Ich wäre an einer Pynchon-Leserunde interessiert. Denkt ihr jetzt an das Ende der Parabeln oder Gegen den Tag? Habe beide beim ersten Versuch nach 200-300 (durchaus ansprechenden) Seiten abgebrochen. Das "Ende der Parabeln" erscheint mir im Vergleich einfacher. Die Stil- und Genrewechsel in "Gegen den Tag" sind extrem.
Beiträge von Googol
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Original von Seestern
Googol & buzz,ich habe den aufgesetzten Ton (das "Unauthentische" wie Ihr sagt) als höchst gelungen empfunden, weil er das unaufrichtige, gekünstelte Verhalten des Protagonisten unterstreicht. Für mich betont der Duktus hier nur den Inhalt, das "Mehr-scheinen-als-Sein", das ja dann in der Geschichte Wie ich log und starb umso wirkungsvoller konterkariert wird.
Gekünstelt war der Ton definitiv. Was mich irritierte war, dass zwar in einer in sich konsistenten Kunstsprache erzählt wurde, aber in keiner, die ich je online gelesen habe. Oder anders ausgedrückt: was man auf Blogs und in Internet-Foren liest ist zwar eine Kunstsprache, aber es sind Kunstsprachen, die von Gruppen geschrieben werden, nicht von Einzelpersonen (da wird allgemein geLOLt, geBTWt usw.). Kehlmann (bzw. die Figur) hat hier eine Kunstsprache aus dem Nichts geschaffen. Das scheint mir eher Internet-untypisch. Die Figur selber fand ich durchaus interessant nur den Ton fand ich eben nicht perfekt getroffen.
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Original von buzzaldrin
die Geschichte über den Forenbeiträgeposter - hat mich z.B. weniger begeistertKomisch. Ging mir genauso. Ingesamt ein sehr gutes Buch, aber in dem Abschnitt hat er den Ton irgendwie nicht getroffen. Der Teil wirkt sehr unauthentisch.
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Alina Bronsky; Scherbenpark; 1,5
Jonathan Carroll; The Ghost in Love; 2,0
Tilman Rammstedt; Der Kaiser von China; 1,5
Daniel Kehlmann; Ruhm; 1,3; Monatshighlight -
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Original von hestia2312
Beim Buch "Das Fest der Vampire" weiß ich nicht so recht wie ich es hier auflisten soll. Es gibt dort ja mehrere Autoren. Reicht das so, oder soll ich ein paar Autoren auflisten?
Ich würde bei einer Anthologie den Herausgeber als "Autor" auflisten. Scheint üblich. Amazon.de macht das auch so. Bei dem Buch wäre das Carsten Polzin.
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Ich habe nur den Film gesehen. Ein moderner Western. Könnte passen.
Kurzbeschreibung
Hi-Lo in New Mexico ist ein Flecken Erde, auf dem der Mythos des Wilden Westens noch lebendig ist. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen zwei Cowboys vom alten Schlag, erzählt von einem der populärsten Western-Autoren der USA. -
Ich habe Anfang des Jahres den "Schatten des Windes" gelesen und jetzt vor wenigen Tagen "Spiel des Engels" beendet. Ich fand beide Bücher gleich stark. Ich empfand die Erzählstruktur eigentlich relativ linear, d.h. ich meinte der Geschichte gut folgen zu können. Die Dinge, die unklar blieben, empfand ich nicht als Tricks um den Leser zu verwirren, sondern sie dienten der Plotentwicklung. David Martin war genauso überrascht von bestimmten Wendungen wie der Leser und die gut 700 Seiten habe ich wie im Rausch verschlungen.
Es kann ja sein, dass Zafon bestimmte Komponenten aus "Schatten des Windes" wiederverwendet und nicht den überraschend "anderen Nachfolger" geschrieben hat. Wieder stehen mysteriöse Gegegebenheiten im Zusammenhang mit obskuren Büchern im Mittelpunkt. Wieder verschmelzen Fiktion und Realität und wieder wird Barcelona als Schauplatz zelebriert. Vielleicht ist das ein Markenzeichen. Vielleicht eine Masche. Wenn es eine Masche ist um bereits angefixte Leser mit mehr Zafon-Stoff zu bedienen und mehr Geld zu scheffeln dann habe ich kein Problem damit. Mehr davon, Señor Zafón! Und viel Vergnügen mit dem verdienten Drogengeld.
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Ich habe das Buch hier (im Original, vom Autor bei seiner Lesung in Köln signiert) und hatte schon vor es im Januar zu beginnen, aber ich würde ggf. auf die Leserunde warten. April würde passen. Wenn ihr Schnellleser sein solltet müsste ich allerdings mit etwas Vorsprung früher anfangen

Ich wäre also gerne dabei.
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Carlos Ruiz Zafon; Das Spiel des Engels; 1,0; Monatshighlight
Jack Ketchum; Blutrot; 2,0
Matt Ruff; Ich und die anderen; 2,0
Karen Joy Fowler; Wit's End; 1,7 -
Ich würde Borges mitlesen.
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Buch des Jahres: Little Brother von Cory Doctorow.
Runner-up: Eleanor Rigby von Douglas Coupland.
Knapp gefolgt von:
Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafon,
The Dragons of Babel von Michael Swanwick,
The Yiddish Policemen's Union von Michael Chabon. -
... das hier auch.
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und das hier...
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Bereits augelesen. Die 700 Seiten lasen sich weg wie nichts. Sehr zu empfehlen.
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Dieses Buch habe ich auf deutsch sehr gemocht. War für den deutschen Buchpreis nominiert. Ist wegen des deutsch-amerikanischen Themas für Amerikaner interessant.
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Wie wär's mit Kaminers Russendisko (weder Goethe noch Schätzing).
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Ich habe Diamond Age sehr gemocht. Wenn dieser Mensch sich doch bloß kürzer fassen könnte...
Vor ein paar Wochen war Neal Stephenson in der Reihe authors@google zu Gast. Eine einstündige Diskussion über seinen neuesten Roman Anathem, seine Schreibmethoden, wieso er Lesungen nicht mag, wieso Kritiker meinen er könnte keine Romanenden schreiben etc. etc. Sehr zu empfehlen.
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Ich habe ihn vor einigen Jahren im Literaturhaus Hamburg bei einer Lesung gesehen. Selten so etwas Langweiliges und Belangloses gehört. Nun beschreibt ihn Sigrid Löffler als "monoton und langweilig". Das passt.
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Original von Bartlebooth
Naja, man müsste erst einmal begreifen, was diese Einordnung soll, dh wo die Parallelen zur Gattung "Fabel" sind, die man nicht einfach auf "nicht realistisch" reduzieren kann. "Der Junge im Gestreiften Pyjama" ist ja einfach keine Fabel, wenn er auch genauso unrealistisch ist wie eine. Was eine Fabel allerdings auch ist: Exemplarisch. Und hier könnte eine Diskussion ansetzen. Ist "Der Junge..." exemplarisch? Gibt es eine (für Fabeln typische) Moral von der Geschicht?
Zumindest nennt der Autor das Buch eine Fabel: "The Boy in the Striped Pyjamas: A Fable". Und schon sind wir wieder bei der Frage ob der Autor seine Ziele erfolgreich umsetzt. Wenn das Buch nicht als Fabel funktioniert dann funktioniert das Buch nicht (was ja durchaus möglich ist).
Aber wenn z.B. die Verbindung Naivität/Deutschland/Nazizeit direkt zu einer Abwehrhaltung führt und man sich ohnehin nicht auf das Buch einlaßen kann und will, ja, dann ist es tatsächlich eine Meta-Diskussion.
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Was ich nicht ganz verstehe: die Naivität in der Erzählperspektive wird doch schon im Titel deutlich gemacht. Es wird auch schnell deutlich, dass es sich hier um eine Fabel handelt, die sehr viel mit Vereinfachungen arbeitet. Das ist keine realistische Erzählung. Erzählungen in der (nahen) dritten Person sind auch nicht ungewöhnlich und sind oft fast ebenso nah am Erzähler wie in einer Ich-Erzählung. Die Kritik, die ich hier hauptsächlich lese, hat wenig mit der erfolgreichen oder unerfolgreichen Umsetzung der Idee zu tun, sondern die Idee selber wird kritisiert ("das darf man nicht", "das ist ärgerlich"). Das ist zwar eine legitime Diskussion, aber doch schon fast eher eine Meta-Diskussion ("für wen ist das Buch?", "erfüllt es einen Zweck?", "ist es gar populistisch?").