'Emilia und das Flüstern von Liebe' - Seiten 209 - 304

  • Ich bin anscheinend ein bisschen schnell mit dem Lesen in dieser Runde :-) In diesem Abschnitt hat mir die Schilderung der Premiere besonders gut gefallen. Die Vorstellung, dass alle Anwesenden in ein "gemeinsames Energiefeld" eintreten und die Weisheit des Stücks auf einer "unterbewussten Ebene" aufnehmen - das ist eine sehr interessante Perspektive auf das, was bei einem Theaterstück passiert. Ich werde das im Kopf haben, wenn ich das nächste Mal im Theater bin :-)


    Obwohl sich Antoine ja nun ziemlich daneben benimmt nach der Premierenfeier, war ich eigentlich ganz froh darüber. Das hat die beiden irgendwie mehr auf Augenhöhe gebracht. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass Emilia nur ihren Ideal-Antoine sieht, den sie anhimmelt wie ein Teenager, sondern jetzt kann eher eine echte Verbindung entstehen. Und wer hätte gedacht, dass er Schnecken hält? Ich wusste gar nicht, dass man Schnecken im Terrarium halten kann!


    Diesen Arzt mag ich dagegen nicht, ich finde ihn suspekt. Obwohl es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt...

    It’s not enough for the phrases to be good; what you make with them ought to be good too. - Aldous Huxley

  • Diesen Arzt mag ich dagegen nicht, ich finde ihn suspekt. Obwohl es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt...

    Ich bin noch nicht ganz fertig mit diesem Abschnitt. Aber der Arzt kommt mich auch äußerst merkwürdig vor. Sein ganzes Verhalten ist mir suspekt. Das Gespräch, in dem er Emilia von dem schwachen Herzen der Mutter erzählt verläuft so merkwürdig. Über "Hugo" möchte er gar nicht reden. Und dann scheint er mit Antoine um Emilia konkurrieren zu wollen. Also sein Verhalten gefällt mir gar nicht.

  • Obwohl sich Antoine ja nun ziemlich daneben benimmt nach der Premierenfeier, war ich eigentlich ganz froh darüber. Das hat die beiden irgendwie mehr auf Augenhöhe gebracht. Ich habe nicht mehr das Gefühl, dass Emilia nur ihren Ideal-Antoine sieht, den sie anhimmelt wie ein Teenager, sondern jetzt kann eher eine echte Verbindung entstehen. Und wer hätte gedacht, dass er Schnecken hält? Ich wusste gar nicht, dass man Schnecken im Terrarium halten kann!

    Ich selbst finde, dass Emilia hier endlich mal mehr herauslässt und gleichzeitig dabei einiges über sich selbst lernt.


    Schnecken - eine Freundin von mir hatte mal ein Terrarium mit Schnecken. Ich fand das so ungewöhnlich, dass ich es für diesen Roman verwenden wollte. Und sie passen zu Antoine, der nach außen so kalt und abgebrüht ist. ;-)

  • Ich bin noch nicht ganz fertig mit diesem Abschnitt. Aber der Arzt kommt mich auch äußerst merkwürdig vor. Sein ganzes Verhalten ist mir suspekt. Das Gespräch, in dem er Emilia von dem schwachen Herzen der Mutter erzählt verläuft so merkwürdig. Über "Hugo" möchte er gar nicht reden. Und dann scheint er mit Antoine um Emilia konkurrieren zu wollen. Also sein Verhalten gefällt mir gar nicht.

    Dass er so um den heißen Brei herumredet, hängt damit zusammen, dass Emilias Mutter ihm verboten hat, viel über ihren Gesundheitszustand preiszugeben.


    Ich mag Dr. Hardt eigentlich sehr, aber ... ;-)

  • Schnecken - eine Freundin von mir hatte mal ein Terrarium mit Schnecken. Ich fand das so ungewöhnlich, dass ich es für diesen Roman verwenden wollte. Und sie passen zu Antoine, der nach außen so kalt und abgebrüht ist.

    Die Idee mit dem Terrarium und den Schnecken fand ich sehr süß! Ich habe mir schon die ganze Zeit beim Lesen überlegt, was sich wohl für Tiere in dem Terrarium befinden könnten. Auf Schnecken wäre ich nie im Leben gekommen. Aber dann passt es ja perfekt, dass eine Schnecke nach Emilia benannt wird. Und Schnecken "mit Haus" finde ich auch wirklich schöne Tiere.:)

  • Auf Schnecken wäre ich nie im Leben gekommen.

    Ich auch nicht! Dabei hab ich auch die ganze Zeit schon gegrübelt, welche Tiere es wohl sein könnten, zumal ja auch von Nachwuchs die Rede war und bei den meisten Haustieren ist Nachwuchs ja eher unwillkommen, wenn man nicht gerade züchten will. Aber es passt, sowohl zu Antoine als auch zu Emilia!


    Die Schilderung der letzten Proben und der Premiere fand ich auch sehr gelungen. Es wird wirklich schön und eindrücklich beschrieben, wie die Atmosphäre am Theater ist und welcher Zauber dabei entstehen kann - am liebsten wäre ich live dabei gewesen. Übrigens habe ich die Inszenierung mit Quadflieg und Gründgens vor vielen vielen Jahren mal im Kino gesehen und sie ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.


    Diesen Dr. Hardt kann ich nicht so recht einordnen. Es kam mir ein wenig unvermittelt, dass er sich jetzt auch noch an Emilia heranmacht - ist das nötig, damit Antoine nochmal einen Gegenspieler bekommt, der ihn auf die richtige Spur setzt? :gruebel Dass die Premierenfeier so ausgeartet ist, hat mir für Emilia sehr leid getan und über ihr selbstverletztendes Verhalten unter der Dusche anschließend bin ich doch erschrocken. Das zeigt ja doch ganz deutlich, wie verletzlich sie ist, wie wenig sie in sich ruht und wie zerbrechlich ihr gerade aufblühendes Selbstbewusstsein ist.


    Dass sie dann doch wieder Antoine anruft, als sie nachts Geräusche hört, hat mich kurz überrascht - aber gut, sie hat ja eigentlich sonst niemanden und eigentlich hängt sie ja schon an ihm. Ich wüsste ja zu gern, ob da wirklich ein Mensch ums Haus schleicht oder ob es sich als harmloser Waschbär entpuppt! Anfangs dachte ich ja noch, Emilia hätte sich die Geräusche nur eingebildet, aber da Antoine ja auch etwas gehört hat, scheint ja wirklich auch was gewesen zu sein. Immerhin hat das dazu geführt, dass die beiden sich ausgesprochen haben.

    Wobei mir Antoines Geschichte schlüssiger erscheint als Emilias. Ja, ihre Eltern waren so mit sich selbst beschäftigt, dass sie ihre Tochter regelrecht vernachlässigt haben, aber das passt für mich nicht so ganz mit der mangelnden Selbstständigkeit zusammen - ich hätte das eher umgekehrt erwartet, dass jemand, dessen Eltern komplett mit sich selbst beschäftigt sind, dann umso schneller flügge wird!


    Übrigens hat mir gut gefallen, dass Emilia sich von Lulu nicht komplett umstylen lässt, sondern zwar mitmacht und ausprobiert, aber doch sich selbst treu bleibt, was Haare und Kleidungsstil angeht. Das wiederum zeigt ja eigentlich, dass sie doch sehr gut weiß, wer sie ist und was zu ihr passt. Für mich bleibt Emilia weiterhin ein sehr widersprüchlicher Charakter und ich bin gespannt, was der letzte Abschnitt noch zu bieten hat! Und ich bin gespannt, ob wir noch erfahren werden, welche Blume denn nun tatsächlich Emilias Lieblingsblume ist...


    LG, Bella

  • Danke auch hier für die Einblicke in eure Gedanken und Empfindungen beim Lesen!


    Wie schön, dass du die Lieblingsblume noch nicht erraten hast. Diese Blume macht es einem sehr schwer, weil sie nur kurze Zeit blüht und noch dazu sehr empfindlich ist. Es gab einen winzigen Hinweis darauf, was es sein könnte.


    P.S.: Es ist auch die absolute Lieblingsblume meiner Schwester. (Was euch als Info nicht hilft, aber das war der Grund, weshalb ich sie gewählt habe. Meine Lieblingsblume ist die Sonnenblume.)

  • Erstmal möchte ich mich entschuldigen, weil ich so extrem hinterherhinke. Ich bin schon noch da und lese auch noch - nur halt leider sehr langsam. Und ich merke, dass ich seltener zum E-Book greife als zu einem "normalen" Buch. Zu viel Ablenkung am Tablett. :(


    Aber zurück zum Buch. Die Schilderung des Premierenabends hat mich auch sehr gut gefallen. Da war die Atmosphäre sehr greifbar. Und Antoine hat sich danach unmöglich aufgeführt, klar, aber wie ihr schon geschrieben habt: so kommen beide auf eine Ebene und Antoine kommt runter vom hohen Ross. Er ist halt auch nur ein Mensch mit seinen Schwächen.


    Richtiggehend erschrocken bin ich aber über Emilias Verhalten. Ich verstehe, dass sie die Aussage sehr verletzt hat - der Angriff kommt aus einer Richtung, aus der sie ihn überhaupt nicht erwartet hat! Aber dieses bewusste Verbrühen geht ja über einen starken Reiz weit hinaus und hat etwas von Selbstverstümmelung an sich. Sie sollte sich einmal vertrauensvoll an Dr. Hardt wenden. Oder an einen anderen Arzt, wenn ihr der "zu nah" ist. (Ich mag ihn übrigens schon - man weiß ja nicht, was die Mutter ihm alles über Emilia erzählt hat; vielleicht ist er deswegen so seltsam).


    Übrigens hat mir gut gefallen, dass Emilia sich von Lulu nicht komplett umstylen lässt, sondern zwar mitmacht und ausprobiert, aber doch sich selbst treu bleibt, was Haare und Kleidungsstil angeht. Das wiederum zeigt ja eigentlich, dass sie doch sehr gut weiß, wer sie ist und was zu ihr passt. Für mich bleibt Emilia weiterhin ein sehr widersprüchlicher Charakter und ich bin gespannt, was der letzte Abschnitt noch zu bieten hat! Und ich bin gespannt, ob wir noch erfahren werden, welche Blume denn nun tatsächlich Emilias Lieblingsblume ist...

    Das fand ich auch und genauso wie du empfinde ich Emilia hier sehr widersprüchlich. Diese Stärke passt nicht zu dem selbstzerstörerischen Verhalten nach dem Vorfall auf der Premierenfeier. Jemand mit so wenig Selbstbewusstsein lässt sich doch gerade beim optischen stark reinreden. Von dieser Emilia wie hier hätte ich gern mehr gesehen, außergewöhnlich und sich ihrer selbst bewusst. Solche Frauenfiguren mag ich - eigenwillig und stark. Schade, dass es bei Emilia oft ins glatte Gegenteil kippt.


    Die Lieblingsblume ... :):flowers Ich weiß sie! :grin Zumindest bin ich mir sehr sicher. Den angesprochenen Hinweis fand ich nämlich schon sehr deutlich. Vielleicht habe ich ihn auch nur so deutlich wahrgenommen, weil ich genau die Blume tatsächlich schon vorher in Verdacht hatte. Es gab nämlich noch einen Hinweis, und zwar die besondere Form, in der die Beete angelegt sind. Da ist mir diese Blume eingefallen und auch alle weiteren Hinweise - blüht nur kurze Zeit, sehr empfindlich ... - passten auch. Die Blume gefällt mir auch sehr gut (:wave zu Angelikas Schwester), leider hat sie das Klima in meinem Garten bisher nicht so gut vertragen :(, so dass bei mir kein Exemplar blüht. (Muss es mal wieder an einem anderen Platz probieren). Überhaupt gibt es sie bei uns nur selten, spontan fällt mir auch nur die Pflanze im Garten meiner Eltern ein. Kein Wunder, dass Antoine darauf nicht kommt, schließlich wird er sie nie in einem Blumenladen finden. Mich hat ja eher gewundert, dass er überhaupt den Namen der Blume kennt. Wobei - als er sie so deutlich vor Augen hatte - hätte er dann doch draufkommen können. :-]

    "Jetzt gehe ich einfach los. Irgendwo werde ich schon ankommen, und sei es am Ende einer Sackgasse. Auch dort kann es ja so schön ein, dass man nicht umkehren mag." Meike Winnemuth, Bin im Garten, S. 312, Penguin Verlag 2019