:


    Smoky Barrett lebt weiter....


    .... und das ist gar nicht mal so selbstverständlich, denn wer den ersten Teil dieser Thriller-Serie von Cody Mcfadyen gelesen hat, wird sich fragen, wie ein Mensch nach solch grausamen Taten, die um ihn herum und mit ihm selber passieren, überhaupt noch in der Lage ist, ein einigermaßen normales Leben führen zu können.


    Inzwischen sind seit der letzten Erlebnisse 6 Monate vergangen und Smoky ist wieder voll im Dienst. Eines Tages wird sie an einen Tatort gerufen. Das junge Mädchen Sarah sitzt inmitten von blutenden Leichen. Der Fundort ist grausamer, als man es sich vorstellen mag. Sarah wollte, dass Smoky Barrett an den Tatort kommt, doch Smoky versteht den Sinn nicht, der dahinter steht.


    Aber nach und nach kommt sie der Geschichte auf die Spur, denn Sarah hat seit ihrer Kindheit ein Tagebuch geführt, welches sie Smoky übergibt. In einzelnen Teilen wird der Leser nun mit der Vergangenheit dieses Mädchens konfrontiert. Und die ist alles andere als lustig. In gewohnt brutalem, ekelhaften und spannenden Stil beschreibt Mcfadyen die schrecklichen Erlebnisse, die zur Vergangenheit von Sarah gehören und selbst mir als hartgesottenem Thriller-Fan stockte so manches Mal der Atem. Auch in diesem Buch ist es wieder so, dass es einen Täter gibt, der es nicht direkt auf Sarah abgesehen hat, sondern vielmehr auf die Menschen um sie herum.... also ähnlich der Geschichte der 'Blutlinie'. Und doch ist alles ganz anders….


    Ich muss trotz aller Spannung, die mich förmlich in dieses Buch hineingesogen hat, aber leider anmerken, dass die ersten 200 Seiten etwas schleppend daherkommen. Mcfadyen berichtet sehr viel über Smoky und der Anfang ist auch sehr sexlastig. Das finde ich zwar nicht schlimm, aber bei dem ersten Teil dieser Serie war man das von dem Autor nicht gewohnt und ich dachte eigentlich, dass Mcfadyen direkt an den Spannungsfaden der Vorgeschichte anknüpft. Von daher war ich erstaunt darüber, wie locker und leicht der Anfang dieses Buches bei mir ankam. Ich wartete förmlich auf blutrünstige Szenen, mit denen der Autor seine vorherigen Mordschilderungen noch übertrumpfen würde. Zum Glück kamen sie noch!


    Und jetzt? Bin ich gespannt auf den dritten Teil ('Das Böse in uns'), welches schon auf dem Stapel meiner ungelesenen Bücher auf mich wartet.

    Zitat

    Original von Daniliesing
    Was meint ihr? Könnten diese Bücher auch jemandem gefallen, der sonst nicht so viel mit diesen typischen "lustigen" Frauenbüchern anfangen kann?


    Ooooh ja, ich kenne sogar MÄNNER (MÄNNER!!) die Kerstins Bücher lieben! :-)

    Meine Meinung:


    Jugendbuch mit Zauberkräften


    Das neue Buch von Kerstin Gier findet der Leser ausnahmsweise nicht in der lustigen Frauenliteratur, sondern im Regal der Jugendbücher. Nachdem ich die 350 Seiten dieses wundervollen Buches inhaliert habe, kann ich sagen, dass es nicht nur ein Buch für die Jugend ist, sondern auch genauso gut für Erwachsene. Und vor allem für jene wie mich, die innendrin immer Kind geblieben sind. Die Zauberkräfte in diesem Buch haben eines vor allem bewirkt: Sie haben mich in meine eigene Jugend zurückversetzt und mich so um ca. 25 Jahre verjüngt.


    Eigentlich sollte Charlotte, die Cousine von Gwendolyn Sheperd, das Zeitreisegen in ihrer Familie geerbt haben und die ganze Familie wartet nun gespannt darauf, dass Charlotte die ersten Anzeichen dieser besonderen Fähigkeit spürt. Als sich eines Tages aber statt Charlotte die 16jährige Gwendolyn in der Vergangenheit wiederfindet, bricht ein regelrechter Eifersuchts- und Machtkampf in der Familie aus. Schließlich wurde doch seit Jahren alles für Charlottes großen Auftritt vorbereitet, sie wurde geschult und mußte jahrelang im Voraus lernen, wie man sich in der Vergangenheit zu verhalten hat.


    Nun ist es aber Gwen, die dieses Gen inne hat und so wird sie von einem Tag auf den anderen damit überrumpelt. Natürlich gibt es Menschen in ihrer Familie, die ihr zur Seite stehen. Auch die sogenannten 'Wächter' klären Gwen darüber auf, wie sie sich von nun an verhalten muss. Doch gibt es nicht nur Menschen, die ihr den Weg weisen, sondern auch diejenigen, die ein großes Geheimnis vor ihr und dem Rest der Familie hüten wollen. Wem kann sie vertrauen? Von wem wird sie belogen? Und was ist mit dem verdammt gut aussehenden Gideon, der Gwen völlig um den Verstand bringt? Und warum sieht Gwen auf einmal in der Vergangenheit ein Mädchen, welches ihr zum Verwechseln ähnlich sieht?


    Viele viele kleine Geheimnisse, die sich um ein großes scharen, wird der Leser in diesem Buch finden. Kerstin Gier hat mit diesem Buch etwas ganz Wunderbares geschaffen. Nämlich einen Zeitreiseroman der etwas anderen Sorte. Mit ihrem gewohnten Wortwitz macht sie es dem Leser leicht, an manchen Stellen zu schmunzeln und zu lachen. Und mit ihrem gewohnt lockeren Schreibstil baut sie Spannung auf, die sich bis zur letzten Zeit hinzieht und die mich nun sagen lässt, dass ich es schade finde, dass ich diesen ersten Teil der Trilogie bereits JETZT gelesen habe, denn so muss ich nun noch mindestens bis zum Herbst 2009 warten. Denn erst dann gibt es voraussichtlich den zweiten Teil.


    Und ein großes Lob muss ich jetzt auch mal der Gestaltung dieses Buches aussprechen. In einem wunderschönen Altrosa, mit erhabenen, schwarzen Lack-Aufdrucken der bekannten Illustratorin Eva Schöffmann-Davidov, verführt dieses Buch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum 'immer-wieder-Anschauen', denn es ist eine Weide für die Augen. Auch darüber streicheln, um die erhabene Schrift zu spüren, ist natürlich erlaubt. Ich gehe davon aus, dass die nächsten beiden Bände ähnlich gestaltet werden, sicher nur in anderen Farben (denn die Farben spielen in diesem Buch eine große Rolle!) und ich weiß jetzt schon, dass sie aneinandergereiht ein glanzvolles Schmuckstück in meinem Bücherregal abgeben werden.


    Mit diesem Debüt von Kerstin Gier in dem Genre der geschichtlichen Zeitreise im Jugendbuchstil ist der Autorin ein wirklicher Durchbruch gelungen und ich bin schon jetzt wahnsinnig gespannt auf die Folgeromane. Schade, dass der Verlag dem Buch kein Mini-Gen dazugelegt hat, mit welchem ich nun selber in der Weltgeschichte umherreisen könnte, denn ich würde gerne einen Blick in die Bücher der Zukunft werfen....


    Chapeau für ein mitreißendes Werk, welches seine Bahnen ziehen wird und vor allem wird es auch Spuren in der jetzigen Gegenwart zurücklassen, die morgen schon Vergangenheit ist. Welch ein Glück für Gwen, dass sie wohl (mit Ausnahme ein paar weiterer Zeitreisenden) die einzige sein wird, die dorthin zurückreisen kann...

    Meine Meinung:


    "Schlimmer gehts nimmer"....


    .... dachte ich oft in diesem Buch, wenn eine sehr schlimme Situation geschildert wurde. Aber ich wurde eines Besseren belehrt, denn es geht auch noch schlimmer als schlimmer.


    In diesem Buch lernen wir die FBI-Agentin Smoky Barrett kennen, die ein paar Monate zuvor ihren Mann Matt und ihre kleine Tochter Alexa bei einem Mord verloren hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Smoky erfährt, dass auch ihre Freundin Annie einem brutalen Mord zum Opfer gefallen ist, wollte sie eigentlich noch nicht in ihren Beruf zurückkehren. Doch die Wut und der Hass auf Annies Mörder bringt sie dazu, an der Aufklärung des Mordes mitzuarbeiten.


    Noch während Smoky mit ihrem Team dabei ist, den Mörder zu verfolgen, passieren weitere Morde, die alle im Zusammenhang mit ihr zu stehen scheinen. Der Mörder nimmt Kontakt zu ihr auf. Per Mail, per Post, per Telefon, per Video. Es geschehen grausame Dinge, die Mcfadyen wunderbar in Szene gesetzt hat. Sicher sind viele Situationen blutig, aber es gibt auch andere Szenen, die es einfach 'nur' auf die Psyche des Lesers abgesehen haben. Und jedes Mal wenn ich dachte 'NOCH schlimmer kann es ja nicht werden' KAM es noch schlimmer. Mcfadyen weiß es zu verstehen, einen thrilligen Höhepunkt mit einem noch größeren zu toppen.


    Ich bin froh, dass eine Freundin das Buch zeitgleich las und ich sie zwischendurch anrufen konnte, um mit ihr darüber zu reden, denn besonders eine Szene in diesem Buch hat mich wirklich 'fertig gemacht' und das, obowhl ich, was Thriller angeht, schon zu der hartgesotteren Sorte von Lesern gehöre.


    Von der ersten Seite an zieht der Autor uns in den Bann dieser Blutlinie und der Geschichte des Mörders, der angibt, ein Nachfahre von Jack the Ripper zu sein. Zu keiner Zeit wird die Geschichte holperig oder langatmig. Von Seite zu Seite wird man mehr in diese Geschichte hineingezogen und wie es bei einem anständigen Thriller sein sollte, schlägt man die 476 Seiten um, als wären es gerade mal 200.


    Ich weiß nicht, warum ich erst jetzt (2009) auf dieses Buch gestoßen bin, denn es erschien bereits im Jahre 2006. Was mich aber glücklich macht, ist die Tatsache, dass ich direkt weiterlesen kann in den Thrillern von Mcfadyen, denn 'Der Todeskünstler' und 'Das Böse in uns' warten bereits in meinem Bücherregal auf mich.


    Ich bin froh über dieses 'Fundstück' und kann es jedem Leser ans Herz legen, der Thriller mag, die zwar blutig, aber auch psychisch sehr mitziehend sind. Ein wundervolles Debüt dieses Autors!