'Die Hochzeit der Chani Kaufman' - Kapitel 22 - 28

  • Was für ein Drama, die Rebbetzin ist wirklich nicht zu beneiden. Sie und ihr Mann entfremden sich immer mehr. Die Ursache dafür dürfte wohl wirklich an dem nicht verarbeiteten Verlust des ersten Kindes sein.

    Die beiden bräuchten ganz dringend eine Paartherapie. Ob es sowas in ihre Kreisen überhaupt gibt, oder ob da allein der Glaube und das Gebet abhelfen sollen?

    Amüsant dagegen das Zusammentreffen der Familien Kaufman und Levy. Und eigenartig, dass die Väter gelassener reagieren als die Mütter. Baruchs Mutter ist natürlich ein ganz spezieller Fall.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Ich habe diesen Abschnitt überwiegend als deprimierend empfunden. Die einzige Aufheiterung war wirklich das Abendessen bei den Levys (nochmal Chapeau für Chani, dass sie ihre zukünftige Schwiegermutter so in die Schranken gewiesen hat!) und der Ausflug von Chani und Baruch zum Hyde Park. Da will er ihr ganz romantisch beim Tretbootfahren einen Antrag machen und dann verdreht er sich das Knie... :yikes :chen Aber dann hat er es ja doch noch geschafft, quasi in letzter Minute.


    Der Rest ist wirklich nicht lustig. Avromi macht mit Shola Schluss und hat ganz furchtbar darunter zu leiden. Das Gespräch zwischen Shola und der Rebbetzin fand ich sehr aufschlussreich - ich finde, die Rebbetzin hat es sehr einfühlsam gemacht, aber die Ausweglosigkeit ist trotzdem bedrückend. Avromi kann aus seiner Welt nicht hinaus und Shola kann nicht hinein... da möchte man fast mitweinen.


    Auch die Geschichte der Rebbetzin geht mir sehr zu Herzen. Ich glaube nicht, dass der Verlust des ersten Kindes die alleinige Ursache dafür ist, dass Rivka und Chaim überhaupt nicht mehr zueinander finden, aber er trägt mit Sicherheit dazu bei. Bei Rivka kommt jetzt alles wieder hoch, sie sucht Trost, möchte reden, und Chaim blockt komplett ab. Dazu noch seine radikale Haltung Avromi gegenüber, für den Rivka viel Verständnis hat... Das muss echt eine gruselige Atmosphäre sein, in der die Familie derzeit lebt.


    Ich glaube, die Fehlgeburt war der Auslöser, der bei Rivka das mühsam errichtete Gebäude ihres Lebens als Rebbetzin zum Einstürzen gebracht hat; jetzt kommt alles wieder hoch, was sie jahrelang mühsam verdrängt hatte. Nicht nur der Verlust des Erstgeborenen, sondern auch, dass sie alles, was ihr Leben und ihre Weltanschauung ausgemacht hat, für Chaim über Bord geworfen hat - für diesen Mann, der auch nicht mehr der Chaim ist, den sie damals geheiratet hat, sondern eigentlich nur noch ein wandelndes Regelwerk.


    LG, Bella

  • Ich habe diesen Abschnitt überwiegend als deprimierend empfunden. Die einzige Aufheiterung war wirklich das Abendessen bei den Levys (nochmal Chapeau für Chani, dass sie ihre zukünftige Schwiegermutter so in die Schranken gewiesen hat!) und der Ausflug von Chani und Baruch zum Hyde Park. Da will er ihr ganz romantisch beim Tretbootfahren einen Antrag machen und dann verdreht er sich das Knie... :yikes :chen Aber dann hat er es ja doch noch geschafft, quasi in letzter Minute.

    Ja, ja das Knie, wie oft muss das herhalten. :lache


    Ich weiß jetzt nicht mehr in welchem Abschnitt das erwähnt wird, eher im nächsten, aber ja die Fehlgeburt hat in Rivka wieder etwas aufbrechen lassen, das sie aufwühlt. Die Entfremdung von ihrem Mann hat auch darin ihre Ursache. Sowas ist ja ein schleichender Prozess, ein Geschwür, das sich entwickelt und irgendwann aufbricht. Ich hatte ja das Gefühl Rivka hat vor Avromis Affäre Verständnis und war nur ihres Mannes wegen so betroffen. Da er Shola gesehen hatte, musste sie davon erzählen.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • In diesem Abschnitt wird es ja ziemlich dramatisch. Rebecca hat wirklich einiges mitgemacht. Ihr Mann zwar auch, aber sie scheint es härter getroffen zu haben. Ich denke auch, dass die zwei ein Fall für eine Paartherapie wären. Als sie extra sein Lieblingsessen kocht, hatte ich kurz Hoffnung für die beiden, aber jetzt kaum noch.


    Der Tretbootausflug war witzig, aber irgendwie auch ein Fall zum Kopfschütteln :lache Fast hätte er es versemmelt ...

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis